Viele Fragen zu Beginn

#1 von Ursusprimus , 09.04.2018 21:31

Hallo zusammen,

ich habe mit Interesse das Handbuch gelesen und möchte das nun anwenden. Da ich weder Arzt noch Biochemiker bin, das Buch erst einmal gelesen habe und meine entsprechenden Vorkenntnisse recht überschaubar sind, habe ich noch nicht alles verstanden und vor allem gewisse Schwierigkeiten, die vielen Einzelinformationen zu einem für mich passenden Gesamtkonzept zu integrieren. Insofern habe ich etliche Frage und hoffe auf eure Unterstützung.
Da unterschiedliche Themenbereiche betroffen sind, habe ich sie nicht nur hier, sondern auch in den jeweiligen Threads gepostet und von dort (wenn es denn funktioniert) hierher zurückverlinkt, weil viele Fragen miteinander zusammenhängen und nicht ausschließlich isoliert betrachtet werden sollten (dies nur zur Info, so dass sich niemand wundert, wenn ein Teil noch an anderer Stelle erscheint).
Zunächst noch ein paar Informationen zu mir, die für die Fragen relevant sein dürften: 46J, m, 178cm, 70kg, ich bin recht sportlich, wenig Fettanteil (nicht gemessen, aber zumindest optisch mein Eindruck). Zwei Probleme, die für mich von größerer Bedeutung sind:
- Langjähriger Morbus Crohn (chronisch entzündliche Darmkrankheit) mit zwei Operationen. Seit längerem habe ich das aber gut im Griff (oder einfach nur Glück gehabt, schwer zu sagen), kaum entsprechende Entzündungswerte, allerdings häufige Durchfälle.
- Pfortaderthrombose (Ader zur Leber): Die wurde vor ca. einem halben Jahr mehr oder weniger zufällig entdeckt und ist aufgrund ihrer systemischen Effekte recht problematisch. Vor allem leidet die Leber unter der reduzierten Blutzufuhr; allerdings ist auch die Milz wegen des Blutrückstaus vergrößert (was die niedrige Anzahl der Thrombozyten erklären könnte, siehe Blutwerte) und es gibt eine Tendenz zur Varizenbildung (Krampfadern) in der Speiseröhre.
Ansonsten nur noch Kleinigkeiten: Laktoseintoleranz, ein paar Allergien (Milben, Hunde, Paprika, …), häufig laufende Nase, Erkältungsaffinität
Außerdem füge ich noch umfassende Blutwerte bei. Außerhalb des angegebenen Normbereichs sind dabei:
Leukozyten (zu niedrig), Thrombozyten (zu niedrig), Harnsäure (zu hoch), CK37C (zu hoch), Gerinnung Citrat Blut – Quick (zu niedrig)
Alpha 2 Globulin (zu niedrig), Mangan (zu hoch)

Fragen habe ich (momentan) vor allem zu folgenden Themen:
1 - Ernährung: Trennung von Fett und Kohlenhydraten
2 - Thrombose
3 – Nahrungsergänzungsmittel
4 - Krafttraining/Sport
5 – Sonstiges

- Zu 1 - Ernährung: Trennung von Fett und Kohlenhydraten
Als Hintergrundinfo ist zu erwähnen, dass ich die Ausführungen des Handbuchs mich dazu motiviert haben, intermittierend zu fasten, was mir recht leichtfällt (Frühstück um 10:00, allerdings 1,5h vorher Proteinshake wegen Sport, letzte Mahlzeit um 17:30). Das ist insofern für die Fett-Kohlenhydrattrennung relevant, weil die Zeitfenster zwischen den Mahlzeiten geringer sind. Wenn ich das richtig verstanden habe heißt das in der Konsequenz, dass ich an einem Tag eigentlich komplett für kohlenhydrat- oder fettfokussierter Ernährung entscheiden muss. Stimmt das so?
Das wäre für mich insofern ein Problem, als ich den Eindruck habe, nicht zu viel Fett auf einmal zu vertragen und anscheinend (bin noch nicht ganz sicher, da ich diese Trennernährung erst seit Kurzem probiere) noch stärker mit Durchfall reagiere. Das hieße dann aber, dass ich keine „Fetttage“ hätte und somit in diesem Bereich ein Nährstoffmangel aufträte. Habt ihr Lösungsvorschläge?
Als Ursache für die schlechte Fettverträglichkeit vermute ich meine Leberprobleme (zu wenig Gallenproduktion), weswegen ich jetzt Mariendistelkapseln/Silymarin versuche. Allerdings könnte es auch am Darm (Morbus Crohn) liegen. Gibt es dazu weitere Ideen?
Ansonsten habe ich auch wenig die Sorge, Gewicht zu verlieren; eher möchte ich ein wenig zunehmen. Falls ihr Tipps und auch Links etwa zu geeigneten Rezeptsammlungen habt, wäre das sehr willkommen. Ideen gegen den Durchfall übrigens auch.

