RE: SD-Unterfunktion, Behandlung mit Euthyrox

#16 von phL , 20.04.2015 06:22

Jetzt komme ich auch mal dazu, die Werte hier einzutragen...

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RE: SD-Unterfunktion, Behandlung mit Euthyrox

#17 von phL , 17.01.2016 19:33

Ich hole den Thread nochmal aus der Versenkung, da ich zwischendurch die Schilddrüsenmedikamente ganz abgesetzt und relativ regelmäßig Lugol sowie Selen zugeführt habe.
Ich brauche aber interpretationshilfe zu der ganzen Geschichte.
Leider handelt es sich um unterschiedliche Labore, ich habe jedoch versucht durch das Errechnen der %-Werte die Ergebnisse zumindest vergleichbar zu machen.

Auffällig finde ich anhand der aktuellsten Ergebnisse, dass ohne Medikamente der fT3-Wert beträchtlich hoch ist, der fT4 aber grenzwertig niedrig daherkommt. Obwohl der fT3 der stoffwechselaktive Part ist, hatte ich Symptome der Schilddrüsenunterfunktion, sprich Kälteintoleranz, miese Laune.
Ich führe jetzt seit gestern wieder Euthyrox in 62,5µg zu, fühle mich auch seitdem erheblich besser, wenngleich der Körper sich erst wieder an die Zufuhr gewöhnen muss.
Nun interpretiere ich die Werte so, dass die SD aufgrund der externen Zufuhr von Hormonen die Produktion zurückgefahren hat.
Ich überlege nun, ob ich mit einer sehr niedrigen Dosis besser fahre, sprich 25µg oder ähnlich, um die SD nicht gänzlich "auszuknipsen", oder ob ich jetzt mit 100 oder 125µg T4 weitermache, da der rT3-Wert mit 64% ja auch noch Luft nach oben bietet.
Kann mal jemand auf die Werte gucken und mir helfen, die Werte zu deuten? Das System ist einfach zu komplex..
Ansonsten denke ich auch über ein Kombipräparat nach. Derzeit habe ich aber aufgrund der gemessenen Werte nicht das Gefühl, dass ich unter einer Umwandlungsstörung leide.

Zu meiner Person noch:
männlich, 182cm, ca. 91Kg, KFA geschätzt 12%

Ich wäre über jegliche Hilfe wirklich sehr dankbar! :)

Nachfolgend nun die Werte:

ALT ohne Medikamention (Sommer 2014):
TSH: 4,39 (0,4-4,0) // 110,8%
fT3: 3,83 (3,5-6,5) // 11%
fT4: 11,81 (11,5-22,7) // 2,8%

ALT mit 75µg Euthyrox:
TSH: 3,04 (0,27-4,2) // 70,5%
fT3: 2,63 (2,04-4,4) // 22,4%
fT4: 13,5 (9,3-17,1) // 53,8%

ALT mit 62,5µg Euthyrox:
TSH 0,95 (0,4-4,00) // 15,28%
fT3: 2,71 (2,3-4,2) // 21,58%
fT4: 1,11 (0,8-1,8) // 31%
rT3: 53,3 (<83,0) // 64,22%

NEU (12.1.16) OHNE Euthyrox, über 2 Monate nach Absetzen gewartet:
TSH: 3,26 (0,27-4,2) // 76,1%
fT3: 3,59 (2,04-4,4) // 65,7% -> trotzdem UF-Symptome
fT4: 11,4 (9,3-17,1) // 26,9%
TRAK 12 (<115)
MAK 8 (<34)


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RE: SD-Unterfunktion, Behandlung mit Euthyrox

#18 von Luna , 18.01.2016 04:37

Guten Morgen

Deine Erfahrung, dass nicht nur fT3 fürs Befinden ausschlaggebend ist, deckt sich mit meiner Erfahrung. Obwohl nur das fT3 als stoffwechselaktiv gilt, scheint es doch auch Rezeptoren direkt für fT4 zu geben. Gefunden habe ich dazu noch nirgendwo etwas.

Viele SD-Patienten machen die Erfahrung, dass sie sich eher wohlfühlen, wenn fT3 und fT4 prozentual nah beieinander liegen. So gesehen waren deine Werte unter 62,5µg eher besser, wenn auch sie innerhalb der Normspannen recht niedrig lagen. Der TSH um 1 war gut.

Es wird immer gemutmaßt, dass eine SD, die von außen Unterstützung erhält, "faul" wird oder sogar in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt wird. Meiner Meinung nach ist das ziemlich Quatsch. Das System regelt sich letztlich über das TSH. Dabei ist bei externer Gabe allein am Morgen die unphysiologische Gabe zu berücksichtigen ist, was das TSH sozusagen irritiert. Das lässt sich durch eine gesplittete Einnahme bis zu einem gewissen Grad auffangen.
Gibst Du von außen zu, fährt die SD die eigene Produktion logischerweise zurück, da mehr an Hormonen da ist. Sie kann aber jederzeit die Produktion wieder hochfahren, sofern der Bedarf steigt. Von daher sehe ich bei Dir kein Problem, da deine SD ja doch noch ziemlich leistungsfähig ist, aber es eben doch nicht zu 100% schafft, die notwendigen Blutspiegel bereitzustellen . Ein gestiegener TSH-Wert lässt sich als Signal des Körpers interpretieren, dass eben nicht genügend Hormone im Blutkreislauf sind.
Wo in der Norm der persönliche Setpoint ist, ist individuell unterschiedlich. Den meisten geht es besser, wenn die Werte, v.a. unter Substitution, in der oberen Normhälfte sind. Ich selbst falle da auch aus dem Rahmen. Die Hälfte oder mehr ist mir zuviel. Ich liege i.a. bei 30% oder darunter.

Die Überlegung evtl auf ein Kombipräparat umzusteigen, ist sicherlich nicht abwegig, obwohl die Umwandlung ja nicht das Problem ist. Daher würde sich auch ein Versuch mit etwas höherer Dosierung an L-Thyroxin anbieten. Erst wenn sich dann das Verhältnis fT4:fT3 verschlechtert, würde sich die Hinzunahme von T3 lohnen. Denn es dauert dann auch wieder viele Monate, bis die richtige Mischung gefunden ist. Auch ein Wechsel von Euthyrox auf Henning, dass meist als etwas wirksamer empfunden wird, wäre eine Überlegug wert. Da wäre dann allerdings Splitten besser, da Henning meist stärker anflutet als Euthyrox.
Du musst es einfach ausprobieren und selber herausfinden, bei welcher Dosierung Du Dich am wohlsten fühlst. Das ist viel wichtiger als irgendwelche Normwerte anzustreben. Bei mir ist z.B. die Kraft ein guter Maßstab für die richtige Dosis. Habe ich zu wenig, merke ich es am ehesten durch nachlassende Kraft. Frieren, Müdigkeit und schlechtere Stimmung kommen erst später.
Viel Erfolg!
Luna



 
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RE: SD-Unterfunktion, Behandlung mit Euthyrox

#19 von Chris (edubily) , 18.01.2016 12:51

Zitat
Deine Erfahrung, dass nicht nur fT3 fürs Befinden ausschlaggebend ist, deckt sich mit meiner Erfahrung. Obwohl nur das fT3 als stoffwechselaktiv gilt, scheint es doch auch Rezeptoren direkt für fT4 zu geben. Gefunden habe ich dazu noch nirgendwo etwas.



Vielleicht liegt es daran, dass Thyroxin, zumindest in Zellkulturen, die mitochondriale Atmung und alles Drumherum stimuliert.


Wir zeigen Möglichkeiten, nicht die Lösung.


 
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