Blutwerte, niedriges Testosteron/LH, hohes B12, T3/T4 minimum

#1 von Forka , 28.08.2017 21:54

Hallo zusammen,

Ich würde gerne eure Meinung zu meinen Blutwerten (besonders Testosteron und Schilddrüsenwerte) wissen. Ich beschreibe erstmal die Situation damit ihr ein hoffentlich genaues Bild habt. Kurz zu mir. Ich bin 29 Jahre alt, war als jugendlicher bis zum Studium immer übergewichtig (top 110 kg). In der Endphase vom Studium habe ich ohne groß Ahnung von Ernährung zu haben und mit etwas Sport auf ca. 88-92 kg abgenommen. Vor ca. 1 1/2 Jahren habe ich mit Kampfsport angefangen (Kickboxen 2x die Woche) und vor gut einem Jahr mit Krafttraining. Da ich mit meiner Körperkomposition nicht zufrieden war, wollte ich aktiv Körperfett abbauen und habe eine ketogene Diät gestartet zusammen mit einem GK 3x die Woche (Anfang September 2016 bis Ende November 2016). Rein ketogen waren allerdings nur 2-3 Wochen, danach habe ich an Samstagen einen (meist sauberen Refeed) durchgeführt. Am Ende war ich bei ca. 2000 kcal 6/Tage (75F/20P/5KH), Refeed dann 75KH/5F/20P ca. 4000-2500 kcal (am Ende). So konnte ich meine KFA auf ca 10-12% senken (von anfänglich geschätzt ca 22-24%). Als Anfänger konnte ich auch Gewichte relativ schnell steigern wobei meine Kraftwerte eher schlecht sind. Gegen Ende der Ketogenen Diät (Nov.) hatte ich körperliche Probleme - mir war oft kalt und ich habe schnell gefroren (beim HA TSH messen lassen; war o.k.) und da ich mein Ziel erreicht hatte habe ich die Diät dann abgebrochen (mir wurde oft gesagt ich würde blass aussehen, habe mich ansonsten aber gut gefühlt) und die kcal und KH angehoben und im Dezember/Januar nicht mehr getrackt und "versucht" mich sauber zu ernähren (Gewicht am Ende der Diät ca. 80 kg Ende Januar 85 kg (viel Wasser) und bestimmt 1-2 kg Fett (KFA ~15).
Ende Januar habe ich dann eine neue Diät gestartet, um nochmal den KFA zu drücken und dann im Sommer aufzubauen. Die Diät hat sich an CBL orientiert mit einem GK 4x die Woche und in den letzten 6-8 Wochen kam Cardio Training hinzu. Gestartet wurde mit 2700/3000kcal 4 Wochen und dann alle 4 Wochen wurden die kcal reduziert. Die letzten beiden 4 Wochen war ich bei 1700kcal NTT/2000 TT. Im Nachhinein würde ich das nicht wieder so machen und ich denke ich habe aus den Fehlern gelernt. Ich hab in der Endphase noch ca. 78 kg gewogen, Kraftwerte waren aber noch stabil. Die Symptome die ich nach der ersten ketogenen Diät hatte waren wieder da. Ständig kalt, niedriger Ruhepuls (50-40 beim schlafen). Da mich das (wohl zu recht beunruhigt hat habe ich selbst nochmal Blutwerte bestimmen lassen). Dabei war T3/T4 sowie Testo und LH stark erniedrigt. Die Diät habe ich dann abgebrochen und wieder verstärkt KH gegessen (zeitweise mit tracken, zeitweise ohne).Da mich die Werte doch sehr beunruhigt haben habe ich einen Termin bei Endokrinologen (und weil ich dafür 3 Monate warten musste dazwischen noch beim Nuklearmediziner gemacht). Ich poste mal unten alle Werte die bis dato bestimmt wurden. Die Diät ist jetzt schon 4 Monate her, die Werte sind allerdings immernoch mau.

