RE: Der Kraft- und Muskelkoloss isst vegan

#16 von phil (edubily) , 16.04.2017 11:18

Für mich ist er definitiv kein gutes Beispiel, dass eine vegane Ernährung "funktioniert" oder gar überlegen ist.

Das ist eine schöne Story (lässt sich auch super vermarkten) aber mehr nicht. Karl Ess finde ich an der Stelle sogar noch viel passender, weil der seine Form in den letzten Jahren ohne tierische Produkte deutlich verbessert hat.


 
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RE: Der Kraft- und Muskelkoloss isst vegan

#17 von Stockinger , 16.04.2017 11:58

Zitat von Wirbelwind im Beitrag #4
Er hat aber seit 5 Jahren kein Fleisch mehr gegessen. Und - wie man sieht - enormer Muskelaufbau geht auch ohne.


Muskelaufbau oder Muskelerhalt?
Und wenn ich dafür zusätzlich NEMs einwerfen muss (egal ob vegan oder nicht), ist das ein weiteres Zeichen dafür, dass Vegan alleine doch nicht ausreicht; Omnivor möglicherweise auch nicht, aber die Omnivoren stellen sich nicht hin und reklamieren (häufig) eine überlegene Ethik und Moral für sich.


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RE: Der Kraft- und Muskelkoloss isst vegan

#18 von Bernd , 16.04.2017 17:59

Hallo,

wer sagt denn, daß ein veganer BB oder Kraftsportler natural sein muß?

Gruß Bernd


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RE: Der Kraft- und Muskelkoloss isst vegan

#19 von upgrade ( gelöscht ) , 16.04.2017 19:01

Zitat von Stockinger im Beitrag #17
Zitat von Wirbelwind im Beitrag #4
Er hat aber seit 5 Jahren kein Fleisch mehr gegessen. Und - wie man sieht - enormer Muskelaufbau geht auch ohne.


Muskelaufbau oder Muskelerhalt?
Und wenn ich dafür zusätzlich NEMs einwerfen muss (egal ob vegan oder nicht), ist das ein weiteres Zeichen dafür, dass Vegan alleine doch nicht ausreicht; Omnivor möglicherweise auch nicht, aber die Omnivoren stellen sich nicht hin und reklamieren (häufig) eine überlegene Ethik und Moral für sich.



Wenn ich sie pflanzlich halten kann bedeutet das, dass ich sie auch pflanzlich hätte aufbauen können. Warum sollte es auch nicht gehen? Was sind für Wunderstoffe im Fleisch enthalten die ich für Muskelaufbau brauche? Hier ist teilweise viel Unwissenheit vorhanden.. und Vorurteile gegenüber Veganern gibts hier auch nicht selten. Schon klar, dass es Veganer gibt die sich unbeliebt machen weil sie mit dem Finger auf andere zeigen aber darum alle über einen Kamm scheren ist auch nicht der richtige Weg. Soll doch jeder machen was er will ;) Aber es gibt sehr viele vegane Sportler und die bringen super Leistungen und es auf NEMS zu schieben.. die nehmen Veganer und Fleischesser genauso. Alleine die Leute hier im Forum schlucken zum Teil zwischen 10 und 20 Nems und was sagt das jetzt aus?


#Es sind nicht die Dinge selbst, die uns bewegen, sondern die Ansichten, die wir von Ihnen haben.
#Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein.


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RE: Der Kraft- und Muskelkoloss isst vegan

#20 von Stockinger , 18.04.2017 11:27

Zitat
Wenn ich sie pflanzlich halten kann bedeutet das, dass ich sie auch pflanzlich hätte aufbauen können. Warum sollte es auch nicht gehen?


Wieso sollte es das bedeuten? Wenn ich Muskeln aufbauen will, muss ich anabol werden. Wenn ich viele Muskeln aufbauen will, muss stark anabol werden.
Selbst wenn man "auch pflanzlich" Muskeln aufbauen kann, bedeutet das noch lange nicht, dass das auch in vergleichbarem Maße gelingt, wie bei omnivorer Ernährung. Strukturerhalt benötigt nun mal weniger Ressourcen, als Strukturaufbau.
Darüber hinaus heißt es in dem im initialen Post verlinkten Beitrag: "Als Patrik 2011, kurz nachdem er zum stärksten Mann Deutschlands gekürt worden war, zunächst zum Vegetarier und dann sogar zum Veganer wurde, ". Also ganz klar, initialer Muskelaufbau nicht mit vegetarischer/veganer Ernährung.

