"Bleiben also an 9/10 Tagen wohl doch wieder die Beeren, Wurzeln, Gräser, Samen, Honig."

#1 von Mo , 19.05.2018 18:02

Das schrieb jemand unter dem Artikel über Taurin.

Kann man mal drüber nachdenken.


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RE: "Bleiben also an 9/10 Tagen wohl doch wieder die Beeren, Wurzeln, Gräser, Samen, Honig."

#2 von Zopiclon , 20.05.2018 07:23

Stimmt, sollte man drüber nach denken.

Welcher örtlichen Herkunft sollten die Lebensmittel sein?
Welche kalendarische Abhängigkeit sollte beachtet werden?
In welchen Mengen Verhältnissen sollten diese stehen?
In welcher zeitlichen Abfolge sollte man diese konsumieren?
Welche Gräser sind zu bevorzugen?
Wie viel Honig ist angebracht?
....
In welchem Mengen Verhältnis dazu sollten tierische Lebensmittel dazu ergänzt werden?


Gruss


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RE: "Bleiben also an 9/10 Tagen wohl doch wieder die Beeren, Wurzeln, Gräser, Samen, Honig."

#3 von phil (edubily) , 20.05.2018 11:53

Ich bringe mal noch ein bisschen Kontext rein :-)

Es geht um diesen Kommentar von 4D-DOC

http://edubily.de/2018/05/taurin-mangel-...r/#comment-8421

"Bei dem Gedanken an rohe Leber schüttelt es mich – da lebe ich gerne 2,3 Jährchen weniger lang!

Dr. Greger und seine vegetarisch-orientierte „How not to die“ – Crew würden jetzt wahrscheinlich einiges ins Feld führen…

Ich sehe das grundsätzlich ähnlich mit den hochwertigen und bioverfügbaren Substanzen aus dem Fleisch – ABER: der Mensch hatte NIEMALS! permanenten Zugang zu diesem Füllhorn an Vitalstoffen.

So viele wilde Tiere für so viele Stammesmitglieder ließen sich dann wohl nicht einfangen.

Bleiben also an 9/10 Tagen wohl doch wieder die Beeren, Wurzeln, Gräser, Samen, Honig.

Aber ein bischen was liefern die ja dann glücklicherweise auch. Die für die Darmflora nützlichen Ballaststoffe zum Beispiel, die das Tier in der Form nicht bereitstellen kann, weil es sie selber verzehrt hatte 😀

Grüße
"

Sehe ich nicht ganz so. Je weiter nördlich vom Äquator, desto mehr Fleisch war verfügbar und desto höher war der Fleischkonsum. Klar, wir haben (damals wie heute) immer einfach das gegessen was verfügbar war. Aber Fleisch war immer eins der wichtigsten Themen im Zusammenleben. Ein echtes Luxusgut, wenn verfügbar, auf das jeder abfährt.

Guckt man sich die San an, wird der Stellenwert deutlich. Ihr Fleischkonsum wird auf 18 % geschätzt. Klingt jetzt nicht so viel. Aber die müssen auch etwas dafür tun. Die laufen einem Tier den ganzen Tag nach bis es zusammenbricht - das ist unglaublich.

https://www.youtube.com/watch?v=826HMLoiE_o


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RE: "Bleiben also an 9/10 Tagen wohl doch wieder die Beeren, Wurzeln, Gräser, Samen, Honig."

#4 von Chris (edubily) , 20.05.2018 12:20

San ist eine der Populationen mit niedrigstem Fleischkonsum, trotzdem ist der Tieranteil noch weit weg von "vegetarisch" oder gar "vegan".

Ich glaube, es wird immer wieder ein bisschen unterschätzt, wie ergiebig so ein Tier ist und in welchen Gruppierungen der Mensch lebte. Ein Elefant wiegt 6 Tonnen, ein Bison 600 kg, ein Pferd kann auch mal 1000 kg wiegen, ein Hirsch 150 kg, Elch sogar > 500 kg – selbst kleinere Tiere packen es auf 20 bis 50 kg.

