Kochlogistik

#1 von helga666 , 24.03.2019 19:45

Wenn man halbwegs informiert ist und sich mit den Lebensmitteln in gesundheitlichem Kontext beschäftigt, nehme ich stark an, dass man sein Futter lieber selbst zubereitet. Da ich für das Zubereiten daran interessiert bin, dass:

- Nährstoffe möglichst erhalten bleiben
- und möglichst wenig Schadstoffe durch falsches Zubereiten entstehen

bin ich auf eure Kochpraktika gepannt, da ich gerne diesen Prozess so zeitsparend wie möglich halten will und gerne neue Dinge dazulerne.

Wie bereitet ihr eure Kartoffeln zu?
Ich ziehe mir einen 1Weghandschuh (habe sonst dunkle Schmutzspuren auf den Fingern von der Schale) an und schäle morgens in ca. 15 min 1 - 1,5kg Kartoffeln, viertel diese dann je nach größe und gebe alle in einen Dünsttopf aus Edelstahl. Kochzeit ca. 15-20min bei Gasherd.
Verspeise die ersten 400-500g gleich zum Frühstück der Rest kommt in eine Glasbox mit dem restlichen Fleisch für später.
Wie macht ihr euer Fleisch / Fisch?
Kurzes Anbraten, danach auf ganz niedriger Hitze durchgaren. Bin jedoch nicht mehr der große Fan vom Anbraten, da das gerade bei rotem Fleisch sehr krebserregend sein soll. Wenn ich das Fleisch im Topf durchkoche entstehen zwar keine gesundheitlich schädlichen Stoffe, es schmeckt aber ziemlich trocken.
Dazu gibt es meist eine etwas erhitzte Tomatensauce und Salz zum würzen.

Fisch kommt bei mir ins Backrohr bei max 180°C. Kein Braten um die Fettsäuren nicht zu oxidieren. Bei Eiern koche ich diese ebenso nur weich wegen des Cholesterins.

In welchen Abständen kocht ihr vor? (Lasse die gegarten Kartoffeln max 1 Tag im Kühlschrank)
Was sind eure Notfallmahlzeiten wenn einmal nicht die Zeit ist für frisch kochen oder übt ihr dann lieber Verzicht und nehmt euch die Zeit etwas ordentliches zuzubereiten?

Gemüse mache ich am Nachmittag frisch auch im Dünsttopf. Zb. 500g Fenchel klein geschnitten für max 10 min bis es noch fest ist. Dazu Olivenöl, Salz etc.

Lieben Gruß
Alex


 
helga666
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RE: Kochlogistik

#2 von Afri , 24.03.2019 21:03

Hi Alex,

Zitat von helga666 im Beitrag #1
Wie macht ihr euer Fleisch / Fisch?
Kurzes Anbraten, danach auf ganz niedriger Hitze durchgaren. Bin jedoch nicht mehr der große Fan vom Anbraten, da das gerade bei rotem Fleisch sehr krebserregend sein soll. Wenn ich das Fleisch im Topf durchkoche entstehen zwar keine gesundheitlich schädlichen Stoffe, es schmeckt aber ziemlich trocken.
Dazu gibt es meist eine etwas erhitzte Tomatensauce und Salz zum würzen.


Ich esse Rindfleisch gerne roh als Tatar, geht auch super schnell Mittags, brauchst nur ein gutes Messer, um das Fleisch schön klein zu schneiden. Und ist günstig, da Du auch Cuts nehmen kannst, die sonst eher zäher wären. Halt nur fettarm wählen, Klassiker ist u.a. Rinderhüfte, wobei diese aus *guter* Quelle, lange abgehangen, auch super als Steak schmeckt und schön zart ist.
Anbraten ist wohl nicht optimal, aber gönne ich mir auch, um es danach bei niedriger Temperatur - dank Temperaturmesser - auf meinen Gargrad zu bringen. Geschmacklich schön auch im Holzkohlegrill indirekt auf geringer Hitze, aber wohl nicht für die Schnelle Mittags machbar

Geflügel sollten wir wohl nicht roh essen, daher achte ich hier, dass es durch wird.

Fisch - je nach Sorte - gerne roh, oder bei mittlerer Hitze anbraten für die Röstaromen, aber innen roh / glasig belassen alleine schon für den tollen Geschmack.
Kühlkette und Frische vorausgesetzt, kann man doch eh das meiste roh essen, z.B. die Japaner machen uns das vor. Ich habe auch keine Scheu davor, gefrorenen Fisch dann roh zu essen, ist wohl sogar sicherer, als frisch, wenn man die langen Anlieferwege bedenkt, wenn man nicht am Meer lebt.

Zähe Stücke wie Rinderwade etc. verarbeite ich zu Gulasch. Die muss man auch nicht anbraten vorher, selbst (manche) Sterneköche braten das Fleisch auch vorher nicht an.
Gulasch etc. ist sicherlich auch super für die Kochlogistik, da man es super vorbereiten kann, einfrieren, etc.

Eier nehme ich gerne roh mit ins Tatar, gibt eine schöne Bindung.

Schöne Kochgrüße,
Afri



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RE: Kochlogistik

#3 von Cleo , 27.03.2019 10:57

@ helga666

Ich mache es im Wesentlichen so wie Du, mit folgenden Ergänzungen: Fleisch kommt bei mir ebenfalls in den Instantpot, auch mit der Slowcook-Funktion. Edlere Fleischteile bereite ich, wenn ich sie nicht dünste oder Fleisch in Wasser koche, auch mal mit der Niedrigtemperaturmethode zu (d.h. bei meist 80°C gar ziehen lassen).

Zitat
In welchen Abständen kocht ihr vor?


Kartoffeln für maximal 2 Tage, weil sie mir sonst nicht mehr bekommen. Reis meist für 4-5 Tage. Gemüse max. 2 Tage. Sachen wie Gulasch natürlich so viel wie geht und dann einfrieren.

Zitat
Was sind eure Notfallmahlzeiten wenn einmal nicht die Zeit ist für frisch kochen


Feldsalat mit Makrele im eigenen Saft, fertig; (bei mehr Kalorienbedarf, Nüsse oder Käse hinzufügen). Bei noch weniger Zeit: Käse oder gekochte Eier mit roher Paprika oder Tomaten + Salz/Pfeffer. Ich weiß nicht, ob das von den Kalorien her für (sportreibende) Männer passt, für mich passt es.



helga666 hat sich bedankt!
 
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RE: Kochlogistik

#4 von helga666 , 27.03.2019 16:23

Zitat von Cleo im Beitrag #3
Fleisch kommt bei mir ebenfalls in den Instantpot, auch mit der Slowcook-Funktion.


Wie lange dauert das in etwa bis das fertig gegart ist?
Noch nie Probleme gehabt mit Verdauungsbeschwerden? - Dachte mir wenn das Fleisch nur so langsam warm gekocht wird, bleiben mehr Keime bestehen. Vlt ist das auch ein Trugschluss.

Kommt Fisch bei dir auch in den Slowcooker oder Instapot?

LG


 
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RE: Kochlogistik

#5 von Cleo , 27.03.2019 17:14

Mein Instanpot hat nur eine "High"-Funktion und die geht automatisch über 2 Stunden. Man kann die Zeit beliebig ändern, hab ich bislang aber noch nicht ausprobiert. Bei einem normalen Slowcooker gibt es High und Low, wobei man bei Low üblicherweise so um die 4 Stunden hat, abhängig von der Fleischsorte.

Und: Um Gottes Willen nein, da gibt es keine Keimbelastung beim Garprozess. Ich bin histamintolerant und das hätte ich zum einen bemerkt und zum anderen habe ich dazu nachgelesen, bevor ich mir vor 5 oder 6 Jahren den ersten Slowcooker gekauft habe. Was man nicht tun soll, ist, das zubereitete Fleisch mit der Slowcookfunktion erneut zu erwärmen, das gibt dann Keime. (Edit: Also nachträglich bitte nur im normalen Topf auf dem Herd mit kleiner Flamme erhitzen)

Zitat
Dachte mir wenn das Fleisch nur so langsam warm gekocht wird, bleiben mehr Keime bestehen


Man muss natürlich immer eine gewisse Kerntemperatur erreichen, das ist klar. Bei Instantpot und Slowcooker geschieht das automatisch, beim Niedrigtemperaturgaren sieht man es entweder (Fisch, Huhn) oder man nimmt ein Fleischthermometer zu Hilfe.

