Hanfprotein

#1 von jfi , 19.04.2017 16:49

Ich habe jetzt bereits in zwei Podcasts (Ben Greenfield Fitness und The Model Health Show by Shawn Stevenson) gehört, dass Hanfprotein das am höchsten bioverfügbare Protein von allen sein soll.

Die werden beide vin Onnit gesponsert und nennen daher immer deren Hemp Force Protein.

Weiß jemand ob da was dran is, oder betreiben die nur saugutes Marketing?
Denn mein aktueller Stand ist, dass Whey-Hydrolysat das Protein mit der höchsten Bioverfügbarkeit ist.

LG Jens


"Don't ask what the world needs. Ask what makes you come alive. Because what the world needs most is more people who have come alive." - Howard Thurman


 
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RE: Hanfprotein

#2 von upgrade ( gelöscht ) , 19.04.2017 18:34

Hanfprotein liefert halt auch gleich essentielle Fettsäuren und jede Menge Spurenelemente von daher würde ich es schon als sehr hochwertig einstufen! ;-) auch wenn es ja "nur" vegan ist


#Es sind nicht die Dinge selbst, die uns bewegen, sondern die Ansichten, die wir von Ihnen haben.
#Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein.


upgrade

RE: Hanfprotein

#3 von Markus , 19.04.2017 19:59

Wenn du Hanfprotein frisch gemahlen isst, dann ja. Als vorgefertigtes Hanfproteinpulver aus der Tüte hast du die sensiblen O3-Fettsäure (und die ebenso sensible GLA) aber ihrer schützenden Matrix beraubt, sie ist dann sehr anfällig für Oxidation! (Übrigens genauso wie geschroteter Leinsamen oder Walnussmehl). Und lieber verzichte ich auf O3 komplett als oxidierte Fettsäuren zu mir zu nehmen, die dann Teile meiner Zellmembrane werden, dort freie Radikale produzieren und die Membranpermeabilität und somit Stoffaufnahme- und Transport in und aus der Zelle stören. Kids, don't try this at home!

Ich schaue daher, dass wenn ich Hanfprotein zu mir nehme, dieses möglichst frisch ist und ganz schnell wegkommt. Egal was als BBD auf dem Etikett steht. Die Wertigkeit liegt übrigens bei 63, nur etwas über Weizenprotein. Tuningtipp: Ratenlimitierend ist hier Lysin- wenn du dieses einzeln (oder etwa 1:1 mit Lysinreichem Erbsenprotein) untermischst ist die Wertigkeit gleich viel höher.



PS: Ich bin übrigens ein Fan vom Vegan Blend von Myprotein.


"Who controls the past...controls the future; who controls the present controls the past.” And yet the past, though of its nature alterable, never had been altered. Whatever was true now was true from everlasting to everlasting. It was quite simple. All that was needed was an unending series of victories over your own memory. “Reality control,” they called it: in Newspeak, “doublethink.” “Doublethink is essentially a form of cognitive dissonance in which one holds contradictory ideas in their mind, and accepts both as reality. Doublethink is everywhere. Every human being compartmentalizes to some extent.” (Rob Knowles)


 
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RE: Hanfprotein

#4 von Tommy , 19.04.2017 21:16

Ich auch Markus. Wenn du schreibst du versuchst es schnell zu verbrauchen.., wie schnell? Wie lange hàlt Dir 1,0/2,5 Kilo?


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RE: Hanfprotein

#5 von jfi , 20.04.2017 08:14

Alles klar, danke für eure Antworten!

Den Vegan Blend werde ich mir mal anschauen!

LG Jens


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RE: Hanfprotein

#6 von hans , 16.08.2017 13:16

Zitat von jfi im Beitrag #1
Ich habe jetzt bereits in zwei Podcasts (Ben Greenfield Fitness und The Model Health Show by Shawn Stevenson) gehört, dass Hanfprotein das am höchsten bioverfügbare Protein von allen sein soll.

Weiß jemand ob da was dran is, oder betreiben die nur saugutes Marketing?


Ich frage mich aktuell die gleiche Frage.. gibt ja auch noch Kürbis-Protein, etc. pp.

