RE: Lipödem unheilbar?

#16 von Chris (edubily) , 20.05.2015 22:34

In erster Linie würde ich mir über die Sachen erst einmal keine Gedanken machen. Ich würde die Ketose mit Fasten induzieren, danach den Kalorienanteil via Fett erhöhen und das min. drei Monate praktizieren, bis das Fettgewebe stark zurück gegangen ist. Damit verschwinden die Entzündungen, das ästhetische Problem und die womöglich verhält sich das Fettgewebe irgendwann auch wieder normal.

High-Carb würde ich auf keinen Fall empfehlen. Wenn die muskuläre Glukose-Toleranz nicht zu 100 % funktioniert, hat sich zwei zusätzliche Probleme: Insulin und neu erzeugtes Fett. Insulin stimuliert den Adipocyten-Metabolismus zusätzlich - allerdings in die falsche Richtung. Was bei normalen Menschen kein Problem ist, sollte hier nicht getan werden.


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RE: Lipödem unheilbar?

#17 von sVensationell , 20.05.2015 23:01

Was ich nicht verstanden habe, ist warum die Ketose nach etwa einem Jahr nicht mehr funktioniert hat und die Abnahme stagnierte, dann langsam aber stetig wieder hochging. Zur damaligen Zeit wurden noch nicht die fettlöslichen Vitamine D3/A berücksichtigt. Könnte mir vorstellen dass jetzt wo der Körper mit Magnesium abgesättigt wurde, sie wesentlich mehr Omega 3 und Carnitin ergänzt es zu keiner Stagnation kommt.

Wenn ich es ihr so schön erklären könnte wie du, dass High-carb keine so gute Idee ist.



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RE: Lipödem unheilbar?

#18 von Chris (edubily) , 20.05.2015 23:25

Na ja. Ketose funktioniert. Oder was glaubst du, was passiert wäre, wenn sie damals schlicht gar nichts mehr gegessen hätte? "Ich kann kein Gewicht mehr verlieren". Diese Aussage gibt es durchaus, aber nicht, wenn man gerade am Fasten ist oder eine KD praktiziert.

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RE: Lipödem unheilbar?

#19 von sVensationell , 20.05.2015 23:31

Aber nach etwa 20 Kilo Verlust war Schicht und sie konnte machen was sie wollte, hyperkalorisch, hypokalorisch, nichts ging mehr, trotz viel Krafttraining. Ob die Nahrung zu proteinbetont war? Sehr gute Frage.

Bestimmt konterst du jetzt mit, genau dann wenn nix geht muss ein Tag gefastet werden. Richtig?!

Was für Supps würdest du denn noch so unterstützend empfehlen?



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RE: Lipödem unheilbar?

#20 von Chris (edubily) , 21.05.2015 09:19

Wie viel mehr wiegt sie denn jetzt im Vergleich zu den damaligen -20 kg?


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RE: Lipödem unheilbar?

#21 von sVensationell , 21.05.2015 12:32

Leider hat sie fast wieder alles drauf was sie durch die Ketose verloren hat. Hat zu Höchstzeiten 122 Kilo gewogen bei einer Körpergröße von 1.78. Vorgenommen hat sie sich 40 Kilo abzunehmen.


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RE: Lipödem unheilbar?

#22 von Marianne , 22.05.2015 15:55

@svensationell:
Ich finde es toll, wie du dich für die Betroffene einsetzt. Sie scheint dir wirklich am Herzen zu liegen. Aber ich glaube, wenn ihr hier wirklich geholfen werden soll, wäre es sinnvoll, wenn sie sich selbst zu Wort melden würde und sich selbst mit der Materie auseinandersetzen würde.
Sie könnte hier alle Unklarheiten beseitigt bekommen, ohne dass sie das immer über dich kommunizieren müßte. Es wäre viel einfacher.
Vielleicht kannst du sie ja motivieren dazu. Hier sind lauter liebe, hilfsbereite Menschen, die gerne ihr wissen teilen um sie zu unterstützen, also trau dich unbekannte Dame, du könntest hier geholfen bekommen!
Liebe Grüße
Marianne


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RE: Lipödem unheilbar?

#23 von sVensationell , 28.05.2015 00:42

Natürlich liegt mir diese Person am Herzen und wenn ich sehe wie sie leidet und sich förmlich selbst im Weg steht, stimmt mich das ein schon traurig. Ein wenig Altruismus stünde jedem von uns gut zu Gesicht. Es wird, finde ich auch zu selten betont, was für eine tolle Plattform chris hier aufgebaut hat.