2 - Thrombose
Wegen der Pfortaderthrombose nehme ich ein Blutverdünnungsmittel (Xarelto).
Darüber hinaus habe ich dem Handbuch jedoch weitere Anregungen entnommen, die evtl. helfen könnten, die Thrombose aufzulösen:
- NO soll die Fließeigenschaft des Bluts verbessern und generell gegen Arterienprobleme wirken. Andererseits scheint es so zu sein, dass es zellschädigend wirkt, wenn man nicht genug Antioxidantien hat. Fragen: Woher bekomme ich genügend Antioxidantien bzw. reichen meine Maßnahmen (siehe unten bei Nahrungsergänzungsmitteln) und woher bekomme ich das NO und welche Menge empfiehlt sich?
- Im Handbuch ist erwähnt, dass ein Plasminogenaktivator Thromben hemmen/auflösen könnte und der durch Retinsäure hergestellt wird. Retinsäure wird wiederum aus Retin (=Vitamin A) hergestellt, nehme ich an. Das hieße, dass Vitamin A im „Kampf gegen die Thrombose“ helfen könnte. Und im Handbuch wird ja mehrfach auf dessen positive Wirkungen hingewiesen. Allerdings ist eine der negativen Wirkungen einer Überdosierung, dass tierisches Vitamin A (wohl dauerhaft?) in der Leber eingelagert wird und sie schädigt (was ich angesichts meiner vorbelasteten Leber unbedingt vermeiden möchte). Pflanzliches Vitamin A (Carotine; sind zwar kein Vitamin A, sondern eine Vorstufe, können aber umgewandelt werden) führt hingegen bei Überdosierung nur zu einer vorübergehenden Gelbfärbung. Also scheint es mir sinnvoll, nicht zu viel tierisches Vitamin A zu nehmen (also eher keine Leber, was ich eigentlich vorhatte) und eher Carotine zu nehmen (die auch antioxidativ wirken sollen). Was meint ihr dazu?
- und gut scheint auch zu sein: Knoblauch, Omega 3. Das ist ja nicht weiter problematisch.
Wenn ihr dazu weitere Ideen habt, würde mich das sehr interessieren. Ebenfalls natürlich Anregungen für die Leber (ich nehme noch den Pilz Reishi, der gut für die Leber sein soll und Distelextrakt) und die vergrößerte Milz.

3 - Nahrungsergänzungsmittel
Aufgrund der Empfehlungen nehme ich: Darmflora/Stärke (aus dem Shop), Whey-Pulver, Olivenblattextrakt, Soja-Lecithin/Phosphatidsäure, Lactoferrin, Kreatin, Citrullin, Omega 3, Zink, L-Carnitin, Magnesium, Cholin, Taurin, Vitamine C, D3 und ein Multipräparat (siehe Bild unten).
Außerdem etwas Grapefruitsaft, Granatapfelsaft und den Pilz Reishi und das Blutverdünnungsmittel Xarelto. Demnächst wohl auch noch Kartoffelstärke und Kollagen.
Hierzu einige Fragen:
- Gibt es dabei (negative) Wechselwirkungen, die zu beachten wären?
- Habt ihr (vor dem Hintergrund meiner oben geschilderten Situation) Ergänzungsvorschläge/Warnungen/Empfehlungen?
- Ich habe mir Sojalecithin von dm gekauft, auf der Verpackung steht eine Verzehrempfehlung von 14g/Tag. Bei den Nährwertangaben auf der Verpackung findet sich dann primär Linolsäure und Phosphatidylcholin und ein bisschen Cholin; von Phosphatidsäure steht nichts da. Habe ich das falsche Produkt gewählt, wenn ich Phosphatidsäure zuführen möchte? Auch wird auf der Produktverpackung mit 14g/Tag eine höhere Menge angegeben als im Handbuch (750mg). Da die Werte im Handbuch sonst ja recht hoch angegeben sind, scheint da irgendetwas nicht zusammen zu passen …
- Es scheint negative Wechselwirkungen von Phosphatidsäure/Lecithin mit Whey zu geben (https://aesirsports.de/2017/05/phosphati...s-nur-ein-hype/); Chris empfiehlt jedoch die (gleichzeitige) Einnahme von beiden Produkten vor und nach dem Training…
- Was ist bioaktives bzw. undenaturiertes Whey? Gibt es da Unterschiede zu den Standardprodukten (ich nehme derzeit Whey Gold Standard Protein von Optimum Nutrition)?

