RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#61 von Chris (edubily) , 15.11.2018 15:02

Zitat von EvPow im Beitrag #57
Zudem sollte man K2 nicht zusammen mit Vit D einnehmen, weil sich beide in der Aufnahme behindern (selber Pfad, gilt für sämtliche fettlöslichen Vitamine) und somit etwa ein Drittel weniger vom K2 aufgenommen wird. Daher nehme ich mein D immer morgens und das K2 abends.



Auf der von dir genannten Seite gibt es keine einzige Quelle, die diese Behauptung belegt. Nach neueren Untersuchungen hat der Dünndarm eine Fläche von > 30 m2. Und dort sollen sich Vitamine im Mikrogramm-Bereich bei der Aufnahme behindern?

@Alle: Derjenige, der mir beweisen kann, dass sich Mikronährstoffe in normalen Dosen (sprich: Zink max. 15 mg, Kupfer max. 2 mg, Mg max. 250 mg etc.) gegenseitig bei der Aufnahme behindern und das nachweisliche und nennenswerte Effekte im Körper hat, kriegt von mir eine Dose Whey-Protein geschenkt!


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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#62 von marcolino , 15.11.2018 16:20

@Alle: Derjenige, der mir beweisen kann, dass sich Mikronährstoffe in normalen Dosen (sprich: Zink max. 15 mg, Kupfer max. 2 mg, Mg max. 250 mg etc.) gegenseitig bei der Aufnahme behindern und das nachweisliche und nennenswerte Effekte im Körper hat, kriegt von mir eine Dose Whey-Protein geschenkt!

Sind auch zwei Dosen machbar?
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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#63 von Chris (edubily) , 15.11.2018 17:39

Nix da


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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#64 von Dominik , 15.11.2018 20:29

@ Chris

Zink, Calcium, Magnesium und Eisen teilen sich ja den gleichen Transporter.

Examine.com formuliert das so:

Zitat
Zinc’s intestinal uptake is hindered by other minerals, including calcium, magnesium, and iron, since they all use the same transporter. If the transporter’s uptake limit (800mg) is exceeding between these four minerals, absorption rates will fall. Taking less than 800mg of these four minerals at the same time is fine.


Link: https://examine.com/supplements/zinc/

Gibt es solche Transporter auch für andere Mineralstoffe (oder Vitamine?) und wenn ja, sind diese bezüglich ihrer maximalen Aufnahmefähigkeit auch schon bekannt?


 
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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#65 von Chris (edubily) , 15.11.2018 21:26

Also ... Ich gehe davon aus, dass hier Bezug zum DMT1 genommen wird. Dass sich diese Metalle aber genau ein Transportprotein teilen, ist falsch. Es gibt unzählig viele Transportproteine, speziell für Zink gibt's innerhalb einer Gruppe sogar noch mal etliche Familien! Es kommt natürlich auch auf die jeweiligen Gewebe an, aber der Darm hat ganz sicher nicht nur ein Transportprotein für vier Kationen. Hier mal ein Beispiel fürs Gehirnl:



Und selbst wenn die Zahl 800 mg stimmen würde (für wen soll das per se gelten? Wie ist das bei Mangel? Wie ist das bei Überschuss? Bei Sport? etc.), dann würde das ja genau meine Aussage oben bestätigen. Selbst wenn man nun 15 mg Zink, 2 mg Kupfer, 2 mg Mangan, 300 mg Calcium, 200 mg Magnesium und auch noch 15 mg Eisen zum selben Zeitpunkt einnehmen würde, wären die 800 mg nicht erreicht. Zumal das Ganze in "echten" Lebensmitteln sowieso "intelligenter" vom Darm gehandhabt wird. Ein Stück Fleisch kann Zink über Stunden und Stunden langsam ins Blut abgeben, während das bei Einzel-NEM-Gabe direkt auf einmal aufgenommen wird.

Deshalb: Diese Behinderungen haben keinerlei Real-Life-Relevanz!


