Mediziner kritisieren "Mythos Bewegung"

#1 von Axel , 23.04.2015 12:41

Bei Telepolis:

"Der Londoner Kardiologe Aseem Malhotra glaubt, dass die Nahrungsmittelindustrie ein Interesse an irreführenden Informationen hat, die von ihrer eigenen Verantwortung für Übergewicht ablenken"

Mediziner kritisieren "Mythos Bewegung"


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RE: Mediziner kritisieren "Mythos Bewegung"

#2 von EHST , 23.04.2015 17:16

Das können die Mediziner ja gern kritisieren. Ihr Vorschlag ist allerdings mal wieder typisch. Einfach wieder ein neues Verbot. Dann wird das schon. Wenn der Konsument weniger Zucker zu sich nehmen möchte, dann wird er Lebensmittel kaufen, welche dieses Bedürfnis befriedigen. Die findigen Lebensmittelproduzenten werden es nicht versäumen, ihm eine umfangreiche Palette von Produkten zu bieten, welche den Konsumenten glücklich machen. Das ist das einfache Prinzip der Marktwirtschaft. Die Mediziner können gern die Leute informieren. Ansonsten ist jeder Mensch für sich selbst verantwortlich und kann sich jederzeit unabhängig informieren und seine Handlungen entsprechend anpassen oder weiter Fehler begehen, welche ihm schaden.


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RE: Mediziner kritisieren "Mythos Bewegung"

#3 von Axel , 27.04.2015 12:16

Zitat von EHST im Beitrag #2
Ansonsten ist jeder Mensch für sich selbst verantwortlich und kann sich jederzeit unabhängig informieren und seine Handlungen entsprechend anpassen oder weiter Fehler begehen, welche ihm schaden.


Das alte Dilemma. Ich selbst will seit Jahren Deutschland den Rücken kehren, unter anderem, weil mich die vorherrschende Vollkaskomentalität mit ihren immer deutlicher die persönliche Freiheit einschränkenden Paranoia-Regeln ankotzt. Eine Mehrheit scheint aber genau das haben zu wollen.

Wofür die Ärzte nach meinem Verständnis eintreten, ist genau diese Möglichkeit zur Information. Sich *unabhängig* zu informieren ist nämlich nicht gerade einfach. Und je mehr "Public Private Partnership" und vergleichbare Neocon-Monster wir bekommen, desto schwieriger wird es uns gemacht, die Abhängigkeiten überhaupt zu sehen.


Wenn man eine Grenze ziehen will, finde ich allerdings den Ansatz von Robert Lustig spannend: Er strengt zur Zeit mit Kollegen eine Klage gegen die Food-Monopolisten in den USA an, und zwar nach dem Vorbild eienr erfolgreichen Klage gegen die führenden Tabakkonzerne. Diesen wurde (ich glaube in den 90ern) nachgewiesen, dass sie sehr wohl wissen, dass Rauchen abhängig macht. Diese Kenntnis hatten sie jahrzehntelang bestritten. Niemand würde sich aber darüber wundern, wenn sie genau das einsetzen, um ihre Umsätze zu steigern.

Tatsächlich gibt es eine Parallele zur Ernährung, weil das "richtige" Verhältnis aus Zucker, Salz und Fett ebenfalls eine starke Abhängigkeit erzeugt. Wer kennt nicht dieses "Nicht-Aufhören-Können", nachdem man den ersten Schokoriegel gefuttert hat, oder die Chips-Tüte schon mal offen ist.


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RE: Mediziner kritisieren "Mythos Bewegung"

#4 von sVensationell , 27.04.2015 19:35

Die Bevölkerungsschicht welche Deutschland den Rücken kehrt, sind oh Wunder die Akademiker und reingeholt wird das totale Gegenteil, ein interessanter Bevölkerungsaustausch Deutschland ist durch und das Volk wird belogen bis zum geht nicht mehr, vom Fachkräftemangel, über die blümsche sichere Rente, der Souveränität unserer Bananenjunta bis zu dem was vor 70 Jahren hier passiert ist. Es interessant was für Literatur klammheimlich aus den Regalen verschwinden, schon sehr desillusionierend was zwischen den vermeindlichen teutonischen Grenzen vonstatten geht und ich kann gut nachvollziehen dass einem sprichwörtlich der Kragen platzt, aber wo soll es denn hingehen? Europa und VSA sind keine wirklichen Alterativen.

