Was, wenn ich einfach nur ein mittelmäßiges Leben will?

#1 von Sven , 14.05.2017 09:38

http://mymonk.de/gutes-kleines-leben/

Schöner Text - wann ist es mal genug....


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RE: Was, wenn ich einfach nur ein mittelmäßiges Leben will?

#2 von Bernd , 14.05.2017 12:14

Hallo,

auch wenn ich statt "mittelmäßig" eher "normales" Leben sagen würde, ein guter Artikel mit einem interessanten und wahren Kern!

Ich habe den Punkt "Es reicht jetzt, es ist genug" beim Thema Ernährung erreicht. Ich lasse mich nicht mehr verrückt und von jeder neuen durchs Dorf getriebenen Sau aufschrecken lassen. Auch nicht mehr von jedem angeblichen Supermittel. Was gestern gesund war ist heute totbringend und morgen wieder umgekehrt... Und wenn Du das NEM nicht nimmst, oh Gott, das bringt im günstigsten Fall einen dramatischen Mangel, eigentlich ist das aber Dein Todesurteil, auf jeden Fall wirst Du damit nicht 120 Jahre alt usw. usf...

Ich esse worauf ich Lust und Appetit habe, mit einem kleinen für mich optimalen System und vertraue ansonsten den natürlichen Körperinstinkten und versuche es einfach nicht zu übertreiben, in beide Richtungen nicht.

Aber ich habe kein schlechtes Gewissen mehr, wenn mal ein Wheyshake ausfallen mußte, ich mal Lust auf Fett mit KH habe (lecker heiße Kartoffel mit ordentlich Sour Creme z. B.) oder es mal ein Gläschen Rotwein mehr war.

Gruß Bernd



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RE: Was, wenn ich einfach nur ein mittelmäßiges Leben will?

#3 von sfast , 14.05.2017 12:57

Was sind die Folgen eines selbstzufriedenen Lebens im Wohlstand?

Sie unterwandert ihren eigenen Wert für eine Gemeinschaft und die Welt. Der Wille über sich hinaus zu wachsen, der ist Voraussetzung dafür, dass der eigene Wert *für andere* wächst. Deswegen finden wir in Gemeinschaften, in denen der Einzelne noch einen von allen spürbaren Beitrag leisten kann, besondere Anerkennung von Können.

Darüber hinaus ist dies ein völlig unrealistischer Fall, der zwar eintreten kann, doch viel wahrscheinlicher ist: Ihre Zufriedenheit ist sehr zerbrechlich und schon kleine Erschütterungen bringen sie völlig aus der Fassung. (vgl. Flow, Antifragilität, Post Traumatisches Wachstun u.v.m.)

Kinder richten sich nach dem Verhalten ihrer Eltern. Offene Frage: Sollen sich Kinder ihren Unwillen, über sich hinauszuwachsen, zum Vorbild nehmen?

Kurz: Es ist ein Leben in Dekadenz.


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RE: Was, wenn ich einfach nur ein mittelmäßiges Leben will?

#4 von Sven , 14.05.2017 15:16

1
 
Kinder richten sich nach dem Verhalten ihrer Eltern. Offene Frage: Sollen sich Kinder ihren Unwillen, über sich hinauszuwachsen, zum Vorbild nehmen?
 



Sie sollen wissen, dass es ok das Leben zu genießen. Egal ob im Biergarten oder als Highflyer bei Ärzte ohne Grenzen.

Das hat auch nix mit Unwillen zu tun, sondern mit Ankommen. Dekadenz ist ein hässliches Extrem. Denke das Streben macht nur Sinn wenn man auch mal zufrieden ist ;) . Die Gesellschaft hat den unaufhaltsam Getriebenen sicher viel zu verdanken...Hat halt seinen (persönlichen) Preis.


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RE: Was, wenn ich einfach nur ein mittelmäßiges Leben will?

#5 von Stockinger , 15.05.2017 09:39

Mit sich selbst, mit seinem Leben zufrieden sein (zu können) ist so ziemlich die höchste Stufe des Seins, die man erreichen kann!

Nicht ständig einem imaginären oder aufoktroyieren Erfolg hinterher hecheln zu müssen(!) und dabei zufrieden und Gesund zu sein, ist ein Geschenk. Das ständige (teilweise aufgezwungene) Streben nach Mehr, Schneller-Höher-Weiter, führt nicht unbedingt zu einem glücklicheren Dasein. Es sind regelmäßig eben nicht die Schönsten, Reichsten, Stärksten dieser Welt, die die Glücklichsten sind.
Eine Erkenntnis, die durchaus auch gerne Kindern vermittelt werden kann/sollte. Das könnte diese Welt (wir haben nur die eine) für alle etwas lebenswerter machen.

