Fructose/Glukose

#1 von Thomas , 17.04.2015 08:24

Hi @ all,

ich möchte mich etwas in die Thematik "Verstoffwechselung" von Zucker einarbeiten
Simu hatte mal dazu was ansatzweise geschrieben

Zitat
Das mit dem Zucker können viele nicht nachvollziehen, dabei spielt das nun wirklich absolut keine Rolle! Stärke wird in Glukose abgebaut. Traubenzucker oder Glukosesirup bestehen aus Glukose. Ich bin mit dir einig, das nomaler Zucker nicht gut wäre in grossen Mengen, da er eben zur Hälfte aus Fruktose besteht.

Aber Glukose (Traubenzucker, Gummibären bestehen auch zum grossen Teil aus Glukose und enthalten nur sehr wenig normalen Zucker) oder Stärke, im Körper kommt beides nur als Glukose an. Jetzt kommen wir zum Nachteil, den Glukose haben könnte: Sie wird sehr schnell aufgenommen und fällt danach schnell wieder ab. Hohe Blutzuckerspiegel und danach ein starker Abfall können die Folge sein. Das spielt aber zum Glück nur eine Rolle, wenn man wenige KH auf einmal isst.
Bei grösseren Mengen auf einmal spielt dass dann keine Rolle mehr. Wieso? Der Darm kann nicht unbegrenzt schnell Glukose aufnehmen, viel mehr als 1g/Minute kann er nicht aufnehmen. Wenn ich jetzt eine grosse Menge Reis auf einmal esse, dann kann der Körper ohne Probleme 1g/min davon verdauen. Das bedeutet, es kommt mit maximaler Geschwindigkeit Glukose in mein Blut.
Bei grossen Mengen KH auf einmal, wirst du also sowieso eine Zeitlang maximalen Einstrom vom Glukose in deinem Körper haben. Für den Körper macht das absolut keinen Unterschied ob das jetzt direkt auf Traubenzucker oder aus verdauter Stärke kommt!



Möchte das noch etwas mehr verstehen
Hat jemand ein guten Link dazu (wenn möglich in Deutsch)

Aber auch Erklärungen (oder eine Diskussion) sind gerne willkommen

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RE: Fructose/Glukose

#2 von Mike , 17.04.2015 09:31


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RE: Fructose/Glukose

#3 von MaXopA , 17.04.2015 11:15

Ich zitiere Chris:

Zitat
Es stimmt zwar, dass Fruktose in der Leber zu Glukose umgewandelt wird. Allerdings muss man sich fragen, wie die Glukose von der Leber dann zu dem Verbraucher (Muskel) gelangt. Denn physiologisch betrachtet, muss eine adäquate Menge Insulin gegeben sein. Und weiterhin ist der Blutzucker-Wert vor und nach Mahlzeiten sehr niedrig. Daraus ergibt sich, dass der Input (Fruktose in die Leber) den Output (Fruktose umgewandelt in Glukose und zum Muskel) deutlich übersteigt, zumal das nötige Insulin fehlt.



Diesen einzelnen Punkt könnte man dann doch beheben, indem man im Anschluss an die stark fruktosehaltige Mahlzeit Whey konsumiert. Oder bringt das nicht wirklich viel? Des weiteren stimuliert ja Whey (am besten gepaart mit zusätzlichem Glycine) für eine gute GLP-1 Aktivierung.


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RE: Fructose/Glukose

#4 von Chris (edubily) , 17.04.2015 11:25

Nee, das Problem ist, dass Fruktose ja nur in der Leber landet, nicht im Muskel, egal ob Insulin vorhanden ist oder nicht.

Ein Zuviel an Fruktose ist schlicht eine schlechte Energiepartitionierung, da Fruktose - selbst nach der potenziellen Umwandlung in Glukose - nicht in den Muskel gelangt.


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RE: Fructose/Glukose

#5 von Thomas , 17.04.2015 11:47

Zitat von Chris (edubily) im Beitrag #4
Nee, das Problem ist, dass Fruktose ja nur in der Leber landet, nicht im Muskel, egal ob Insulin vorhanden ist oder nicht.

Ein Zuviel an Fruktose ist schlicht eine schlechte Energiepartitionierung, da Fruktose - selbst nach der potenziellen Umwandlung in Glukose - nicht in den Muskel gelangt.


Macht Fruktose denn denn grundsätzlich für irgendwas sinn?
Demnach sollte man diese doch (sofern möglich) zu 100% vermeiden....oder?

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RE: Fructose/Glukose

#6 von MaXopA , 17.04.2015 11:58

Danke für die schnelle Antwort Chris.

Zitat von Thomas im Beitrag #5
Macht Fruktose denn denn grundsätzlich für irgendwas sinn?
Demnach sollte man diese doch (sofern möglich) zu 100% vermeiden....oder?

Wenn ich mich recht entsinne, kann Fructose zusammen mit Glucose sogar dafür sorgen, dass vermehrt Kohlenhydrate oxidiert werden und daher der Stoffwechsel sozusagen etwas gepushed wird. Meine, dass Tim (Taimes) etwas darüber geschrieben hatte.