Und danke für s Kompliment, liebe Grüße zurück marianne.



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RE: Lipödem unheilbar?

#24 von sVensationell , 16.06.2015 19:11

Der aktuelle Stand ist, dass sie jetzt in der Ketose ist und die ersten Pfunde, wahrscheinlich Wasser, auch schon purzeln. Jetzt frage ich mich auf welchem Wege wir die Ketose am Laufen halten sollen, wäre es sinnvoll mittels Vit.D/A, und Carnitin die Fettoxidation zu unterstützen? Denn eine Stagnation wie beim ersten Versuch möchte ich vermeiden, oder ist dies dann die richtige Zeit für ein Fastentag?


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RE: Lipödem unheilbar?

#25 von sVensationell , 23.06.2015 14:38

Zudem habe ich erfahren, dass sie sich ein Jahr "nur" von Kaffee ernährt hat. Kann mir nur schwer vorstellen dass dies keine schwerwiegende Auswirkungen auf das Darmmilieu und Stoffwechsel gehabt haben soll.


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RE: Lipödem unheilbar?

#26 von Luna , 27.06.2015 21:39

Hallo
ich war vor kurzem auf einer Infoveranstaltung, wo es in erster Linie ums Lipödem ging. Ich gebe im Telegrammstil einfach mal das Wichtigste wieder. Die Referenten sind durchaus als kompetent anzusehen, forschen auch auf dem Gebiet.

1. Ursache:
Genetisch, bedingt. Die Veranlagung dazu wird verebt, tritt aber nur bei Frauen in Erscheinung. Der Beginn ist i.a. an die Pubertät gekoppelt, abhängig vom Anstieg der Östrogene. Danach kontinuierliche Weiterentwicklung. Es werden deutlich mehr Fettzellen angelegt als normal. Dazu kommt, dass diese dann auch einen anderen Stoffwechsel besitzen, sodass sie mehr Lymphe produzieren als üblich. (Hoffe, ich habe das so richtig wieder gegeben). Das führt zu einem erhöhten Lymphaufkommen, das auch ein an sich gesundes Lymphsystem nicht schafft.
Dass es in der Folgezeit dann irgendwann meist auch zu Wassereinlagerungen kommt,ist dann klar, natürlich noch mehr, wenn Übergewicht im Spiel ist.

2. Betroffen sind beide Beine, später dann im Allgemeinen auch noch die Arme, Hände, Füße nicht. Aber immer symmetrisch. Es sind ca 10% der Frauen betroffen. Durch Sport und Diäten sind die Extremitäten nicht schlank zu bekommen. Auch über Hormone ist auch nichts zu machen. Östrogene sind der Auslöser, aber selbst die Wirkung von z.B. Progesteron reicht nicht für eine Verbesserung aus.

3. Behandlung konservativ: Manuelle Lymphrainage bringt normalerweise nichts, wird aber häufig verschrieben. Da das Ödem i. d. R. schmerzhaft ist, wird versucht, es über Kompression im Rahmen zu halten. D.h. eine lebenslange Versorgung mit flachgestrickten Kompressionsstrumpfhosen, in fortgeschrittenem Stadium evtl auch noch die Arme ist notwendig.

4. Heilung
Um eine dauerhafte Verbesserung zu erreichen, ist es notwendig die überschüssigen Fettzellen möglichst komplett zu entfernen. Dies geschieht durch Absaugung. Da ab ca Mitte 20 keine neuen Fettzellen mehr gebildet werden können, ist das Ergebnis dauerhaft, wenn in diesem oder nachg diesem Alter abgesaugt wird. DAs Lymphsystem bewältigt dann auch wieder problemlos die anfallendeLymphlast.
Eine kosmetische Straffung sei selten notwendig. Kompression und manuelle Lymphdrainage, sofern sie bisher gemacht wurden, fallen weg.

Leider wird das Absaugen nicht von den Krankenkassen bezahlt.

Beim Absaugen ist Vorsicht geboten. Sollte nicht bei jedem x-beliebigen Schönheitschirurgen gemacht werden.

Ich will keine WErbung für diese Infoveranstaltung machen und nenne deshalb den Namen nicht. Bei Interesse via PN.
LG Luna


 
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RE: Lipödem unheilbar?

#27 von vera8555 , 29.06.2015 13:51


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RE: Lipödem unheilbar?