TSH nach ketogener Diät: Nov/Dez. 2016 2,50 (0,35-4,5) mU/l

Blutwerte nach CBL: Mai 2017



Nuklearmedizin: Juni 2017


Endo: August 2017


Überweisung für MRT und zum Urologen + LH-RH-Test

Blutbild August HA:


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RE: Blutwerte, niedriges Testosteron/LH, hohes B12, T3/T4 minimum

#2 von Forka , 01.09.2017 11:12

Kann keiner was dazu sagen? Urologisch ist soweit alles o.k., bis auf Varikozelen, das wusste ich aber vorher schon. Eine Mikronährstoffmangel als Ursache hat der Urologe ausgeschlossen und er hat mir eine Testosterongabe nahegelegt. Auf die MRT Ergebnisse warte ich noch, ich gehe aber nicht davon aus das ich einen Tumor o.ä. habe. Meine T3/T4 Werte sind ja immer noch sehr niedrig, es wurde aber nicht weiter angesprochen da im Referenzbereich und Nuklearmedizinisch ja alles in Ordnung sei (meine Schilddrüse hat ein Volumen von 15 ml bei einer Körpergröße von 189 cm; kann das auch eine Ursache sein für niedrige T3/4 Werte?; Durchschnitt sollte doch bei 18-25ml bei Männern liegen - wurde auch nicht angesprochen). Ich bin mir jetzt nicht sicher ob ich noch weitere Blutwerte machen sollte (VitA, Selen, Jod, Zink wurde z.B. nicht bestimmt), einfach abwarten soll ob es sich wieder normalisiert oder doch Testosteron nehmen sollte. Der LH-RH Test steht auch noch aus.


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#3 von kempi , 01.09.2017 16:15

Es kann leider einfach an so vielem liegen.

Was ich machen würde: Ein gutes Multi (bspw. TwoPerDay) besorgen und schauen, ob sich damit schon was machen lässt.


 
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RE: Blutwerte, niedriges Testosteron/LH, hohes B12, T3/T4 minimum

#4 von Forka , 01.09.2017 18:21

Danke, erstmal. Ich hab noch ein Multi Präparat hier. Meine B12 Werte sind aber eh schon über der Norm und die Endokrinologin hat in ihrer Empfehlung geschrieben das ich ,falls ich suppe, das absetzten soll. Ich hab aber schon seit 3 Monaten gar keine Supps (ausser Whey ab und zu) genommen. Die meistens Multis haben ja sehr hoch B12 dosiert. Keine Ahnung wo das bei mir her kommt bzw. ob das ein Problem sein könnte/kann. Deswegen will ich ungerne Supplements nehmen, zumal die Mikros die gemessen wurde ja auch gut waren. Was eben fehlt (komischerweise) ist Vitamin A, Selen, Zink, Jod. Ich habe meine Ernährung aber soweit optimiert das ich das mit abgedeckt haben sollte. Paranüsse, Karotten, Tomaten, Eier, Fisch, rotes Fleisch jede Menge Gemüse/Obst, ausschließlich unverarbeitete Lebensmittel und vollfette Milchprodukte. Ich hoffe ich habe die Möglichkeit bei dem LH/RH Test in 2 Wochen nochmal mit ihr zu sprechen und sie auf Vitamin A und Co ansprechen zu können. Bevor ich mir vom Urologen Test geben lassen, werde ich aber auf jedem Fall "alles" versucht haben. Ich finde es sehr seltsam das nichts zu T3/4 gesagt wird, und die ja genau auf dem Minimum liegen.


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RE: Blutwerte, niedriges Testosteron/LH, hohes B12, T3/T4 minimum

#5 von Tommy , 01.09.2017 20:17

Ordentliche Mengen Vit A bekommst aber mit denen von dir erwähnten Lebensmittel kaum. Da braucht's Leber oder Vit A als NEM


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RE: Blutwerte, niedriges Testosteron/LH, hohes B12, T3/T4 minimum

#6 von Animus , 02.09.2017 09:44

Eigentlich kein Thema für Edubily, da es sich um ein handfestes medizinisches Problem handelt.

Oberste Priorität sollte sein, dass Du die Diagnose aus der MRT (des Kopfes) bekommst. Es muss ausgeschlossen werden, dass die Hypophyse und der Hypothalamus räumlich beeinträchtigt ist.

