Keto & Insulinresistenz

#1 von Thomas , 14.03.2018 14:14

Hallo Zusammen,

Ich suche nach der Erklärung warum Keto bei Ubergewichtigen erst einmal dazu verhelfen kann dass sie Ihre Insulinresistenz "ablegen"
Chris schreibt ja immer dass bei (stark) Übergewichtigen Keto erst einmal eine gute sache wäre.
Würde das gerne "biochemisch" mal erklärt bekommen
Habe jetzt schon die ganze Webseite durchgesucht aber nichts gefunden, immer nur das Keto erst einmal eine gute sache wäre.

Ich frage deshalb weil ich wohl ein verständnisproblem habe
Wenn ich als übergewichtiger eine Insulinresistenz habe und dann Keto praktiziere, habe ich da im prinzip "doppelt" Fettsäuren im Blut rumschwirren, einmal aus dem Körperfett, zum anderen durch die Nahrung.

Wie bekomme ich dadurch die Insulinresistenz weg?

Wenn jemand einen Link hat in dem das erklärt wird immer her damit :-)


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RE: Keto & Insulinresistenz

#2 von jfi , 14.03.2018 14:32

Hallo Thomas,

ich glaube die Erklärung dafür ist recht einfach und das hat Chris auch garantiert schonmal irgendwo geschrieben:

Wenn du Keto machst als Übergewichtiger (also hypokalorisch, nicht isokalorisch) dann verbessert sich die Fettverbrennung und die Fettsäuren die verbrannt werden kommen hauptsächlich von der Hüfte und nicht aus dem Essen.
Denn als Übergewichtiger ist man ja meist recht schnell in der Ketose wenn man nur noch mageres Fleisch, Fisch, Eier und Gemüse isst, einfach weil das stärker sättigt als der verarbeitete Mist den man davor wahrscheinlich gefuttert hat und daher weniger Gesamt-kcal zuführt.

Du musst ja um in die Kestose zu kommen nicht unbedingt Fett essen, auch einer mit 8% KFA ist nach 20 Stunden fasten tief in der Ketose. Da kommen halt die Fettsäuren dann aus dem Speicher.

Und je weniger Fett auf der Hüfte desto weniger ist im Blut, desto besser wird die Insulinsensitivität.

LG Jens


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Thomas hat sich bedankt!
 
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RE: Keto & Insulinresistenz

#3 von Thomas , 14.03.2018 14:38

Hi Jens,

danke, aber soweit ist mir das denke ich auch schon klar

Würde das gerne "etwas" tiefgreifender wissen.
Warum z.B. kommt das Fett aus dem Gewebe und nicht aus der Nahrung. Mein Gedanke ist ja, dass wenn ich "nur" Fett zuführe (Keto ist ja zu 80% Fett) dann sollte doch das Fett auch im Blut landen, warum wird dann noch das Speicherfett verwendet?
Und bezieht sich dann die Insulinresistent nur auf das "weniger Gewicht"

Ich befürchte ja dass @chris das schon mal irgendwo niedergeschrieben hat, nur finde ich es nicht.....


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RE: Keto & Insulinresistenz

#4 von jfi , 14.03.2018 14:59

Zitat von Thomas im Beitrag #3
Würde das gerne "etwas" tiefgreifender wissen.
Warum z.B. kommt das Fett aus dem Gewebe und nicht aus der Nahrung. Mein Gedanke ist ja, dass wenn ich "nur" Fett zuführe (Keto ist ja zu 80% Fett) dann sollte doch das Fett auch im Blut landen, warum wird dann noch das Speicherfett verwendet?
Und bezieht sich dann die Insulinresistent nur auf das "weniger Gewicht"


Nein Thomas, da hast du mich falsch verstanden, bzw den Gedanken hinter Keto.

Eine Ketogene Ernährung hast du dann, wenn im Blut ein erhöhter Ketonspiegel nachweisbar ist.
Und 80-90% Fett essen ist eine medizinische ketogene Diät die man bei Epilepsie z.B. braucht.

Aber wenn du Keto machen willst um deine IR loszuwerden, dann solltest du eben nicht so viel Fett essen, damit der Körper verstärkt auf die Reserven geht.
Stell dir das so vor (stark vereinfacht): Bei Keto verbrennt dein Körper 80% der Energie aus Fettsäuren, ob du aber 80% Fett isst oder ob du einfach die hypokalorisch ernährst mit wenigen KHs damit er an das Fett geht ist egal.