Zitat
Was sind für Wunderstoffe im Fleisch enthalten die ich für Muskelaufbau brauche?


Darüber wurde hier, auf edubily, schon oft genug berichtet. Carnitin, Taurin, gut/besser verwertbare Proteine und Vitamine, zweiwertiges Eisen, etc.

Zitat
Aber es gibt sehr viele vegane Sportler und die bringen super Leistungen und es auf NEMS zu schieben.. die nehmen Veganer und Fleischesser genauso. Alleine die Leute hier im Forum schlucken zum Teil zwischen 10 und 20 Nems und was sagt das jetzt aus?


Im einfachsten Fall, dass vegetarisch/vegan zwar auch im Leistungsbereich möglich ist, aber nicht besser oder überlegen.
Nur weil der Körper mit etwas klar kommt, heißt das nicht, dass das besser, sinnvoll oder überlegen ist. Biochemie schert sich nicht um Ethik, Moral oder Ansichten.

Ich kann einen Hochleistungs-Otto-Motor auch mit Normalbenzin statt Superbenzin betreiben; dank Klopfregelung. Und wenn ich einen Hubraum starken Motor verbaut habe (=>entsprechende Grundveranlagung) habe ich immer noch mehr Leistung zur Verfügung, als viele Andere. Bleibe aber trotzdem hinter meinen Möglichkeiten (Leistung) zurück, die ich bei konstruktions-/auslegungsgerechter Versorgung erreichen könnte.


Ich will die (kraft)sportlichen Erfolge von Patrik Baboumian sicher nicht klein reden. Aber die Frage ist, hat er sie wegen oder trotz seiner veganen Ernährung erreicht. Oder ist die Grundernährungsstrategie einfach nicht so entscheidend, wenn sowieso in entsprechendem Maße NEMs eingeworfen werden. Wie auch immer, diese verklärte n=1 anekdotische Schilderung ist weder repräsentativ noch aussagekräftig. Allenfalls tendenziös oder bewusst manipulativ, wenn so auf die vegane Ernährung abgezielt und Bezug genommen und hingewiesen wird.

Ansonsten soll natürlich jeder nach seiner Facon glücklich, fit und satt werden. Aber möglichst ohne missionarischen Eifer.


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RE: Der Kraft- und Muskelkoloss isst vegan

#21 von jfi , 18.04.2017 11:56

Zitat von Stockinger im Beitrag #20
Ich kann einen Hochleistungs-Otto-Motor auch mit Normalbenzin statt Superbenzin betreiben; dank Klopfregelung. Und wenn ich einen Hubraum starken Motor verbaut habe (=>entsprechende Grundveranlagung) habe ich immer noch mehr Leistung zur Verfügung, als viele Andere. Bleibe aber trotzdem hinter meinen Möglichkeiten (Leistung) zurück, die ich bei konstruktions-/auslegungsgerechter Versorgung erreichen könnte.




Besser hätte ich es nicht sagen können und genialer habe ich das noch nie gehört! ;-)

Ganz genau meine Meinung! Ein wunderbares Beispiel dafür ist auch Bill Pearl, der von allen angespriesen wird als "verganer" Bodybuilder.
Er hat aber selbst zugegeben, dass er seine Masse als Omnivor aufgebaut hat, das als Veganer/Vegetarier niemals geschafft hätte und außerdem hat er IMMER Eier gegessen, was von vielen Vegan-Priestern aber allzu gerne vergessen wird.

PS: ich verstehe die ethischen Gründe und will niemanden bashen, ganz im Gegenteil, jeder soll das machen was er will, mit dem er sich gut fühlt und was er denkt dass es richtig ist.
Es ist für mich nur absolut unverständlich, dass eine Ernährungsform, die (nachgewiesen!!!) sehr ungesund für Schwangere ist und Missbildungen/Behinderungen/Entwicklungsstörungen bei Embryos und Babys/Kindern (die sich ja noch entwickeln müssen) auslösen können, von Menschen als gesund angepriesen werden kann.
Ich habe mir die Lösung für dieses Dilemma so überlegt dass Verganer entweder a) schlecht informiert sind, b) gut informiert aber ignorant und/oder nicht vernunftbegabt sind oder c) informiert sind und es für sich persönlich nicht als wichtig erachten oder d) informiert sind und durch sinvolle Planung von Ernährung und NEMs das nachbilden, was ihnen Fleisch/Fisch und v.a. Eier schenken würden.
Leider gibt es von Kategorie d) die wenigsten, denn diese sind auch meist keine reißerischen Marktschreier.

