Erfahrungsberichte

Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

 von Josie , 09.03.2016 17:59

Hallo zusammen,

ich habe eine Erkrankungskonstellation, die ich so bisher noch nirgendwo gefunden habe und ich habe noch nicht DEN Königsweg für mich gefunden. Eure Gedanken dazu würden micht sehr interessieren.

Ich habe einerseits Hashimoto und andererseits eine reaktive postprandiale Hypoglykämie. Mit anderen Worten: Ich unterzuckere immer nach KH-Genuss nach 3 Std so stark, daß der Zuckerwert unter 50 absinkt, mir übel wird und ich teilweise der Ohnmacht nah bin. Ganz besonders schlimm ist es nachts, ich wache dann immer zwischen 2 und 3 Uhr auf, bin schweissgebadet und mir ist kotzübel, es dauert ewig, bin ich wieder einschlafe. Ich wußte schon immer, daß da etwas mit mir nicht stimmt, ich hatte das schon als Teenie in leichter Form, dem Kind einen Namen gegeben hat schließlich vor einem Jahr der Endokrinologe mit einem 4stündigen Glukosetoleranztest. Er hält das für eine Vorstufe von Diabetes, das mag jetzt mal dahin stehen. Die Vorstufe dauert ja schon 25 Jahre, da sehe ich die unmittelbare Bedrohung nicht so....

Meine Vorgeschichte: Bis vor einigen Jahren hatte ich starke Depressionen und eine Angststörung, durch Psychopharmaka starkes Übergewicht, Hashimoto kam mit der Zeit hinzu. Nach Absetzen der Psycho-Medikamente habe ich begonnen, Low Carb/very Low Carb zu essen (unter 50 g KH) und Eiweiß und andere NEM zu supplementieren. Nach den Vorgaben von Julia Ross´ Buch "Was die Seele essen will", haben mir die NEM in psychischer Hinsicht sehr geholfen, ich bin seitdem nahezu beschwerdefrei. Als schöner Nebeneffekt waren Gelenkschmerzen, Allergien, Neurodermitis, Asthma etc auch gleich mit weg. Zudem sind durch Low Carb natürlich erst einmal die Kilos gepurzelt, 20 insgesamt. 10-15 müssten noch, aber die Sache begann schwieriger zu werden, als gedacht.

Die Schilddrüsenwerte waren unter low carb und Selen, Vitamin D Supplementierung etc immer sehr stabil. TSH schön niedrig, T3 und T4 zumindest mittelmäßig, keine Antikörper mehr seit langem, damit hatte ich mich einstweilen zufrieden gegeben. Ferritininfusionen bekam ich auch regelmäßig, die Müdigkeit war weitgehend weg, alles war soweit OK.
Nach einem guten Jahr fiel es mir immer schwerer very low carb zu essen, ich bin immer öfter eingebrochen und habe mich immer wieder zurückgezwungen, weil alle meine Zivilisationszipperlein zuverlässig wieder zurückkehrten und das Gewicht sich wieder leicht anhob. Da das ja auch keine Lösung sein konnte, habe ich nach einer anderen gesucht, zumindest nach einem Mittelweg.

Auf einer Convention habe ich Paul Jaminet (Autor von Perfect Health Diet) getroffen, seine Vorträge gehört, über einiges persönlich mit ihm gesprochen und mich intensiv mit seinem Buch befasst. Da habe ich das erste Mal so richtig die negativen Aspekte einer langfristigen Ketose beleuchtet bekommen, wie sie ja auch ab und an auf Edubily geschildert wurden. Da ich ja nun auf keinen Fall meine Schilddrüse und ihre T3 Bildung weiter behindern wollte und auch kein Magenkrebsrisiko eingehen wollte (Mucin Problematik) damit, habe ich nach Paul Jaminets Empfehlung gering süsses Obst in geringem Umfang in die Ernährung eingebunden und stärkehaltige KH in Form von Kartoffeln / Süßkartoffeln und Reis in 2-3 Mahlzeiten in der Woche integriert.

Eigentlich hatte ich mir davon den Königsweg erhofft - eine Schilddrüse, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten gut arbeiten kann, möglichst keine Unterzuckerungen und endlich eine fortschreitende Gewichtsabnahme. Ich habe nämlich immer noch ca 80 Kilo bei 168 cm Größe und das ist mir noch zu viel.
Was habe ich bekommen? Eine SD, deren T3 immer noch bestenfalls im mittleren Bereich liegt, immer noch häufig Unterzuckerungen und ich quäle mich quasi rund um die Uhr mit meiner Süchtelei nach Süsskram. Ich bekomme den Jieper auf Süsses einfach nicht in den Griff, auch wenn ich nur 2 popelige Kartoffeln gegessen habe. Und ich brauche nach dieses 2 Kartoffeln quasi wieder 2-3 Tage fast ohne KH um mich wieder im Griff zu haben (und dann geht es mit der nächsten eingebauten Stärkemahlzeit wieder von vorn los).

Soweit im Groben mein Weg bislang. Ich habe offen gestanden keine Ahnung, wie ich nun weitermachen soll - ketogen leben und auf gute SD-Werte und die Gewichtsabnahme pfeifen? Ich möchte aber so gerne wieder joggen und dafür habe ich zu viel Gewicht. Im Moment mache ich nach meiner Schulterverletzung nur ein paar Minuten auf dem Crosstrainer und ein bißchen Pilates zur Kräftigung. Das wird wieder mehr mit der Zeit. Aber beim Joggen sehe ich aus, wie jemand, der jeden Moment ein Sauerstoffzelt braucht oder einen Schlaganfall bekommt, das geht gar nicht.
Alternativ: Nicht nur T4, sondern auch T3 supplemetieren, ketogen leben und schauen, ob die Abnahme so wieder läuft?
Oder trotzdem aus Überzeugung weiter stärkehaltige KH und Obst essen und mich weiter täglich martern? Da bräuchte ich zumindest einen langen Atem, das Gewicht bewegt sich da erstmal gar nicht.

Ich drehe mich also schön mit mir selber im Kreis. Und es gibt niemanden, den ich dazu befragen könnte, weil der Endokrinologe eine Riesen-Enttäuschung war, die Diabetologin danach ebenso. Außer "Essen Sie Vollkorn" ist da nichts zu holen. Und eins steht fest: Getreide ist keine Option.
Vielleicht hat ja hier noch jemand eine Idee oder selbst Erfahrungen mit dieser Kombination, eine neue Perspektive wäre eine echte Bereicherung. Ganz lieben Dank im voraus auf jeden Fall für jeden Kommentar.

Josie
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