SD-Protokoll, meine Blutwerte

#1 von Karsten , 12.03.2015 20:21

An die SD-Experten hier: Ich brauche Eure Unterstützung.

Nachdem beim Strunz-Check Ende Nov alle meine SD-Werte am unteren Anschlag waren, habe ich ca. Mitte Dez mit dem SD-Protokoll begonnen.

Etwa 6 Wochen, täglich 12%ige Lugolsche Lösung in variabler Dosierung (5-15 Tropfen) sowie 400-800g Selen. Mein Selenspiegel war vorher schon mit 191 ug/l recht hoch. Außer das meine eigentlich immer kalten Hände im Laufe der Zeit fast vollständig verschwunden sind, habe ich sonst keinerlei Veränderungen feststellen können.

Aus diesem Grund habe ich dann beschlossen, meine SD untersuchen zu lassen. Vielleicht ist ja doch etwas nicht in Ordnung, und ich schade mir mit dem SD-Protokoll anstatt zu nützen.

Ende Januar war die Untersuchung, der Bericht liegt mir jetzt vor.
Diagnose: Latent hypothyreote Stoffwechsellage:
- SD leicht vergrößert: Gesamtvolumen 30 ml (nomal < 25 ml)
- echoarmes, homogenes Parenchymuster, kein Knoten abgrenzbar, Halslymphknoten unauffällig,
- TPO AK negativ: 13,4 IU/ml (0 - 34)
Also SD prinzipiell in Ordnung, keine Autoimmunerkrankung.

Entwicklung der SD-Werte von Nov (vor SD-Protokoll) und Jan (nach 6w):

TSH 1,00 (0,27 - 4,2) -> 3,44 (0,3 - 2,5)
fT3 2,25 (2 - 4,4) -> 3,01 (2 - 4,4)
fT4 1,03 (0,9 - 2) -> 1,06 (0,9 - 1,7)

Demnach hat sich der fT3 Wert prächtig entwickelt (+30%) - hätte ich davon nicht mehr merken müssen?
Ist es der hohe TSH Wert (8 Messungen seit 2007 waren im Bereich 1..1,5) auf das SD-Protokoll zurückzuführen und damit erklärbar?
Ebenso der praktisch gleichgebliebene fT4 - mit SD-Protokoll erklärbar?

Der Endokrinologe schlägt eine niedrig dosierte fT4 Therapie mit L-Thyroxin vor.

Ich selber kann es im Moment nicht exakt einschätzen, aber für mich sieht es so aus als ob das SD-Protokoll angeschlagen hat, und ich (nach gut 6w Pause) eigentlich weitermachen könnte. Oder habe ich etwas übersehen oder falsch bewertet?

Ach ja, meine kalten Hände sind wieder zurück...

Hoffe auf Euren Rat!

Danke
Karsten



 
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zuletzt bearbeitet 12.03.2015 | Top

RE: SD-Protokoll, meine Blutwerte

#2 von Je , 14.03.2015 10:10

Experte bin ich nicht, aber für mich sieht das so aus, als ob dein Körper gerne noch mehr T3 produzieren möchte, aber es nicht so recht kann.
An der T4 -> T3 Umwandlung hapert es nicht, von extra T4 (Thyroxin) würdest du also anfangs sicher deutlich profitieren.
Aber das löst nicht die Ursache, dass zu wenig T4 vom Körper selbst produziert wird.

Jod sollte passen bei den Mengen, ist höchstens die Frage, ob das auch wirklich angekommen ist.
Die vergrößerte SD gibt dabei natürlich zu denken.
Ich würde wsl. LL absetzen und stattdessen lieber Meeresalgen zum Erhalten der Jod Vorräte bevorzugen, wenn überhaupt.
Und die vergrößerte SD nochmal von einer 2. Meinung abklären lassen.

Hast du Tyrosin (und Phenylalanin + Gesamteiweiß) und Eisen auf dem Schirm? Wenn die fehlen, bringt das ganze Jod nicht viel.


 
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RE: SD-Protokoll, meine Blutwerte

#3 von Karsten , 14.03.2015 15:22

Vielen Dank für Deine Einschätzung, Je.

Ja, das Verhältnis fT3:fT4 ist aus der Balance geraten.
Ich habe das (wie von Luna praktiziert) mal in Prozente umgerechnet.
Mein Ausgangswert vor SD-Protokoll waren je ~11% (vom Normbereich).
Genauso habe ich mich gefühlt - alles läuft auf Sparflamme.
Nach SD-Protokoll liegt fT4 bei 16% und fT3 bei 41%.
Schlecht habe ich mich damit übrigens nicht gefühlt. Keine kalten Hände mehr, aber eben auch kein Energieschub.

Ich kann die Entwicklung der SD-Werte nicht in einen sinnvollen, logischen Bezug mit dem SD-Protokoll bringen.
Vielleicht kann mir jemand auf die Sprünge helfen.

