Typ-2-Diabetes umkehren: Einfacher wird es nicht

#1 von H_D , 22.08.2017 10:50

Da in meiner Familie Diabetes mütterlicherseits leider vorgegeben ist bin ich hier immer recht hellhörig.

Mich würde mal interessieren wer hier wie und in welcher Form seine Diabetes verbessern konnte?


H_D  
H_D
Beiträge: 1.146
Registriert am: 26.09.2014


RE: Typ-2-Diabetes umkehren: Einfacher wird es nicht

#2 von hans , 22.08.2017 17:10

Zitat von H_D im Beitrag #1
Da in meiner Familie Diabetes mütterlicherseits leider vorgegeben ist bin ich hier immer recht hellhörig.


Diabetis 2? Weswegen ist das vorgegeben? Bei Diabetis I nimmt man ja inzwischen eine Autoimunreaktion in Bezug auf A1 Beta-Casein in Kuhmilchprodukten als mögliche Ursache an.

Zitat von H_D im Beitrag #1
Mich würde mal interessieren wer hier wie und in welcher Form seine Diabetes verbessern konnte?


Ich könnte als Buchtips empfehlen: Barnard (https://www.amazon.de/Neal-Barnards-Prog...s/dp/1594868107) und die anderen Plant-Based Doctors (McDougal, Ornish, Essestyn & Co, z.B. Dr. Greger - https://www.amazon.de/How-Not-Die-Nahrun...n/dp/394656612X). Habe Barnard und auch die anderen selber im Original gelesen.

Kern bei denen ist: (Salopp & vereinfachend zusammengefasst) Fett runter (10% der Kal.), so das die Zellen nicht mehr Insulinresistent werden/sind, die KH/ATP da rein können (da das Fett die gleichen Rezeptoren belegt) und so auch der Blutzucker kein riesiges JoJo mehr macht. Wichtig ist zudem alles Vollwertig, so das die Ballaststoffe die Freisetzung/Nutzung der KH modulieren/Zeitverzögern. Das stabilisiert den Blutzucker zusätzlich. Studien, etc. pp. dazu - findest Du alles in den Büchern bzw. den Videos der Dr's auf YT.

LG
Hans



 
hans
Beiträge: 502
Registriert am: 17.05.2017

zuletzt bearbeitet 22.08.2017 | Top

RE: Typ-2-Diabetes umkehren: Einfacher wird es nicht

#3 von Tommy , 22.08.2017 17:31

Ist es so, dass man im umkehrschluss insulinsensitiver wird je mehr man die Ratio KH/Fett zu Gunsten der KH verschiebt? Schon klar dass man ein gewisses Maß an KH braucht um insulinsensitiv zu sein aber die Frage ist macht es einen großen Unterschied wenn ich zB normal 30% KH zu mir nehmen und dann zB 40%. Steigt die Insulinsensivität dann(stark) an? Oder merke ich erst einen Switch von zB 30% auf 50% dann? Wenn ich das Gefühl habe dass ich bei 30% KH diese schlecht verwerten kann (Müdigkeit, BZ peaks and Crashs --> Heißhunger etc) würde ich mich dann bei 50% ggf besser fühlen? Wenn ja wie lange würde eine Adaption wohl dauern? Chris schreibt ja immer eine Insulinsensivität muss man sich hart verdienen. Daher denke ich nicht dass diese Anpassung in ein paar Tagen oder Wochen vollzogen wäre... solch eine Anpassung dauert, korrekt?


Tommy  
Tommy
Beiträge: 956
Registriert am: 16.06.2015


RE: Typ-2-Diabetes umkehren: Einfacher wird es nicht

#4 von H_D , 22.08.2017 18:00

Familiär:
meine Mutter, Tante, Cousine, Onkel und Großtante haben es

Ich find das sehr interessant, da ich von anderen auch gehört habe sie kommen mit Fasten sehr gut zurecht, was von den Ärzten meiner Mutter eher sehr kritisch gesehen wird (Blutzucker stabiliseren durch mehr Malzeiten)