Außerdem würde ich nicht nur ein LH-RH-Test machen lassen, sondern ALLE Hormonachsen der Hypophyse (und ggf. des Hypothalamus) untersuchen lassen.
Mach am Besten einen globalen Hypophysen-Stimulationstest (und ggf. ein Insulin-Hypoglykämie-Test).
Deine Daten legen auf jeden Fall auch ein unvollständige Stimulation der Schilddrüsenhormonachse nahe. Ein TRH-Stimulationstest sollte also auf jeden Fall enthalten sein.

Freunde sich schon mit der Testosteron- und Thyroxin-Gabe an. Wenn die Hypophyse und der Hypothalamus nicht ihre Aufgaben nachkommen und dies nicht nachhaltig (z.B. durch Operation)
verbessert werden kann, bringen NEMs reichlich wenig. Was nützen Kofaktoren für die Hormonsynthese, wenn der zentrale Befehl für die Produktion ausbleibt?


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RE: Blutwerte, niedriges Testosteron/LH, hohes B12, T3/T4 minimum

#7 von Forka , 02.09.2017 10:07

Danke für die Antworten. Kann ich den ausschließen, dass die niedrigen Werte noch eine Folge von der Mangel/Fehlernährung in meiner Diätphase sind - auch wenn das schon 3 Monate her ist?


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RE: Blutwerte, niedriges Testosteron/LH, hohes B12, T3/T4 minimum

#8 von H_D , 02.09.2017 16:06

Muss dir gleich sagen, dass ein MRT auch nicht 100% Aufschluss geben kann. Hab das auch schon durch und es ist schon ein sehr komisches Gefühl, als ich beim zweiten MRT in der Röhre lag und nicht wußte ob ich mir jetzt wünschen soll ein Adenom zu haben oder nicht.

Wenn du an der Hypophyse ein Problem hast, dann sind Mängel sehr häufig, zumal dann auch magenprobleme häufig gleichzeitig auftreten


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RE: Blutwerte, niedriges Testosteron/LH, hohes B12, T3/T4 minimum

#9 von Forka , 03.09.2017 10:16

Hast du denn ähnliche Probleme und/oder einen Grund dafür gefunden wenn man fragen darf? Ich hab den LH/RH Test in zwei Woche. Ich gehe mal davon aus das der Endo dann mit mir auch bespricht was der Urologe und das MRT ergeben haben. Ich bin an dem Endokrinologikum in Hannover. Meine HA meinte die würden ordentlich prüfen und hängt ja auch mit der Uni zusammen soweit ich weiß - ich denke ich bin da ganz gut aufgehoben. Ich will mir erstmal anhören was sie dazu meint und wie sie die Ergebnisse interpretiert bzw. was sie vorschlägt was noch geprüft werden sollte oder nicht bevor ich mich jetzt verrückt mache oder selbst experimentiere.

Was mir bei der Nuklearmedizin noch aufgefallen ist: Die Schilddrüse hat ein Volumen von 15 ml, T3/T4 sind jeweils genau auf den Minium Grenzwert. Hat das irgendwas zu sagen? Ich meine gelesen zu haben das bei Männern die Schilddrüse 18-25 ml haben sollte, es aber keine "anerkannte" festgelegte Untergrenze gibt. Ich bin mit 189 cm ja nicht der kleinste. Kann es sein das die Schilddrüse evtl. einfach ein bisschen zu wenig hormonbildendes Gewebe hat und deswegen T3/T4 so niedrig sind? TSH ist ja nach wie vor "normal" - deswegen interessiert das die Ärzte nicht so richtig.


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#10 von Forka , 26.09.2017 19:28

Werte vom GnRH Test waren in Ordnung. Testo und LH Spiegel haben sich soweit erhohlt. Ich denke ich kann davon ausgehen, dass es sich um eine physiologische Anpassung handelt aufgrund zu harter/langer Diät. Ich werde trotzdem in 3 Wochen, notfalls auf eigene Kasse, nochmal T3/4, TSH, Testo und LH nachmessen lassen um sicher zu gehen. Ich hoffe das sich auch der T3 Wert verbessert hat, ansonsten muss ich mir diesbezüglich noch was überlegen. Ansonsten noch etwas dazu zu sagen?




