RE: Kohlenhydrate + Fette - wieviel ist zu viel?

#16 von Berglöwe , 23.07.2017 12:09

Was ist denn "wenig Kh" und was ist viel? Sind viel schon mehr als 100 Kh, was viele als die magische Grenze ansehen oder 250+?
Ist "viel" Fett 1g/kg (statt nur 0,5 bei High Carb) oder fast ketogene Ernährung?

Die Relation find ich bei solchen Aussagen immer ganz wichtig, um sie für mich einzuordnen. :)


 
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RE: Kohlenhydrate + Fette - wieviel ist zu viel?

#17 von Chris (edubily) , 23.07.2017 14:05

Zitat
Paradox daran ist nur dass die hoch gesättigten Fette und die tierischen Fette als schädlich erklärt wurden und das dies auch nicht geändert wird
obwohl die aktuelle Wissenschaft und die sogenannten Paradoxons das nicht bestätigt, tierische Fette sind auch jene wie unserKörper aufgebaut ist um zu Leben, warum sollten sie uns dann umbringen ?

Paradox ist auch, dass die Bevölkerung der USA immer stärker verfettet, obwohl sie die Richtlinien der DGE fast punktgenau erreicht haben
(früher mit weniger KH und mehr Fett noch 4 von 10, jetzt mit mehr KH und weniger Fett 8 von 10)



Na ja, wer die Literatur ausgiebig liest, wird immer und immer wieder feststellen (müssen), dass (einfach) ungesättigte Fettsäuren, etwa Olivenöl, Nüsse, Fisch und Co. eben förderlich wirken, während langkettige, gesättigte Fettsäuren eher neutral bis schädlich wirken. Das lässt sich auch sehr schnell erkennen: Palmitinsäure wirkt zytotoxisch, induziert rasch Insulinresistenz und Apoptose, während Ölsäure das komplett verhindert und das Gegenteil hervorruft. Hatten wir aber alles in unserer Fettsäure-Reihe ausgiebigst erläutert.

Das ist nun mal so.

Der Punkt ist halt, dass wir selten reine Palmitinsäure essen, gesättigte Fette in tierischen Lebensmitteln oft 1:1 mit ungesättigten Fetten vorkommen. Butter und Sahne sind hier die Ausnahmen.

Problematisch wird das vor allem, wenn metabolische Flexibilität wichtig wird, also Kohlenhydrate und Fette möglichst abwechselnd oxidiert werden sollen. Daher ist die (idealisierte) "mediterrane Ernährung" einfach zu empfehlen, weil hier von Haus aus die "besseren" Fette empfohlen werden.

Das mit den Amerikanern ist halt leider Quatsch. Das ist ein Mythos, den ich so langsam nicht mehr hören kann.

a) Es hält sich sowieso keiner an staatliche Empfehlungen. Oder entsprechen Fast Food, Cola und Riesenportionen diesen Empfehlungen?
b) Es ist nicht der Makronährstoff, sondern die Gesamtkalorien, die verfetten:


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RE: Kohlenhydrate + Fette - wieviel ist zu viel?

#18 von H_D , 23.07.2017 16:42

Chris was sagst du zum Video von Wolf:

https://www.youtube.com/watch?v=L0raTzLbA3M

Von wegen Amerika:


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RE: Kohlenhydrate + Fette - wieviel ist zu viel?

#19 von Chris (edubily) , 23.07.2017 17:31

Ist ja das, was wir auch schon mindestens 100 x versucht haben zu erklären und mir ist es ehrlich gesagt schleierhaft, wieso das Thema immer wieder falsch verstanden wird.

Reine KH- oder reine Fettsäure-Oxidation bringen einfach ein paar Vorteile mit sich, die man ausnutzen kann, wenn man Makros z. B. mal tageweise trennt. "Ketogene Tage" brauchen keinen "Insulin- oder Substrat-Switch", weil man einfach den ganzen Tag ketogen fährt. High-Carb-Tage speisen sich besser, weil das Inkretin-System stärker angesprochen wird. Usw.

Umgekehrt heißt es nicht, dass man in Kombination gleich krank oder fett wird. Hier spielen natürlich noch andere Faktoren wie Gesamtkalorien oder Kalorien-Quelle eine Rolle. Das genannte Sushi wäre es aus Sicht des Stoffwechsels besser als ein Schokohörnchen.

