Wirklich nitrosativer Stress?

#1 von Peppermint , 19.01.2015 19:37

Ich bin 36, w und habe einen BMI von 30.
Von Geburt an leide ich an einer Insulinresistenz, war aber die meiste Zeit meines Lebens Normal- bzw. Untergewichtig.

Seit meinem Übergewicht leide ich auch an Asthma und extremer Erschöpfung (sehr belastbar war ich aber noch nie).
Ich lebe seit vielen Jahren ohne Gallenblase und Blinddarm und habe vermutlich eine Motilitätsstörung der Magens, möglicherweise auch des ganzen Verdauungstrakts.
Ein Vitamin D Mangel und zeitweise auffällige Schilddrüsenwerte sind bekannt.
Ich wurde von diversen Ärzten auf den Kopf gestellt – es gab viele Vermutungen, aber eine hilfreiche Diagnose bekam ich nie. Jetzt bin ich bei einem Orthomolekularmediziner, der mein Hauptproblem in nitrosativem Stress und einer starken Dünndarmentzündung (mit durchlässigem Darm) sieht.

Ich habe Chris Buch gelesen und bin auch im Blog unterwegs gewesen und bin nun sehr verwirrt. Chris schreibt ausdrücklich, dass gerade bei einer Insulinresistenz Citrullin ein tolles Mittel der Wahl sei. Über nitrosativen Stress wird leider so gut wie nichts geschrieben.
Meine Diagnose wurde aber v.a. auf Grund der hohen Citrullinwerte im Urin gestellt:
Kreatinin (Urin) 492 mg/l (290 – 2260)
Citrullin 5,28 µmol/g Krea (< 2,7)

Jetzt bin ich natürlich verwirrt, aber auch Neugierig – wäre in meinem Fall Citrullin sinnvoll oder doch kontraproduktiv? Gibt es eurer Meinung nach so etwas wie nitrosativen Stress oder ist das ein falscher Ansazu? (Wenn ja, was würdet ihr dagegen tun?)
Für mich ist es derzeit scheinbar unmöglich Gewicht zu verlieren und belastbar bin ich vor allem in Phasen in denen ich ketogen lebe. Ja, ich habe das Buch gelesen und ja, auch ich glaube nicht, dass es eine Ernährungsform ist, die man dauerhaft machen sollte. Mache es auch nur dann für einige, wenn es anders überhaupt nicht mehr geht. Ich habe Angst meinen Beruf zu verlieren und mein Privatleben leidet natürlich auch (ich habe ein extremes Schlafbedürfnis und habe große Probleme mir im Job Dinge zu merken und mache sehr viele "Leichtsinnsfehler").
Daher klammere ich mich an jeden Strohhalm und bin auch bereit zu experimentieren.
Ich freue mich auf eine Diskussion mir euch und stelle auch gerne weitere Blutwerte zur Verfügung.

Peppermint  
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RE: Wirklich nitrosativer Stress?

#2 von Chris (edubily) , 19.01.2015 20:01

Hallo,

ich würde jetzt in erster Linie schauen, woher der nitrosative Stress kommt.

Es gibt zwei Möglichkeiten:
- tatsächlich zu viel NO im Blut (durch beispielsweise Medikamenten-Einnahme etc.)
- zu wenig Arginin, "falsche" eNOS-Belieferung (u. a.) (siehe Poeggeler et al. unten)

Bei letzterem Fall wäre die Gabe von Arginin/Citrullin entscheidend.
(http://www.ralf-kollinger.de/wp/wp-conte...ausschalten.pdf)

Wurde mal eine Atemgas-Analyse o. ä. gemacht?

Nur weil da mal etwas mehr Citrullin im Urin war, würde ich - nach einmaliger Messung - nicht auf nitrosativen Stress schließen. Hast du den Urintest wiederholt?


Flee from goods that flee from thee; Seek ye not, for fortune seeketh thee.

 
Chris (edubily)
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zuletzt bearbeitet 19.01.2015 | Top

RE: Wirklich nitrosativer Stress?

#3 von Peppermint , 20.01.2015 19:05

Wow, danke für die rasche Antwort und den sehr interessanten Artikel.
Eine medikamentöse Ursache kann vermutlich ausgeschlossen werden, zum Zeitpunkt der Messeung nahm ich lediglich die Pille, auch alle NEMs hatte ich 6 Wochen zuvor abgesetzt.
Mögliche Ursachen, wenn man nach dem Artikel geht, könnten natürlich die Magen-Darmstörung sein und der Arzt vermutete auch ein Mitochondropathie. Eine Kontrolle gab es nicht, da der Fokus zunächst auf dem Darm lag, da der Alpha-1-Antitrypsinwert bei 81,41mg/dl (<27,5) lag und sowohl des DAO als auch das Histamin (Stuhlprobe) hoch waren. Als Ursache wurde eine IGG basierte Unverträglichkeit gesehen - allen voran Eier.
Der Therapieansatz sah B12 Injektionen, extrem hohe Dosen eines B-Komplexes und eine Weglassdiät vor.
Erst im Anschluss sollte es eine Kontrolle geben.
Leider zählen Eier zu meinen wichtigsten Lebensmittel und der B-Komplex machte mir noch mehr Magendruck, so dass ich nur 3 Monate durchhielt. Ich habe keinerlei Verbessung gespürt - meine Nesselsucht hat sich in der Zeit sogar verschlimmert und sich täglich gemeldet (ist aber nur eine sehr, sehr milde Form) und ich hatte zum ersten mal im Leben einen Hautpilz.
B12 (Methylcobalmin 1mg) spritze ich weiterhin, wenn auch unregelmäßig, da ich schon einen Energieschub spüre, leider aber auch ein stärkeres Hungergefühl.
Persönlich hatte ich mich in den letzten Monaten mehr mit der Leptinresistenz befasst, die natürlich bei meinem BMI vorliegt und dem Adiponektinwert, der bei mir nicht nachweisbar war. Derzeit versuche ich ein SIBO Protokoll, da ich die Magendarmproblematik ja weiterhin habe.
Du hast aber sicherlich Recht, ich werde wohl um einen weiteren Bluttest nicht herum kommen.

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