Hormonprobleme

#1 von Siggi , 11.03.2015 16:21

Hallo Freunde,

ich möchte meine Werte auch mit euch teilen.

Wie Ihr sehen könnt, habe ich miserable Schilddrüssenwerte und vermutlich ein noch krasseres Problem mit dem Testosteron. Leider hat das Labor mich falsch verstanden und statt freies Testo mein Gesamttestosteron gemessen. Allerdings habe ich seit zweieinhalb Jahren keine Libido mehr und das mit 21 Jahren...

Kurz mein Profil:
Alter: 21 Jahre
Größe: 1,70 Meter
Gewicht: 75-76 Kg
KfA: ca. 18 %

Ich trainiere HFT nach Zippel 5 bis 7 mal pro Woche. Betreibe allerdings Powerlifting als Leistungssport, also kein Fitness oder Bodybuilding.

Ich nehme sogut wie alle Supplements, die Chris jemals empfohlen hat in nicht zimperlichen Dosierungen. Meine Nahrungsmittelwahl ist makellos und ich mache IF im 16/8 oder 20/4 seit gut 4 Jahren. Wirklich schlank war ich noch nie, Diäten habe ich schon zahllose probiert, mal mit Erfolg und mal weniger erfolgreich (Auch mal 300 Tage im Defizit verbracht). Körperfett reduzieren ist offensichtlich gar nicht mehr möglich bei mir aktuell, wie ich nun nach 7 Wochen Strengthfirst-Diät festgetsellt habe. Ich habe in dieser Zeit ca. 1,2 Kg Körpergewicht verloren und konnte die Kraftwerte kaum halten. Also trotz Defizit von zig zehntausend Kalorien durch Fasten und genau nach Chris Eikelmeier berechneten Refeeds und mindestens 5 mal die Woche Training, konnte ich mein Gewicht halten. Der Mensch ist wahrlich ein Wunderwerk der Natur!

Um Hilfe bitte ich euch, weil ich meine Schilddrüsenwerte, mein Cortisol und somit auch mein Testosteron in den Griff kriegen will.

Meine Schilddrüse wurde noch nie untersucht. Haltet Ihr das bei den Werten für angebracht?


Achja, ihr fragt ja immer "wie fühlst du dich damit?". Meine Antwort darauf lautet: genauso wie unser Chris es beschreibt, mir fehlt das alles auch. (Ich sehe aus wie ein Bubi im Gesicht mit meinem nicht vorhandenen Bartwuchs)

Zitat aus dem Buch:
Ich habe Ihnen erzählt, dass ich zwei Jahrzehnte gelitten habe, wegen eines „Fehlers” im System. Nach zwei Jahrzehnten ist mir aufgefallen, dass ich keine Schilddrüsenhormone in meinem Bluthabe. Okay, das war übertrieben. Auf einer Skala von 1,5-4,4 hatte ich eine 2. Heute habe ich eine 4,4. Das heißt, dass ich dieses eine, sehr wichtige Schilddrüsenhormon - T3 - um 200 % gesteigert habe. Ich konnte nicht fassen, was in mir alles passierte. Plötzlich sind die Haare aus meinen Körperöffnungen gewachsen, meine Fingernägel wurden stahlhart, ich hatte eine Libido wie ein wilder Tiger, meine Haut wurde aalglatt, ich hatte unfassbaren inneren Antrieb, ich hatte innerhalb weniger Wochen knapp 20 kg mehr Magermasse vorzuweisen und plötzlich wusste ich, warum alle immer schlank waren, außer mir. Plötzlich musste (!) ich essen. Früher … „da habe ich das Essen nur angeschaut …”. Diesen Spruch kennen Sie sicher aus Ihrem eigenen Leben.

Ich danke euch.

Liebe Grüße
Siggi

Dateianlage:
Blutbild06.03.15.pdf Mein Referenzbereich.doc Wie man seinen Stoffwechsel normalerweise anwirft.doc

 
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RE: Hormonprobleme

#2 von H_D , 11.03.2015 21:50

Hört sich ganz nach "kaputtdiätet" an.

Auch wenn du Powerlifting machst: dein KFA ist ja schon "hoch", wenn mans mal aus Sportlersicht sieht.

