Eisen - gut oder schlecht??

#1 von vera8555 , 13.06.2014 18:17

Chris schreibt in seinem letzten Beitrag:

Wenn du deine Mitochondrienzahl ver…dreifachst, dann brauchst du auch viel, viel mehr von… zum Beispiel Eisen. Ohne Eisen und deine Mitochondrien können kein ATP produzieren. Ohne Eisen und deine Mitochondrien können kein Fett verbrennen.

Im Buch Anti-Aging Seite 106 schreibt Dr. Schmitt-Homm:

Eisen fördert die Bildung der gefährlichen Hydroxyl-Radikale. Verschiedene Studien bestätigen inzwischen den engen Zusammenhang zwischen im Körper vorkommenden Metallen
- vor allem Eisen, Kupfer, Aluminium und Schwermetallen wie Blei - und einer Beschleunigung von Altrungsvorgängen. Im Gehirn wird die Problematik besonders deutlich.
Unter anderem kommt es dort zu unerwünschter Oxidation von ungesättigten Lipiden in Zellmembranen und anderen Strukturen.
Für die Alterskrankheiten Parkinson und Alzheimer ist oxidativer Stress als ein ursächlicher Auslöser für das Absterben der Hirnzellen eindeutig nachgewiesen.

Weil ich keine Regelblutung mehr habe, werde ich wohl auf eine Extradosis Eisen verzichten.

LG Vera


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RE: Eisen - gut oder schlecht??

#2 von Chris (edubily) , 13.06.2014 18:48

Ja alles hat seinen Kontext.

Ich empfehle eine normale Eisen-Dosis von 15-30mg/Tag (eher 30) - das ist konform mit unserem evolutiven Hintergrund. Die Problematik ist nicht die, dass wir "hochdosiert" supplementieren sollen, sondern die, dass kaum ein Deutscher auf gut verfügbare 15mg/Tag kommt.

Wenn dein Ferritin zwischen 150 und 300 liegt, oder dein Hämoglobin bei 17, dann kannst du auch mal ein paar Wochen auf Eisen verzichten.

Klar, wenn man das Gehirn mit Eisen vollpumpt, dann entstehen Radikale. Aber der Körper ist ein adaptativer Mechanismus:

Zitat
The amount of iron within the cell is carefully regulated in order to provide an adequate level of the micronutrient while preventing its accumulation to toxic levels.



Und das eigentliche Probleme sind die freien Radikale, die zusammen mit Eisen, dann noch mehr freie Radikale produzieren:

Zitat
Overall, further studies are required to assess more effective means to limit iron-dependent damage, by minimizing the formation and release of free radicals in tissues when the cellular iron steady state concentration is increased either as a consequence of disease or by therapeutic iron supplementation.



Ich wiederhole mich: Es geht nicht darum, den Organismus mit Eisen vollzuladen, sondern ein adäquates Niveau im Blut zu erreichen, was bei vielen Menschen nicht der Fall ist. Vera, aus dieser Perspektive diskutierst du die andere Seite des Extrems.


 
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RE: Eisen - gut oder schlecht??

#3 von Bernd , 14.06.2014 00:44

Hallo,

ich denke, viele Leute verbinden mit Supplementierung eine permanente Zuführung. Wie vom Arzt verordnet, nehmen Sie dies und das so lange, oder bis die Packung leer ist. Wird gemacht, egal ob nützlich oder nicht, Obrigkeitshörigkeit und der Gedanke, der muß es wissen und/oder ich hab´ es ja schließlich teuer bezahlt überwiegt da sicher oft.

Ich bin der Überzeugung, der Körper reguliert viele Dinge selbst oder muß eben manchmal dazu gezwungen werden. Ich kann doch z. B. Eisen hochdosiert nehmen, wenn ich einen Mangel habe oder als Vorsorge und kann dann mit der Zuführung pausieren, daß sich der Spiegel normalisieren kann. Dasselbe gilt für alle anderen NEM etc.

Ich nehme Aminosäuren und andere Eiweißprodukte, Vitamine und Mineralien etc. in der Woche sicher etwas hochdosiert, weil ich da auch viel Sport treibe, aber am Wochenende mache ich eine völlige "NEM-Pause". Das hat den Vorteil von einer Spiegelberuhigung bei einigen evtl. etwas überdosierten Stoffen, gewöhnt den Körper auch nicht an diese Pegel und erhöht auch bei Neuaufnahme der Zufuhr die Wirkungsmöglichkeiten derselben. Insofern auch nur das Spiegelbild der Evolution mit ihren Übervoll-und Mangelzeiten. Es war schließlich ein Auf und Ab an Zufuhr lebenswichtiger Nährstoffe und nicht die heutige Gedankenmacherei noch mehr DHEA oder ALA oder doch besser Q10, das zusammen mit mit xyz oder besser nicht und wenn ja, wieviel und in welchem Verhältnis.

Dann braucht man sich über die Themen, mein Gott, nehme ich nun davon oder hiervon zu viel, zu wenig oder müßte ich es oral, anal oder kontinental einnehmen?