Was ich nach wie vor auch nicht einschätzen kann, ist der deutlich unterschiedliche TSH Normbereich bei den Messungen.
Mein aktueller, als pathologisch erhöht gekennzeichnete TSH-Wert wäre in den Grenzen der letzten Messung "normal" gewesen.

Was die Quellen für T4 Produktion angeht, gab's bei mir zumindest bis Ende letzten Jahres etliche Baustellen: Gesamteiweiß niedrig (6,36 g/dl), Phenylalanin niedrig (52 mcmol/l, 51-61), Eisen mäßig (66 mcg/dl, 37-145), Ferritin mäßig (146 ng/ml, 130-400). Dazu Zink und Magnesium niedrig. An allen Baustellen habe ich kräftig gearbeitet, Kontrolle steht noch aus.

Ich denke diese Werte werde ich jetzt erstmal messen. Vielleicht kann ich meinen Hausarzt (an den hat mich der Endo wieder zurückgegeben) auch dazu überreden, die SD-Werte nochmal zu messen (d.h. nach 6w Pause mit SD-Protokoll). Es würde mich nicht wundern wenn ich wieder "zurück auf Los" bin. Mr. 11% mir den kalten Händen.

Für weitere Gedankenanstöße wäre ich überaus dankbar!!!


 
Karsten
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RE: SD-Protokoll, meine Blutwerte

#4 von Luna , 15.03.2015 21:06

Hallo Karsten,
einige Erklärungen glaube ich dir geben zu können:

1. TSH Normwerte: Modernere Labors verwenden als Obergrenze eher den Wert von 2,5, weil sich herausgestellt hat, dass wirklich Gesunde Werte <2,5 haben. Bei der eher konservativen Obergrenze von 4,x sind viele dabei, die deutliche Symptome haben. Dennoch behaupten einige "Spezialisten", dass es nicht von der SD kommen kann. Außerdem gäbe es dann noch mehr Leute, die Probleme mit der SD haben. Sprich: Es kann nicht sein, was nicht sein darf, bei unseren tollen Jodierung (ohne Selenzugabe :-(

2. Der Begriff "echoarm" in deinem Befund lässt bei mir die Alarmglocken klingeln. DAs heist, so wie ich es kenne, dass SD-Gewebe zumindest verändert oder sogar inaktiv geworden ist . Daher wäre ich mir mit dem Ausschluss einer Autoimmunerkrankung nicht so sicher. Dazu ist deine SD ja leicht vergrößert, was sich durchaus auch mit Hashimoto erklären ließe. Es gibt da ja 2 Formen: die häufigere, bei der die SD schrumpft und die andere, bei der aktives SD-Gewebe durch inaktives ersetzt wird und die SD wächst. Dass keine Antikörper vorhanden sind, ist kein Ausschluss. Es gibt auch noch andere Antikörper und bei 25% werden nie welche gefunden.

Mich bestärkt die Entwicklung deiner Werte in dem Verdacht, dass da doch etwas nicht stimmt. Dass dein fT3 jetzt höher liegt, heißt noch nicht, dass die SD wirklich besser funktioniert. Bei einer knappen 'Versorung des Körpers mit SD-Hormonen, wandelt der Körper vermehrt T4 in T3 um, um die Versorgung sicher zu stellen (kompensatorische Umwandlung). Dadurch bleibt das Befinden meist noch im Rahmen. Jedoch sind 40% alles andere als üppig. Aber auch der T4-Spiegel hat Auswirkungen aufs Befinden. Erst wenn beide Formen in etwa gleich hoch in der Norm sind, fühlen sich die meisten eher wohl. Ich selbst vertrage z.B. kein höheres fT4 (<50%). Da werde ich hibbelig und nervös, egal wie hoch der fT3 Wert ist. Warum oder wieso, kann ich dir nicht erklären.
DAzu kommt, dass dein TSH ja doch recht deutlich gestieben ist, trotz Jod. Das würde halt auch zu dem passen, dass Jod einen Entzündungsprozess anheizt.
Daher wäre ich an deiner Stelle mit Jod vorsichtig. Immerhin hat sich der TSH danach verschlechtert. Und der Unterschied ist zu groß, als dass es allein mit 2 unterschiedlichen Laboren zu erklären wäre. Da hatte ich auch schon mal Differenzen von 1,4, aber bei dir ist es eben mehr.

Deine Nebenbaustellen passen übrigens zu 100% zu zu niedriger Versorgung mit SD-Hormonen. Eisen, Zink, Selen, Magnesium und häufig Vit B12 sind das häufige Probleme bei SD-ERkrakungen. .
Zu Phenylalanin kann ich dir nur sagen, dass es bei mir auch ständig zu niedrig ist, bei insgesamt auch recht niedriger Versorgung mit SD-Hormonen. Mehr weiß ich dazu leider auch nicht.
LG


 
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RE: SD-Protokoll, meine Blutwerte

#5 von Karsten , 16.03.2015 09:20

Hallo Luna,

auf Dein Feedback hatte ich gehofft - ganz lieben Dank daß Du Dir die Zeit genommen hast mir so ausführlich zu antworten!