Würde dazu das Training umstellen und richtige Pause machen. hft ist sehr schwer umzusetzen und man läuft schnell Gefahr zuviel zu machen - was dann auch die schlechten Werte erklären würde. Dazu dann noch lange Fastenphasen, was deinen Cortisolspiegel anhebt und noch mehr Stress verursacht inklusive der dauerhaften Mangelernährung


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RE: Hormonprobleme

#3 von naklar! , 11.03.2015 21:58

+ Strengthfirst Diät als Sahnehäubchen.
Wirklich, Fuß vom Gas - wie HD schon sagt. Weniger trainieren und lamge Zeit kein Defizit mehr. Auch wenn dir dein KFA nicht paßt, zur Not auch eine Gewichtszunahme hinnehmen. Ist sicher schwer auszuhalten, aber sonst kommst du da nie raus.

Zu eventuellen Schilddrüsenprogrammen o.ä. möchte ich nichts sagen, da gibt es viele hier die die Werte besser interpretieren können.

Wünsche dir viel Glück, du kriegst das hin.


 
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RE: Hormonprobleme

#4 von goodoo , 12.03.2015 15:09

"Richtige Highcarb-Tage mit Lowfat. So kannst du in 2 Wochen gar kein Fett aufbauen, du isst ja keines und die KH Menge ist zu klein als das sie umgewandelt würde. Dazu noch darauf achten, wenig Fruktose dabei zu haben. Mein Vorschlag mal für 1-2 Wochen 500-600g Carbs / 250g Protein / <30g Fett

Achtung: Bei mir funktioniert das nicht, ich nehme dann ruckzug massenhaft Körperfett zu, welches ich in den letzten Jahren mühevoll abgeworfen habe.

Chris sagt immer, dass die de novo Lipogenese bei gesunden Menschen quasi nicht messbar ist. Allerdings definiert er nie, woran man erkennt, ob man zu diesen gesunden Menschen gehört. Offensichtlich gehöre ich nämlich nicht dazu!"

Gesund = kein metabolisches Syndrom
http://edubily.de/2014/12/heilung-eines-...schen-syndroms/



 
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RE: Hormonprobleme

#5 von Siggi , 12.03.2015 15:35

Achso, das ist damit gemeint. Dankeschön!

Ich habe kein metabolisches Syndrom und trotzdem läufts bei mir nicht.


 
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RE: Hormonprobleme

#6 von Chris (edubily) , 12.03.2015 16:55

Also metabolisches Syndrom ist natürlich nur das eine Ende des Spektrums - es ist ja kein "An- und Ausschalter". Man kann beispielsweise eine Frühform der Insulin-Resistenz haben, noch völlig ohne klassische Parameter wie erhöhter HbA1c.

Wer Probleme beim Konsum von Kohlenhydraten hat, der wird das sicher merken und ein gutes direktes Indiz ist der Triglycerid-Wert im Blut.

Viele kennen "Nebel im Kopf", starke Müdigkeit, keine "warmen Hände" nach dem Konsum von großen Mengen KH, stattdessen eher eine Stressreaktion etc.


Flee from goods that flee from thee; Seek ye not, for fortune seeketh thee.


 
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RE: Hormonprobleme

#7 von goodoo , 12.03.2015 21:10

Kauf dir doch mal ein Blutzuckermessgerät und mess mal nach, dann hast du einen guten Indikator dafür, wie insulinsensitiv du bist. Die Dinger sind nicht teuer und gerade bei IF und bewusst gesteuertem Kohlenhydratkonsum lohnt sich das messen.

http://suppversity.blogspot.de/2012/09/t...rt-iii-how.html
Empfehlenswerte Artikelreihe zum Thema kaputter Stoffwechsel durch Diät und Sport, ist zwar auf Englisch lohnt sich aber.


 
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RE: Hormonprobleme

#8 von Siggi , 13.03.2015 10:19

Alles klar, das werde ich besorgen und messen.

Mein Triglyceridwert ist ziemlich niedrig glaube ich, ist das also ein gutes Zeichen?

Gestern war ich ebi der Sonografie und der Arzt sagt, dass meine Schilddrüse schön gleichmäßig und normal aussieht, keine Zysten oder Ähnliches. Das Volumen beträgt genau 20 ml. Das klingt doch gut oder?

Blut wurde mir zur Antikörper-Messung auch direkt abgenommen.


