Autoimmunkrankheit und Ernährung

#1 von Dogmeat , 29.04.2015 15:39

Dieser Thread richtet sich in erster Linie an die Leute, die eine Autoimmunkrankheit mit sich rumschleppen/geschleppt haben(?) und wie ihr damit umgeht. (gesellschaftlich, ernährungstechnisch etc.)
Falls ihr einen besseren Threadnamen habt, könnt ihr es dazu schreiben.

Will hier nicht meinen Leidensweg offenbaren und mache es deswegen kurz
Vor 4,5 Jahre Crohn diagnostiziert. Alle 4-5 Monate Schübe bekommen. Medikament haben nicht gewirkt und letztlich vor 2 Jahre auf die ''Artgerechte Ernährung'' auf Team Andro gestoßen. Seit dem keinerlei Probleme mehr.
Deswegen sehe ich mich als geheilt an. Auch kaum Krank gewesen.

Nun bin ich hin und wieder im Zwiespalt wie ich damit mein ganzes Leben umgehen soll (werde bald 20).
Ich denke die Ernährung (Mikronährstoffe, Antinährstoffe etc. pp.) hat einen maßgebenden Teil zu meiner Genesung beigetragen. Jedoch habe ich mit meiner Ernährungsumstellung auch mein Leben fast komplett gedreht, sprich ich habe darauf geachtet, möglich wenig Stress zu haben. Nun weiß ich halt nicht wie viel meiner Genesung mit dem Essen und wie viel mit dem Stressmanagement zu tun hatte.

Ich hatte vor nach der Schule (bald fertig) mal langsam für mich wieder zu testen, was ich essen kann und was nicht. Möchte das nicht machen, während ich noch in der Schule bin, da ich kein Bock habe wieder im Krankhaus zu landen, nur weil ich wieder irgendwelche Entzündungen habe. Möchte dazu sagen, dass ich eigentlich nur die üblichen Verdächtigen nicht esse. Namentlich Getreide, Hülsenfrüchte und Milchprodukte. Reis, Kartoffeln, Buchweizen und die Sachen die sich in der Grauzone befinden konsumiere ich.

Meine Hauptfrage die ich mir Stelle ist im Grunde folgende: Wie schlimm ist es, hin und wieder eine Pizza o.ä. zu essen (nicht auf täglicher Basis und schon gar nicht bewusst, sondern einfach aus gesellschaftlichen Gründen). Ich denke, dass es vielleicht mehr Stress verursacht, mich beim weggehen in ein Korsett zu stecken, als einfach mal den Kopf abzuschalten.

Also wie handhabt ihr das, oder wie würdet ihr das handhaben?

Freue mich wirklich auf Tipps und Anregungen eurerseits!


 
Dogmeat
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RE: Autoimmunkrankheit und Ernährung

#2 von Don90 , 29.04.2015 17:19

Als erstes mal meinen Glückwunsch zur Bereitschaft, Verantwortung für dich selbst zu übernehmen.
Nicht selten kümmenr sich Menschen mit Autoimmunerkrankungen kaum selbst darum. Ich kenne einige mit Crohn oder Collitis, die ihren Ärzten blind vertrauen und sonst nichts machen.

Zu mir:
Als ich so alt war wie du ca, begann mein Morbus Bechterew (rheumatoide Arthritis an der Wirbelsäule) sich bemerkbar zu machen. Jetzt mit 25 habe ich ihn seit ca 2 Jahren im Griff, lustigerweise mit dem gleichen Schema wie du ;)

Hier mal der Link zu meinem Erfahrungsbericht, evtl kannst du dir da etwas abschauen :)

Erfahrungsbericht Rheumatoide Arthritis

Würde mich freuen wenn du ebenfalls deinen Erfahrungsbericht online stellen würdest, fände es sehr interessant wie es sich bei dir entwickelt hat.

Lass was von dir hören, alles Gute noch von mir und LG aus Wien :)


 
Don90
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RE: Autoimmunkrankheit und Ernährung

#3 von Pong , 30.04.2015 13:45

Hallo Dogmeat,

Was Morbus Crohn bedeutet brauche ich dir nicht zu sagen. Du hast glücklicherweise in noch jungen Jahren eine Möglichkeit gefunden nicht nur die Beschwerden sondern auch die Zerstörung deines Darms zu stoppen. Riskiere diese nicht durch Zugeständnisse an gesellschaftliche Erwartungen. Denn wenn Du mal wieder einen Schub hast kann keiner von denen deine Qualen auch nur annähernd nachvollziehen oder gar lindern.