Was wirklich zählt ist der Gewinn für einige Wenige, der Sozialstaat ist bloß eine Phrase, es wird exponentiell mehr Geld für Bankenrettungen, Lobbyismus und Boni ausgegeben als für Soziales, Bildung, Forschung und Infrastruktur.

Meine Oma wurde mit ganz vielen bunten Pillchen stillgelegt und solange es ihre Organe hergaben zugepumpt, sie zählte als Person selbstredend nicht, bloß die Absätze unter altruistischen Pharmakonzerne waren von Belang.

Wenn es eines gibt was von unserem elitären Konglomerat nicht gewollt ist, dann eine Volksgesundheit.



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RE: Mediziner kritisieren "Mythos Bewegung"

#5 von Don90 , 28.04.2015 07:51

Zitat von sVensationell im Beitrag #4
Die Bevölkerungsschicht welche Deutschland den Rücken kehrt, sind oh Wunder die Akademiker und reingeholt wird das totale Gegenteil, ein interessanter Bevölkerungsaustausch Deutschland ist durch und das Volk wird belogen bis zum geht nicht mehr, vom Fachkräftemangel, über die blümsche sichere Rente, der Souveränität unserer Bananenjunta bis zu dem was vor 70 Jahren hier passiert ist. Es interessant was für Literatur klammheimlich aus den Regalen verschwinden, schon sehr desillusionierend was zwischen den vermeindlichen teutonischen Grenzen vonstatten geht und ich kann gut nachvollziehen dass einem sprichwörtlich der Kragen platzt, aber wo soll es denn hingehen? Europa und VSA sind keine wirklichen Alterativen.

Was wirklich zählt ist der Gewinn für einige Wenige, der Sozialstaat ist bloß eine Phrase, es wird exponentiell mehr Geld für Bankenrettungen, Lobbyismus und Boni ausgegeben als für Soziales, Bildung, Forschung und Infrastruktur.

Meine Oma wurde mit ganz vielen bunten Pillchen stillgelegt und solange es ihre Organe hergaben zugepumpt, sie zählte als Person selbstredend nicht, bloß die Absätze unter altruistischen Pharmakonzerne waren von Belang.

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Dem ist nichts mehr hinzuzufügen ;)


 
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RE: Mediziner kritisieren "Mythos Bewegung"

#6 von Goa , 28.04.2015 08:22

@sVensationell

You made my day!

LG



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RE: Mediziner kritisieren "Mythos Bewegung"

#7 von EHST , 28.04.2015 14:30

Jeder sollte auch gegenüber den Ärzten als mündige Person auftreten. Bezogen auf "mit bunten Pillchen zupumpen". Die Zeiten könnten durchaus bald vorbei sein. Dank Internet und Leuten wie Chris und all die anderen. Die ältere Generation nutzt die Informationen noch nicht in solch Maß - das ist schade. Das Verhältnis zwischen Arzt und Patient ist einfach ziemlich schlecht. Daran ist unser Gesundheitssystem (oder genauer die Krankenkassen) nicht unschuldig. Ein Kunde-Dienstleister-Verhältnis scheint fast gar nicht mehr gedacht zu werden. Auf beiden Seiten. Und so werden eben Leistungen und Medikamente verteilt, welche bezahlt und für Fall X vorgesehen sind, ob sie gerade sinnvoll sind oder nicht. Planwirtschaft. Und das beim teuersten, was wir haben.


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RE: Mediziner kritisieren "Mythos Bewegung"

#8 von Pong , 28.04.2015 14:42

@ SVensationell

Inwiefern werden wir denn belogen was das Geschehen vor 70 Jahren betrifft und welche Literatur verschwindet klammheimlich aus den Regalen?


LG
Corina


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RE: Mediziner kritisieren "Mythos Bewegung"

#9 von sVensationell , 30.04.2015 01:25

@Pong

Diese Thematik ist sehr weitläufig und tangiert natürlich den omnipotenten Verschwörungstheorienstatus. Man muss bloß recherchieren wer vor 70 Jahren was finanziert hat und aus welchem Grund, bestätigt von ausländischen intellektuellen Kapazitäten. Es wird soviel gelogen, da ist es vllt. einfacher und übersichtlicher zu erörtern was wir WIRKLICH wissen (dürfen). Aber das Ganze ist wohl auch zu off topic.