Heute werden zumindest in unserer dekadenten Überflußgesellschaft die menschlichen Körper von Gesundheitsinteressierten mit angeblich oder tatsächlich gesundheitsfördernden Stoffen und Präparaten überflutet, wie die der anderen mit Kalorien und ungesunden Stoffen. Man sollte sich vielleicht manchmal fragen, ob nicht dennoch der zeitweise Mangel oder zumindest eine gezielte Restriktion, zumindest über gewisse Phasen, die natürlichere und wirksamere Variante der Gesundheitsförderung ist.

Gruß Bernd



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zuletzt bearbeitet 14.06.2014 | Top

RE: Eisen - gut oder schlecht??

#4 von Luna ( Gast ) , 14.06.2014 08:47

Hallo Bernd,
Meiner Meinung nach Macht beides Sinn. Wenn es nur um Optimierung eines Stoffes geht, dann macht es wohl Sinn über eine gewisse Zeit zu substituieren und dann irgendwann mal zu messen.
Weiss ich aber aus Erfahrung, dass über meine Ernährung, wegen irgendwelcher Aufnahmestörungen oder eines erhöhten Verbrauchs der Minimalspiegel nicht erreicht wird, so ist es meiner Meinung nach sinnvoller ständig soviel zuzugeben, dass zum einen physiologische Spiegel ständig erreicht werden und ich den Körper nicht immer wieder durch Megadosen belaste, die dann das Gleichgewicht der Stoffe stören. Mangel muss ja nicht sein und ein Zuviel stört meist ebenso andere Abläufe oder wird evtl ausgeschieden. Klar, man könnte vielleicht versuchen,das über Nahrungsmittel hinzubekommen, was aber in der Praxis häufig an auswärtigem Essen, finanziellen Möglichkeiten wie Z.b. Beim Biofleisch oder einfach Vorlieben oder Überzeugungen scheitert.

Dass der Körper mit temporärem Mangel zurecht kommt, beweist er täglich nicht nur in Ländern der 3. Welt sondern auch hier wohl bei der Mehrheit der Bevölkerung. Da kommt es eben drauf an,was ich will: überleben oder leben. Die Anforderungen an unsere Leistungsfähigkeit ist heute hoch. Will ich auch neben meinen beruflichen Verpflichtungen noch einiges unternehmen können, so geht das einfach besser, wenn ich fit bin.
Wechselnde Mengen zu ergänzen, wie du es machst, ist sicherlich eine Spielart, die der Natur nahe kommt, aber ob es viel ändert? Es mag ja ganz praktisch sei, mal auf die ganzen Zusätze zu verzichten, aber das kommt bei mir z.B. auch so immer wieder mal vor.
LG Luna


Luna

RE: Eisen - gut oder schlecht??

#5 von Gelöschtes Mitglied , 16.06.2014 10:52

Hallo,
nehme selbst immer flüssiges Kräuterblut (Floradix), das sind so ca. 25mg Eisen am Tag.
In den beigelegten 45ml Dosisbehälter mische ich mir auch meine Dosis 15ml Lachsöl.
So kann man das geschmacklich gut kombinieren und ist auch sehr verträglich :-)

Floradix

LG, Sven



RE: Eisen - gut oder schlecht??

#6 von Jens , 16.06.2014 11:15

Das Floradix hat ziemlich viel Zucker drin.
Ich nehme lieber Kapseln ohne Zucker.


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RE: Eisen - gut oder schlecht??

#7 von Mike ( Gast ) , 16.06.2014 13:09

Hallo,

wir haben mit "Eisen Bisglycinat Chelat" von Vitality Nutritionals (vertrieben z. B. über Vitamin Express) gute Erfahrungen gemacht (u. a. wenn es auch auf eine sehr gute Verträglichkeit ankommt...)

Gruß Mike


Mike

RE: Eisen - gut oder schlecht??

#8 von H_D , 29.07.2015 17:50

http://www.leichtergesundleben.at/mikron...ff-guide-eisen/

Zitat

Es gibt einige Faktoren, die die Eisen-Absorption erleichtern oder auch hemmen können.

Erleichternd wirken:

Ausreichend Magensalzsäure[2]
Vitamin C – fördert die Absorption von Nicht-Hämeisen[3]
Vitamin A – bindet Eisen während des Verdauungsprozesses und entzieht es dadurch den absorptionshemmenden Einflüssen von Phytinsäure (Phytate) und Polyphenolen
organische Säuren, wie Zitronensäure, Wein- und Milchsäure
Durch den gleichzeitigen Verzehr von Fleisch und pflanzlichen Lebensmitteln lässt sich die Resorptionsrate des Eisens pflanzlichen Ursprungs verdoppeln[4]

Hemmend wirken:

Phytinsäure[5] – Getreide, Hülsenfrüchte,
Polyphenole[6] – zum Beispiel in Tee und Kaffee
Protein (Molke-Protein, Soja-Protein, Casein, Ei-Albumin) – Während tierisches Gewebe (Muskel, Organe) die Eisenabsorption verbessert, wirkt reines Protein hemmend auf die Eisenabsorption[7].
Calcium[8]
Medikamente wie Protonenpumpenhemmer und Lipidsenker[9]


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