Zitat
Kommt Fisch bei dir auch in den Slowcooker oder Instapot?


Das habe ich noch nicht ausprobiert (ich schmeiß den Pot meist nur für größere Mengen an und bei Fisch hatte ich die irgendwie noch nie, fällt mir auf), es gibt aber online reichlich Rezepte dazu (ich nutze die zur Orientierung wegen der Garzeiten, eigentlich braucht man keine Rezepte und kann alles in einer minimalen Menge Flüssigkeit/Wasser garen).

Eier kochen soll angeblich auch gehen im Instanpot, aber ich bin so ein Schissehase wegen der Drucktechnik.



 
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RE: Kochlogistik

#6 von ChristineH , 27.03.2019 19:30

Zitat von Cleo im Beitrag #5
Eier kochen soll angeblich auch gehen im Instanpot, aber ich bin so ein Schissehase wegen der Drucktechnik.flash]


Yes, natürlich geht das. Ich koche meine Eier NUR darin. Je nach Größe (da muss man halt Erfahrungen sammeln) so 8 bis 9 Minuten. Ich piekse sie, wie auch beim Kochen auf dem Herd, am stumpfen Ende an. Dann in den Instant Pot auf den Dreifuß in ein gelochtes Blech geben, Tässchen Wasser rein, auf high pressure 8 Minuten kochen, schnellabdampfen, mit kaltem Wasser abschrecken. Bei mir muss das Eigelb auch fest sein, ich mag kein labberiges Zeug. Andere wollen gerne wachsweich, da machst halt ne Minute weniger. Umstellen auf low geht auch, hab ich aber keinen Unterschied festgestellt bzw. der Unterschied aufgrund der Eigröße ist stärker feststellbar als der Druckunterschied - n=1.

Was ist an der Drucktechnik schisshasig? Kann doch nüscht passieren. Ich habe schnellkochtopfen von meiner Mutter gelernt und nie verstanden, warum Leute da wirklich glauben, dass da Sachen explodieren könnten ... Wenn du den Deckel nicht richtig draufmachst, dann baut sich kein Druck auf, brennt nur irgendwann Dein Essen an, mehr passiert da nicht. Wenn du schnellabdampfst, zischt halt Dampf raus, also möglichst nicht das Auge übers Ventil halten. Mehr passiert auch da nicht. Und wenn sich aufgrund totaler Fehlbedienung mal der Deckel verklemmen sollte, dann stellst ihn halt erstmal ab und wartest, bis er abgekühlt ist, bevor du ihn mit Gewalt aufzubrechen versuchst. Ist meiner Mutter und auch mir in gefühlt 60 Jahren noch nie passiert.


 
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RE: Kochlogistik

#7 von Cleo , 28.03.2019 08:50

Zitat von ChristineH im Beitrag #6
Was ist an der Drucktechnik schisshasig? Kann doch nüscht passieren. Ich habe schnellkochtopfen von meiner Mutter gelernt

Ich habe nie schnellkochtopfen von meiner Mutter gelernt und bin zuweilen etwas verpeilt: Das sind die allerbesten theoretischen Voraussetzungen für ein Eierdesaster. Scherz beiseite: Ich werde es in einer ruhigen Minute am WE mal nach Deiner obigen Anleitung ausprobieren, es wäre schon praktisch, wenn man mehr als 7 Eier auf einmal zubereiten zu können.



 
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RE: Kochlogistik

#8 von ChristineH , 28.03.2019 09:18

Zitat von Cleo im Beitrag #7
es wäre schon praktisch, wenn man mehr als 7 Eier auf einmal zubereiten zu können.


Da bin ich dann allerdings überfragt, mehr als 4 auf einmal hab ich als Single nie gekocht. Dafür pack ich sie aber durchaus mit rein, wenn ich ein Gemüse darin mache, das ebenfalls 8 bzw. 9 Minuten braucht. Zwei Fliegen mit einer Klappe.


 
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