LG,
Thorsten


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RE: Was, wenn ich einfach nur ein mittelmäßiges Leben will?

#6 von saian , 15.05.2017 17:43

Zitat von sfast im Beitrag #3

Sie unterwandert ihren eigenen Wert für eine Gemeinschaft und die Welt. Der Wille über sich hinaus zu wachsen, der ist Voraussetzung dafür, dass der eigene Wert *für andere* wächst.
Kinder richten sich nach dem Verhalten ihrer Eltern. Offene Frage: Sollen sich Kinder ihren Unwillen, über sich hinauszuwachsen, zum Vorbild nehmen?

Darüber hinaus ist dies ein völlig unrealistischer Fall, der zwar eintreten kann, doch viel wahrscheinlicher ist: Ihre Zufriedenheit ist sehr zerbrechlich und schon kleine Erschütterungen bringen sie völlig aus der Fassung. (vgl. Flow, Antifragilität, Post Traumatisches Wachstun u.v.m.)



Exakt so sehe ich das auch.

Mein Sinn im Leben ist es, die Welt sinnvoll zu bereichern.
Zuhause mit einem selbstzufriedenen, bequemen, konsumierenden Leben erfülle ich das mMn nicht.
Ich kann mehr beitragen, als egoistisch glücklich zu sein.

“Someone once told me the definition of Hell: The last day you have on earth, the person you became will meet the person you could have become.”


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RE: Was, wenn ich einfach nur ein mittelmäßiges Leben will?

#7 von Sven , 15.05.2017 19:25

Interessant wie unterschiedlich der Text interpretiert wird :)

Für mich kommt eher das Genügsame und besonne rüber und natürlich eine Anpassung - falls diese notwendig ist.
(Also genau nicht der faule Konsument!)
So wie es der Löwe in der Steppe macht. Das Gegenteil ist der manische sich selbst und die Welt(verschlimm)besser... so wie es der Artikel meint.


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RE: Was, wenn ich einfach nur ein mittelmäßiges Leben will?

#8 von Sven , 15.05.2017 19:37

Und: Mittelmaß ist auch nur in unserer Highflyer oder Looser Gesellschaft ein Schimpfwort geworden ;)
Es können halt nich alle Topperformer sein und das ist auch ok.


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RE: Was, wenn ich einfach nur ein mittelmäßiges Leben will?

#9 von Chris (edubily) , 15.05.2017 19:48

Finde es auch ein bisschen suspekt, dass jemand sich immer in besonderer Weise irgendwo einbringen muss. Ich denke, man kann zurückgezogen und ohne große Achievements leben und dabei trotzdem keine "soziale Last" für die Gesellschaft sein.

Ich denke, ein bisschen Zen-Attitüde kann sehr erfüllend sein. Wir sehen das Glück halt darin, uns -- angepasst an die äußeren Umstände, weil es der Rahmen vorgibt -- zu verwirklichen, was ein Zielstreben impliziert. Es gibt sicher auch Menschen, die das Glück auch ohne Zielstreben finden, nämlich einfach im Aufgehen in einer Tätigkeit, z. B. dem Lesen beim Gläschen Wein. Finde aber nicht, dass man deshalb gleich irgendwie anderen zur Last fällt.


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RE: Was, wenn ich einfach nur ein mittelmäßiges Leben will?

#10 von EHST , 16.05.2017 05:25

Der Artikel setzt da an, wo er kritisiert - wenn man das so holprig sagen kann. Diese ganzen "Anforderungen" entstehen doch fast nur in solch Blasen wie Facebook, Instagram und irgendwelchen Blogs und werden maximal (so mein Eindruck) von ebensolchen "Usern" auch ins Leben getragen. Die gleichen Leute verlangen von Dir dann eben auch Mittelmaß, wenn es en vogue ist. Die kritisieren andere dann eben ob ihrer Zielstrebigkeit und ihrem Willen nach Verbesserung.


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RE: Was, wenn ich einfach nur ein mittelmäßiges Leben will?

#11 von Sven , 16.05.2017 08:10

@EHST

Stell Dir vor viele von uns geben bereits ihr Bestes und sind trotzdem (gesellschaftlich betrachtet) "nur" mittelmaß - ist das jetzt ein Grund unzufrieden zu sein, wie gerne suggeriert wird ? Genau - diese im Kern - ambitionierten Menschen sind dann oft sehr anfällig für noch höhere Ziele/Anforderungen und nie mit sich und der Welt im Einklang - schade.