Hier wird halt leider immer wieder ein Fass aufgemacht, wobei die einen sich hardcore reinsteigern und die anderen sich hardcore drüber aufregen und "science based" alles widerlegen wollen. Letztere Welle derzeit ist mir, ehrlich gesagt, auch suspekt. Vor allem, weil es gerade anscheinend in ist, sich immer auf die coolen amerikanischen PhDs zu berufen. Die Leute sollen erst mal selbst eine Weile im Labor arbeiten. Danach sieht man vieles, vieles anders. Vorher ist man noch grün hinter den Ohren.


Chris Michalk


Elefant hat sich bedankt!
 
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RE: Kohlenhydrate + Fette - wieviel ist zu viel?

#20 von kempi , 23.07.2017 17:50

Zitat von Berglöwe im Beitrag #16
Was ist denn "wenig Kh" und was ist viel? Sind viel schon mehr als 100 Kh, was viele als die magische Grenze ansehen oder 250+?
Ist "viel" Fett 1g/kg (statt nur 0,5 bei High Carb) oder fast ketogene Ernährung?

Die Relation find ich bei solchen Aussagen immer ganz wichtig, um sie für mich einzuordnen. :)


Du machst dir einfach viel zu viele Gedanken.
Es wurde doch schon mal als Richtwert(e) 30/30/40 vorgeschlagen, was glaube ich auch so im Stoffwechselbuch steht. Der Rest ist einfach individuell. Jeder muss seinen Weg finden, mit dem er/sie am besten klarkommt.

Generell würde ich mich bei den Fetten einfach zwischen 0,8-1 g bewegen. Bei weniger könnte man Probleme haben, richtig satt zu werden (ist aber auch wieder individuell). Bei (viel) mehr sehe ich einfach keinen Sinn. Wichtiger ist es, die richtigen Fette zuzuführen.

Dann einfach noch ein paar mal die Woche ein leichtes Kaloriendefizit einbauen und der Drops ist gelutscht.


 
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RE: Kohlenhydrate + Fette - wieviel ist zu viel?

#21 von Berglöwe , 23.07.2017 18:01

Yepyep, ich hab da auch soweit mein Ding. Es ging nicht darum, dass ich mich daran orientieren will, das hab ich wohl doof ausgedrückt: Mir ging es mehr darum, dass so allgemeine Aussagen für mich nichtssagend sind - viele Kh, wenig Kh, das ist ja immer relativ.


 
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RE: Kohlenhydrate + Fette - wieviel ist zu viel?

#22 von ChristineH , 23.07.2017 18:23

Es kommt auf das Kaloriendefizit an. Also sollte man eine Ernährung anstreben, die a) die Darmflora nicht aushungert, sondern eine große Vielfalt nützlicher Bakterien erzeugt und die b) einen nicht zum Mehressen verleitet.

Kannst mal https://potatohack.com/2017/06/14/the-potatogenic-diet/ lesen (die Kommentare sind auch interessant). Was Tim hier erläutert, deckt sich mit meiner persönlichen Erfahrung: Bei low carb kann man anfangs tolle Erfolge hinsichtlich Gewichtsverlust vorweisen; wer es aber dauerhaft betreibt, hungert sein Mikrobiom aus und nimmt meist das verlorene Gewicht wieder zu, weil high-fat zum übermäßigen Essen verleitet. War exakt so bei mir.

Daher sollte man lieber keine Extreme (high fat, high protein, high carb) pflegen, sich bewegen, mit Ballaststoffen und Fermenten sein Mikrobiom pflegen und ansonsten eben ein Kaloriendefizit fahren, bis ein gesundes Gewicht erreicht wurde. Hört sich langweilig an, ist es auch und deshalb suchen so viele Menschen nach einer interessanten "neuen" Diät. Und wenn es noch eine ist, die schmeckt, dann stürzt man sich gerne hinein.


 
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RE: Kohlenhydrate + Fette - wieviel ist zu viel?

#23 von Berglöwe , 23.07.2017 18:32

Seconded! Deckt sich auch mit meiner Erfahrung.


 
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RE: Kohlenhydrate + Fette - wieviel ist zu viel?

#24 von marchefox , 24.09.2017 19:14

Sehe ich genauso. Crash-Diäten werden gerne von der Ernährungsindustrie genutzt um Kohle zu machen allerdings kommt man da zu 99% in den Jojo-Effekt.


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