Was schreibt ein Hersteller?: "Hanf-Proteinpulver wird aus dem Presskuchen der Hanfölherstellung gewonnen. Dadurch enthält es nur noch wenig Fett – dieses enthält jedoch wertvolle ungesättigte Fettsäuren. Somit ist es eine erstklassige Quelle für pflanzliches Protein. Die Herstellung unseres Hanf-Proteinpulvers ist so simpel wie genial: beste Hanfsamen werden stark entölt, unter Rohkostbedingungen getrocknet und vermahlen. So entsteht aus den ohnehin schon ernährungsphysiologisch wertvollen Hanfsamen ein Proteinpulver, das wertvolles pflanzliches Protein liefert und vielseitig verwendbar ist. Anders als viele andere Eiweißpulver ist unser Hanf- Proteinpulver kein Nahrungsergänzungsmittel sondern ein normales Lebensmittel.".

Schön.. also ist es der "Abfall" der Hanfölherstellung... und das interessante ist, das der "Presskuchen" (u.a. Viehfutter) auf einmal teurer ist als der Hanfsamen inkl. den Ölen...

Was ist das Problem das ich sehe? Hanf enthält recht viele Phytinsäure udn auch Trypsin-Inhibitoren - selbst wenn das viele Webseiten im Internet anders darstellen.

Hier mal eine Studie: ‚Variability in Antinutritional compounds in Hempseed meal‘ daraus: „The concentration of phytic acid in the hemp seed flour deserves attention in both groups, while the content of cyanogenic glycosides deserves attention just in the french varieties, and condensed tannins, trypsin inhibitors and saponins are instead to acceptable levels." - http://article.sciencepublishinggroup.co...20130102.13.pdf

Das gleiche dürfte für Kürbis-Proteinpulver gelten (auch nur der Presskuchen). Erbsen haben recht wenig Phytinsäure und Trypsin-Inhibitoren - und es gibt Verfahren das weiter zu reduzieren. Von Reis-Protein würde ich wegen der Arsen-Problematik die Finger lassen (gibt Reis mit bis zu 900ug Arsen pro Kilo und ich weiß nicht ob Reis-Proteinpulver unter die Laschen EU-Grenzwerte von bis zu 300ug/Kg für Reis-Sonstiges fallen) - oder Analysen haben wollen. Siehe auch: https://hcfricke.com/2017/08/15/reis-ars...as-risiko-wert/

Ich denke es ist mal wieder Marketing-Nepp, u.a. weil keine Nachbereitung des Presskuchens in Bez. auf die Antinährstoffe geschieht - und der Preis recht hoch ist.



 
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RE: Hanfprotein

#7 von enzo.ca , 16.08.2017 13:42

Zitat von hans im Beitrag #6
Was ist das Problem das ich sehe? Hanf enthält recht viele Phytinsäure udn auch Trypsin-Inhibitoren




Phytinsäure ist nicht immer schlecht -> http://edubily.de/2016/04/phytinsaeure-darmkrebs/


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RE: Hanfprotein

#8 von hans , 16.08.2017 17:37

Zitat von enzo.ca im Beitrag #7
Phytinsäure ist nicht immer schlecht -> http://edubily.de/2016/04/phytinsaeure-darmkrebs/


Absolut :-)

Ich bin deswegen darauf aufmerksam geworden, weil die Studie ausgesagt hatte das es schon sehr viel Phytinsäure im Hanfmehl ist. Und für Menschen die sich vorwiegend vollwertig-pflanzlich (also mit Vollkorn) ernähren gibts da sicher auch ein Limit 'des zu viel des guten' (nur: Welches?). Und für den hohen Preis den der "Hanfkuchen" hat - möchte ich eigentlich nur das Protein, nicht zusätzlich noch eine Ladung Phytinsäuren und Trypsin-Inhibitoren (die sind schon auf natürlich Weise in dem Rest den ich z.B. ich selber esse).

Gerade im gehypten Power-Food Bereich scheint mir die Datenlage oft sehr verschwommen + das viele Mythen rumgeistern. Ich suche ja auch immer noch nach Quellen die z.B. Chlorella rechtfertigen.. mit ca. 100€ für das Kilo. Die Pubmed Datenlage finde ich nicht sehr überzeugend. Oder Weizengraspulver - was meist auch nur der zermahlene und getrocknete Trester der Weizensaftherstellung ist - und teuer verkauft wird.

Ich bin da über die Jahre ziemlich enttäuscht und sehr kritisch geworden... - weil die (bzw. vieler der) Hersteller oft nicht gerade zur Transparenz und Aufklärung beitragen, jedoch gepfefferte Preise verlangen.

LG
Hans


 
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RE: Hanfprotein

#9 von ToBeasy , 16.08.2017 18:55

Wie sieht es eigentlich bei Hanfprotein und positiven Dopingtests aus?

Griff Whalen sagte im Rich Roll Podcast, dass er auf Hanfsamen verzichtet, weil die Möglichkeit eines positiven Tests bestehe. Im Proteibpulver könnte das ja nochmal konzentrierter vorliegen.

Weiss gerade jemand ob der Vegan blend von Myprotein auf der Kölner Liste ist?


 
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RE: Hanfprotein

#10 von hans , 19.08.2017 21:19

Zitat von hans im Beitrag #6
Ich denke es ist mal wieder Marketing-Nepp, u.a. weil keine Nachbereitung des Presskuchens in Bez. auf die Antinährstoffe geschieht - und der Preis recht hoch ist.


Ich hatte jetzt mal verschiedene Hersteller angefragt: Eine Antwort: "Hanf- und Kürbisprotein werden aus den Presskuchen nach der Ölpressung gewonnen. Hier findet nur eine Vermahlung statt, dadurch ändert sich nichts an den enthalten Stoffen."

Also wohl alles noch drinn, inkl. der Trypsin-Inhibitoren, welche nicht wenig sein sollen: "In hemp seed, the content of phytic acid (inositol hexaphosphate, IP6) and trypsin inhibitors appeared fairly high compared to a number of other antinutritional compounds analyzed" - Aus: Variability in Seed Traits in a Collection of Cannabis sativa L. Genotypes, I. Galasso et al., Front Plant Sci. 2016; 7: 688., Published online 2016 May 20.

Beim Erbsen-Protein siehts wohl nicht besser aus. Auch hier konnten mit zwei Vertriebe keine Antwort darauf geben und ein anderer Hersteller antwortet gar nicht. Ein Australischer Hersteller (Nuzest) bewirbt jedoch Erbsenprotein mit einem "Enzymatischen Prozess", welcher die Antinährstoffe deutlich reduziert - der scheint jedoch nicht standard zu sein - auch das habe ich grob gecheckt. Dr. S. Gundry (Plant-Paradox - was ich gerade Lese) hat dann auch Erbsen-Protein auf seiner "Nein"-Liste in Bezug auf Lektine....

Gerade die Trypsin-Inhibitoren in Proteinpulver führen das ganze doch Ad-Absurdum und dann noch zu einem höherem Verbrauch an Methionin und Cystein... für mich ist das die komplette Ver**sche. Die Lektine machen dann schöne Verdauungsprobleme - insb. bei Erbsen- und Soja-Protein - wenn ordentlich reingelöffelt wird.

Ich schreib das alles mal die Tage zusammen.... Falls irgendwer noch Input für mich hat - gerne in diesem Thread.


 
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RE: Hanfprotein

#11 von Tommy , 22.08.2017 08:07

Wie schaut es denn mit reisprotein aus? Hatte hier mal nu3 angeschrieben und die sagten mir, dass keine Phytinsäure mehr enthalten ist. Zu anderen antinährstoffen hatte ich die nicht gefragt


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RE: Hanfprotein

#12 von hans , 22.08.2017 16:55

Zitat von Tommy im Beitrag #11
Wie schaut es denn mit reisprotein aus? Hatte hier mal nu3 angeschrieben und die sagten mir, dass keine Phytinsäure mehr enthalten ist. Zu anderen antinährstoffen hatte ich die nicht gefragt


Reis hat leider eine heftige Arsenproblematik - wie schon weiter oben geschrieben. Selbst wenn die Hülle wegpoliert ist (wie bei weißem Reis) ist in der Regel immer noch viel enthalten. Es gibt zwar auch bessere Anbaugebiete - jedoch müsste im Zweifelsfall immer Nachgefragt werden, da das Arsen aus den Böden, dem Wasser und/oder Spritzmittel stammen kann. Nachgefragt habe ich bei den Herstellern & Vertrieben (noch) nicht. Mache ich ggf. wenn die Erbsenproteingeschichte ins nichts verläuft....

Denn die Antworten die ich inzwischen in Bezug auf Erbsen, Hanf- und Kürbisproteinpulver erhalten habe haben mich entweder nicht weiter gebraucht oder Sie waren im Rahmen des erwarteten. So etwas wie Messwerte oder Analysen konnte leider keiner vorlegen - auch wenn seitens des Hersteller behauptet wurde das keine der vor mir angefragten Antinährstoffe enthalten sein....

LG
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RE: Hanfprotein

#13 von Tommy , 22.08.2017 19:48

Das war aber nicht die Frage Hans :-) das Reis problematisch sein kann weiß ich. Aber ganz ehrlich was willst denn - wenn Du danach gehst - überhaupt noch essen? Reis Arsen, Kartoffeln Saponine, Hülsenfrüchte Phytinsäure, Fisch Wildfang Schwermetalle, Aquakultur Antibiotika, usw usw

Gibt es noch wirklich Lebensmittel die in allen Facetten unproblematisch sind? Wohl kaum.

Ich Handhabe das jetzt so und mache alle 6 Monate ne Schwermetallausleitung und hoffe das bringt was


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RE: Hanfprotein

#14 von Markus , 23.08.2017 07:40

Falsche Prämisse. Reisprotein dürfte aus weißem Reis, nicht aus braunem Reis hergestellt werden. Damit entfällt beinahe die Hälfte des Arsens (der Großteil steckt in der Hülle). Und wenn man genug Carnosin zu sich nimmt (macht das hier jeder?), der kann auch zweiwertige Metalle wie Arsen ausleiten:

http://protein.bio.msu.ru/biokhimiya/con...df/bcm_0789.pdf

Arsen methylieren und somit ausscheidbar zu machen vermag auch Glutathion:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20607218
http://www.jbc.org/content/275/43/33404....rendmd-shared=1

Ratenmlimitierende Aminosäure (und für einem weiteren Schritt Selen) ist hier Cystein. Kann man direkt essen oder vom Körper aus Methionin herstellen lassen. Eine der beiden Aminos sollte man dazu jedenfalls in ausreichenden Mengen zuführen damit der Trick klappt.

Wer sich methioninarm und carnosinarm von viel braunem Reis ernährt, der mag ein Arsenproblem mit der Zeit bekommen. Andere nicht. Ansonsten wäre Asien schon längst menschenleer...


Wenn alle "gleich" sein sollen und "gleichgestellt", funktioniert das nur auf dem niedrigsten Niveau. Denn wenn 10 Leute 100m laufen und alle zur gleichen Zeit am Ziel ankommen sollen, dürfen sie alle nur so schnell laufen wie der Langsamste. Nur warum soll der sich dann noch anstrengen, wenn die "Gleichheit" ihn sowieso mit den anderen auf die oberste Stufe des Siegertreppchens stellt? Und was soll das mit der Gesellschaft machen? Kann man sich in jedem (!) sozialistischen Staat anschauen.


 
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RE: Hanfprotein

#15 von edge , 23.08.2017 09:37

Wie seht ihr eigentlich das Thema Pestizide? Seit mir bewusst ist dass grad Hanf/Chia/Goji und Co die ja eben meist aus China kommen idR start belastet sind mache ich eher einen Bogen darum.
Selbst Bio ist keine Loesung. Auch die waren in den Tests oft ueber den Grenzwerten und wurden dann aus dem Verkehr gezogen. Der Chinese hat halt schlicht kein Verstaendnis fuer EU Bio. Die Bio Zertifikate sind dort guenstig zu kaufen und kontrolliert wird kaum.

Eine Zeit lang habe ich auch Hanfsamen in meinen Quark geruehrt. Ich mag die auch echt gerne.

Ich frage mich dann aber was nuetzt mir ein tolles Superfood wenn ich damit zwangsweise mehr Pestizide konsumiere. Also versuche ich eher auf regionale Produkte zu setzen. Und vielleicht auch beim Protein auf Bio Whey aus der EU zu schwenken.

Seht ihr da eher kein Problem?


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