Oder andersrum:
Du kannst in Ketose sein weil du täglich 3.000 kcal isst und dabei 2.400 aus Fett kommen. Dann macht dein Körper aus den 2.400 Fett-Kalorien eben Ketonkörper

Oder du isst am Tag nur 200 gr Protein und grünes Gemüse, dann bist du bei 800 Protein-kcal und vllt 100 KH-kcal aus dem Gemüse und evtl. noch 300 kcal aus Fett zum braten, das macht 1.200 kcal und die restlichen 1.800 kcal (bei einem Bedarf von 3.000) holt sich dann dein Körper aus der Hüfte.
Und da kaum Carbs vorhanden sind bei so einer Ernährung lernen Hirn und Organe wieder mit Ketonkörpern zu arbeiten und dein Körper stellt daher auch vermehrt Ketonkörper aus den eigenen Speichern her (die ja sowieso dauerhaft Triglyceride ans Blut abgeben), um das Energieloch zu stopfen.

Daher kann man auch sagen, dass ein PSMF bei Übergewichtigen eine ketogene Ernährung ist.

LG Jens


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RE: Keto & Insulinresistenz

#5 von Thomas , 14.03.2018 15:07

Hi Jens,

das sehr ich anders

Zitat von jfi im Beitrag #4

Oder du isst am Tag nur 200 gr Protein und grünes Gemüse, dann bist du bei 800 Protein-kcal und vllt 100 KH-kcal aus dem Gemüse und evtl. noch 300 kcal aus Fett zum braten, das macht 1.200 kcal und die restlichen 1.800 kcal (bei einem Bedarf von 3.000) holt sich dann dein Körper aus der Hüfte.
Und da kaum Carbs vorhanden sind bei so einer Ernährung lernen Hirn und Organe wieder mit Ketonkörpern zu arbeiten und dein Körper stellt daher auch vermehrt Ketonkörper aus den eigenen Speichern her (die ja sowieso dauerhaft Triglyceride ans Blut abgeben), um das Energieloch zu stopfen.

Daher kann man auch sagen, dass ein PSMF bei Übergewichtigen eine ketogene Ernährung ist.

LG Jens


Ich glaube kaum dass ich bei 200gr in die Ketose komme. Wie wir wissen induziert auch Protein sehr stark insulin und Insulin wiederum verhindert die ausschüttung von Keton-Körpern
Deshalb heisst Ketogene Ernährung auch 80% Fett (zumindest schreibt Chris das hier auch immer wieder

Und genau deshalb verstehe ich den Prozess dahinter ja auch nicht
Ich denke dass es zwichen PSMF und Keto auch nochmal einen Unterscheid gibt...?!?!?!?!


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RE: Keto & Insulinresistenz

#6 von jfi , 14.03.2018 15:22

Zitat von Thomas im Beitrag #5
Ich glaube kaum dass ich bei 200gr in die Ketose komme. Wie wir wissen induziert auch Protein sehr stark insulin und Insulin wiederum verhindert die ausschüttung von Keton-Körpern


Aber selbstverständlich!
Wie solltest du denn sonst von 800 kcal überleben? Da ist ja eine 60 kg-Frau schon beim Grundumsatz deutlich drüber!

Und ja, Protein induziert insulin, aber "sehr stark" trifft nur auf Whey zu. Wenn du jetzt z.B. Hühnchen mit Salat isst, dann ist die Verdauung zu langsam als dass der Protein-Einstrom ins Blut einen großen Insulinausstoß auslösen könnte.

Zitat von Thomas im Beitrag #5
Ich denke dass es zwichen PSMF und Keto auch nochmal einen Unterscheid gibt...?!?!?!?!


Stimmt den gibt es.
Aber wenn du z.B. 30% KFA hast, dann kommst du mit einer PSMF sehr schnell in die Ketose weil dein Körper ja irgendwoher die Energie nehmen muss.
Und Fettsäuren können eben das Gehirn und paar andere Organe nicht verwerten, daher MUSS dein Körper Ketone herstellen sonst könnte ja dein Gehirn nicht mehr funktionieren.