Wie chris es so oft betont hat, kann ich auch nur betonen seine Augen aufzumachen und zu differenzieren.


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RE: Mediziner kritisieren "Mythos Bewegung"

#10 von CaptainHungerhaken , 30.04.2015 14:07

Was geht denn hier ab?


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RE: Mediziner kritisieren "Mythos Bewegung"

#11 von Axel , 04.05.2015 16:01

Moin.

Zitat von sVensationell im Beitrag #4
..., aber wo soll es denn hingehen? Europa und VSA sind keine wirklichen Alterativen.



Asien. Genauer Südostasien. Ich stimme Dir komplett zu, in anderen europäischen Ländern sehe ich keinen signifikanten Unterschied zu Deutschland, nach USA würde ich im Leben nicht auswandern. Ich ziehe nicht mal wirklich Australien in Betracht, weil ich es für zu USA-ähnlich halte.

Ich bin mir sehr darüber im Klaren, dass auch in Südostasien nicht alles gut ist. Tatsächlich war ich öfter und länger dort unterwegs und habe durchaus versucht, die Schattenseiten zu finden. Und ich habe welche gefunden. Aber trotzdem bleibt meine Verliebtheit in das positive Wesen der Menschen dort, in ihre Sorglosigkeit und Herzlichkeit, die man bei uns auch noch manchmal findet - aber sie ist nicht mehr das Normale, wie ich es in SOA noch empfinde. Dazu kommt das grandiose Essen und ein tendenziell minimalistisches, weniger kompliziertes Leben.

Mein Eindruck, meine Befürchtung, ist, dass SOA einen ähnlichen Weg nehmen wird wie Europa. Der Virus Geld hat auch dort die Leute schon im Griff und unterwirft Menschen und Gesellschaft langsam, aber unaufhaltsam unter seine Regel, die da lautet: nur Gewinn zählt, nur Eigentum ist wichtig.

Indem ich dorthin auswandere, habe ich die Hoffnung, das Rad um ein paar Jahrzehnte zurückzudrehen. Auch wenn mir klar ist, dass der auf jeden Fall bald kommende Crash die Leute dort um Potenzen härter treffen wird als uns hier im beschützten Deutschland.

Zitat von CaptainHungerhaken im Beitrag #10
Was geht denn hier ab?


Ein saftiger Off Topic-Gedankenaustausch. Ich hoffe, das stört niemanden. :-)


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RE: Mediziner kritisieren "Mythos Bewegung"

#12 von EHST , 04.05.2015 18:16

Wenn Gewinn und Eigentum für Dich ein Übel ist, dann probiere doch das ein odere sozialistische Land aus.


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RE: Mediziner kritisieren "Mythos Bewegung"

#13 von Axel , 05.05.2015 13:27

Stimmt, Gewinnstreben und Materialismus habe ich bei meinen Besuchen in Ungarn und der DDR ('84, '86, '88) überhaupt nicht feststellen können. Gab's da nirgendwo...


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RE: Mediziner kritisieren "Mythos Bewegung"

#14 von vera8555 , 05.05.2015 15:36

Axel, da irrst du dich gewaltig. Ich bin eine ehemalige "Ossi". Wer irgendwie an D-Mark rankam, konnte sich im Intershop Sachen kaufen, von denen die anderen träumten.
Wir haben zur Leipziger Messe unsere Schlafzimmer für D-Mark vermietet .
In den letzten DDR-Jahren war der Wechselkurs 1:10 (DM:Ostmark).
Das Gewinnstreben lief auf ganz anderen Ebenen und war für Besucher aus dem Westen kaum zu erkennen.


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RE: Mediziner kritisieren "Mythos Bewegung"

#15 von Axel , 06.05.2015 09:21

Och, ich dachte jetzt, das wird auch ohne leuchtende Ironie-Tags drumherum verstanden...

Ich war zwar damals noch jung und naiv, aber die sozialen Unterschiede waren sogar im Kleinen (Handwerker vs. Angestellte z.B.) schon sehr deutlich auszumachen.


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