Und bitte Leute, fühlt euch nicht auf den Schlips getreten wenn ihr Veganer seid/Verganer kennt oder mit den veganen Ansichten liebäugelt. Ich habe nur Fakten genannt und dazu objektive Überlegungen angestellt.

Beispiel wie ich das mache: ich lebe auf dem Land und bei mir gibt es Gemüse/Obst zu 95% aus Mamas Garten und vom Bauern, genauso Milch, Fleisch und Eier zu 95% vom Bauern (aus artgerechter Freilandhaltung von einem befreundeten Bauern, der auch Schweine artgerecht zum schlachten züchtet), Fisch gibts aus Wildfang und manchmal auch aus Aquakultur.
Ich glaube, mein ökologischer Fußabdruck ist DEUTLICH besser als der der meisten Veganer. (Da denke ich nur an Sojaschnitzel und Vegange Wurst und den ganzen anderen vegan-nachgebildeten BS - sorry, aber ist so)

Und ja, ich finde Tiere auch süß und niedlich, aber ich werde tdm nicht auf deren Konsum verzichten, da wir Menschen nunmal Omnivoren sind und es dadurch BS ist sich irgend ein Lebensmittel komplett zu verbieten, wenn es nicht eindeutige Evidenz gibt, dass ein Verzicht darauf (fast) ausschließlich gut für uns ist.

Just my 2 Cents.

LG Jens


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RE: Der Kraft- und Muskelkoloss isst vegan

#22 von Wirbelwind , 18.04.2017 12:35

"Nur weil der Körper mit etwas klar kommt, heißt das nicht, dass das besser, sinnvoll oder überlegen ist."

Genau. Das gilt allerdings auch für die Fleischesser.
Der Körper kommt sehr gut mit Fleisch aus. Aber auch sehr gut ohne.
Es ist keinesfalls so, dass es in der Wissenschaft Konsens wäre, dass Fleisch essen "besser" oder vegetarische Ernährung "schlechter" wäre. Beide Ernährungsformen haben ihre Vor- und Nachteile, wie alle Ernährungsformen.
Das hier gezeigte Beispiel mag extrem sein aber es ist nun mal eine Tatsache, dass es Menschen gibt, die enorme Muskelkräfte aufbauen/erhalten oder andere sportliche Höchstleistungen mit einer vegetarischen Ernährung leisten können.


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RE: Der Kraft- und Muskelkoloss isst vegan

#23 von jfi , 18.04.2017 13:52

Zitat von Wirbelwind im Beitrag #22
Genau. Das gilt allerdings auch für die Fleischesser. Der Körper kommt sehr gut mit Fleisch aus. Aber auch sehr gut ohne. Es ist keinesfalls so, dass es in der Wissenschaft Konsens wäre, dass Fleisch essen "besser" oder vegetarische Ernährung "schlechter" wäre. Beide Ernährungsformen haben ihre Vor- und Nachteile, wie alle Ernährungsformen. Das hier gezeigte Beispiel mag extrem sein aber es ist nun mal eine Tatsache, dass es Menschen gibt, die enorme Muskelkräfte aufbauen/erhalten oder andere sportliche Höchstleistungen mit einer vegetarischen Ernährung leisten können.


Hier muss man differenzieren.
An meinen oben genannten Beispielen erkennst du, dass der Körper bei seinem evolutiv gesehen höchsten Ziel - der Fortpflanzung - eben erwiesenermaßen NICHT GUT ohne Fleisch auskommt.
Außerdem gibt es auch Studien, die Fleisch essen mit niedrigeren Krebs- und Todesfallraten in Zsammenhang bringen, verglichen mit vegetarischer Kost.

Und auch beim Sport gilt es zu differenzieren:
JA, es gibt Menschen, die ohne Fleisch Höchstleistungen erbringen, dies gilt allerdings fast immer nur für einzelne Personen (schonmal an genetische Polymorphismen oder SNLs bei denen gedacht?). Und außerdem, gilt dies meistens nur für Ausdauersportler, die von den geringeren Entzündungsleveln profitieren.
Für Kraftsportler und Bodybuilder kenne ich nicht ein einziges Beispiel von Veganern, die es zu beachtlichen Leistungen/Figuren geschafft haben. Wenn du mir da eines zeigen kannst, dann bitte her damit, das würde mich nämlich wirklich interessieren!
Ansonsten gibt es wirklich KEINEN EINZIGEN, der in dem Bereich als Veganer was beachtliches geleistet hat. Und nein, jemand der seine Muskeln mit Fleisch oder zumindest Eiern oder Milch aufgebaut hat und die dann mit veganer Kost hält zählt hier nicht, aus den oben genannten Gründen, dass das Halten weniger Ressourcen benötigt als das Bauen.

