Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#1 von EvPow , 11.05.2018 12:52

Da es im Forum bisher nur verstreute Infos gibt, hier ein expliziter Thread zum Thema.

http://coimbraprotokoll.de/coimbraprotokoll/
http://www.vitamind.net/interviews/coimbra-ms-autoimmun/

Was ich sehr irritierend finde, ist der bei Coimbra extrem geringe Konsum von Calcium, bei gleichzeitig sehr hoher Vit-D-Zufuhr, denn das widerspricht diesem Artikel komplett:

http://edubily.de/2016/01/vitamin-d-nachteile/


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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#2 von wmuees , 11.05.2018 14:19

Bei so hoher Zufuhr von Vitamin D und gleichzeitig hoher Calzium-Zufuhr kommt man in eine Hypercalzämie, d.h. eine Calzium-Vergiftung.
Deswegen die Zufuhrbeschränkung.
Coimbra arbeitet jetzt schon 15 Jahre am/mit dem Protokoll. Inzwischen weiß er, was man bei so hohen Vitamin D Gaben machen sollte und was nicht.


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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#3 von MGhell , 11.05.2018 14:45

Wichtig scheint die Kontrolle des Parathormons während des Coimbra Protokolls zu sein. Meines Erachtens sollte man das Protokoll nicht in Eigenregie durchführen, sondern nur mit Unterstützung eines mit dem Protokoll vertrauten Arztes.

Dr. Retzek hat bei Dr. Coimbra hospitiert:

http://www.homeopathy.at/tag/coimbra


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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#4 von EvPow , 11.05.2018 19:20

Die Seite ist ja mal wirklich klasse! Da ich tatsächlich mal wg. Borreliose mit Antibiotika behandelt wurde und on topp kurz danach seither von Bechterew betroffen bin, finde ich den Ansatz überaus interessant.


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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#5 von Chris (edubily) , 12.05.2018 23:36

Das Coimbra-Protokoll dient der Therapie. Das geht nur unter ärztlicher Überwachung. Das, was wir schreiben, gilt für Normalmenschen. Für Therapie gelten andere Regeln ... immer ...


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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#6 von wmuees , 13.05.2018 11:03

Zitat von Chris (edubily) im Beitrag #5
Das Coimbra-Protokoll dient der Therapie. Das geht nur unter ärztlicher Überwachung.


In der Tat. Und wenn ich mir einige Blogs von Patienten so ansehe, scheint der Behandlungskorridor - zwischen vernünftiger Wirkung und Überdosierung - auch recht schmal zu sein. Wer also während der Dosiseinstellung sein Körpergewicht entscheidend ändert oder mit Low Carb seine Schilddrüse in die Unterfunktion bringt, der hat durchaus Probleme und muss nochmal von vorne anfangen.

Was ich mich auch öfter schon gefragt habe: bei soviel Vitamin D, wie sieht es da mit beschleunigter Arterienverkalkung aus? Ich habe den Eindruck, dass dieses Thema bei der Schwere der behandelten Krankheiten nicht im Fokus steht, aber es könnte langfristig schaden. Und ich habe auch noch nirgends gelesen, mit welcher Dosis Coimbra seine Versuche mit Vitamin K2 gemacht hat.


 
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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#7 von Chris (edubily) , 13.05.2018 12:04

Zitat
Was ich mich auch öfter schon gefragt habe: bei soviel Vitamin D, wie sieht es da mit beschleunigter Arterienverkalkung aus? Ich habe den Eindruck, dass dieses Thema bei der Schwere der behandelten Krankheiten nicht im Fokus steht, aber es könnte langfristig schaden. Und ich habe auch noch nirgends gelesen, mit welcher Dosis Coimbra seine Versuche mit Vitamin K2 gemacht hat.



Eben. Das muss deshalb so streng überwacht werden alles, weil hier am Limit gearbeitet wird. Und beschleunigte Arterienverkalkung ist sicher ein Aspekt, der bei Langzeitbehandlung auftritt. Aber wie gesagt: Sowas darf eine Therapie. Eine Therapie darf an die Grenzen gehen und Nebenwirkungen erzeugen, wenn dafür "die größte oder lebensgefährliche Baustelle" beseitigt wird. Aber das kommt in vielen Köpfchen nicht an. Da steht immer noch geschrieben: "Vitamin D ist gut, deshalb sind Superhochdosen nicht gefährlich."