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RE: Fructose/Glukose

#7 von H_D , 17.04.2015 12:39

Dient das Leberglykogen nicht vornehmlich zur Stabilisierung des Blutzuckerspiegels?

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RE: Fructose/Glukose

#8 von Siggi , 17.04.2015 12:55

Leberglykogen füllst du auch mit Glucose auf. Diese wandert überall im Körper rum, während Fructose ausschließlich in der Leber landet. Bedeutet also nicht, dass Glucose nicht auch in der Leber landen kann und tut.

Es dient dazu den Blutzuckerspiegel stabil zu halten, genau!


 
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RE: Fructose/Glukose

#9 von Simu , 17.04.2015 13:02

Etwas Fructose kann die KH-Oxidation steigern, somit macht ein bisschen Fructose schon Sinn, aber eben keine grossen Mengen. Ich persönlich finde das 20-40g pro Tag sicher nicht verkehrt sind. Dann kommt es noch auf den Zeitpunkt an. Konsumire ich nach einer grossen Mahlzeit mit 100-200g Carbs einen Fruchtsaft, dann ist das der falsche Zeitpunkt. Wenn ich hingegen nach 16h Fasten zum Salat und Fleisch etwas Orangensaft konsumiere, dann ist das problemlos. Die Leberspeicher sind zu dem Zeitpunkt ziemlich reduziert und die Leber kann die Fruktose gut verstoffwechseln.


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RE: Fructose/Glukose

#10 von goodoo , 17.04.2015 15:05

Der Körper hält mit Hilfe von Leberglykogen den Blutzucker konstant. Da Fruktose ausschließlich in die Leber und nicht in den Muskel gelangt, wird durch Fruktose das Leberglykogen aufgefüllt und man kann so den Blutzucker, gleichzeitig wird dem Körper durch das Leberglykogen singalisiert, dass "genug' Energie da ist. Wenn ich Stärke/Glukose esse, wandert ein großer Teil davon in den Muskel. Fruktose macht also soweit ich weiß vorallem Sinn, wenn ich im Defizit bin und/oder wenig KH esse, da ich so die positiven Effekte des Leberglykogens hab, ohne viele KH zu konsumieren.

Wenn ich jetzt nach einer längeren undereating Phase + evt. Training 150 - 200g Stärke + 15-20g Fruktose konsumiere, ist problematisch? Im Prinzip sollte die Leber genug Platz für die Fruktose haben, ich bin mir aber nicht sicher, wie sich die Stärke dabei auswirkt. Mir stellen sich eigentlich zwei Fragen:
1) Wie unterscheidet sich die Geschwindigkeit bei der Verdauung von Fruktose und Glukose oder was befüllt erst die Leber, es wäre ja ziemlich schlecht, wenn das Leberglykogen dank der Stärke schon gut gefüllt wäre und dann noch die Fruktose "in die Leber will"?
2) In welchem Verhältnis werden Leberglykogen und Muskelglykogen aufgefüllt, wenn beide Speicher relativ leer sind, klar dass das gleichzeitig abläuft, aber wie sieht die Verteilung aus?
Ich meine mal gelesen zu haben, dass bevorzugt das Muskelglykogen aufgefüllt wird, da man so mehr Energie für Kampf/Flucht hat und dann erst das Leberglykogen, da die Organe auch mit Ketonkörpern klar kommen.

 
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RE: Fructose/Glukose

#11 von naklar! , 17.04.2015 19:54

@ goodoo
Ich galaube gelesen zu haben, daß die Leber Vorfahrt hat - weiß aber auch nicht mehr wo :-)
Zur Resorptionsgeschwindigkeit:

Kann man so pauschal nicht beantworten, ißt du zB. Kartoffeln mit Honig ( ißt du natürlich nicht, aber das macht klarer, was ich meine), bin ich mir sicher, daß die Fruktose zuerst ankommt.

Ißt du aber Gummibärchen mit Apfel, wäre ich mir da nicht so sicher.

Sicher ist aber:
Vorausgesetzt, die leber HAT Vorfahrt, sollte an einem Hyperkalorischen Carbtag, die Fruktose nicht zuletzt konsumiert werden, weil- wie Siggi bereits bemerkt hat - auch Stärke/Glukose von der Leber aufgenommen wird und diese, dann schon voll wäre. Folglich würde die Fruktose, insofern sie nicht vom Muskel aufgenommen werden kann, dann auf die Hüfte wandern...
Hält man sich allerdings an Simus 20-40g, dürfte sich der Schaden in Grenzen halten....

Ach ja: Resorption oder Absorption?

 
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RE: Fructose/Glukose

#12 von MaXopA , 18.04.2015 16:47

Zitat von naklar! im Beitrag #11
Sicher ist aber:
Vorausgesetzt, die leber HAT Vorfahrt, sollte an einem Hyperkalorischen Carbtag, die Fruktose nicht zuletzt konsumiert werden, weil- wie Siggi bereits bemerkt hat - auch Stärke/Glukose von der Leber aufgenommen wird und diese, dann schon voll wäre. Folglich würde die Fruktose, insofern sie nicht vom Muskel aufgenommen werden kann, dann auf die Hüfte wandern...

