RE: Nächtlicher Harndarang

#16 von Chris (edubily) , 17.05.2015 19:53

HD,

high protein per se induziert keine (überschüssige) Gluconeogenese. Aber zwischen 50 und 150 g Glukose-Zufuhr ist ein Graubereich. Dort speist sich der Körper weder mit Hilfe der Ketose, noch ist ausreichend Glukose da, um den Bedarf zu decken. Wenn man zusätzlich Sportler ist, dann schießt der Bedarf in die Höhe, aber die Zufuhr hinkt. Der Körper kompensiert mit Glukose-Synthese aus Protein.

Bettina,

in deinem Zustand bist du sowieso weniger glukosetolerant. Ich will, dass die Leute verstehen, dass das in diesem Fall (wenig KH, wenig Kalorien, viel Protein) überhaupt nicht schlimm ist. Nur sollte man einfach akzeptieren, dass der Körper in diesem Fall nicht in der Lage wäre, 400 g Glukose ordentlich aufzunehmen. Das ist aber auch gar kein Problem.

Generell gilt: Protein und Fett wenig, Glukose viel = gute Glukose-Toleranz. Mehr P, mehr F, weniger KH = linear schlechtere Glukose.Toleranz.

Insofern ist die pathologische IR auch keine krankhafte, wenn man es genau nimmt, denn wie man heute weiß, zirkulieren schlicht zu viele Aminosäuren im Blut (negatives Feedback via mTOR->IRS1) inklusive zu viele Fettsäuren. Daraus folgt schlicht eine eingeschränkte Glukose-Toleranz, die man rasch beheben wird, wenn man nach der oben aufgeführten Logik vorgeht.


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RE: Nächtlicher Harndarang

#17 von Rimaco , 17.05.2015 20:48

Danke für den Link Chris!

Bei mir ist es so dass ich schon seit Jahren mit dem Problem lebe dass ich ständig pinkeln muss. Der Eiweisskonsum in Form von Shakes war immer sehr hoch. Vorallem meine Schlaf und Lebensqualität hat enorm darunter gelitten. Vor lauter "Carbs sind schlecht" Propaganda hab ich die letzten Jahre ne echte Carbophobie entwickelt und werde mich diesbezüglich wohl mental zuerst wieder umpolen müssen. Vorallem denke ich auch dass ich die Carbs bei einem Trainingspensum von bis zu 15 Stunden die Woche auch wirklich verbrenne. Die letzten Tage habe ich vermehrt Carbs (bis 200 Gramm) eingebaut und denn Fettkonsum auf ca. 40-70 Gramm reduziert. Auch habe ich das Fett von den Carbs bewusst getrennt.
Meine Allgemeine Stimmung ist wesentlich besser geworden und ich fühl mich viel Leistungsfähiger und auch schneller erholt. Ich bin auch Tagsüber viel "wacher" geworden und meine Konzentrationsfähigkeit ist enorm gestiegen.Das nächtliche pinkeln ist leider immer noch vorhanden, werde nun aber versuchen mit dem Eiweiss noch weiter nach unten zu fahren. Ich habe das Gefühl dass meine Schilddrüse das erste mal seit Jahren wieder aus dem Koma erwacht ist. Übrigens hab ich mich die letzten Tage an die Kartoffelstärke rangewagt und bis auf ein paar kleine Blähungen kann ich weiter nichts dazu sagen, ausser die Träume...
Die sind wirklich intensiver geworden.
Eine halbe Grapefruit Abends esse ich auch seit einer Woche und ich muss sagen dass ich das Gefühl habe dass mich das wirklich runterholt nach dem Training und ich entspannter ins Bett gehe.
Ich weiss das war jetzt mehr eine allgemeine Gesamtzusammenfassung, es ging mir aber gerade so von der Hand:0)
Gruss


 
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RE: Nächtlicher Harndarang

#18 von Chris (edubily) , 17.05.2015 21:07

Zitat
Vor lauter "Carbs sind schlecht" Propaganda hab ich die letzten Jahre ne echte Carbophobie entwickelt und werde mich diesbezüglich wohl mental zuerst wieder umpolen müssen. Vorallem denke ich auch dass ich die Carbs bei einem Trainingspensum von bis zu 15 Stunden die Woche auch wirklich verbrenne.