4 - Krafttraining/Sport
Wenn ich die Ausführungen zum „Supermuskel“ halbwegs richtig verstanden habe, empfiehlt sich intensives Training, wenn die Glukosespeicher leer sind.
Nur ist mir nicht ganz klar, wie die Speicher leer werden. Leeren sie sich von alleine, wenn man nichts isst? Dann würde sich Training vor dem Frühstück anbieten, was auch aus dem Grund jetzt auch mache. Ist das sinnvoll und gibt es andere Möglichkeiten, die Glukose in den Muskelzellen „loszuwerden“?
Was würde hohe Belastung bei Krafttraining bedeuten? Ich trainiere derzeit 3 Sätze zu 5 Wiederholungen, wobei ich versuche, das Gewicht zu steigern (Kniebeuge, Bankdrücken, Kreuzheben, Drücken/Press).
Als Ausdauertraining denke ich an Crosstrainer oder Radfahren. Habt ihr da spezielle Empehlungen im Hinblick auf die Effektivität (da habe ich kaum Erfahrungen)? Man soll ja nach Krafttraining Ruhepausen machen, so dass der Muskel regenerieren und wachsen kann. Ich habe aber gehört, dass Ausdauertraining in solchen Pausen kein Problem wäre. Insofern könnte ich mir folgendes Wochenprogramm vorstellen: Muskelgruppe A, Muskelgruppe B, Ausdauer, Muskelgruppe A, Muskelgruppe B, Ausdauer, Pause. Spricht da etwas dagegen (mal vom Zeitaufwand abgesehen…)?

5 – Sonstiges
- Ich verstehe das Handbuch so, dass Phytinsäure wegen seiner Bindung von Metallen schlecht sei, deswegen ist wohl auch im Anhang eine entsprechende Tabelle angegeben. Wenn dem so sei, könnte man den Säureanteil laut mehrerer Quellen durch langes Einweichen (und Abkippen des Wassers) erheblich reduzieren. Aber im Blog gibt es auch einen Artikel, der Phytinsäure positiv bewertet: http://edubily.de/2016/04/phytinsaeure-darmkrebs/
Falls der positive Aspekt neu und die Warnung im Handbuch veraltet sein sollte, hätte ich eine generelle Verbesserungsmöglichkeit für das Handbuch: Zu Beginn sollte ein Link auf eine Website erfolgen, auf der Inhalte angeführt werden, die Aussagen des Handbuchs aufgrund neuerer Erkenntnisse relativieren. Sonst führt dies zu unnötiger Verunsicherung.
- Proteine: Es wird ein hoher Konsum (200g) empfohlen. Ist dies nicht problematisch für Niere und ggf. Leber, insbes. wenn geschädigt? Wie kann man dem begegnen?
- Evtl. legen sich die Durchfälle durch Beachtung der ganzen Empfehlungen im Lauf der Zeit, aber evtl. hat jemand von euch auch dazu einen Tipp?

So, das war’s (erstmal). Ich hoffe, euch nicht zu sehr erschlagen zu haben und freue mich auf eure Anregungen.

Beste Grüße
Ursusprimus







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RE: Viele Fragen zu Beginn

#2 von jfi , 10.04.2018 08:59

Also ich habe aktuell nicht die Zeit auf alle deine Fragen einzugehen, aber mal so viel dazu:

Lies mal diesen Artikel zu Morbus Crohn, ich denke dass du dir da einiges rausziehen kannst.

Zu NO würde ich dir das NO-Buch von edubily empfehlen, das ist wirklich sehr umfanfgreich zu diesem Thema und sollte alle deine Fragen klären.

Und gehe diese Baustelle und deine Thrombose als erstes an, alles andere ist erstmal sekundär!

PS: Besorg dir am besten ASAP neue Produkte für dein Whey und dein Multi!!
Denn Optimum Nutrition war in einen großen Skandal verwickelt und bietet eine wirklich beschissene Qualität zu Mondpreisen. Und Scitec ist auch nicht viel besser. Ich persönlich und auch viele andere hier im Forum holen ihr Whey von Myprotein und nehmen die 2-per-Day von Life Extension als Multi.

LG und viel Erfolg!
Jens


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Ursusprimus hat sich bedankt!
 
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