De Novo Lipogenese

#1 von bruno , 01.04.2015 08:58

Welche Fettsäuren entstehen eigentlich durch die De Novo Lipogenese?


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RE: De Novo Lipogenese

#2 von Markus , 01.04.2015 09:09

In den Fettzellen? Palmitinsäure. Für die Leber weiß ich es leider nicht mehr genau :(


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RE: De Novo Lipogenese

#3 von bruno , 02.04.2015 14:49

Danke auf jeden Fall!


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RE: De Novo Lipogenese

#4 von Taimes , 20.05.2015 00:08

Interessantes Thema.
Also alles in allem kann man nicht pauschal behaupten, DNL sei schlecht.

Wie schon gesagt kommt es sehr auf das Gewebe an, das man betrachtet. Und den Kontext.
In den Milchdrüsen von Stillenden wird übrigens während einer High-Carb Ernährung die DNL vermehrt aktiv.
Auf Grund der sehr spezifischen enzymatischen Ausstattung resultiert das vornehmlich in mittelkettigen Fettsäuren und nicht in Palmitinsäure.

Weiters sei angemerkt, dass DNL in verschiedenen Geweben vorkommt, von denen man es überhaupt nicht erwarten würde. Unter anderem im Gehirn.
Hier bewirkt dieser Prozess die Bildung von komplexen Lipiden. In einem bestimmten Gehirnareal (ventromedialer Hypothalamus) gibt es eine gut etablierte Kaskade. Hier ist die DNL beteiligt um den Sympathikotonus zu erhöhen und für ein "Browning" des Fettgewebes zu sorgen. Damit wird per Thermogenese der Energieverbrauch angehoben - zumindest in Mäusen.
http://www.cell.com/trends/molecular-med...4914(13)00072-5
http://www.nature.com/cr/journal/v20/n12/pdf/cr2010153a.pdf


Auch im Fettgewebe ist die DNL eher als vorteilhaft anzusehen. Auch hier entstehen zum Teil komplexe, verzweigkettige Fettsäuren mit insulin-sensitivierender Signalwirkung.
Alles in allem wird von manchen die de novo Lipogenese als vorteilhaft angesehen, auch für Adipöse.
Eine pharmakologische Hemmung der DNL oder Low-Carb Ernährung (=Abundanz von Lipiden und Fettsäuren) scheinen mindestens genauso problematisch bzgl NAFLD wenn nicht sogar schlimmer.
http://www.sciencedirect.com/science/art...212877815000599

Durch dieses Paper will ich mich nochmals durcharbeiten, in der Hinsicht sehr interessant.



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RE: De Novo Lipogenese

#5 von Chris (edubily) , 20.05.2015 00:14

Kann ich so unterschreiben.

Und hier kommt auch der Punkt ins Spiel nach der Frage der Fettzufuhr: Praktisch gesehen muss man dem Körper 0 g Fett zuführen - okay, stimmt nicht ganz: essentielle Fettsäuren.

Ansonsten kann nahezu jede Zelle DNL betreiben und sich entsprechend mit Fettsäuren versorgen.


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RE: De Novo Lipogenese

#6 von Marcel , 24.05.2015 09:00

Hallo,

Eine Frage zu "praktisch":

Sind nicht gerade fette auch an der Produktion von Hormonen beteiligt, so dass eine Mindestmenge zugeführt werden sollte? Oder genügen wirklich nur die geringen Mengen essentielle? Macht da schlank vs fett einen Unterschied ?


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RE: De Novo Lipogenese

#7 von Chris (edubily) , 24.05.2015 14:38

Hallo,

doch. Allerdings denken wir da ein bisschen vermessen. Erstens ist es praktisch gesehen sowieso nahezu unmöglich sich low fat zu ernähren. Zum anderen zeigt sich eine Korrelation von Fettzufuhr mit Hormonen bis circa 30-35 % der zugeführten Fettkalorien. Und im Endeffekt muss man sich fragen, ob es das Fett an sich war, das diese Effekte herbeigeführt hat oder "Begleitstoffe" (z. B. in Salami :-), wie Zink etc. Mir sind Arbeiten bekannt, wo gezeigt wurde, dass ein lipotoxischer Effekt von Palmitinsäure, die T-Produktion im Hoden anregt. Wie gesagt: Lipotoxisch. Na ja. Im Endeffekt sehe ich das so: Wenn wir lower fat anpeilen, landen wir sowieso nicht bei 0 % Fett und im wahren Leben leben Sportler auch nicht täglich von so wenig Fett. Weswegen wir hier also sehr schön spielen können und im Sinne einer besseren Glukose-Toleranz ruhig auch niedriger gehen können mit Fett, solange man es nicht chronisch übertreibt sollte nix mit den Hormonen passieren.