Heißt: Selbst wenn nur in 9 von 10 Fällen Tiere erlegt wurden ... bei rund 50 Stammesmitgliedern, könnte ein Mammut (bis zu 15 Tonnen schwer!) die Sippe rein theoretisch über Monate hinweg mit Fleisch versorgen (aus Haltbarkeitsgründen wohl eher weniger der Fall). Selbst wenn es nur ein mittel-schweres oder gar leichtes Tier pro Woche (!) gewesen war, reicht das locker um theoretisch die Kilogramm-Marke (pro Tag!) zu erreichen. So wie bei den Hadza:



Eine Human-Evolution wäre ohne Fleisch nicht möglich gewesen und sämtliche Eigenschaften des Menschen (Teamfähigkeit, sogar Moral) gibt es vermutlich nur, weil Fleisch die Triebfeder dafür war.

Wie in Beispielen angeführt: Es muss keine kilogrammreiche Fleischkost sein. Aber selbst wenn die Ernährung mit Fleisch und Innereien nur "ergänzt" wurde – das reicht. Ergänzung dürfte sich dann trotzdem zwischen 100 bis 300 g pro Tag erstrecken.

Wohlgemerkt: Man kann Tiere auch sammeln, vor allem Muscheln usw. – das muss auch in diese Rechnung mit einfließen. Es geht ja nicht immer nur um Fleisch von Landtieren.


Chris Michalk


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RE: "Bleiben also an 9/10 Tagen wohl doch wieder die Beeren, Wurzeln, Gräser, Samen, Honig."

#5 von Mo , 21.05.2018 15:56

Und stimmt das hier oder ist das vegan-propaganda?

"Für 1kg Fleisch aus der Massentierhaltung werden 20.000L Wasser benötigt, 15kg genmanipuliertes Soja verfüttert, wofür im Regenwald täglich eine Fläche von Köln gerodet wird 1 Hektar Dschungel hat mehr Artern als der gesamte Europäische Kontinent. "



Oder ist das Problem einfach, daß wir zu viele Menschen sind?


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RE: "Bleiben also an 9/10 Tagen wohl doch wieder die Beeren, Wurzeln, Gräser, Samen, Honig."

#6 von hans , 21.05.2018 16:36

Zitat von Mo im Beitrag #5
"Für 1kg Fleisch aus der Massentierhaltung werden 20.000L Wasser benötigt, 15kg genmanipuliertes Soja verfüttert, wofür im Regenwald täglich eine Fläche von Köln gerodet wird 1 Hektar Dschungel hat mehr Artern als der gesamte Europäische Kontinent. "


Kommt immer auf die Haltungsform & wo an. Jedoch wird - wohl um den Bedarf zu decken - in Argentinien & Co. massiv gerodet. Die anschließende Kühlkette macht aus dem ganzen ein gigantischen Wahnsinn - 100 (fossile) Kalorien Input für 1 Kalorie output. 'Normal' ist 1:10... wobei auch das schon ein Wahnsinn ist (Siehe Seite 90 für die Quellen). In DE & Co. wird dann viel Kraftfutter in den Ställen verfüttert... nicht Artgerecht...

Zitat von Mo im Beitrag #5
Oder ist das Problem einfach, daß wir zu viele Menschen sind?


Das sowieso. Tragfähigkeit des Planeten ohne Fossile und ohne Übernutzung der nachwachsenden Ressourcen wird unter 500 Millionen geschätzt. Ich und viele andere gehen davon aus, das es so in 2100 auch wieder sein wird.

LG
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RE: "Bleiben also an 9/10 Tagen wohl doch wieder die Beeren, Wurzeln, Gräser, Samen, Honig."

#7 von EHST , 21.05.2018 20:13

Und die 20.000 Liter Wasser sind dann als Essenz im Fleisch enthalten und für immer verloren? (Ob es nun stimmt oder nicht - ich möchte gar nicht wissen, wieviel manch mathematikaffiner Veganer so im Jahr mit Lush und Co. verbadet. Oder wieviel Wasser zum Abspülen von Gemüse den Abfluss hinunterrast.) Das eine Kilo Fleisch kackt im Laufe seines Lebens auch mal und sorgt später für ein besseres Pflanzenwachstum (ist das dann eigentlich noch vegan?)

