Mein Heilungsprozess

#1 von Deichschaf , 27.04.2019 18:09

Hallo zusammen,

mein Leben bzw. mein Wohlbefinden hat sich in den letzten Monaten dermaßen zum Positiven gewandelt, daß ich das hier mal beschreiben möchte.

Kurz zu mir: Männlich, 46 Jahre, sitzende Tätigkeit als Softwareentwickler.
Ich war schon so lange ich mich erinnern kann ein Morgenmuffel. Brauchte viel Schlaf, wobei ich Einschlafprobleme hatte und habe.
Den Wecker hatte ich unter der Woche auf 8:00 gestellt, davor ging gar nicht. Aber auch dann brauchte ich eine halbe Stunde und zwei Tassen Kaffee, um mich überhaupt aus dem Bett quälen zu können.Ohne den Kaffee am Morgen und über den Tag konnte ich nicht klar denken.

Tagsüber hatte ich nicht viel Energie, gleichzeitig stieg mein Gewicht immer weiter, zuletzt bis auf 85 kg bei 174 cm Körpergröße. Also nicht stark übergewichtig, aber auch ganz sicher nicht gut in Form.
Bin so halbwegs regelmäßig ein- bis zweimal die Woche ins Sportstudio gegangen, was sich auch gut anfühlte, wenn ich mich denn motivieren konnte.
Außerdem war ich sehr oft erkältet. Wenn ich mich richtig erinnere, 2017 fünfmal und 2018 sechsmal.
Mein Hausarzt meinte, ich hätte leichtes Übergewicht und eine leichte Fettleber, aber ansonsten sei alles mit mir in Ordnung.Ich sollte halt etwas abnehmen.
Aber ich fühlte mich antriebslos, häufig etwas beduselt (Neudeutsch: brain fog), hatte Konzentrationsschwierigkeiten und einfach keine Energie.
Was sich auch auf mein Privatleben auswirkte. Ich ließ mich die letzten Jahre einfach treiben, hatte das Gefühl, nichts geht voran.

Ich ernähre mich meistens recht gesund, viel Gemüse und etwas Fleisch. Auch recht viel Milchprodukte (ich mag Joghurt und Käse, mache außerdem Kefir selber). Was mir (und nicht nur mir) auffiel, waren aber die Essensportionen. Ich brauchte immer eine ordentliche Menge, um satt zu werden. Habe dann mit Multivitaminpräparaten und einzelnen Supplementen versucht, mögliche Defizite auszugleichen, aber nichts hatte wirklich einen Einfluß auf mein Wohlbefinden.
Okay, war eher Gießkannenprinzip, messen hatte ich nichts lassen.

Dann kam im November letzten Jahres eine Art Zusammenbruch.
War wieder schwer erkältet, hatte starke Schmerzen in der rechten Gesichtshälfte und Fieber von knapp unter 40°.
Durch Umzug hatte ich eine neue Hausärztin, und die schickte mich sowohl zum HNO-Arzt als auch zum Zahnarzt.

Langer Rede kurzer Sinn: Ich hatte -- wohl seit einer Wurzelspitzenresektion vor 18 Jahren -- einen Durchbruch von der Zahnwurzel zur Kieferhöhle. Dort hatte sich ein großer Entzündungsherd gebildet, der vor sich hin eiterte. Die Kieferhöhle war fast komplett ausgefüllt durch eine Zyste.
Der Zahn wurde gezogen, der Entzündungsherd ausgebohrt. Die Zyste per Operation entfernt.
Danach war ich körperlich erst mal richtig fertig. Brauchte drei oder vier Wochen, bis ich mich einigermaßen erholt hatte.

Aber dann kamen plötzlich Veränderungen.

Ich stehe jetzt morgens um 6:00 auf. Ohne Kaffee. Mein Kaffeekonsum hat sich von ca. 5 Tassen pro Tag auf 3 - 5 Tassen pro Woche reduziert. Und die auch nur, weil ich gerade Lust darauf habe, und nicht, weil ich ich sie "brauche".
Gehe dann zu Fuß zur Arbeit (ca. 2,5 km). Entweder mache ich vor der Arbeit kurz im Sportstudio zu eine eine Runde HIIT oder 2 - 3-mal pro Woche nach der Arbeit Krafttraining.
Im Büro bin ich dann spätestens um 7:30 -- zum großen Erstaunen meiner Kollegen, die mich vorher nie vor 9:30 angetroffen haben.
Ich fühle mich fit, geistig wach ohne Kaffee, habe einen viel stärkeren Bewegungsdrang. Meine Essensportionen sind kleiner geworden. Ich brauche nicht mehr so viel, um satt zu sein. Gewichtsmäßig tut sich noch nicht sehr viel, aber im Spiegel sehe ich schon Unterschiede.
Das Einzige, was sich leider nicht verbessert hat, sind meine Einschlafprobleme. Aber wenn ich mich morgens wach und fit fühle, hat mein Körper hoffentlich den nötigen Schlaf bekommen.

Wenn ich das richtig sehe, dann hat mir ein unentdeckter Entzündungsherd die letzten mindestens 10 Jahre das Leben ganz schön schwer gemacht.


t0my89, Afri, wmuees und ikkyu haben sich bedankt!
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RE: Mein Heilungsprozess

#2 von JayJay ( gelöscht ) , 27.04.2019 22:14

Ich Frage mich, ob man sowas auch schon früher feststellen können hätte. Geröntgt wird man ja des öfteren beim Zahnarzt, doch sehen die darauf sowas? Oder sollte man tote Zähne generell ziehen lassen?


JayJay

RE: Mein Heilungsprozess

#3 von hans , 28.04.2019 10:18

Zitat von JayJay im Beitrag #2
Ich Frage mich, ob man sowas auch schon früher feststellen können hätte. Geröntgt wird man ja des öfteren beim Zahnarzt, doch sehen die darauf sowas? Oder sollte man tote Zähne generell ziehen lassen?


Die Frage ist ob die (meisten) Zahnärzte das überhaupt auf dem Schirm haben und danach schauen! Wenn Du mit dem gleichen Röntgenbild von Deinen Zähnen 4 Fachleute fragst... Wahnsinn was man da für verschiedenste Aussagen bekommt.... Das Wurzelbehandlungen ein sehr zweischneidiges Schwert sind, das wird ja immer mehr Menschen bewusst.. ist ähnlich als ob Du einen abgestorbenen Arm mittels Formaldehyd & Co. am lebendigen Körper konservieren willst.

Die Frage ist: Was ist in diesem Falle die Alternative? Lücke? Tintan-Implantat? Keramik-Implantat?

Was ist besser: eine gut gemachte Wurzelbehandlung oder ein Implantat? Was ist das Allerlogische und Autoimmun-Reaktions-Risiko? Titan soll ja schon ganz gut laufen.. aber einige meinen auch, das nach 10-20 Jahren sich die Oxidschicht (ähnlich Alu) auflöst und dann vermehrt Partikel übergehen.... und es zu Störungen kommen kann. Auch ist wohl die Sensitivität gegenüber Titan am steigern.. 10-20% nach Bähr (IMD Berlin). Und Keramik-Implantate brechen wohl auch ganz gerne mal weg - wenn es zu viel Belastung gibt.

Wenn es hier einfache Antworten gäbe... ich bin auf jeden Fall daran interessiert!

LG
Hans


 
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RE: Mein Heilungsprozess

#4 von Zopiclon , 28.04.2019 11:03

Ganz einfach: einfach entfernen und fertig, durch unsere Nahrungszubereitung sind die Zähne nicht mehr so wirklich wichtig - sieht nur ...ähm... anders aus.

Gruss


"You need great passion, because everything you do with great pleasure, you do well." -Juan Manuel Fangio


 
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RE: Mein Heilungsprozess

#5 von Deichschaf , 28.04.2019 12:17

Zitat von JayJay im Beitrag #2
Ich Frage mich, ob man sowas auch schon früher feststellen können hätte. Geröntgt wird man ja des öfteren beim Zahnarzt, doch sehen die darauf sowas?

Ich weiß nicht, ob es immer so ist, aber in meinem Fall war es wirklich schlecht zu sehen.
Der Entzündungsherd war auf dem Röntgenbild nur minimal heller als die Umgebung. Gut, ein Experte hat sicher einen Blick dafür, aber auch mein Zahnarzt war dann überrascht über das tatsächliche Ausmaß. Auch der Durchbruch in die Kieferhöhle war auf dem Röntgenbild nicht zu sehen.

Und mein HNO-Arzt konnte per Ultraschall auch nur feststellen, daß die Kieferhöhle mit irgend etwas gefüllt war. Er vermutete Eiter, überwies mich aber an einen Kieferchirurgen, der eine DVT-Aufnahme erstellte (mußte ich selber zahlen, da keine Kassenleistung). Erst damit wurde die Zyste entdeckt.


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RE: Mein Heilungsprozess

#6 von Bamboochaa , 28.04.2019 13:01

Ich möchte dahingehend auch noch mal auf meinen Thread Störfeldsanierung hinweisen. Ich habe ganz ähnliche Erfahrungen wie du machen dürfen.

Ich denke, dass das Thema Zähne völlig unterschätzt wird. Gewisse Mangelzustände werden sich einfach dadurch ergeben, dass wir stille Entzündungen erzeugen, die einfach das komplette System herunterfahren bzw. belasten. Da ist es mit einer einfachen NEM-Gabe nicht getan. Man mag die sog. "Störfelder" als esoterischen Mist abstempeln, aber mein persönlicher Erfahrungswert lässt darauf schließen, dass neben der reinen Entzündungsproblematik noch mehr dahinter stecken könnte. Insbesondere die Verbindung der Zähne mit einzelnen Organen/Gelenken etc.

Wieso sind bspw. meine Knieschmerzen beim Fahrradfahren plötzlich verschwunden, nachdem die Behandlung durchgeführt worden ist?! Andere hätten sich vermutlich einer OP des Kniegelenks unterzogen. Ich möchte nicht damit sagen, dass die Zahnbehandlung ein Allheilmittel ist, jedoch ausschlaggebend sein könnte, für weitere Behandlungserfolge.

Ich freue mich jedenfalls für dich! Du scheinst auf dem richtigen Wege zu sein.

LG


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RE: Mein Heilungsprozess

#7 von Markus , 28.04.2019 19:26

Auch kleinere Entzündungsherde im Kiefer kann man überraschend gut mit Hilfe der digitalen Volumentomographie (DVT) finden. Kieferchirurgen haben sowas meist. Eine Aufnahme privat gezahlt kostet gut 100 bis 200 Euro. Bei Verdacht durch einen wurzelbehandelten Zahn muss aber zuerst die Krone runter, denn sonst beisst sich auch DVT die Zähne aus (pun intended). Also Wurzelbehandlung, zwei Jahre ein Provisorium, DVT und danach abhängig von dem Ergebnis entscheiden ob Extraktion oder Krone.

Labormarker wären TNF-alpha, IP-10 und IL-6 sensitiv. Diese sind aber unspezifisch und weisen bei ehöhten Werten nur auf ein Entzündungsgeschehen irgendwo im Körper hin. Sollten diese aber erhöht sein und sind wurzelbehandelte Zähnr vorhanden so wäre DVT (oder auch ein MRT) eine Möglichkeit dieses einzugrenzen.

Bei Extraktion eine mögliche risikoarme Alternative neben dem Keramikimplantat wäre natürlich eine Brücke- allerdings müssen dann links und rechts davon zwei(hoffentlich unbeschädigte) Zähne teilweise abgetragen werden. Deren Langzeithaltbarkeit über Jahrzehnte ist natürlich auch so ein Ding...


"Wasser ist ein hochbrisanter Cocktail. Bis zu 323 Millionen Menschen laufen Gefahr, wegen verunreinigten Wassers an lebensgefährlichen Krankheiten wie Cholera oder Typhus zu erkranken. Zudem können Schwermetalle und radioaktive Stoffe sowie Pflanzenschutzmittel enthalten sein. Es sollte deswegen auch auf die WHO-Liste der krebserzeugenden Substanzen gesetzt werden. Bis dahin ist es aus Sicherheitsgründen empfehlenswert auf Wasser ganz zu verzichten."


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