Gesamteiweiß und Aminogramm - wie hängt das zusammen?

#1 von Karsten , 08.12.2014 12:51

Beim Stöbern zu den Themen Gesamteiweiß und AS findet man immer wieder Aussagen wie "Gesamteiweiß niedrig, Aminogramm super" oder auch anders herum.

Bei Dr. Strunz kann man lesen:
Nach dem Prinzip Justus von Liebig richtet sich ja das Gesamteiweiß nach dem einen, dem einzelnen tiefsten Wert einer essentiellen AS.

Ein sinnhafter Zusammenhang erschließt sich mir nicht.

Wie genau hängen diese Werte zusammen, gibt's dafür eine einfache und nachvollziebare Erklärung?


Grüsse
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RE: Gesamteiweiß und Aminogramm - wie hängt das zusammen?

#2 von Chris (edubily) , 08.12.2014 12:52

Gesamteiweiß ist das Resultat der Protein-Synthese in der Leber.

Proteine bestehen aus Aminosäuren. Fehlen einzelne Aminosäuren, so kann das Protein nicht ausreichend gebildet werden.

=> niedriges Gesamteiweiß.


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RE: Gesamteiweiß und Aminogramm - wie hängt das zusammen?

#3 von justizia , 08.12.2014 13:02

Also esse ich lieber Aminosäuren statt Eiweiß? Oder wie?

 
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RE: Gesamteiweiß und Aminogramm - wie hängt das zusammen?

#4 von Chris (edubily) , 08.12.2014 13:16

Bettina,

Eiweiß besteht doch aus Aminosäuren :-)

LG, Chris

Edit: Nur es ist eben so, dass ... wenn eine Aminosäure fehlt, kann das ganze Protein im Körper (Protein-Synthese) nicht gebildet werden. Und "Gesamteiweiß" bezeichnet einfach nur die Menge der Plasma-Proteine, die in der Leber gebildet werden.


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RE: Gesamteiweiß und Aminogramm - wie hängt das zusammen?

#5 von justizia , 08.12.2014 13:18

Jaa, aber wenn es sich gleich bleibt, dann ist es doch viel einfacher Pulver aus Aminosäuren zu essen als ein Stück Fleisch. Ich meine jetzt mal ungeachtet Geschmack und Sättigung??

 
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RE: Gesamteiweiß und Aminogramm - wie hängt das zusammen?

#6 von Karsten , 08.12.2014 13:27

Danke für die Erklärung, Chris. Das leuchtet mir jetzt ein.

Wenn mein Gesamteiweiß niedrig ist, weil einzelne AS "fehlen" zB. weil sie überproportional für Reparaturzwecke benötigt werden wäre es aus meiner Sicht logisch neben genereller Eiweißzufuhr genau die fehlenden AS as Extra-Portion zu ergänzen. Macht das Sinn?


Grüsse
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RE: Gesamteiweiß und Aminogramm - wie hängt das zusammen?

#7 von Chris (edubily) , 08.12.2014 18:02

Zitat
Jaa, aber wenn es sich gleich bleibt, dann ist es doch viel einfacher Pulver aus Aminosäuren zu essen als ein Stück Fleisch. Ich meine jetzt mal ungeachtet Geschmack und Sättigung??



Ich habe schon lange aufgehört an Fleisch zu glauben ... Aber das kann man ja niemandem erzählen.

Zitat
Wenn mein Gesamteiweiß niedrig ist, weil einzelne AS "fehlen" zB. weil sie überproportional für Reparaturzwecke benötigt werden wäre es aus meiner Sicht logisch neben genereller Eiweißzufuhr genau die fehlenden AS as Extra-Portion zu ergänzen. Macht das Sinn?



Absolut! Genau auf den Punkt gebracht.


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RE: Gesamteiweiß und Aminogramm - wie hängt das zusammen?

#8 von naklar! , 08.12.2014 18:43

ok, ich habe jetzt beim lesen dieses Threads etwas gelernt...
...wenn ich dies nun aber auf die ersten Sätze in Karstens Eingangspost beziehe, dann machen diese doch überhaupt keinen Sinn?
Oder liegt hier Denkfehler meinerseits vor?