Das Leben besteht aus Kreisläufen.

(Menschen werden immer produktiver und geschickter, wenn es um die Produktion von Nahrungsmitteln (und andren Dingen) geht, da finde ich es reichlich unseriös, wenn man mit Zahlen rumwirft, wieviel Menschen diese Erde wohl verträgt. Das kann man gar nicht abschätzen)


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RE: "Bleiben also an 9/10 Tagen wohl doch wieder die Beeren, Wurzeln, Gräser, Samen, Honig."

#8 von hans , 21.05.2018 21:48

Zitat von EHST im Beitrag #7
Und die 20.000 Liter Wasser sind dann als Essenz im Fleisch enthalten und für immer verloren?


Das ganze ist komplexer. teils werden zur Bewässerung - z.B. im mittleren Westen der USA - aquifier angezapft (Ogallala) die 50.000 Jahre benötigen um sich wieder zu füllen. Andernorts wird das Grundwasser so stark abgepumpt (Indien), das es auf 100 Meter sinkt und dann Salze damit nach oben gefördert werden - und die Humus-Schicht bei der Bewässerung drauft geht.

Klar - das Wasser ist nicht weg - nur irgendwo anders. Und Ja, alles läuft in Kreisläfen - nur teils langsamer als wir die ressourcen nutzen. Deswegen sind die 20.000 Liter schon relevant, weil darin ist viel Beregnung für Soja, Mais & Co. enthalten - ggf. auch das Wasser was anteilig für die Produktion von Verpackungen, den Transport (Produktion Maschinen, Betriebsstoffe), etc. pp. verwendet wird. Und das Wasser dort wieder sauber bzw. geniessbar zu machen.. das ist noch eine ganz andere Geschichte....

ich denke die 20.000 Liter für Mast-Rind sind in Bezug auf eine Live-Cycle Analyse sicher nicht zu krass daneben gegriffen. Jedoch sagt es nichts darüber aus, wo im jeweigen Fall das Wasser her kommt und wie viel davon für wie lange aus dem Kreislauf verloren ist.

LG
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RE: "Bleiben also an 9/10 Tagen wohl doch wieder die Beeren, Wurzeln, Gräser, Samen, Honig."

#9 von ChristineH , 22.05.2018 09:57

Zitat von Mo im Beitrag #5
Und stimmt das hier oder ist das vegan-propaganda?

"Für 1kg Fleisch aus der Massentierhaltung werden 20.000L Wasser benötigt, 15kg genmanipuliertes Soja verfüttert, wofür im Regenwald täglich eine Fläche von Köln gerodet wird 1 Hektar Dschungel hat mehr Artern als der gesamte Europäische Kontinent. "


Ist doch wurschd. Massentierhaltung ist auch für mich als überzeugte Nicht-Veganerin ein Verbrechen und ich unterstütze sie nicht. Ich kaufe mein Fleisch nicht im Supermarkt und muss mir deshalb solche Zahlen nicht vorhalten lassen.

Das Problem ist doch, dass wir (jaha, auch die Veganer) Gemüse kaufen, das in Europas Wüste (im Plastikmeer von Spanien um Almería) angebaut wurde, ein unglaubliches Umweltverbrechen, und Kühe mit Getreide und Soja füttern, statt sie artgerecht nur Gras und Heu fressen zu lassen auf Böden, die ohnehin nicht für den Gemüseanbau geeignet sind. So lange wir so Raubbau an der Umwelt betreiben, kriegen wir sie mit oder ohne Fleisch kaputt.

PS: Ich gestehe, dass ich tatsächlich doch selbst Massentierhaltung betreibe, ich bin nämlich Hobbyimkerin
Kauft Honig nur aus artgerechter Massentierhaltung! Und zwar ausschließlich vom örtlichen Imker, nicht "aus EU- und nicht-EU-Ländern".



 
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RE: "Bleiben also an 9/10 Tagen wohl doch wieder die Beeren, Wurzeln, Gräser, Samen, Honig."

