Dr. Shawn Baker und der World-Carnivore-Tribe

#1 von jfi , 14.03.2018 15:07

Hallo Forum,

hat sich heir schon einer mit dem neuesten Ernährungstrend aus den USA befasst?

Also dem Canivorismus angeführt von dem Chirurgen Dr. Shawn Baker mit seiner Website meatheals.com?

Da stehen wirklich nur noch 100% Tiere auf dem Speiseplan.
Also Fleisch, Fisch, Eier, Organe, Knochenmark, Tierfett, manche Milchprodukte und sonst absolut nichts. Kein Gemüse und kein Obst.
Die Erfolge der Leute die das testen klingen fast zu gut um wahr zu sein und sind sicherlich nicht nur auf den Verzicht auf Pflanzen in der Ernährung zurück zu führen, aber es gibt tdm einige bekannte Gesichter die das jetzt auch testen (wollen), z.B. Ryan Munsey und Robb Wolf.

Das hier ist der beste und differenzierteste Erfahrungsbericht den ich bisher finden konnte: klick.

Mich würden mal die Gedanken aus dem Forum dazu interessieren, da ich generell die Idee und auch die Begründung einleuchtend finde und dieser Diät auch deutlich mehr abgewinnen kann als einer veganen oder vegetarischen.

LG Jens


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RE: Dr. Shawn Baker und der World-Carnivore-Tribe

#2 von Chris (edubily) , 14.03.2018 17:16

Dazu fällt mir ein: dass man immer so übertreiben muss ^^


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RE: Dr. Shawn Baker und der World-Carnivore-Tribe

#3 von ChristineH , 14.03.2018 18:40

Was ich dazu sagen werde, weißt Du sicher schon: Da hungern sie sich ihr Mikrobiom aus ...

Dass man sich zunächst mal gut dabei fühlt, heißt nicht viel. Aber nach mehreren Jahren würde ich gerne die Autoimmunkrankheiten zählen.


 
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RE: Dr. Shawn Baker und der World-Carnivore-Tribe

#4 von Cluhtu , 14.03.2018 22:50

Hat sicherlich Sinn bei Leuten die starke Mikrobiomdysbiosen haben. Aber dann auch nur temporär.

Ansonsten sollte jeder, der gesund ist und sich eigentlich gut fühlt, die Finger davon lassen.


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RE: Dr. Shawn Baker und der World-Carnivore-Tribe

#5 von jfi , 15.03.2018 08:48

Zitat von ChristineH im Beitrag #3
Was ich dazu sagen werde, weißt Du sicher schon: Da hungern sie sich ihr Mikrobiom aus ...


Krzfristig gesehen ist das auf jeden Fall falsch.
Heute morgen im Podcast von Ryan Munsey (Better Human Project) gehört: der Ryan Munsey hat vor und nach seinen 30 Tagen als Carnivore eine Stuhlprobe gemacht und keinerlei negative Veränaderungen seines Mikrobioms festgestellt.

Zitat von Cluhtu im Beitrag #4
Hat sicherlich Sinn bei Leuten die starke Mikrobiomdysbiosen haben. Aber dann auch nur temporär.

Ansonsten sollte jeder, der gesund ist und sich eigentlich gut fühlt, die Finger davon lassen.


Ganz so hart würde ich das jetzt nicht formulieren, da es wahrsch bei manchen Leuten erst langfristig wirkt. (z.B. bei Morbus Crohn oder Rheuma)
Oder als schnelle Diät kann man das ja auch machen im Sinne von PSMF.