 
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RE: Gesamteiweiß und Aminogramm - wie hängt das zusammen?

#9 von naklar! , 08.12.2014 20:24

Also ich meine:

Wie kann denn dann " Gesammteiweiß zu niedrig und Aminogramm super " sein, so wie Karsten es immer wieder liest.
Bzw. andersrum?

 
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RE: Gesamteiweiß und Aminogramm - wie hängt das zusammen?

#10 von Chris (edubily) , 08.12.2014 20:56

Es kommt auf das Gleichgewicht an. Es bringt nichts, wenn alle Aminosäuren in exorbitanten Mengen vorhanden sind, aber Methionin fehlt - als Beispiel. Okay?


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RE: Gesamteiweiß und Aminogramm - wie hängt das zusammen?

#11 von naklar! , 08.12.2014 21:08

Okay - aber wenn Methionin ( ich nehme mal an, eine Aminosäure :-) fehlt, würde man doch nicht von einem guten Aminogramm sprechen.

Ich verstehe das so:

Alle Aminosäuren ausreichend vorhanden = Gutes Aminogramm = Gesamteiweiß paßt.

Sorum wird doch ein Schuh draus, oder?

 
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RE: Gesamteiweiß und Aminogramm - wie hängt das zusammen?

#12 von naklar! , 08.12.2014 22:02

.....oder habe ich eine falsche Vorstellung dessen, was man gemeinhin ein gutes Aminogramm nennt?

 
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RE: Gesamteiweiß und Aminogramm - wie hängt das zusammen?

#13 von justizia , 08.12.2014 22:45

Ich esse Fleisch hauptsächlich weil ich davon satt werde. Chris, warum hast Du aufgehört an Fleisch zu glauben? Das würde mich echt interessieren. Eier machen mich lange nicht so satt wie Fleisch.

 
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RE: Gesamteiweiß und Aminogramm - wie hängt das zusammen?

#14 von H_D , 10.12.2014 17:22

Im Bodybuildingbereich gab es ja auch mal die Empfehlung des Protein Cycling. Ich glaube von Lyle McDonald.
Ein Link dazu, wenn auch nicht von Lyle:
http://inhumanexperiment.blogspot.de/200...termittent.html

Was haltet ihr davon?

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RE: Gesamteiweiß und Aminogramm - wie hängt das zusammen?

#15 von Karsten , 12.12.2014 13:17

Nochmal zum Aminogramm, und zur Eiweißzufuhr.

Jetzt liegen die Laborberichte für meine Frau auch vollständig vor. Vor dem Hintergrund ihrer "depressiven" Erkrankung (in den letzten beiden Jahren massiv) hatten wir Abgründe in ihrem Aminogramm befürchtet. Gesamteiweiß bei 6,18 ließ ja schon mal nichts Gutes vermuten.

Um so überraschter war ich als ich die Werte sah - ich dachte es zieht mir die Schuhe aus!

Methionin 18 ( 25- 33) mcmol/L
Taurin 110 ( 54- 94)
Leucin 171 (110-149)
Isoleucin 99 ( 58- 80)
Valin 287 (207-277)
Lysin 189 (139-201)
Phenylalanin 81 ( 51- 61)
Histidin 67 ( 60-114)
Threonin 113 (120-188)
Tryptophan 41 ( 37- 56)
Arginin 148 (110-180)
Prolin 64 ( 10- 25)

Bis auf Methionin (verbraucht im Kampf gegen Rest-EBV?) und Threonin sind alle andere Werte gut, sechs (darunter alle BCAA) schießen sogar durch die Decke!

Und das bei einer täglichen Eiweißzufuhr von gemittelt max. 50g (in Worten: fünfzig!) am Tag, wenigstens in den letzten 3-4 Monaten. Davor aber auch nicht viel mehr. Bei einem Körpergewicht von 60-65 kg / 176cm.
Bedingt durch eine nicht unbedingt eiweißbetonte Ernährung, sowie eine schon als Mangelernährung zu bezeichnende Nahrungszufuhr in den im wöchentlichen Turnus immerwiederkehrenden Krankheitsphasen, in denen sie das Bett kaum verlassen konnte bzw. wollte.

Wie paßt das zusammen?


Grüsse
Karsten

 
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