 
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RE: Hormonprobleme

#9 von Luna , 13.03.2015 13:52

Hallo
20ml ist ganz schön groß! Soweit ich weiß, gilt in D bei Männern 18ml als Obergrenze. Dabei ist zu beachten, dass die Messung nicht sooo genau ist. Nichts destotrotz hast du da einen ganz schönen "Bollen" im Hals. Pass also auf und schau, dass du genügend "Baumaterial" für deine SD in deiner Nahrung drin hast. Das sind: Jod, Selen, Eisen, Tyrosin (in Eiweiß). Dann könnte sich das Volumen wieder etwas reduzieren. Falls du irgendwann mal nachmessen lassen solltest, dann möglichst bei demselben Arzt. Denn jeder misst etwas anders. Ist leider so.
LG


 
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RE: Hormonprobleme

#10 von Siggi , 13.03.2015 14:41

Bei Wikipedia steht:

"Die Schilddrüse hat bei der Frau ein normales Volumen von etwa 6 bis 18 ml, beim Mann von etwa 9 bis 25 ml."

Aber ich bin ja auch nur 1,70 Meter groß, von daher hast du bestimmt recht. Aber zu groß klingt doch besser als zu klein, finde ich. Danke für deinen Tipp Luna, ich supplementiere bereits länger Selen/LL/Wakame/Eisen/Zink/Retinylpalmitat/3xLeber pro Woche/2pd und vieles, vieles mehr.

Empfiehlst du mir OLE zu nehmen oder hast du noch irgendein Ass im Ärmel um die Schilddrüse zu motivieren?


 
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RE: Hormonprobleme

#11 von Luna , 13.03.2015 18:41

Hallo Siggi,
wenn bis 25ml noch ok ist, lass es gut sein. Kann schon sein, dass die Angaben unterschiedlich sind oder ich mich getäuscht habe und den WErt für Frauen erwischt habe.

Aber zu groß besser als zu klein? Nein, überhaupt nicht. Zum einen kann sich bei Jodmangel die SD vergrößern, was man üblicherweise als Kropf = Struma bezeichnet. Dieser reduziert sich bis zu einem gewissen Grad mit besserer Jodversorgung. Auf Grund der hohen Jodierung der Nahrungsmittel heute, ist der übliche Jodmangelkropf inzwischen aber so gut wie verschwunden, zumindest die heftigeren Ausprägungen. KANN sein, dass einige Autoren deshalb evtl die Maße angepasst haben.
Zum zweiten gibt es eine Vergrößerung der SD auf Grund einer autoimmunen Entzündung - die eigentliche Hashimoto Thyreoidits - bei der die SD wächst. Aber es bildet sich nur Bindegewebe und kein aktives SD-Gewebe. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich Knoten bilden. Die Form von Hashi, bei der die SD wegschrumpft ist die häufigere, heißt aber eigentlich Ord-Thyreoiditis.
Mit OLE kannst du es versuchen. Wirst ja selber merken, ob es dir gut tut oder nicht. Bei mir verändert es nichts an den Werten. Aber ich bin nicht unbedingt der Regelfall ;-)
Probier's einfach aus.
LG


 
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RE: Hormonprobleme

#12 von Siggi , 16.03.2015 09:37

Danke für eure Hilfe.

Heute habe ich meine Antikörper bekommen:

Mikros. Schilddrüsen-Ak/TPO = <0,5 (Ref. <34)
TSH-Rezeptor-Auto-Ak/TRAK = <0,9 (Ref. <1,5)

Mein Arzt sagt, dass er zu 80 % auf Jodmangel tippt und ich einfach auffüllen soll. Auf meine Frage hin, ob wir Jod vorher mal messen wollen, antwortete er, dass Jod vom Körper gut aufgenommen wird und eine Messung nicht nötig sei. Ich soll einfach in 6 Wochen wiederkommen.

Sein Tipp zum Jod: Wenn ich jodiertes Speisesalz verwende, dann nur noch 600 bis 800 mcg dazu nehmen.

Hintergrundinfo: Ich nehme Jod nur im mg Bereich und dazu Selenhefe wie Tic-Tac

OLE habe ich mir bestellt.


 
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Was messen lassen? (m42, Paläo, Kraftsport+Büro, 20 % BF, IF-Protokoll)
Meine Blutwerte mit L-Thyroxin 50 µg

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