Das mit dem TSH Normwert habe ich verstanden, leuchtet mir ein.

Ich habe mit dem Endokrinologen schon während der Ultraschall-Untersuchung über die Gründe der SD-Vergrößerung diskutiert. Er meinte
- entweder es handele sich um eine Entzündung (Hashimoto),
- oder der Grund sei eine mangelhafte Versorgung mit Jod.

Im letzteren Fall würde sich die Vergrößerung mit einer Jodhaltigen Ernährung wieder zurückbilden.
Davon war ich mit dem vorliegenden Bericht eigentlich ausgegangen.

Deine Ausführungen zur Hashimoto-Diagnose stimmen mich ehrlich gesagt nicht gerade positiv.
Was kann ich denn tun um zweifelsfrei festzustellen, ob Hashimoto oder nicht?

Wenn ich es richtig verstehe bestimmt die Antwort auf diese Frage ja wesentlich den weiteren Verlauf meiner "Therapie".

Bei der ich wohl weitestgehend auf mich allein gestellt sein werde. Der Endokrinologe wollte sich eigentlich gar nicht mit mir abgeben. Mit Blick auf meine Strunz-Ergebnisse meint er was ich denn überhaupt wolle, bei mir wäre doch alles im grünen Bereich. Der niedrige TSH-Wert sagt eindeutig daß mein Körper nicht mehr SD-Hormone als die jeweils ~10% bräuchte.

LG
Karsten


 
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RE: SD-Protokoll, meine Blutwerte

#6 von Luna , 16.03.2015 11:34

Hallo Karsten,
mir ist schon klar, dass ich durch die Möglichkeit, dass es vielleicht doch Hashi sein könnte, eine "graue Wolke" an deinen Himmel gehängt habe.

Aber zum Trost: Es heißt immer wieder, dass man Hashi in der Anfangsphase durch hohe Joddosen (+ genügend Selen) abfangen kann, wennauch das nicht bei jedem klappt.

Ich würde es jetzt mit Jod einfach mal versuchen und dann auf das Befinden achten. Bei Beginn eines autoimmunen Prozesss merkst du das ähnlich wie eine Grippe. Und dann die SD eben engmaschiger kontrollieren, vielleicht alle 3 Monate. Dann siehst du schon in etwa wohin die Entwicklung geht und kannst notfalls gegensteuern.
Viel Erfolg.


 
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RE: SD-Protokoll, meine Blutwerte

#7 von Karsten , 15.04.2015 15:45

UPDATE:

Nach meinem letzten Check ist die "graue Wolke" ein bißchen dünner geworden ;-)

Ich habe nochmals alle drei AK (MAK, TAK und TRAK) messen lassen - alle drei unkritisch.
Bin mir bewußt daß das keine 100%ige Garantie ist daß nicht doch eine SD Erkrankung vorliegt, aber es ist weniger wahrscheinlich.

Mein Körpergefühl hat mich nicht getäuscht: mit Stoppen der Jodzufuhr haben sich die SD-Werte wieder normalisiert.
Im Verlauf (vor SD-Prot -> unmittelbar nach SD-Prot -> 8w nach SD-Prot ):

TSH 1,00 -> 3,44 -> 1,26 (0,30 - 2,50)
fT3 2,25 -> 3,01 -> 2,63 (2,10 - 4,30) ~ 24% des Ref.-Bereichs
fT4 1,03 -> 1,06 -> 1,18 (0,80 - 1,70) ~ 42% des Ref.-Bereichs

fT3 und fT4 sind jetzt zwar geringfügig besser als vor Beginn des SD-Protokolls. Ob das noch ein Nachschwinger des SD-Protokolls ist, und wie sich das entwickeln wird müssen weitere Messungen zeigen.

Im nächsten Schritt möchte ich schauen, ob ich mit L-Tyrosin bzw. Phenylanalin einen Effekt erzielen kann. Jod werde ich in nächster Zeit - wenn überhaupt - nur noch ganz gering supplementieren. Eine Messung im Urin 10w nach der letzten LL-Einnahme zeigt immer noch eine deutliche Überversorgung.

Was mir nicht klar ist, ist inwieweit die Einnahme von OLE sich auf SD-Hormone auswirkt. Ich habe mit dem Ende des SD-Protokolls Mitte/Ende Januar begonnen OLE zu nehmen. Anfangs 2x500mg (15%) am Abend, seit ca. 4 Wochen 4x500mg (15%) morgens. Eine belebende Wirkung ist deutlich zu spüren. Macht sich das auch meßbar an fT3 und fT4 bemerkbar?


 
Karsten
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