Und wiese sollte man die Finger davon lassen wenn man gesund ist?
Die (hellhäutigen) Menschen die heute >1,90 groß sind tragen fast alle Gene von einem Mammutjäger-Stamm in sich, der vor ca. 50.000 Jahren extrem erfolgreich bei der Mammumtjagd war. Und die Kerle waren damals schon >1,80 in einer Zeit, in der Menschen nicht unbedingt sehr groß wurden, weil ihre Ernährung zu 90% aus Mammutfleisch und -fett bestand.
Darüberhinaus hat Dr. Baker ja schon recht, dass der Mensch der ultimative und erfolgreichste Jäger aller Zeiten ist, also die Argumente sind zumindest stichhaltiger als die für eine vegane Ernährung.

Aber ich persönlich würde das auch nur in Ausnahmefällen machen wenns gesundheitlich nicht mehr anders geht.
Dafür esse ich Beeren, Obst und Gemüse einfach zu gern :D

Finde es nur wirklich beeindruckend, wie vielen Menschen diese Diät testen und dass die tatsächlich denen hilft. Und das trotz der ganzen Anti-Fleisch-Kampagne der Mainstream-Medien.

LG Jens


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RE: Dr. Shawn Baker und der World-Carnivore-Tribe

#6 von jfi , 15.03.2018 08:51

Zitat von ChristineH im Beitrag #3
Dass man sich zunächst mal gut dabei fühlt, heißt nicht viel. Aber nach mehreren Jahren würde ich gerne die Autoimmunkrankheiten zählen.


Und das glauge ich auch nicht. In Fleisch sind ja keine Antinährstoffe oder Gifte drin, was soll denn da eine Autoimmunkrankheit auslösen?

Dr. Baker hat auf seiner Seite die quasi ein Forum ist (nequalsmany.com) wohl auch einige, die seit 10 oder 20 Jahren als Carnivore unterwegs sind und keiner von denen berichtet irgendwas negatives.

Daher finde ich das Thema ja so beeindruckend.


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RE: Dr. Shawn Baker und der World-Carnivore-Tribe

#7 von ChristineH , 15.03.2018 09:42

Zitat von jfi im Beitrag #5
Krzfristig gesehen ist das auf jeden Fall falsch.
Heute morgen im Podcast von Ryan Munsey (Better Human Project) gehört: der Ryan Munsey hat vor und nach seinen 30 Tagen als Carnivore eine Stuhlprobe gemacht und keinerlei negative Veränaderungen seines Mikrobioms festgestellt.


Ganz ehrlich: 30 Tagen sind gar nix. Wenn er nach 2 Jahren immer noch durchhält (1. Nachteil) und das Mikrobiom dann immer noch gedeiht, dann reden wir weiter. Es geht doch nicht um eine kurzfristige Diät, sondern angeblich um eine lebenslange Ernährung.

Ein Beweis für die Unbedenklichkeit dieser Ernährungsform ist das für mich nicht, auch wenn ich ihm zugute halte, dass er es selbst ausprobiert hat.

Zitat von jfi im Beitrag #6
Und das glauge ich auch nicht. In Fleisch sind ja keine Antinährstoffe oder Gifte drin, was soll denn da eine Autoimmunkrankheit auslösen?


Na das kaputte Mikrobiom. Woher haben die Leute heutzutage Autoimmunkrankheiten? Wegen jahrzehntelanger Dysbiosen.


 
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RE: Dr. Shawn Baker und der World-Carnivore-Tribe

#8 von jfi , 15.03.2018 09:52

Ich zitiere mich mal selbst:

Zitat von jfi im Beitrag #6
Dr. Baker hat auf seiner Seite die quasi ein Forum ist (nequalsmany.com) wohl auch einige, die seit 10 oder 20 Jahren als Carnivore unterwegs sind und keiner von denen berichtet irgendwas negatives.



Das sollte eigentlich dem widersprechen was du geschrieben hast.

Also nur nochmal um das klar zu stellen: Ich will das nicht verteidigen oder nachmachen, ich finde nur den Gedanken interessant und will mich gerne differenziert darüber austauschen.
Denn so pauschal jegliches gesundheitliche Zipperlein auf das Mikrobiom zurück zu führen ist sicherlich auch nicht richtig, da das ein (zugegeben wichtiger) Faktor ist, aber nicht DER alleinig alles entscheidende.