LG Jens


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RE: Keto & Insulinresistenz

#7 von Thomas , 14.03.2018 15:43

Zitat von jfi im Beitrag #6
Zitat von Thomas im Beitrag #5
Ich glaube kaum dass ich bei 200gr in die Ketose komme. Wie wir wissen induziert auch Protein sehr stark insulin und Insulin wiederum verhindert die ausschüttung von Keton-Körpern


Aber selbstverständlich!
Wie solltest du denn sonst von 800 kcal überleben? Da ist ja eine 60 kg-Frau schon beim Grundumsatz deutlich drüber!



Denke das klappt auch durch Gluconeogenese, würde mich da aber nicht festlegen

Zitat von jfi im Beitrag #6

Und ja, Protein induziert insulin, aber "sehr stark" trifft nur auf Whey zu. Wenn du jetzt z.B. Hühnchen mit Salat isst, dann ist die Verdauung zu langsam als dass der Protein-Einstrom ins Blut einen großen Insulinausstoß auslösen könnte.



Naja, laut diese Tabelle triggert Geflügel z.b. mehr insulin als Vollkornnudeln Klick
Und ich bin mir zu 100% sicher dass Chris das auch schonmal hier geschrieben hat
Und da hat er auch erwähnt dass ketogene Ernährung heisst: 80%Fett (eben wegen dem Insulin....
mal schauen ob ich das ncht finde
Evtl. war es aber auch Chris Eikelmeier (bei den ganzen Chris's kann man schnell mal den Überblick verlieren

Zitat von Thomas im Beitrag #5
Ich denke dass es zwichen PSMF und Keto auch nochmal einen Unterscheid gibt...?!?!?!?!

Stimmt den gibt es.
Aber wenn du z.B. 30% KFA hast, dann kommst du mit einer PSMF sehr schnell in die Ketose weil dein Körper ja irgendwoher die Energie nehmen muss.
Und Fettsäuren können eben das Gehirn und paar andere Organe nicht verwerten, daher MUSS dein Körper Ketone herstellen sonst könnte ja dein Gehirn nicht mehr funktionieren.

LG Jens


ja, das ist mir klar und verstehe ich auch
Aber trotzdem würde ich es gerne "etwas" biochemischer haben, weil ich immer noch denke dass ja durch die Ketogene Ernährung sehr viel Fett aufgenommen werden muss


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RE: Keto & Insulinresistenz

#8 von Chris (edubily) , 14.03.2018 17:21

Jens hat das ja schon super erklärt. Genau so ist es.

Bei den 200 Gr. Eiweiß ... Wenn man die während einer Diät (= z. B. 1000 kcal am Tag) zuführt, dann ist da ja ein riesiges Energieloch. Das wird kompensiert durch die Freisetzung von Fettsäuren, weswegen Diäten mit starkem Kaloriendefizit immer zu einem Anstieg von Ketonkörpern führen. Klar stimuliert Eiweiß die Insulin-Ausschüttung, aber das wird in dem Kontext vernachlässigbar, überhaupt, das Insulin-Thema sollte generell weitestgehend vergessern werden. meines Erachtens führt das immer nur zu Missverständnissen.


Chris Michalk


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RE: Keto & Insulinresistenz

#9 von Thomas , 15.03.2018 11:11

ok, dann nochmal danke an Jens #nohomo

Ich glaube dann gibt/gab es da ein Missverständnis.
Wenn du, Chris, in deinen ganzen Keto Berichten immer schreibst "Ketogene Ernährung ist das was übergewichtige praktizieren sollen" (sinngemäß) dann bin ich davon ausgegangen, Du meinst die 80%Fett/20%EW Ernährung. Ketogene Ernährung bedeutet ja aber nicht ein RIESEN Defizit zu fahren wie bei einer PSMF z.B. Von daher war es mir nicht klar wie bei soviel Nahrungsfett Körperfett abgebaut und Insulinresistenz umgekehrt werden soll.

Hier sprechen wir scheinbar von einer Keto-Diät, die deshalb bei euch so heisst, weil sie durch ein hohes Defizit Ketonkörper entstehen lässt (das wiederum leuchtet mir ja ein)

Oder habe ich da einen Denkfehler?


jfi hat sich bedankt!
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RE: Keto & Insulinresistenz

#10 von naklar! , 15.03.2018 12:10

Hey Thomas, nein. Kein Denkfehler - genau so.

Gruß, Eric


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