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RE: De Novo Lipogenese

#8 von bruno , 02.06.2015 08:54

Ich frage mich warum gerade Palmitinsäure das wichtigste Produkt der Fettsäuresynthese ist welche sich dann als freigegebene freie Fettsäure eher negativ auf die LDL-Rezeptoren auswirkt. Das würde heißen, dass man die durch übermäßige Nahrungszufuhr ausgelöste De Novo Lipogenese (Kohlenhydrate) weitgehendst vermeiden sollte....



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RE: De Novo Lipogenese

#9 von Chris (edubily) , 02.06.2015 09:04

Da sind ein paar Denkfehler: Zum einen wird nicht nur Palmitinsäure gebildet sondern u. a. auch einfach ungesättigte Fettsäuren, die die Effekte puffern (siehe Handbuch). Zum anderen ist die DNL bei Normalmenschen, die Glukose-tolerant sind, nicht vorhanden. Zumindest nicht nennenswert.


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RE: De Novo Lipogenese

#10 von bruno , 03.06.2015 10:32

Zitat von Chris (edubily) im Beitrag #9
Da sind ein paar Denkfehler: Zum einen wird nicht nur Palmitinsäure gebildet sondern u. a. auch einfach ungesättigte Fettsäuren, die die Effekte puffern (siehe Handbuch). Zum anderen ist die DNL bei Normalmenschen, die Glukose-tolerant sind, nicht vorhanden. Zumindest nicht nennenswert.


Lass mich verstehen...wenn jemand sich im Kalorienüberschuss befindet und HC/LF (moderat Protein) betreibt und durch den Kalorienüberschuss an Fett zunimmt, dann ist dieses Fett doch durch DNL entstanden, richtig?

Zu Palmitinsäure...aha...also die Menge an MUFA's genügt bereits um die Effekte zu puffern....


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RE: De Novo Lipogenese

#11 von Chris (edubily) , 03.06.2015 20:47

Zitat
Lass mich verstehen...wenn jemand sich im Kalorienüberschuss befindet und HC/LF (moderat Protein) betreibt und durch den Kalorienüberschuss an Fett zunimmt, dann ist dieses Fett doch durch DNL entstanden, richtig?



Das ist richtig. Wobei man Kalorienüberschuss im Hinblick auf den Kontext natürlich nicht genau definieren kann. Die andere Frage ist, ob sich das nennenswert derart addiert und anreichert (sprich einen chronischen Aspekt hat), dass daraus eine Fettleber entsteht.

Und selbst wenn man "low fat" isst, schafft man es nicht auf 0 g. Ich denke eher, dass sich das bei den meisten dann um die 50 g ansiedelt.

Zitat
Zu Palmitinsäure...aha...also die Menge an MUFA's genügt bereits um die Effekte zu puffern....



So war das nicht gemeint. Es war eher so gemeint: Es entsteht nicht nur Palmitinsäure (wie häufig angenommen) und MUFA verfügen potenziell über die Fähigkeit, negative Aspekte der Palmitinsäure zu puffern.


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RE: De Novo Lipogenese

#12 von goodoo , 04.06.2015 21:42

Zitat von bruno im Beitrag #10

Lass mich verstehen...wenn jemand sich im Kalorienüberschuss befindet und HC/LF (moderat Protein) betreibt und durch den Kalorienüberschuss an Fett zunimmt, dann ist dieses Fett doch durch DNL entstanden, richtig?

Zu Palmitinsäure...aha...also die Menge an MUFA's genügt bereits um die Effekte zu puffern....



Solange du normale Blutzuckerwerte hast und keine Unmengen an Fruktose isst, wird die Leber keine DNL betreiben und selbst dann könnte man eine Fettleber mit Hilfe von Methyldonatoren verhindern (Kreatin, Cholin, Taurin etc.).
In anderen Gewebetypen kann die DNL sogar positiv sein, wie Taimes geschrieben hat. Und wenn ein Teil des Überschusses in den Fettzellen eingelagert wird, ist das auch kein Problem, solange du Phasen hast, in denen Insulin tief ist und du von deinen Fettreserven lebst.
Wenn es dir um Palmitinsäure und Insulinsensivität ging denke ich, dass die bei der DNL gebildete Palmitinsäure deutlich weniger Auswirkungen auf die Insulinsensivität haben dürfte, als anstatt der Kohlenhydrate viel Fett zu essen.


 
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RE: De Novo Lipogenese

#13 von goodoo , 04.06.2015 22:17

Und im Fettgewebe selbst liegt die Ratio ungesättigt vs. gesättigt unabhängig von der Nahrung bei 2:1.


 
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