LG Jens


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RE: Dr. Shawn Baker und der World-Carnivore-Tribe

#9 von Bernd , 15.03.2018 11:13

Hallo,

natürlich wird das bei vielen als kurzfristige Diät auf jeden Fall klappen, denn Fett und Eiweiß machen ja schon in kleinen Mengen satt und liefern die wichtigsten Baustoffe. Über die langfristige gesundheitliche Situation kann man sicher geteilter Meinung sein, aber wie auch immer, mir wäre das auch zu einseitig und ein großer Verzicht auf Genuß, allein die schier unglaubliche Vielfalt an leckerem Gemüse als Beilage zu Fleischgerichten betreffend. Und letztlich, auf Dauer ist alles Extreme nicht gut. Und vieles stellt sich dann auch nur noch als neuer Hype und Trend nebst profitablem Marketing heraus.

Zumal das ja auch nicht wirklich "neu" ist, sondern praktisch "Keto Hardcore based Paleo &. Co."

Aber der gute Doc ist im Gespräch und wird sicher eine Menge Kohle verdienen, mit den schon vorhandenen oder noch kommenden Büchern, Programmen, Kursen usw. Die Verwertungskette bei "Wunderdiäten" & Co. ist ja bekanntlich lang und lukrativ.

Gruß Bernd



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RE: Dr. Shawn Baker und der World-Carnivore-Tribe

#10 von ChristineH , 15.03.2018 11:59

Zitat von jfi im Beitrag #6

Denn so pauschal jegliches gesundheitliche Zipperlein auf das Mikrobiom zurück zu führen ist sicherlich auch nicht richtig, da das ein (zugegeben wichtiger) Faktor ist, aber nicht DER alleinig alles entscheidende.


Von Verletzungen durch Unfälle oder Bandscheibenproblemen durch zu viel Sitzen usw. reden wir ja eigentlich nicht. Es geht nur um ernährungsbedingte Gesundheit/Krankheit.

Je mehr ich über Ernährung lerne, desto mehr komme ich zur Überzeugung, dass das Mikrobiom bei allen Erkrankungen des Immunsystems die eine entscheidende Rolle spielt. Auch bei allem, was durch Entgleisung des Hormonsystems verursacht wird (Myome, Zysten usw.), wobei Stress da ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. Die Stress-Seite ist aber ja wiederum ernährungsunabhängig, also für unsere Carnivor-Omnivor-Vegan-Überlegung hier nicht ausschlaggebend.

Die Leute, die angeblich 20 Jahre so essen - that don't impress me much, ich glaube das einfach nicht, dass jemand das 20 Jahre durchhält. Ich halte mich an eine Ernährung, die ich dauerhaft leben kann.

Du hattest nach Gedanken gefragt, das waren meine, die muss nicht jeder teilen.


 
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RE: Dr. Shawn Baker und der World-Carnivore-Tribe

#11 von Anna , 15.03.2018 12:04

Der Typ sieht komisch aus. Er war mal Doktor, hat aber seine Lizenz verloren. (??!)

Wie kriegt er nicht Skorbut?
So eine Diät ist auf die Dauer viel zu extrem. Krebsgefahr ?

Die Veganer wehren sich vehement auf youtube gegen Shawn Baker. Da kann man sich ein paar Gegenargumente hören.


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RE: Dr. Shawn Baker und der World-Carnivore-Tribe

#12 von jfi , 15.03.2018 12:08

Jap und das aus einem einfachen Grund: Er hat Patzienten zu einer Ernährungsumstellung und Physiotherapie geraten und damit einige OPs verhindert.
Das hat das KH wo er gearbeitet hat einige Tausend Dollar gekostet und schwupps bist du dine Lizenz los.