Ich bin da anderer Meinung und finde die Theorie ein wenig lückenhaft. Hier ein Gedankengang, den ich von einem sehr belesenen User von TA aufgenommen habe, ausgehend von entleerten Speichern nach komplett gefastetes Training:

1) Isst man seine ersten insulinogenen kohlenhydrahaltigen Mahlzeiten fruktosearm, findet ein relativ gleichmäßiges Befüllen der Muskelspeicher und der Leber statt.
2) Legt man stark fruktosehaltige Mahlzeiten ans Ende, sorgt das für einen Fettsäuren-katalyisierten Insulinspike und man füllt im Optimalfall mit der Fruktose die Leber jetzt komplett auf und es bleibt etwas übrig und geht in die Fettzellen.

Knallt man sich dagegen große Mengen Fruktose am Anfang rein, könnte folgendes passieren:

1) Komplettes Befüllen der Leber durch die Fruktose sowie nur teilweises (wenn überhaupt) Befüllen der Muskelzellen.
2) Nun werden die Muskeln komplett befüllt, aber wir nehmen nochmal Glucose auf = Fettzellen nehmen direkt die Glucose auf.

Vielleicht kann jemand, der sich mit dieser Thematik besser auskennt, auch seine Einschätzung preisgeben.


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RE: Fructose/Glukose

#13 von naklar! , 18.04.2015 16:58

Kannst du kurz erklären, was ein Fettsäuren- katalysierter Insulinspike ist?

Ansonsten ging ich ja von Simus 20 - 40 g aus, die es eben am Anfang geben sollte. Dachte bisher immer, die gehen dann erstmal direkt in die Leber ( ich schrieb ja " Vorausgesetzt die Leber HAT Vorfahrt " ) ab dann gibts eben nur noch Glukose/Dextrose.

Verkürzt: Wenn Fruktose, dann am Anfang.

 
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RE: Fructose/Glukose

#14 von Bernd , 18.04.2015 17:08

Zitat von MaXopA im Beitrag #12

Knallt man sich dagegen große Mengen Fruktose am Anfang rein, könnte folgendes passieren:

1) Komplettes Befüllen der Leber durch die Fruktose sowie nur teilweises (wenn überhaupt) Befüllen der Muskelzellen.
2) Nun werden die Muskeln komplett befüllt, aber wir nehmen nochmal Glucose auf = Fettzellen nehmen direkt die Glucose auf.

Vielleicht kann jemand, der sich mit dieser Thematik besser auskennt, auch seine Einschätzung preisgeben.


Hallo,

ich finde das Thema auch sehr interessant, auch wenn mir manches doch sehr theoretisch erscheint, denn welcher Kraftsportler haut sich nach einem Training soviel Fructose rein, daß die Leber komplett gefüllt ist? Andererseits soll ja die Proteinsynthese durch einen möglichst hohen Insulinpeak unmittelbar nach dem Training im Rahmen des Postworkoutshake angeregt werden, wofür Fructose wohl sehr gut geeignet ist. Deshalb wohl auch die bislang jahrelangen Empfehlungen in den gängigen BB-Foren, den Postworkoutshake z. B. mit einer Banane oder etwas Beerenobst zu begleiten oder das Postworkout-Kreatin mit Traubensaft zu nehmen, damit die Kreatin-Zufuhr optimiert wird usw. Also Fructose am Anfang als Insulinbooster sozusagen.

Aber wie gesagt, da geht es immer um kleine Mengen Fructose, die dennoch ausreichen den Insulinspiegel schnell zu erhöhen, das man Unmengen an Fructose essen kann oder soll, das die Leber komplett gefüllt wäre, habe ich jedenfalls noch nirgends gelesen. Da müßte man wohl auch eine ganze Menge an Obst essen, denke ich.

Insg. auf jeden Fall ein spannendes und interessantes Thema, bei dem es schön wäre, etwas Klarheit in das Ganze zu bringen, das man dann auch selbst beim Sport und im Alltag einiges optimieren könnte, falls man da irgendwelchen Trugschlüssen aufgesessen ist.

Gruß Bernd


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RE: Fructose/Glukose

#15 von Chris (edubily) , 18.04.2015 17:20

Zitat
nach dem Training im Rahmen des Postworkoutshake angeregt werden, wofür Fructose wohl sehr gut geeignet ist.



Dies ist eben leider nicht der Fall.

Fruktose hemmt (!) sogar die Insulinausschüttung, was sich auch nachteilig auf das Glukose-Handling auswirkt. Bodybuilder kippen sich deshalb auch Maltodextrin in den Shake, quasi Rein-Glukose.

Und für die PS nach dem Training braucht man nicht extra KH zuführen. Protein + Training reicht vollkommen aus. Einziger Vorteil: Glykogenspeicher werden rasch gefüllt, mehr Wasser im Muskel => weniger Katabolismus.


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