Selbst wenn du nur hin und wieder ne Pizza, Fast Food isst...die Zerstörung schreitet voran selbst wenn du keine oder kaum Beschwerden hast, du vergiftest dich weiterhin, nur eben langsamer und nimmst deinem Darm die Fähigkeit auch all die andren wichtigen Nährstoffe zu verdauen. Du brauchst deinen Darm bis zum letzten Tag deines Lebens also doch hoffentlich noch 60 und mehr Jahre.

Ich selbst habe Polyarthrose und habe diese mit einer ähnlichen Diät wie du relativ gut im Griff. Natürlich dachte ich auch, och die Brezel, oder mal ein Croissant schaden nicht, aber man wird leichtsinnig, dann ist es eben nicht n ur einmal im Quartal sondern einmal im Monat und wenn man die Schmerzen spürt ist es zu spät. Du musst dir das wie eine OP-Wunde vorstellen, die Schmerzen selbst sind nach wenigen Tagen wieder weg, aber der Heilungsprozess dauert Monate. Und in diesen Monaten sind auch alle andren Funktionen im Darm sehr eingeschränkt oder nicht mehr ausreichend aktiv.

Ich hatte gerade letzten Urlaub so eine Ausnahmesituation. Lauter leckere Sachen und es ist ja Urlaub....nur ein kleiner Keks zum Kaffee, dann wirds ein Croissant, ein Caramellpudding....nach 14 Tagen hat sich meine Rhizarthrose (Daumen) heftigst zurück gemeldet und ich hatte noch 1000 Kilometer vor mir auf dem Motorrad, davon allein 2 Stunden Stau durch Lyon. Diese Schmerzen wünsche ich keinem.
Ich habe nun über 6 Monate gebraucht um mich halbwegs davon zu erholen.

Es gibt inzwischen soviele glutenfreie Alternativen die sogar schmecken. Natürlich sind diese teuer, aber als kleine Luxus-Ausnahme gehts. Gluten- und Milchfrei zu kochen ist gar nicht so schwer, ich bin mir sehr sicher wenn du bei Bekannten eingeladen bist werden die auch was passendes für Dich richten. Bei Verabr3dungen im Lokal wird halt ein Lokal gewählt das auch was passendes für dich auf der Karte hat, bzw. der Koch sicher in der Lage ist es passend zu machen.

Ja, Urlaub...siehe oben....dieses Jahr wird mir das sicher nicht mehr passieren, auch da gibt es Alternativen in den meisten Hotels sowieso und als Selbstverpfleger beim camping gibts eigentlich alles im Supermarkt. Ich habs ja gesehn und war trotzdem doof.


LG
Corina


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RE: Autoimmunkrankheit und Ernährung

#4 von Dogmeat , 05.05.2015 22:08

Mit selten meinte ich wirklich selten. Und auch nicht unbedingt regelmäßg Burger oder so ne Scheiße. Auf Gluten kann ich easy verzichten. Die im Startpost gemeinte Pizza, war eher als Symbol für einen gelasseneren Lebenstil zu verstehen. Bin immerhin erst 20 Jahre alt.
Dachte viel mehr an ein Eis o.ä. was man mal mit seiner Freundin im Sommer genießen kann. Bei Käse und anderen Milchprodukten hatte ich auch früher nie so das Gefühl, dass es mir nicht gut bekommt. Habe es überwiegend bei dem Vollkorn Dreck gemerkt, aber die Warnungen meines Körpers gekonnt ignoriert. (Muss immer an meine ehemalig betreuende Ärztin denken, die mir immer gut zuredete, als ich ihr sagte, dass ich viel Vollkorn esse...Wie kann man als Internistin so wenig Plan haben?)

Ich denke eben, dass es vielleicht erheblich schlechter für den Körper ist, wenn man sich selbst so "drangsaliert", als einfach mal zu chillen und sich besagtes Eis zu gönnen.
Ich weiß übrigens um die A1, A2 Milch Problematik bescheid, zwecks Verträglichkeit.


 
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