Dieses Denken MUSS aus den Köpfen der Leute, ganz einfach. Schlage dir auch aus dem Kopf, dass du spezielle Sachen tun musst, um Carbs "zu verbrennen". Hör einfach auf damit, echt :-)

Du hast einen Kalorienumsatz und dein Körper steigert linear zur Glukose-Zufuhr die Glukose-Oxidation (wenn glukosetolerant) - die Zelle oxidiert auch dann Glukose, wenn die Glykogen-Speicher voll sind - das ist völlig schnuppe. Kalorien sind's, die deine Zellen brauchen. Relativ betrachtet sinkt zwar die Fettsäure-Oxidation des Muskels, aber dieses Problem ist kein Problem, wenn man schlank ist und normal leben möchte.


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RE: Nächtlicher Harndarang

#19 von Rimaco , 17.05.2015 21:16

@Chris: Ich arbeite daran, danke:0) Ich mache jedoch nicht so viel Sport weil ich denke ich muss das Zeug wieder verbrennen, sondern einfach weil ich gerne Sport mache und mein Umfeld genau so gepolt ist. Ich weiss in meinem Post von vorhin kommt das wirklich so rüber.

@Sven: Deine Erfahrung bezgl. Eiweiss runter, Schlafqualität rauf macht mir Mut und werde mich daran ein wenig orientieren.

 
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RE: Nächtlicher Harndarang

#20 von justizia , 17.05.2015 22:07

Chris, danke für Deine Erklärungen!


Lebenskunst ist die Kunst des richtigen Weglassens - das fängt beim Reden an und hört beim Dekolleté auf.

 
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RE: Nächtlicher Harndarang

#21 von Siggi , 18.05.2015 10:50

Zitat von Chris (edubily) im Beitrag #18
Du hast einen Kalorienumsatz und dein Körper steigert linear zur Glukose-Zufuhr die Glukose-Oxidation (wenn glukosetolerant) - die Zelle oxidiert auch dann Glukose, wenn die Glykogen-Speicher voll sind - das ist völlig schnuppe. Kalorien sind's, die deine Zellen brauchen. Relativ betrachtet sinkt zwar die Fettsäure-Oxidation des Muskels, aber dieses Problem ist kein Problem, wenn man schlank ist und normal leben möchte.


Du Meinst doch bestimmt:
"die Zelle oxidiert auch dann Fettsäuren, wenn die Glykogen-Speicher voll sind - das ist völlig schnuppe" oder?


Frühstücken wie ein Kaiser und aussehen wie ein Sumo

 
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RE: Nächtlicher Harndarang

#22 von CaptainHungerhaken , 18.05.2015 10:52

Nein, er meint das so wie geschrieben.
Was du sagst ist aber genau so korrekt.

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RE: Nächtlicher Harndarang

#23 von naklar! , 18.05.2015 11:12



high protein per se induziert keine (überschüssige) Gluconeogenese. Aber zwischen 50 und 150 g Glukose-Zufuhr ist ein Graubereich. Dort speist sich der Körper weder mit Hilfe der Ketose, noch ist ausreichend Glukose da, um den Bedarf zu decken. Wenn man zusätzlich Sportler ist, dann schießt der Bedarf in die Höhe, aber die Zufuhr hinkt. Der Körper kompensiert mit Glukose-Synthese aus Protein.


Innerhalb dieses Graubereiches finden meine LC - Tage statt. Sollte ich an diesen also dann tiefer gehen, um die volle Makro-Flexibilität zu trainieren?
Also für:

- High Carb ---- GLukose
- Low Carb ---- Fett/Ketose

anstatt wie bisher

- Low Carb --- Fett/Gluconeogenese


Oder ist das übertriebener Optimierungswahn?