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RE: Was, wenn ich einfach nur ein mittelmäßiges Leben will?

#12 von Bernd , 16.05.2017 11:08

Zitat von Chris (edubily) im Beitrag #9
Finde es auch ein bisschen suspekt, dass jemand sich immer in besonderer Weise irgendwo einbringen muss. Ich denke, man kann zurückgezogen und ohne große Achievements leben und dabei trotzdem keine "soziale Last" für die Gesellschaft sein.

Ich denke, ein bisschen Zen-Attitüde kann sehr erfüllend sein. Wir sehen das Glück halt darin, uns -- angepasst an die äußeren Umstände, weil es der Rahmen vorgibt -- zu verwirklichen, was ein Zielstreben impliziert. Es gibt sicher auch Menschen, die das Glück auch ohne Zielstreben finden, nämlich einfach im Aufgehen in einer Tätigkeit, z. B. dem Lesen beim Gläschen Wein. Finde aber nicht, dass man deshalb gleich irgendwie anderen zur Last fällt.


So sehe ich das auch. Um es mal überspitzt zu sagen, nach der heutigen gesellschaftlichen Definition und auch einiger Meinungen hier, wäre z.B. ein buddhistischer Mönch und seine Denk-und Lebensart nur "Mittelmaß" und eine "soziale Last"!

Gruß Bernd



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RE: Was, wenn ich einfach nur ein mittelmäßiges Leben will?

#13 von Sven , 16.05.2017 11:11

Oder man ist Weltchampion im Relaxen und an die Wand starren :-) - ist das jetzt gut oder schlecht? Hauptsache man selbst definiert das für sich passend.
Finde eher diese treibenden, nervtötenden Überflieger eine gesellschaftliche Last


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RE: Was, wenn ich einfach nur ein mittelmäßiges Leben will?

#14 von sfast , 16.05.2017 11:49

1. Wir leben in Gemeinschaften (und ab einem gewissen Abstraktionsgrad) in der Gesellschaft. Davon profitiert jeder Einzelne. Es gibt eine einfache Regel für funktionierende Gemeinschaften: Jeder bringt sich nach seinem Vermögen ein.
1.1. Daraus folgt automatisch, dass jeder, der sich nicht nach seinem Vermögen einbringt, auf Kosten von anderen lebt. Er lebt davon, dass andere die Gemeinschaft erhalten, während er selbst sich nur um sich selbst kümmert.

Diese beiden Punkte abzustreiten ist auf Basis einer anonymen Gesellschaft möglich, aber man kann das ziemlich leicht überprüfen. Sind diese Prinzipien auf alle Gemeinschaften anwendbar?

Schon beim Thema Gruppenarbeiten in der Schule wird schnell sichtbar, dass das nicht so funktioniert.

1. Will man mit jemanden in einer Gruppe arbeiten für den gilt: Hauptsache, man definiert das für sich selbst passend, was ein gutes Gruppenmitglied ist?
2. Will man mit jemanden in einer Gruppe arbeiten für den gilt: Hauptsache, ich bin mit mir selbst zufrieden?

Das sind diejenigen, die man auf keinen Fall in der Gruppenarbeit haben möchte, den die sitzen nur daneben und lassen die anderen die Arbeit verrichten. Die sind soziale Last. Oder anders: egoistische Last.

Daher kann man die Frage, ob ein buddhistischer Mönch soziale Last ist, schlicht bejahen (es sei denn, er oder seine Gemeinschaft sind Selbstversorger). Man könnte nun argumentieren, dass buddhistische Mönche sich besonders Expertenwissen erarbeiten, aber das muss man eben sozial aushandeln.

Deswegen kann ich den Satz von Saian "Ich kann mehr beitragen, als egoistisch glücklich zu sein." nur noch verschärft wiedergeben: Egoismus sollte keine akzeptierte Haltung in einer Gemeinschaft sein, wenn sie denn funktionieren will. (von einer Entwicklung will ich gar nicht erst anfangen.)


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RE: Was, wenn ich einfach nur ein mittelmäßiges Leben will?

#15 von meise , 16.05.2017 12:25

Das was ihr alle sucht ist ganz einfach im Neuen Testament zur finden^^

Da kann man das ganze pseudospirituelle zen zeugs und trancemeditationen vergessen. Das ist alles nur ein billiger abklatsch. In der bibel auch als spiritueller tod bezeichnet.


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