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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#66 von EvPow , 16.11.2018 11:12

Ein US Dr. hat einen Selbstversuch gemacht:

"My D slowly increased to 300 ng/ml by LCMS at about 4 months. My serum and urine calcium and urine CA/CR ratio remained normal. I wanted to see if sun exposure would affect vitamin D so I started sunbathing an hour every day for 2 weeks. My vitamin D levels decreased to 250 ng/ml despite the fact I was still taking 100,000 IU/day. It seemed to indicate that sun exposure will help reduce elevated D levels."

Hat jemand eine Theorie, wie das sein kann - wie also zusätzliches Sonnenbaden den Vit D Spiegel sogar senken soll?



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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#67 von Dominik , 16.11.2018 11:16

Danke dir für diese Erklärung, Chris!


 
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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#68 von Chris (edubily) , 16.11.2018 12:24

Zitat von EvPow im Beitrag #66
Ein US Dr. hat einen Selbstversuch gemacht:

"My D slowly increased to 300 ng/ml by LCMS at about 4 months. My serum and urine calcium and urine CA/CR ratio remained normal. I wanted to see if sun exposure would affect vitamin D so I started sunbathing an hour every day for 2 weeks. My vitamin D levels decreased to 250 ng/ml despite the fact I was still taking 100,000 IU/day. It seemed to indicate that sun exposure will help reduce elevated D levels."

Hat jemand eine Theorie, wie das sein kann - wie also zusätzliches Sonnenbaden den Vit D Spiegel sogar senken soll?


300 ng/ml?!

Ich denke, man muss Dinge einfach im richtigen Kontext betrachten. Abgesehen von Eskimos, kriegt 99 % der Menschheit das Gros ihres Vitamin D aus Sonnenlicht und das seit Millionen von Jahren. Ich denke, dass Sonnenlicht ganz andere autoregulative Mechanismen in Gang setzt als die Vitamin-D-Ergänzung alleine. Es kann gut sein, dass UV-Licht oder z. B. Vitamin-D-Abkömmlinge, die es exklusiv bei UV-Bestrahlung gibt, andere Enzymsysteme aktiviert als die Ergänzung. 250 ng/ml erreicht man wohl selbst bei ganztägiger, wochenlanger Sonnenbestrahlung nie und nimmer.


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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#69 von EvPow , 16.11.2018 12:34

Im Coimbra-Protokoll reicht die Spanne von 200-4.000ng/ml, die meisten liegen im Bereich 250-1.000ng/ml. Da die zugeführte Menge D3 zwischen 40.000-320.000IE täglich liegt, passen die Werte auch zusammen.

Ich finde es sehr spannend, wie Sonnenlicht den Spiegel sogar zu senken können scheint (ich denke aber nur, wie beschrieben, bei extrem hohem Ausgangsniveau - über der natürlich erreichbaren Grenze). Dann hätten die CP-Patienten im Sommer ja einen niedrigeren Spiegel als im Winter - verkehrte Welt ^^

AFAIK kann via Sonne täglich max. etwa 30.000IE gebildet werden, dann sind die körpereigenen Mechanismen erschöpft/ verbraucht.



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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#70 von Chris (edubily) , 16.11.2018 14:14

Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass eine "Sonnentherapie" pro Höhe X des Vitamin-D-Werts bessere Resultate erzielt als eine Vitamin-D-Gabe. UV-Licht stimuliert nämlich viele immunomodulatorische Substanzen. Auf der anderen Seite dürfte es dann kaum entzündliche (Autoimmun-)Erkrankungen in sonnenreichen Gegenden geben ... Komplexes Thema!


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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#71 von EvPow , 16.11.2018 14:37

Ich denke auch, dass Sonnenlicht als natürliche Form einer Vit D Gabe als NEM überlegen ist - genauso wie richtige Nahrung NEMs überlegen ist. Man kann die Evolution nicht mal eben komplett ersetzen oder negieren.

Aufgrund der Praktikabilität und trotzdessen haben NEMs natürlich ihre Berechtigung, denn nur weil etwas relativ gesehen schlechter ist, wird es dadurch nicht auch absolut "schlecht" per se. Kommt auch beim Vit D auf den Kontext an.