H_D  
H_D
Beiträge: 1.146
Registriert am: 26.09.2014


RE: Typ-2-Diabetes umkehren: Einfacher wird es nicht

#5 von hans , 22.08.2017 18:52

Zitat von H_D im Beitrag #4
Familiär: meine Mutter, Tante, Cousine, Onkel und Großtante haben es


Weißt Du ggf. wie die Ess-Muster dieser Verwandten von Dir sind? Also wirklich was die so essen, wie viel Fettanteil (auch in Kuchen/Keksen/Torten/Käse/Milch/Fleisch/Ölen - auch die 'Guten') und wie viel schnelle KH (Kuchen, Kekse, versteckter Zucker, Weissmehl, etc.)? Gibt es da überschneidungen? Ich weiß da ist schwierig im Detail reinzuschauen... jedoch bin ich inzwischen der Ansicht das es primär die erlernten (und "vererbten") Ess-Muster sind die das verursachen und weniger die Genetik.

Bei der Genetik dann eher die Epigenetik die da durch die Ess-Muster an/ausgeknipst wird. Krass ist das ja in Indien... die waren da (historisch) eher auf dem Hungermodus.. also (Epi-)genetisch... und wenn die dann mal eben in einer Generation schnelle KH & viel Fett durch Industrienahrung bekommen werden das alles Diabetis II Fälle. Früher hatten die meisten eher wenig Fett und viel vollwertige KH (mit Ballaststoffen) - wie auch in DE vor ca. 200 Jahren.

Ich finde ja Familienfeiern recht aufschlussreich... also was da so auf den Tellern ist... wie groß die Portionen sind, wer wie oft am Kuchenbuffet steht oder Eis/Nachtisch nachläd. Letztes mal haben einige nur Kartoffeln & Spargel gegessen, wo sich bei anderen etwas Spargel und die Schnitzel gestapelt! haben - ggf. noch eine oder zwei kleine Kartoffeln dabei. Das gleiche dann bei Kuchen... die einen ein Stück einfachen.. andere Sahnetorte & Co. und mehrfach nachladen. Ich für meinen Teil sehe da Muster, die sich auch im Körperbau & Co. widerspiegeln....

Das ist jetzt alles vereinfacht dargestellt - hoffe jedoch das es als Denkanstoß hilfreich ist.

LG
Hans



 
hans
Beiträge: 502
Registriert am: 17.05.2017

zuletzt bearbeitet 22.08.2017 | Top

RE: Typ-2-Diabetes umkehren: Einfacher wird es nicht

#6 von Mo , 22.08.2017 22:07

vererbt?

kannst du ganz schnell streichen.

du findest im blog einiges zu insulinsensitivität.

diabetes 2 ist sebsgtgemacht.
kann man auch sein lassen.


Mo  
Mo
Beiträge: 258
Registriert am: 16.12.2014


RE: Typ-2-Diabetes umkehren: Einfacher wird es nicht

#7 von Markus , 23.08.2017 08:36

"vererbt" werden vor allem Ernährungsgewohnheiten anhand derer sich oftmals mit der Zeit ähnliche Krankheitsmuster zeigen.


Wenn alle "gleich" sein sollen und "gleichgestellt", funktioniert das nur auf dem niedrigsten Niveau. Denn wenn 10 Leute 100m laufen und alle zur gleichen Zeit am Ziel ankommen sollen, dürfen sie alle nur so schnell laufen wie der Langsamste. Nur warum soll der sich dann noch anstrengen, wenn die "Gleichheit" ihn sowieso mit den anderen auf die oberste Stufe des Siegertreppchens stellt? Und was soll das mit der Gesellschaft machen? Kann man sich in jedem (!) sozialistischen Staat anschauen.