Das begründet er damit, dass Vit C und Glukose sich einen Transporter teilen und dass dieser Transporter mehr Vit C in die Zelle briungt wenn keine Carbs mehr gegessen werden.

Und ja das stimmt, die Veganer drehen durch :D
Aber deren Argumente sind ja sowieso wieder ein anderes Thema.


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RE: Dr. Shawn Baker und der World-Carnivore-Tribe

#13 von Mo , 15.03.2018 14:46

1. Glaube ich nicht an das Märchen: Autoimmunkrankheit
Das wäre kein Grund, es nicht zu tun.
Aber macht ganz schön Angst, gell?

2. Ja, kannst du machen, wenn du mal Lust darauf hast oder du Unmengen geschenkt bekommst.
Da du Beeren etc. liebst und dein Körper nicht blöd ist und dir mit Lust auf Gemüse signalisieren würde, daß er auch gerne etwas Anders hätte, mache ich mir da auch keine Sorgen.

3. Warum e soviele machen?
Zum Einen, wer Probleme hat, probiert viel aus.
Das Wichtigere: Es scheint wohl in unserem System drin zu sein, daß Fleisch Kraft gibt - natürlich nur, wenn man nicht durch die Moralschule gegangen ist.
Es ist kein Zufall, daß Fleisch so eine Anziehungskraft hat.
und damit meine ich keine Suchtkomponente, sondern das innere Wissen unseres Körpers um die Nährstoffe.

4. Körperliche Flexibilität, auf allen Ebenen, wäre für mich der Grund, es nicht dauerhaft zu machen - genauso wenig wie sonstwie ketogen sich zu ernähren.


jfi hat sich bedankt!
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RE: Dr. Shawn Baker und der World-Carnivore-Tribe

#14 von Zopiclon , 15.03.2018 16:41

Zitat

Die Leute, die angeblich 20 Jahre so essen - that don't impress me much, ich glaube das einfach nicht, dass jemand das 20 Jahre durchhält.



Ich kenne jemanden mit angeschlagener Bauchspeicheldrüse und anderen Darmproblemen. Er verträgt nur Fleisch und Innereien, roh .
Das weiss er durch eine Ausschlussdiät und ist für sein Alter Top Fit und ausdauernd.


Gruss


"You need great passion, because everything you do with great pleasure, you do well." -Juan Manuel Fangio


jfi hat sich bedankt!
 
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RE: Dr. Shawn Baker und der World-Carnivore-Tribe

#15 von ChristineH , 15.03.2018 18:03

Zitat von Zopiclon im Beitrag #14
Ich kenne jemanden mit angeschlagener Bauchspeicheldrüse und anderen Darmproblemen. Er verträgt nur Fleisch und Innereien, roh .


Ja, wenn Du einige Zeit keine Ballaststoffe isst, hast Du halt keine Darmbakterien mehr, die diese verdauen können. Dann kriegst Du Blähungen. Da wieder auf KH-Verträglichkeit zu kommen ist ein schwieriges Unterfangen, das muss man aufgeklärt angehen.
Übrigens wird die angeschlagene Bauchspeicheldrüse durch resistente Stärke/fermentierbare Ballaststoffe nicht belastet. Es geht ja gerade um die Kohlenhydrate/Ballaststoffe, die nicht im Dünndarm verdaut und resorbiert werden können. Da brauchst kein Insulin für.

Und dem Darm fehlen halt dann die von den Bakterien produzierten SCFA für den Energiestoffwechsel der Colonocyten und als Wachstumsfaktor für das gesunde Epithelium. Butyrat bspw stimuliert die Bildung/Regeneration der Darmauskleidung und beugt Krebs vor.

Mir ist ganz klar, dass Menschen Erleichterung verspüren, wenn sie diese Diät anfangen. Die hatten vorher gerade wegen einer Dysbiose diverse Probleme mit der Verdauung. Aber meiner Meinung nach ist das der falsche Weg zur Gesundheit.


 
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