#28 von Mr. Xu , 01.07.2015 02:14

Ja, es ist heilbar im frühen Stadium. Hier ist vieles bereits geschrieben worden. Im Prinzip ist es eine Mitochondriopathie(defekte Zellkraftwerke) der Adipozyten(Fettzellen), die durch übergroße clusternde Fettzellen gekennzeichnet ist. Diese zeigen eine verringerte ATP-Bildung(verringerter interner Energiestatus) und geben dadurch das Fett schlechter ab wie die intakten Zellen und haben zusätzlich die unangenehme Eigenschaft sich auch schneller als die intakten zu proliferieren(vermehren), um ihrer Funktion im Gewebe nachzukommen. Induziert wird das in der Regel schon in der Jugend, wo ein natürlicher Hormonschub IGF-1 die Proliferation verstärkt. Bei den Damen ist das Östrogen eng mit dem Fettstoffwechsel verzahnt und greift ebenfalls Wachstum fördernd ein. Dazu muss noch eine genetische Disposition zur fehlerhaften bzw. weniger wirksamen Gegenregulation vorliegen.
Da wir mit unserem westlichen Lebensstil ständig mTOR übersteuern und nie AMPK ausreichend aktivieren, können die defekten Mitochondrien(Zellkraftwerke) nicht ausreichend entsorgt werden. Denn es wird nicht ausreichend oft der Autophagieprozess aktiviert, welcher die einzige Möglichkeit darstellt, defekte Mitochondrien zu entfernen.
Meine Empfehlung ist deshalb 2 Tage in der Woche mit zwei Tagen Abstand nichts zu essen. Der erste Fastentag kann dann nochmal um 24h verlängert werden bei Bedarf. Autophagie wird über den zirkadianen Rhythmus gewebetypisch(Organ) gesteuert, d.h. über den ganzen Tag verteilt. Deshalb halte ich persönlich nichts von ungleich 24h bzw. 48h Fasten.
Anabole mTOR Übersteuerung sollte vermieden werden, d.h. kein Zucker(Fruktoseteufel!), keine ballaststofflosen Kohlenhydrate, aber auch keine Weizenvollkorn mit hohem GI. Hohe Insulinausschüttung soweit es geht vermeiden, weil Insulin den Autophagieprozess unterbricht. Möglichst kein Fett zu den Kohlenhydraten. Vorzugsweise MCT d.h. ungehärtetes naturbelassenes Kokosöl als Energiesubstrat. Gern Eiweiss, dabei aber Milcheiweiss mit anabolem Leucin oder Isoleucin meiden, weil es auch insulinotrop(insulinverstärkend) wirkt und mTOR(C1) anheizt.
Zu den (teuren) Möglichkeiten wie Resveratrol etc. ist ja schon an anderer Stellen hingewiesen worden. Im Prinzip müssen für die Heilung die defekten Mitochondrien beseitigt werden. Moderates Ausdauertraining fördert den Fettstoffwechsel, wenn nicht hinterher maßlos anabol mTOR befeuert wird muss die Fettzelle sich regenerien anstatt sich mit Energiesubstrat vollzustopfen und noch größer zu werden. Zu den förderlichen Aminosäuren wie z.B. Carnitin ist woanders auch schon ausreichend geschrieben worden. Ebenso zu den Mitochondrien nutzenden Mikronährstoffen. Das ganze muss man dann schon mdt. 6 Monate durchhalten, um eine Veränderung zu sehen.

PS Hypoxie d.h. Wandern zwischen 1600m und 3200m ist auch sehr förderlich, da Autophagie induziert wird. Durch den Reiz des verringerten Sauerstoffpartialdrucks bauen die Mitochondrien ihren Membran mittels Autophagieprozess um.

PPS Männer habe keine ausgrprägte Östrogen Fettzellen Connection und ein kreuzendes Bindegwebe, d.h. die Ausprägung ist verringert und durch das weniger elastische Bindegwebe kommen die Dellen der übergroßen Fettzellen nicht so zum Vorschein.



 
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RE: Lipödem unheilbar?

#29 von sVensationell , 12.08.2015 18:16

Danke für deine Erörterung Mr. Xu.

Eine kurze Wasserstandsmeldung, die Ketose hat bei ihr wieder zugeschlagen und mittlerweile knappe 10 Kilo mitgenommen.

Jetzt stellt sich bloß die Frage wie wir die Ketose am Laufen halten, da die Abnahme gegenwärtig sich wieder leicht abschwächt.


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RE: Lipödem unheilbar?

#30 von Chris (edubily) , 12.08.2015 18:34

Nichts leichter als das: Protein so viel, dass die Körpermasse erhalten bleibt und der Rest Fett.


Wir präsentieren Möglichkeiten, nicht die Lösung.


 
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