L-Carnitin, Eisen und das Mitochondrium

#1 von Chris (edubily) , 03.06.2014 13:41

Also eigentlich brauche ich das nicht zu erwähnen, aber ich tu’s trotzdem: L-Carnitin und Eisen hat der Cro-Magnon vor 40.000 Jahren in sehr großen Mengen aufgenommen.

Kann sich jeder ausrechnen. 1-2g Carnitin und ca. 30-40mg Eisen.

Aber: Hoch bioverfügbar. Also das Eisen war nicht aus dem Vollkornbrot oder aus den Mandeln, gell?

L-Carnitin - siehe Twitter - stimuliert nicht nur die Aktivität der Enzyme des Fettstoffwechsels. Nein, L-Carnitin stimuliert auch noch DAS Enzym des Kohlenhydrat-Stoffwechsels, nämlich Pyruvat Dehydrogenase.

Das ist deshalb schön, weil es für den Sportler (und natürlich für alle anderen Menschen) heißt: Mehr Glukose + mehr Fettsäureoxidation, bei gleichzeitiger Verminderung der Laktat-Produktion = mehr ATP, weniger Laktat = mehr Leistung.

Also noch einmal: Da steht auch, dass deine Mitochondrien dann mehr ATP, also Lebensenergie, produzieren können!

Selbstverständlich erhöht sich die ATP-Produktion nicht nur theoretisch, sondern auch gemessen. (Nishida, 1989)

Selbstverständlich verringern sich die Laktat-Werte und die Laufzeiten werden besser. (Karahan et al., 2009)

Und diese Arbeit war wirklich erstaunlich, denn: Man nimmt zwei Gruppen junge Athleten, alle VO2max so ca. 60, also gut trainiert und gibt ihnen 10 Tage lang (nur 10!) 2g Carnitin.

Die Laufleistungen auf 1500m verbesserten sich nur in der Carnitin-Gruppe und zwar um 5%, bei gleichzeitig niedrigeren Laktat-Werten.

5% klingt wenig, aber ist unfassbar viel bei trainierten 1500m-Läufern! Das schafft keiner innerhalb von 10 Tagen Training. 13 Sekunden besser auf 1500m.

Man kann das auch anders sehen. Ratten macht man einen Herzinfarkt und gibt ihnen dann, wenn die Herzen wieder durchblutet werden (Reperfusion), einfach Carnitin.

Herzen ohne Carnitin bringen danach nur noch 40% Leistung, mit Carnitin 90%.

Das ist deshalb so sensationell… weil… du kannst ja mal kurz auf Wikipedia gehen und über Reperfusion nachlesen. Die Medizin von heute hat dafür keine Mittel.

Die Wissenschaft von heute offensichtlich schon. Ach quatsch, die Wissenschaft von gestern, denn die oben genante Arbeit stammt von einem Herren namens Broderick, 1995.

PS. Ganz aktuell wird auf dem “Herzinsuffizienz-Kongress” in Athen über die Wichtigkeit von Eisen diskutiert. Wo die Eisenaufnahme für ein signifikant gesteigertes Überleben sorgt.

Professor Ewa Jankowska, first author of the study, said: “Patients with acute heart failure have a major collapse in homeostasis. Iron is a key micronutrient that is required for the maintenance of homeostasis. Iron is needed for cellular metabolism and deficiency leads to severely impaired energy metabolism and mitochondrial dysfunction.”

Ich schreibe Collien Fernandes mal einen Brief… Jetzt kennen wir ja den Grund für ihre morgendliche Müdigkeit. ;-)


 
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