Darüber hinaus gibt es in der gesamten Geschichte der Menschheit keine einzige Population/kein einziges Volk, das langfristig vegan existiert hat. Ich finde das sagt schon fast alles, denn früher haben die Leute instinktiver gegessen, undzwar das was ihnen nützt und da hat eben jede Population instinktiv irgendwelche tierischen Lebensmittel eingebaut um das Überleben(!) zu sichern.


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RE: Der Kraft- und Muskelkoloss isst vegan

#24 von Sven , 18.04.2017 14:41

Gestern eine Tierdoku gesehen, wo sich ein Affe mal eben in einem Nest mit VogelKÜCKEN bedient hat.


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RE: Der Kraft- und Muskelkoloss isst vegan

#25 von jfi , 18.04.2017 14:59

Genau das Sven.

Schimpansen essen (wenn ich die Zahl noch richtig im Kopf habe) je nach Verfügbarkeit bis zu 50-60 % tierische Nahrung und gehen teilweise richtig auf die Jagd nach anderen, kleineren Tieren.
Das ist nur ein weiteres Indiz dafür, dass alle Affen (inkl. dem Mensch) Omnivoren sind.

LG Jens


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RE: Der Kraft- und Muskelkoloss isst vegan

#26 von Bernd , 18.04.2017 17:06

Zitat von jfi im Beitrag #25
Genau das Sven.

Schimpansen essen (wenn ich die Zahl noch richtig im Kopf habe) je nach Verfügbarkeit bis zu 50-60 % tierische Nahrung und gehen teilweise richtig auf die Jagd nach anderen, kleineren Tieren.
Das ist nur ein weiteres Indiz dafür, dass alle Affen (inkl. dem Mensch) Omnivoren sind.

LG Jens


Hallo Jens,

gilt das auch für Gorillas und Orang-Utans? Zumindest habe ich bei denen davon bislang nichts gesehen oder gelesen. Insbesondere nicht, das sie ihre Artgenossen töten und essen, wie das Schimpansen ja durchaus tun. Ich bin kein Zoologe, aber vielleicht hängt dieses Verhalten speziell der Schimpansen auch weniger allein mit dem Thema Ernährung zusammen, sondern mit deren Zusammenleben insbesondere deren Gruppenbildung. Während Gorillafamilien ja sehr klein sind und sich in vergleichsweise kleinen Revieren bewegen, Orang-Utan sind ja sogar Einzelgänger, bilden Schimpansen ja oftmals recht große Gruppen, die dann auch einen größeren Nahrungsbedarf haben, entsprechend große Bereiche zur Nahrungssuche und dabei neben Revierkämpfen mit anderen Gruppen dann auch irgendwann gelernt haben, mal davon abgesehen, daß man in der Wildnis nichts liegen läßt, was man essen kann, daß so eine Fleischmahlzeit sättigender und ausreichender für die Gruppe ist und der Aufwand und die Gefährlichkeit z. B. so einer Jagd sich dann doch lohnt, gegenüber dem sehr zeitaufwändigen Sammeln pflanzlicher Nahrung.

Ich will damit sagen, ja, Schimpansen essen Fleisch, Insekten etc., aber vielleicht nicht weil sie es müssten, sie könnten sicher auch ohne, sondern weil es ihnen ein paar Vorteile bietet. Aber vielleicht ja auch, weil es ihnen schmeckt?

Gruß Bernd



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RE: Der Kraft- und Muskelkoloss isst vegan