#10 von hans , 22.05.2018 10:15

Zitat von ChristineH im Beitrag #9
[quote="Mo"|p43096]PS: Ich gestehe, dass ich tatsächlich doch selbst Massentierhaltung betreibe, ich bin nämlich Hobbyimkerin


Hi Christine,

hattet Ihr/Du auch so wenig Bienen im Frühjahr? In meinem Garten sind dann auch zwei Völker eines befreundeten Imkers über den Winter eingegangen....

LG
Hans


 
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RE: "Bleiben also an 9/10 Tagen wohl doch wieder die Beeren, Wurzeln, Gräser, Samen, Honig."

#11 von jfi , 22.05.2018 15:09

Die 20.000 L sind reine Veganer-Propaganda, da ist nämlich einer der bei Cowspiracy beteiligt war hergegangen und hat ALLES Wasser was auf Weideflächen fällt (in Form von Regen und Bewässerung) genommen und da draufgerechnet was eine Kuh am Tag trinkt.
Dass diese Berechnung völlig bekloppt ist sollte eigentlich jedem klar sein, denn nicht jeder Regentropfen der auf die Weide fällt auf der Tiere grasen wird von den Tieren aufgesogen. Vieles davon geht ins Grundwasser oder verdunstet wieder in die Atmosphäre um dann woanders als Niederschlag wieder runter zu kommen.

Zu dem Thema Kraftfutter kann man sagen; Ja, das ist nicht artgerecht, aber in D besteht das wenigstens aus (jeweils nicht genmanipuliertem) Mais, Soja und anderen Gemüse- und Getreidearten. Also immernoch besser als das was die Massenhaltungstiere in USA zu fressen bekommen.
Einfach schauen, dass 80-90 % seines Fleischs nicht aus Massenhaltung stammt und dann sollte man sich mMn keine Gedanken um die Umwelt machen nur weil man sich gescheit und artgerecht ernährt.

LG Jens


"Don't ask what the world needs. Ask what makes you come alive. Because what the world needs most is more people who have come alive." - Howard Thurman


 
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RE: "Bleiben also an 9/10 Tagen wohl doch wieder die Beeren, Wurzeln, Gräser, Samen, Honig."

#12 von ChristineH , 22.05.2018 15:13

Hans, das führt in diesem Thread vermutlich zu weit ...

In Kürze: Unsere 10 Völker sind alle durch den Winter gekommen, allerdings ist im zeitigen Frühjahr dann eine Königin gestorben (kann mal passieren), das Volk haben wir aufgelöst, ist mittlerweile schon wieder nachgezogen.

Dass dieses Frühjahr wenig Bienen unterwegs sein sollen, halte ich für eine falsche Wahrnehmung. Es war bei uns zwar so, dass nicht allmählich nacheinander die Obstbäume etc. blühten (erst Kirsche, dann Apfel, usw.), sondern alle gleichzeitig. Und zwar nach einer recht kalten Periode, so dass die Bienenvölker noch im Aufbau waren. Also wenig Bienen für all diese Blüten. Dennoch hängen beim Nachbarn schon unglaublich viele Kirschen am Baum, beim anderen hab ich gestern auch schon Gartenbäume mit enormer Menge an Fruchtansätzen gesehen. Der Raps war leider schnell vorbei, weil es hier sehr trocken war.

Unser Problem ist nicht so sehr das Frühjahr, da gibt's noch Futter für die Insekten, sondern die großen Trachtlücken im Sommer/Herbst, weil die Wiesen völlig überdüngt und zudem für die Biogasanlage früh gemäht werden, die Feldraine alle abrasiert, die Gehölze entfernt, Mais und Getreide (nix zu holen für Bienen) in großen Mengen angebaut wird. Der Klatschmohn im Getreidefeld wird weggespritzt.

Also gilt es als Privatmensch: Macht Euch kundig, was Insekten brauchen und werdet in Eurem eigenen Garten aktiv. Weg mit der Forsythie und der Thujahecke, her mit der Kornelkirsche, dem Liguster und dem Efeu!

http://hortus-insectorum.de/mini-tipps/


donmarten hat sich bedankt!
 
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