 
Markus
Beiträge: 2.577
Registriert am: 28.05.2014


RE: Typ-2-Diabetes umkehren: Einfacher wird es nicht

#8 von Eskel , 09.09.2017 15:20

Gibt auf jeden Fall Behauptungen in die Richtung, dass das (auch) genetisch ist.
http://www.diabetes-deutschland.de/archiv/archiv_4971.htm

Finde ich auch nicht so abwegig. Warum sollte es keine Gene geben, die das Risiko drastisch erhöhen? Insulin-ausschüttung, sensitivität der Rezeptoren und der ganze Popanz müssen doch genetisch kodiert sein. Ohne jetzt zu wissen, was die inkriminierten Gene machen: Wenn die zum Beispiel dafür sorgen, dass die Insulin-Rezeptor Dichte oder die Affinität zu Insulin total gering ist, würde doch nu Sinn machen, dass diese Leute extrem oft Diabetis entwickeln.


Eskel  
Eskel
Beiträge: 71
Registriert am: 28.01.2016


RE: Typ-2-Diabetes umkehren: Einfacher wird es nicht

#9 von hans , 09.09.2017 17:15

Zitat von Eskel im Beitrag #8
Gibt auf jeden Fall Behauptungen in die Richtung, dass das (auch) genetisch ist.
http://www.diabetes-deutschland.de/archiv/archiv_4971.htm


Habe gerade Gundrys 'Plant Paradox' durch und versuche mich an einer Zusammenfassung. Er schreibt u.a. das Lektine aus Getreide & Co. das Hormonsystem irritieren und z.B. die Zellen zur Fetteinlagerung stimulieren. Klappt ja im großem Tierversuch bei der Mast (insb. Schwein) mit Getreide, Mais und Soja super!

Zwar sind bei Gundry die Lektine an allem Schuld (es ist ein Wahnsinn wie sich bestimmte Buchautoren bzw-MD's auf einen quasi universellen 'Faktor' für alles einschießen können).... fand das Buch dennoch sehr aufschlussreich, wenn man es mit etwas Abstand ließt. So will Gundry mit seiner Lektinbefreiten Ernährung (eher High-Fat & Low-Protein) Diabetis 2 & Co. genauso heilen wie die Plant-Based Doctors um McDougal & Co. mit Ihrem pflanzlichen (Low-Fat/High-Vollwertig-Carb) Ansatz.

Ich denke der Schnittpunkt ist (für mich bis jetzt) das alle 'Ich-heile-Diabetis-II-Ernährungsformen' irgendwie jeglichen industriellen Schrott, raffinierte Zucker, (hoch) verarbeitete Produkte & Fette sowie die meisten (Kuh-)Milch-Produkte verbieten, Obst limitieren und sehr, sehr viel Wert auf Gemüse legen.

LG
Hans


 
hans
Beiträge: 502
Registriert am: 17.05.2017


RE: Typ-2-Diabetes umkehren: Einfacher wird es nicht

#10 von Chris (edubily) , 09.09.2017 17:16

Es steht außer Frage, dass es auch genetische Ursachen gibt. Daraus aber eine Mehrheit zu machen und zu negieren, dass man erst einmal alles gegen den Diabetes tun sollte, was man selbst in der Hand, halte ich für ein großes Problem.


Chris Michalk


 
Chris (edubily)
Admin
Beiträge: 2.568
Registriert am: 27.05.2014


RE: Typ-2-Diabetes umkehren: Einfacher wird es nicht

#11 von Chris (edubily) , 09.09.2017 17:18

Zitat
Habe gerade Gundrys 'Plant Paradox' durch und versuche mich an einer Zusammenfassung. Er schreibt u.a. das Lektine aus Getreide & Co. das Hormonsystem irritieren und z.B. die Zellen zur Fetteinlagerung stimulieren. Klappt ja im großem Tierversuch bei der Mast (insb. Schwein) mit Getreide, Mais und Soja super!



Blödsinn. Das klappt, weil man sie mästet. Und weil du Tiere gezüchtet hast, die sich physiologisch betrachtet mästen lassen.


Chris Michalk


 
Chris (edubily)
Admin
Beiträge: 2.568
Registriert am: 27.05.2014


RE: Typ-2-Diabetes umkehren: Einfacher wird es nicht

#12 von Eskel , 09.09.2017 17:28

Zitat
(es ist ein Wahnsinn wie sich bestimmte Buchautoren bzw-MD's auf einen quasi universellen 'Faktor' für alles einschießen können)



ja das ist immer wieder verstörend :D

Zitat
Es steht außer Frage, dass es auch genetische Ursachen gibt. Daraus aber eine Mehrheit zu machen und zu negieren, dass man erst einmal alles gegen den Diabetes tun sollte, was man selbst in der Hand, halte ich für ein großes Problem.