Aber zu deiner Anmerkung: Coimbra hat tatsächlich vor Beginn der Erstellung seines Protokolls festgestellt, dass die prozentuale Autoimmun-Erkrankungsrate mit zunehmender Entfernung vom Äquator zunimmt! Nur so ist der überhaupt auf den Zusammenhang mit Sonne/ Vit D gekommen und hat zunächst mit 10.000IE getestet. Der Rest ist Geschichte.

Dass es, gerade heutzutage, natürlich auch einige Autoimmunkranke in sonnenreichen Gegenden gibt, liegt daran, dass die Menschen heute viel weniger draußen sind als früher und wenn, nur mit hohen Sonnenschutzfaktoren. Ab Faktor 8 wird aber bereits kein Vit D mehr gebildet, genauso wie bei einem Sonneneinfallswinkel <45°...



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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#72 von Chris (edubily) , 16.11.2018 14:54

Deine Ausführung kann ich so voll unterschreiben!


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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#73 von Tommy , 16.11.2018 15:48

Nicht nur in Bezug auf Autoimmunkrankheiten. Ich meine Dr Löffler oder Prof Spitz hatten gesagt, dass die Hautkrebsrate in den nördlichen Ländern Europas deutlich höher ist als in den Südlichen. So viel zum Thema die böse Sonne und Hautkrebs


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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#74 von EvPow , 28.11.2018 08:30

Update und Fragen nach nun 4 Monaten im Protokoll:

Lt. meinen neuen Bluttests (Abnahme vor 6 Tagen) bin ich nun beim PTH von 47% auf 7% runter?! Und das, obwohl ich die letzten Wochen so wenig Calcium konsumiert habe, wie möglich. Gestern gab es selbstgemachten Grünkohl und heute Nacht wachte ich mit Hyperkalzämie auf - hatte starken Durst und mir war schwummrig. Habe direkt viel Salzwasser mit Mg getrunken und inzwischen geht es wieder gut.

Was wirklich erstaunlich ist: Mit deutlich mehr Calcium als zuletzt hatte ich ja zuvor wochenlang Hypokalzämie mit Herzrasen - und mit genauso wenig Ca lag ich quasi im Müdigkeits-Koma; jetzt quasi das Gegenteil. Meine einzige Erklärung ist, dass ich ja seit 2 Wochen 200mcg K2 einnehme. Das ist einerseits der einzige Unterschied zu davor und andererseits habe ich schon mehrfach gelesen, dass K2 eine VDR-Blockade (Vit D Rezeptor) teilweise aufheben kann. Das würde erklären, warum ich in so kurzer Zeit (4 Wochen) von einem viel zu hohen PTH auf ein sehr niedriges komme, bei sogar deutlich reduzierter Ca-Aufnahme.

Und wenn mein PTH immer weiter sinkt, dürfte das inzwischen, 1 Woche nach Bluttest, sogar sehr nah an der Untergrenze sein (0% der Spanne). Wenn ich dann mal etwas mehr Ca konsumiere, wie gestern mit dem Grünkohl, rutsche ich direkt unter jene Grenze und in die Hyperkalzämie. Ggf. brauche ich dafür auch kaum noch extra Ca, weil das PTH sowieso immer weiter sinkt.

Heißt für mich im Umkehrschluss, dass ich - wie wmuees schon mal vermutete - weniger Vit D benötige als meine 75.000IE. Oder wie seht ihr das?

PS: Wenn mir meine Blutergebnisse vorliegen (die Praxis schickt mir diese per Post, habe aber PTH schon erfragt und auch sonst war alles im grünen Bereich), werde ich natürlich auch mit meinem Protokollarzt Rücksprache halten. Aber nach all meinen Erfahrungen ist hier im Forum mehr Wissen vorhanden als bei irgendeinem Arzt.


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RE: Coimbra Protokoll Autoimmunkrankheiten

#75 von ChristineH , 28.11.2018 09:35

Ich würde meinen Protokollarzt bitten, mit Dr. Coimbra Deinen Fall zu besprechen.


 
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