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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#8 von EvPow , 14.05.2018 10:58

Danke für euren Input, der schon viele Fragezeichen bei mir aufgelöst hat.

http://www.homeopathy.at/msautoimmunkh-p...immuntoleranz-f

Hier habe ich etwas gefunden, das ich überaus vielversprechend und logisch finde, gerade weil Hormone nachweislich bei zB Rheuma extremen Einfluss haben. Also durch Gabe von Progesteron eine mögliche Vit D Rezeptor Blockade zu entschärfen:

Progesteron aktiviert VitD-Rezeptor, damit kann Calcitriol viel leichter Immuntoleranz ausüben. Was für Schwangerschaft gedacht („Abstossung des Fetus verhindern“) kann für Multiple Sklerose, Lupus und andere AutoimmunKH ausgenutzt werden, zB um das Coimbra-Protokoll mit Progesteron zu enhancen. Obwohl wir nur mit „normalen Dosen“ von VitD (ca ca 50.000 IE/Woche –> dann eingestellt auf Serumwerte von 60-90ng/ml) gearbeitet haben. Vermutlich haben wir unbeabsichtigt durch die Kombination von Progesteron und „mässig dosiertem VitD“ eine gegenseitige Wirkverstärkung ausgelöst, die zur verstärkten Immuntoleranz geführt hat, was für Autoimmunerkrankungen hochgradig erwünscht ist.


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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#9 von wmuees , 15.05.2018 12:49

Dabei sollte man aber immer im Auge behalten, dass Autoimmun-Erkrankte nicht zwangsläufig eine VDR-Störung haben müssen. Die Störung kann auch an ANDERER Stelle im Vitamin-D-Stoffwechsel vorliegen. Je weiter man ins Detail geht, desdo komplexer wird es....


 
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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#10 von wmuees , 25.05.2018 16:21

Grammweise Vitamin C einwerfen ist beim Coimbra-Protokoll eine besonders SCHLECHTE Idee....

http://www.homeopathy.at/coimbra-nierens...hdosiertem-vitd


 
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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#11 von Marlene , 07.06.2018 11:24

Ich bin nicht so der Freund von Vitamin D Megadosen, das hat in den letzten Jahren ganz schön zugenommen und ich denke Vitamin K ist vielleicht angebrachter, als die Calcium Modifikation. Vitamin D ist aber schon sinnvoll, da es eine Toleranzentwicklung von Dendritischen Zellen und B-Zellen gegenüber körpereigenen Antigenen fördert. Das kann beispielsweise Diabetes 1 vorbeugen. Ich würde mir lediglich keine Wunder davon versprechen, aber da ein Großteil der Menschen eh einen Defizit hat, glaube ich ist es doch nötig das es regelmäßig aus verschiedenen Quellen auch in den Körper gelangt.

Quellen:
1.iNutro
2. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24663679


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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#12 von Lorbeere , 12.07.2018 23:44

Super thread!
Da kann ich auch mal meine 2 cents dazugeben.
Ich war Typ1-LADA-Diabetikerin - seit Juni 2017 in Remission. Seit April 2018 im Coimbra-Protokoll. Vitamin-D-hat bisher den größten Effekt auf meine Blutzuckerverwertung gehabt.
Danke nochmal an wmuees, der/die mich hier in diesem Froum auf das Coimbra-Protokoll brachte.

Calcium: Zum Protokoll gehört eine calciumarme Ernährung sowie das Trinken von mind. 2,5 l am Tag. Damit wird das freigesetzte Calcium gleich wieder ausgeschwemmt.

Das Parathormon dient im Coimbraprotokoll zur Kontrolle der Wirkung von Vit. D und zur Dosisanpassung. Das PTH soll einen bestimmten niedrigen Wert erreichen. Wenn der stimmt, bleibt die Dosis so.

Vitamin K2: Coimbra sagt, es bringt keinen zusätzlichen Nutzen im Protokoll. Viele Patienten nehmen es aber trotzdem ein, ich auch. Schaden kann es ja in der Dosis von 200 µg kaum. Und vielleicht doch eher nutzen.

Zum Protokoll gehören noch weitere Vitamine und Mineralien (z.B. Vitamin B2). Wobei die auch je nach Art der AI-Erkrankung variieren. Auch Omega-3-Fettsäuren gehören dazu.

Ich denke auch, dass es nicht ganz risikofrei ist. Aber man muss abwägen. Und gut auf sein Körpergefühl achten.

Gruß
Lorbeere


 
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