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#11 von Forka , 08.03.2018 13:26

So kleines Update. Im November nochmal T3/T4 TSH sowie Testo/LH gemessen. Da die Werte am Anfang schlecht waren habe ich davor in Eigeninitiative das Jod Protokoll gefahren (Lugol/Selen/Co-Faktoren). Das erklärt den hohen TSH Wert.

LH 3.1 U/l (1.5-9.3)
Testo (LIA) 3.55 µg/l (2.41 - 8.27)

fT3 2.8 ng/l (2.3-4.2)
fT4 11.3 ng/l (8.9-17.6)
TSH 3.91 mU/l (0.55-4.78)

So dann letzten Freitag nochmal relativ umfangreiches Blutbild gemacht und bin eigentlich ganz zufrieden: (Seit 2018 keine Supplements)




Sieht doch soweit wieder gut aus, oder?
Sollte ich VitA und VitD evtl. noch etwas ergänzen? Zink ist etwas zu hoch obwohl ich nichts mehr zusätzlich zuführe. Selen/Kupfer ist so ok, oder?
Hat der leicht erhöhte MCHC was zu sagen? Ich habe leider kein Eisen oder Ferritin bestimmen lassen. Die Werte waren aber sonst in Ordnung. Folsäure und B12 war bei den letzten Messungen eigentlich immer sehr hoch.
Vorschläge, Kritik, Kommentare erwünscht:)|addpics|hit-1-a464.png-invaddpicsinvv,hit-2-e099.png-invaddpicsinvv|/addpics|


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#12 von jfi , 08.03.2018 13:39

Also dein Magnesium und dein Vitamin D wären mir persönlich DEUTLICH zu niedrig!
Da würde ich 1,0 mmol/l beim Magnesium und mind. 50 ng/dl beim Vit D anstreben.

Ansonsten sieht das eig ganz gut aus :-)

LG Jens


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RE: Blutwerte, niedriges Testosteron/LH, hohes B12, T3/T4 minimum

#13 von Forka , 08.03.2018 14:51

Ja Magnesium habe ich oben vergessen. Ich denke ich nehme abends 500 mg Mg-Citrat und VitD sollte ich auch nochmal auffüllen. In meiner Familie haben alle deutlich zu niedrige VitD Werte. Ich denke bei mir ist er nur noch im Rahmen weil ich letztes Jahr bei 10.000 IE/Tag war. Behalte ich beides im Auge! Ich bin jedenfalls froh das meine Achse wieder angelaufen ist.. hat jetzt fast ein 3/4 Jahr gedauert. Naja man lernt aus den Fehlern. Wie sieht es mit Jod aus? Sollte ich ab und zu einen Tropfen Lugol nehmen zusammen mit Selen? Ich habe leider kein Labor bei mir in der Nähe gefunden die 24h Urin messen.



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zuletzt bearbeitet 08.03.2018 | Top

RE: Blutwerte, niedriges Testosteron/LH, hohes B12, T3/T4 minimum

#14 von Luna , 08.03.2018 16:46

Hi
Mir ist aufgefallen,dass bei dir statt wie üblich beim vit. D der 25 OH-wert, der 1,25 OH-Wert gemacht wurde. Soweit ich weiß ist die Aussagekraft eine andere.
Ich hatte z. B. bei deutlichem Vit. D-Mangel einen recht hohen 1,25 Oh-Wert, was normal zu sein scheint. Normalerweise orientiert man sich am 25-OH-Wert, der der Speicherwert ist.
LG Luna


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RE: Blutwerte, niedriges Testosteron/LH, hohes B12, T3/T4 minimum

#15 von ChristineH , 08.03.2018 17:32

Gutes Auge, Luna!

25 OH (Calcidiol) ist die Speicherform, 1,25 OH (Calcitriol) ist das Hormon, das nur nach Bedarf aus Calcidiol gebildet wird.


 
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Ferritin und Transferrin, Eisenüberladung?
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