Merci, Eric

 
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RE: Nächtlicher Harndarang

#24 von Rimaco , 18.05.2015 12:33

Ich frage mich ob es für den Körper Stress bedeutet wenn man sich ständig in diesem Graubereich bewegt? Hat es evtl. Hormonelle Auswirkungen auf Cortisol, Testosteron usw.? Bei Keto habe ich immer das Gefühl dass die Melatoninbildung zu kurz kommt. Der Schlaf ist nie wirklich tief und das einschlafen zum Teil der Horror.

 
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RE: Nächtlicher Harndarang

#25 von bio mind , 18.05.2015 21:56

also ich habe zu allen tageszeiten sehr unter plötzlichem harndrang gelitten, bin noch dazu ziemlich immobil - alles seit der gehirnblutung.
mir hat u. a. das sehr geholfen:

http://www.fairlife.org/pdfs/drnopal2dsmall.pdf
s 67 ff

sorry, sog. "superfood",
beinhaltet außerdem interessante proteine ...


tut hier zwar nichts extra zur sache, aber ich war wegen jeder kleinigkeit gestresst - das musste ich zusätzlich in den griff bekommen.


biologisches alter ist keine wachstumsgrenze

 
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RE: Nächtlicher Harndarang

#26 von phL , 19.05.2015 22:37

Hier wird ja immer wieder vom thermischen Effekt von High Protein Diäten geredet.
Bei mir ist es aber so, dass mir tendenziell eher kalt wird, wenn ich z.B. Whey Protein oder 500gr Joghurt zu mir nehme. Worauf lässt das schließen? Wenn ich mal viel Porridge oder Milchreis esse, wird mir immer kurzfristig sehr warm, was sich aber auch schnell wieder gibt.

phL  
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RE: Nächtlicher Harndarang

#27 von Berglöwe , 20.07.2017 19:34

"Innerhalb dieses Graubereiches finden meine LC - Tage statt. Sollte ich an diesen also dann tiefer gehen, um die volle Makro-Flexibilität zu trainieren?
Also für:

- High Carb ---- GLukose
- Low Carb ---- Fett/Ketose

anstatt wie bisher

- Low Carb --- Fett/Gluconeogenese


Oder ist das übertriebener Optimierungswahn?"

Das würde mich auch interessieren! :)

 
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RE: Nächtlicher Harndarang

#28 von Wirbelwind , 21.07.2017 13:55

Es gibt natürlich mehrere ursachen für nächtlichen Harndrang.
Eiweißkonsum am Abend ist vermutlich einer.
Daneben spielt aber sicherlich die Hyperplasie der Prostata eine gewichtige Rolle, da sie ja den Harnfluss behindert bzw. auf den Schließmuskel drückt. Das gilt vor allem für die älteren Herren.
Wie wäre es mal mit einem Artikel darüber, Chris?
Vor allem was man dagegen präventiv tun kann.


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RE: Nächtlicher Harndarang

#29 von naklar! , 21.07.2017 14:50

"Innerhalb dieses Graubereiches finden meine LC - Tage statt. Sollte ich an diesen also dann tiefer gehen, um die volle Makro-Flexibilität zu trainieren?
Also für:

- High Carb ---- GLukose
- Low Carb ---- Fett/Ketose

anstatt wie bisher

- Low Carb --- Fett/Gluconeogenese


Oder ist das übertriebener Optimierungswahn?"


Oh, danke fürs erinnern, Berglöwe :-)
Die Antwort steht noch aus - wer will schon 4x pro Woche Gluconeogenese?


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RE: Nächtlicher Harndarang

#30 von Tommy , 17.08.2017 14:20

Gibt es hier neue Erkenntnisse zum nächtlichen Harndrang? Muss auch idr 2 mal nachts raus. Schlafe dann zwar schnell wieder ein aber trotzdem nervig. Zumal ich mit vorstellen kann, das dadurch auch der Reparaturprozess und Melatoninbildung unterbrochen wird.

Jemand noch Tipps? Kürbiskerne zB?

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