#27 von jfi , 18.04.2017 17:17

Zitat von Bernd im Beitrag #26
gilt das auch für Gorillas und Orang-Utans? Zumindest habe ich bei denen davon bislang nichts gesehen oder gelesen. Insbesondere nicht, das sie ihre Artgenossen töten und essen, wie das Schimpansen ja durchaus tun. Ich bin kein Zoologe, aber vielleicht hängt dieses Verhalten speziell der Schimpansen auch weniger allein mit dem Thema Ernährung zusammen, sondern mit deren Zusammenleben insbesondere deren Gruppenbildung. Während Gorillafamilien ja sehr klein sind und sich in vergleichsweise kleinen Revieren bewegen, Orang-Utan sind ja sogar Einzelgänger, bilden Schimpansen ja oftmals recht große Gruppen, die dann auch einen größeren Nahrungsbedarf haben, entsprechend große Bereiche zur Nahrungssuche und dabei neben Revierkämpfen mit anderen Gruppen dann auch irgendwann gelernt haben, mal davon abgesehen, daß man in der Wildnis nichts liegen läßt, was man essen kann, daß so eine Fleischmahlzeit sättigender und ausreichender für die Gruppe ist und der Aufwand und die Gefährlichkeit z. B. so einer Jagd sich dann doch lohnt, gegenüber dem sehr zeitaufwändigen Sammeln pflanzlicher Nahrung.



Ich bin auch kein Zoologe und kann dir daher nicht 100%ig genau antworten.

Allerdings sollte man beachten, dass von allen Menschenaffe der Schimpanse die meisten Ähnlichkeiten zu uns aufweisst (Menschen-DNA stimmt ja glaube ich mit Schimpansen-DNA zu 99% überein).
Und eine zweite Erklärung hast du im Endeffekt mit deinen Ausführungen schon gegeben, denn wenn man das Verhalten von Gorillas, Orang-Utans und Schimpansen vergleichtt, dann sind uns die Schimpansen auch da am ähnlichsten.
Große Gruppen, Bedürfnis nach Sättigung der Gruppen, Gefahr der Jagd lhnt sich eher --> siehe uns Menschen, die wir seit Anbeginn unserer Rasse in Gruppen, dann Siedlungen, Dörfern und heute in Städten zusammenwohnen und daher auch mehr Mäuler sättigen müssen.

Darüber hinaus würde ein Schimpanse glaube ich niemals 2mal etwas essen das ihm schadet, daher kann wohl davon ausgehen dass der Fleischverzehr für sie mehr Vorteile als Nachteile bringt, ansonsten hätten sie das schon längst sein lassen. (Affen sind ja in so instinktiven Bereichen wie z.B. Ernährung deutlich intelligenter als wir Menschen, da keine Beeinflussung durch Werbung erfolgt und die eben noch natürlich und artgerecht leben).

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RE: Der Kraft- und Muskelkoloss isst vegan

#28 von Stockinger , 18.04.2017 18:36

Gorillas verbringen ca. 60% oder mehr ihrer Wachzeit mit Nahrungsaufnahme (vegetarisch), um alles zu bekommen, was sie brauchen.
Diese Zeit hätte ich als Mitglied der arbeitenden Bevölkerung schlicht nicht. Und an zusätzlichen langfristigen Mängeln hab ich kein gesteigertes Interesse.


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RE: Der Kraft- und Muskelkoloss isst vegan

#29 von Chris (edubily) , 18.04.2017 18:48

Äääh Gorillas sind Herbivoren! Die fermentieren alles im riesigen Dickdarm, sind also nicht zu vergleichen mit uns. Ganz zu schweigen von den vielen Pathways, die in Herbivoren aktiv sind und bei uns schlafen!

Ich selbst habe mittlerweile mehrfach probiert, monatelang vegan zu leben. Selbst bei optimalen Blutspiegeln von Key-Spurenelementen wie Zink, Eisen und Co. und Protein-Kompensation durch Soja und Co. fehlt mir nach einer Zeit irgendwas. Ich weiß nicht was, aber es wird fast unaushaltbar. Später habe ich sogar von Fleisch geträumt und depressive Verstimmungen wurden zT extrem massiv! Und eigentlich bin ich wirklich eher eine Frohnatur. Ich kann mir das einfach nicht (mehr) schönreden und werden es niemals jemandem empfehlen, selbst dann nicht, wenn er sich bestens mit NEM auskennt. Ich glaube wirklich, dass ich mich damit besser auskenne als die meisten und selbst mir gelingt es nicht, auf einem normalen Level zu performen mit einer veganen Ernährung. Vielleicht klappt das bei 70-kg-Burschen, aber nicht bei mir.

Ähnliche Geschichten höre ich mittlerweile sogar von einigen meiner eingefleischten Veganer-Freunde, die urplötzlich wieder Fleisch essen, weil ihnen "was fehlt". Eine Bekannte von mir hat ihr Kind vegan aufgezogen und es zeigte sich ein stark eingeschränktes Wachstum und Blässe. Daraufhin hat der Kinderarzt ihr Veganismus beim Kind "verboten".

