Kälte und Essverhalten

#1 von naklar! , 07.12.2014 14:06

Hey, liebe Forenfreunde

Mir ist in den letzten par Wochen etwas aufgefallen, das ich als These mel hier reinpacken möchte. Kurzes drumrum, dann kommt die These:

Ich esse seit langem ziemlich ausgewählt, nach verschiedenen, mir logisch erscheinenden Ernährungsvorgaben. Das klappt auch immer einfacher, zumal - wie so oft - der Körper, der Geist und das Verlangen dem Verhalten folgen. Soll heißen:
Ich habe immer seltener Gelüste nach Dingen, die nicht in dieses Konzept passen - im Gegenteil!

Allerdings gibt es eine Ausnahme:

Wenn ich längere Zeit gefroren habe, also richtig " ausgefroren " nach Hause komme, habe ich extremen Heißhunger ( wie sonst nie! ) mit Präferenz für Kohlenhydrate / süßes.

Macht Kälte Heißhunger?

 
naklar!
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RE: Kälte und Essverhalten

#2 von Luna , 07.12.2014 14:42

Hallo
ich habe momentan eine richtige Gier nach Butter (nicht Fett allgemein, sondern explizit kalte Butter, die ich eh gern esse), KH sind es nicht so sehr. Und es ist auch kein Heißhunger. Ich kann den Bauch voll haben, suche dann aber immer noch Butter. Könnte sie löffelweise essen.

Aber auch sämtliche Hunde im Bekanntenkreis sind seit kurzem total verfressen, betteln, klauen und fressen draußen alles, was sie finden. Vermutlich doch der Wintereinbruch.
LG

 
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RE: Kälte und Essverhalten

#3 von naklar! , 07.12.2014 16:20

Ich weiß auch nicht - ich kanns mir nur Laienmäßig so erklären, daß in solchen ( 1-2 h gefroren ) der Körper einfach nur heizen will...
....und deshalb sind es bei mir dann schnelle Khs.

Daß im Winter allgemein ein höherer Bedarf besteht, ist ja bekannt. Weshalb du allerdings gerade einen Butterjieper hast....?


 
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zuletzt bearbeitet 07.12.2014 | Top

RE: Kälte und Essverhalten

#4 von Chris (edubily) , 07.12.2014 16:48

Ja - der Energiebedarf erhöht sich ... Der Muskel verbrennt seine intrazellulären Speicher.

Je nach Substrat-Präferenz der Zellen hat man dann auch dementsprechend Hunger. Beispiel: Luna lebt schon lange low carb, sie ist wohl Fett-adaptiert.

LG, Chris


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RE: Kälte und Essverhalten

#5 von May , 18.01.2015 16:10

Moin,

bei Kälte greift quasi eine Art Paralellsystem im Körper über. Wenn wir es denn zulassen würden...

Bei Kälte gibt es von Natur aus keine Kohlenhydrate zu essen. Um Kohlenhydrate zu produzieren, braucht man Energie/Wärme, und die gibts bei Kälte nicht. Deswegen hat sich der Körper darauf eingestellt, bei Kälte keine Kohlenhydrate zu brauchen. Was gibts im Winter zu essen? Fettgefressene Tiere. Darauf hat sich der Körper eingestellt. Wir haben einen Geschmacksrezeptor für Fett, der mit den Kältesensoren im Hirn interagiert (CD36). Deswegen ist es ganz normal (und extrem gesund) im Winter richtig Bock auf Butter zu haben.

Es gibt Kälterezeptoren, die unseren ganzen Stoffwechsel umstellen. (Im Sommer reagieren wir auf Licht und Dunkelheit, im Winter wird das abgelöst durch Kälte). Das ganze hat einen simplen Grund:
Im Sommer sind Früchte/Gemüse/Getreide reif, und wir können uns nach herzenslust vollstopfen mit Kohlenhydraten. Insulinspiegel steigt - speichert Fett (voll geil damals) und wenn der Insulinspiegel sinkt und wir Hunger kriegen ist das relativ bumms, weil der Baum ja noch voller Äpfel hängt und wir weiter essen können. Niemand wird grantig, weil er nichts zu essen kriegt.

So, aber dann kommt die Kälte und der Baum ist kahl. Das wäre blöd, wenn da der Insulinspiegel nerven würde. Deswegen schaltet sich das Parallelsystem ein. Kälte setzt Leptin frei, das wiederum dockt sich im Hirn an und stoppt den Hunger. Kein Rumgemecker, wenn nach zwei Tagen immer noch nichts erlegt wurde. Im Gegenteil, bei Kälte erfreuen wir uns magischer Hirnklarheit. Weil wir das jetzt am dringensten brauchen, um zu überleben.

Dewegen: Kälte löst keinen Heißhunger aus, im Gegenteil, sie unterdrückt ihn. Wer komplett auf Fett und Wintergemüse (Kohl, Wurzeln) lebt, der hat gerade sehr sehr wenig Hunger. Vorrausgesetzt er dreht seine Heizung nicht auf 20 Grad und guckt bis 22 Uhr auf einen Bildschirm...
Wer weiterhin wie im Sommer isst oder die Temperaturen hochhält, der hat natürlich weiter Hunger. Sogar mehr als vorher, weil zittern extrem viel Energie verbraucht, und wie Chris schon sagt, eben auf das, was der Körper gewohnt ist.

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