Jo das sollte man auf keinen Fall unterlassen


Eskel  
Eskel
Beiträge: 71
Registriert am: 28.01.2016


RE: Typ-2-Diabetes umkehren: Einfacher wird es nicht

#13 von Anna , 09.09.2017 18:04

Ich finde, Diabetes umkehren gar nicht einfach! Nach der Diagnose habe ich Metformin genommen, Gewicht abgenommen, und damit den Blutzucker auf Normalwerte gebracht. Aber nach einer Weile ohne Metformion klettert bei mir der Blutzucker langsam immer wieder höher. Das war nix mit Diabetesumkehr.

Vermutlich wird es so werden, dass ich alle paar Jahre eine Diät machen muss. Nach einer Diät klettert mein Gewicht schliesslich auch langsam höher. Jetzt versuche ich die Tipps von Chris mit Glycin, Taurin, Cholin, usw anzuwenden. Mal sehen ob ich Erfolg habe. Es ist gut, dass ich alle 3 Monate kontrollieren muss. Wenn der Arzt sagt, der Blutzucker ist zu hoch, dann habe ich tatsächlich Motivation zum etwas dagegen zu unternehmen.


Anna  
Anna
Beiträge: 65
Registriert am: 06.09.2017


RE: Typ-2-Diabetes umkehren: Einfacher wird es nicht

#14 von hans , 09.09.2017 18:04

Zitat von Chris (edubily) im Beitrag #11
Blödsinn. Das klappt, weil man sie mästet. Und weil du Tiere gezüchtet hast, die sich physiologisch betrachtet mästen lassen.


Hallo Chris,

Gundry schreibt in seinem Buch (leider ohne Referenz auf ein Paper): "Our immune system cells and other cells use "bar-code" scanners called TLRs (toll-like-receptors) to identify proteins as friend or foe. These pattern receptors, build over hundreds of millions of years, have been subjected to new patterns in certain foods that unfortunately mimic a whole different set of compounds that instruct cells - particularly, immune and fat cells - what to do. For instance, these compounds instruct fat-cells to store fat when they shouldn't be storing fat, or they tell our white blood cells to attack our own bodies in case of mistaken identity"

Später setzt er das insb. mit den Getreiden (u.a. auch den Phyto-östrogenen) von Getreide (insb. Weizen), Soja und Mais in Bezug auf die Mast bei Tieren in Verbindung. Hier u.a. das Schwein - weil das ja in vilen Aspekten uns sehr ähnlich ist (er ist MD für Herz-Chirurgie und hat nach eigener Aussage deswegen auch auch viel mit dem Immunsystem und der Immunreaktion zu tun...).

Mal schauen, bei Nutritionfacts.org gibts bald ein Video das darum geht warum Gundrys Buch 'Plant Paradox' in seiner Kernthese falsch sein soll. Bin darauf schon gespannt.

LG
Hans



 
hans
Beiträge: 502
Registriert am: 17.05.2017

zuletzt bearbeitet 09.09.2017 | Top

RE: Typ-2-Diabetes umkehren: Einfacher wird es nicht

#15 von Mo , 09.09.2017 21:31

anna, du hast das ganze gemacht und du kannst es ändern.

du brauchst ds richtige Gewicht.
und lange pausen zwischen den Mahlzeiten.

edubily liefert viel zum Thema.
halte dich dran und es gibt keine Diagnose mehr.


dein Körper reagiert schliesslich auf das, was du mit ihm machst.

und das ist nicht eine Frage des Konzepts, ob mit oder ohne Getreide oder Milchprodukte etc.


Mo  
Mo
Beiträge: 258
Registriert am: 16.12.2014


   

Strunz heute
Niedriger Ferritin-Wert trotz viel Eisen

disconnected Foren-Chat Mitglieder Online 8
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen