Vollblut vs. Serum

#1 von gago , 15.04.2019 11:18

Hallo,

laut Endokrinologin sind Vollblutproben instabil. Sie müssten innerhalb kurzer Zeit im Labor verarbeitet werden. Ansonsten zerfallen die roten Blutkörperchen und Kalium tritt aus usw. Die Blutwerte wären damit verfälscht.

Deshalb wird bei der Endokrinologie zentrifugiert, das Serum abgezogen und gefroren und am Ende im Serum gemessen. Das Serumproben wenig aussagekräftig sind, ist bekannt.

Nun stelle ich mir die Frage, wenn Vollblut zwar besser doch instabil ist und letztlich verfälschte Werte aus dem Grund herauskommen, warum wird es dann von den Laboren (Heilpraktiker, Lykon, Cerascreen etc.) überhaupt angeboten (Geldmacherei?). Auch ist mir bekannt, dass Hausärzte kaum zentrifugierten, aus Zeit- und Kostengründen.

Am sinnvollsten wäre daher aus meiner Sicht direkt im Labor abzapfen und untersuchen zu lassen, ohne Umweg über Ärzte und Heilpraktiker, Selbsteinsendung.

Konkret geht es um die Messung der Elektrolyte im Vollblut. Serum ist unauffällig und Vollblut zeigt Mängel bei Natrium, Calcium und Magnesium an, Kalium ist im Vollblut im oberen Normbereich.

Was ist nun richtig?

Vielen Dank für eure Hilfe!


 
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RE: Vollblut vs. Serum

#2 von Dominik , 15.04.2019 12:13

Zitat von gago im Beitrag #1
Was ist nun richtig?

Ich kann dir nicht sagen, ob es dabei ein "richtig" oder "falsch" gibt.

Aber ich kann dir sagen, wie ich es handhabe:

Ich persönliche gehe alle 6 Monate zur Blutentnahme direkt in ein medizinisches Labor und lasse auf eigene Kosten (als IGeL) allgemeine Gesundheitsparameter (großes Blutbild, Blutzucker, Blutfette, Leberwerte, Nierenwerte, Mineralstoffe, Spurenelemente, Schilddrüsenwerte) bestimmen.

Was die Bestimmung im Serum oder im Vollblut betrifft, da orientiere ich mich an den Empfehlungen des IMD Berlin:
https://www.imd-berlin.de/fachinformatio...a-vollblut.html

Ich würde Mangan, Zink, Magnesium, Selen und Kupfer also im Vollblut bestimmen lassen, direkt im Labor und nicht über den Hausarzt oder andere Wege.
Die anderen Werte wie Natrium, Kalium, Calcium etc. hatte ich bislang immer im Serum bestimmen lassen.



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RE: Vollblut vs. Serum

#3 von hans , 15.04.2019 13:05

Zitat von gago im Beitrag #1
Was ist nun richtig?


Alles und nichts. Die Kritik ist sicher berechtigt - die Proben müsse so dann auch unmittelbar zu einen nahegelegenen Labor. Je nach probenart muss sogar schon in der Praxis das Blut eingefroren werden. Leider versenden viele Labore teils auch wieder an andere Labore (Unterbeauftragung). Viele Fallen für Fehler & Co.

Aber auch die Werte im Vollblut etc. pp. spiegeln oft nicht die Realität wieder. Bei Eisen/Ferritin brauchts auch noch die Transferrinsättigung, Kupfer kann im Vollblut niedrig sein - in den Zellen hoch - dazu brauchts dann auch wieder zusätzliche Werte & Erfahrung. Wer sich Kupfer-Supps einfach so aufgrund eines Vollblutwertes reinschmeisst... naja....

Ich würde zusätzlich noch Haare analysieren - wobei die Auswertung hier Know-How und Erfahrung bedarf. Auch hier sind die Werte nicht 1:1 pauschal - sondern teils invers zum Haushalt im Körper korreliert. Manche haben gar keine Übereinstimmung - manche sind anders je nach Schamhaar oder Kopfhaar - und bei Belastung mit Blei, Hg, etc. wieder alles anders - wie teils auch im Blut. Wer das alles auf dem Schirm hat - für den ist eine Haar-Analyse ein absolut cooles und günstiges Tool... wobei man dann auch wieder wissen muss wo man die Analyse macht.

LG
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RE: Vollblut vs. Serum

#4 von gago , 15.04.2019 13:42

An IMD Berlin orientiere ich mich auch. Nur wohne ich nicht in Berlin.

Welches Labor suchst du immer direkt auf?


 
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RE: Vollblut vs. Serum

#5 von Dominik , 15.04.2019 13:44

Da ich in der Nähe von Hannover wohne, gehe ich in das medizinische Labor Hannover, kurz MLH.

https://www.mlh.de/startseite/

So ein Labor müsste es tendenziell ja in jeder Großstadt geben.

Zwar haben kleinere Städte (wie mein Wohnort, Celle) durchaus auch Labore, die sind aber i.d.R. nicht so flexibel bzw. können meist nicht das gesamte Untersuchungsspektrum anbieten.

Gerade wenn man spezielle Hormone, Mineralstoffe im Vollblut o.Ä. bestimmen lassen will.



 
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RE: Vollblut vs. Serum

#6 von Michli777 , 15.04.2019 14:07

Hier noch etwas von Dr. Strunz zu diesem Thema :

https://www.strunz.com/de/news/vollblut-wirklich-besser.html


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RE: Vollblut vs. Serum

#7 von gago , 15.04.2019 14:40

Und ich dachte, dass Strunz damals im Vollblut gemessen hat. Doch Vollblut zentrifugiert ist nur Serum ... Demnach wären diese ganzen Einsendelabors und Selbsttest kompletter Müll.

Angefügte Bilder:
4EBEC33E-704B-41FC-AE19-A6696F89829E.jpeg  

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RE: Vollblut vs. Serum

#8 von Dominik , 15.04.2019 15:33

Zitat von Michli777 im Beitrag #6
Hier noch etwas von Dr. Strunz zu diesem Thema :

https://www.strunz.com/de/news/vollblut-wirklich-besser.html

Heißt das, wir können getrost unsere Werte im Serum bestimmen lassen?

Würde ja einiges erleichtern, da die Vollblutmessung wirklich nicht jedes Labor anbietet.


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RE: Vollblut vs. Serum

#9 von gago , 15.04.2019 16:10

Vollblut kostet auch mehr und ist instabil.


 
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RE: Vollblut vs. Serum

#10 von marcolino , 15.04.2019 19:00

Hier mal einige Serum/Vollblut Werte aus 2014 von mir, bei denen es gravierende Unterschiede zwischen Serum und Vollblut gab!
Blutwerte stammen vom gleichen Tag/Abnahme/Labor!

Natrium im Serum 144 Ref. 132-146 (normal)
Natrium im Vollblut 1621 Ref. 1900-2000 (Mangel)

Calcium im Serum 2.53 Ref. 2.08-2.65 (normal)
Calcium im Vollblut 53.73 Ref. 59-61 (Mangel)

Magnesium im Serum 0.82 Ref. 0.70-1.05 (normal)
Magnesium im Vollblut 38.84 Ref. 34-36 (erhöht)

Zink im Serum 1.06 Ref. 0.80-1.40 (normal)
Zink im Vollblut 8.91 Ref. 7.30-7.70 (erhöht)

Fazit:
Soviel zum Thema Serum vs. Vollblut.

LG marcolino


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RE: Vollblut vs. Serum

#11 von H_D , 15.04.2019 19:28

Nimmt man nicht deswegen Heparinblut?


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RE: Vollblut vs. Serum

#12 von Dominik , 15.04.2019 19:32

Zitat von marcolino im Beitrag #10
Hier mal einige Serum/Vollblut Werte aus 2014 von mir, bei denen es gravierende Unterschiede zwischen Serum und Vollblut gab!
Blutwerte stammen vom gleichen Tag/Abnahme/Labor!

[...]

Fazit:
Soviel zum Thema Serum vs. Vollblut.

LG marcolino


Wäre es dann nicht vielleicht am sinnvollsten (wenn auch am teuersten) wenn man die gewünschten Werte immer im Serum UND im Vollblut bestimmen lässt?


 
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RE: Vollblut vs. Serum

#13 von Nymeria , 15.04.2019 19:38

Ist dann eine Trockenblutanalyse überhaupt aussagekräftig? Ist doch weder Serum noch Vollblut. Oder hab ich da was falsch verstanden?


 
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RE: Vollblut vs. Serum

#14 von hans , 15.04.2019 19:40

Zitat von Dominik im Beitrag #12
Wäre es dann nicht vielleicht am sinnvollsten (wenn auch am teuersten) wenn man die gewünschten Werte immer im Serum UND im Vollblut bestimmen lässt?


Welchem Wert willst dann glauben schenken?

Da ist ja eine Haar-Analyse genauer.... und die gibts für ca. 100€

LG
Hans


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RE: Vollblut vs. Serum

#15 von gago , 15.04.2019 19:50

Zitat von H_D im Beitrag #11
Nimmt man nicht deswegen Heparinblut?

Bei Vollblut werden Röhrchen mit Lithium Beschichtung genommen, soweit mir bekannt.


 
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