Ich denke nicht, dass man oft Fleisch essen muss. Es ist aber noch einmal eine ganz andere Hausnummer, komplett auf alle tierischen Produkte zu verzichten. Das ist auch etwa das, was Weston Price damals formulierte. Man muss kein Carnivor sein, aber in tierischen Lebensmitteln ist vielleicht etwas, was wir brauchen und wovon wir heute keine Ahnung haben. Nicht repräsentativ für Fleisch, aber mittlerweile weiß man ja um die Vitamin-ähnliche Bedeutung von PQQ, das wir offensichtlich nicht selbst synthetisieren können aber äußerst wichtig für die Gesunderhaltung ist. Das aber ist nur in "Lebensmitteln" enthalten. Eine reine Pulver-Ernährung würde aus der Sicht krank machen.

Man kann halt nicht immer genau herausfinden, warum etwas besonders wirkt. Aber eine vegane Ernährung ist mit das extremste, was man einem Homo sapiens zumuten kann.

Ansonsten: Spannende Gedanken und Äußerungen hier im Thread!


Chris Michalk


 
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zuletzt bearbeitet 18.04.2017 | Top

RE: Der Kraft- und Muskelkoloss isst vegan

#30 von upgrade ( gelöscht ) , 18.04.2017 20:59

Zitat von jfi im Beitrag #21
Zitat von Stockinger im Beitrag #20
Ich kann einen Hochleistungs-Otto-Motor auch mit Normalbenzin statt Superbenzin betreiben; dank Klopfregelung. Und wenn ich einen Hubraum starken Motor verbaut habe (=>entsprechende Grundveranlagung) habe ich immer noch mehr Leistung zur Verfügung, als viele Andere. Bleibe aber trotzdem hinter meinen Möglichkeiten (Leistung) zurück, die ich bei konstruktions-/auslegungsgerechter Versorgung erreichen könnte.




Besser hätte ich es nicht sagen können und genialer habe ich das noch nie gehört! ;-)

Ganz genau meine Meinung! Ein wunderbares Beispiel dafür ist auch Bill Pearl, der von allen angespriesen wird als "verganer" Bodybuilder.
Er hat aber selbst zugegeben, dass er seine Masse als Omnivor aufgebaut hat, das als Veganer/Vegetarier niemals geschafft hätte und außerdem hat er IMMER Eier gegessen, was von vielen Vegan-Priestern aber allzu gerne vergessen wird.

PS: ich verstehe die ethischen Gründe und will niemanden bashen, ganz im Gegenteil, jeder soll das machen was er will, mit dem er sich gut fühlt und was er denkt dass es richtig ist.
Es ist für mich nur absolut unverständlich, dass eine Ernährungsform, die (nachgewiesen!!!) sehr ungesund für Schwangere ist und Missbildungen/Behinderungen/Entwicklungsstörungen bei Embryos und Babys/Kindern (die sich ja noch entwickeln müssen) auslösen können, von Menschen als gesund angepriesen werden kann.
Ich habe mir die Lösung für dieses Dilemma so überlegt dass Verganer entweder a) schlecht informiert sind, b) gut informiert aber ignorant und/oder nicht vernunftbegabt sind oder c) informiert sind und es für sich persönlich nicht als wichtig erachten oder d) informiert sind und durch sinvolle Planung von Ernährung und NEMs das nachbilden, was ihnen Fleisch/Fisch und v.a. Eier schenken würden.
Leider gibt es von Kategorie d) die wenigsten, denn diese sind auch meist keine reißerischen Marktschreier.

Und bitte Leute, fühlt euch nicht auf den Schlips getreten wenn ihr Veganer seid/Verganer kennt oder mit den veganen Ansichten liebäugelt. Ich habe nur Fakten genannt und dazu objektive Überlegungen angestellt.

Beispiel wie ich das mache: ich lebe auf dem Land und bei mir gibt es Gemüse/Obst zu 95% aus Mamas Garten und vom Bauern, genauso Milch, Fleisch und Eier zu 95% vom Bauern (aus artgerechter Freilandhaltung von einem befreundeten Bauern, der auch Schweine artgerecht zum schlachten züchtet), Fisch gibts aus Wildfang und manchmal auch aus Aquakultur.
Ich glaube, mein ökologischer Fußabdruck ist DEUTLICH besser als der der meisten Veganer. (Da denke ich nur an Sojaschnitzel und Vegange Wurst und den ganzen anderen vegan-nachgebildeten BS - sorry, aber ist so)

Und ja, ich finde Tiere auch süß und niedlich, aber ich werde tdm nicht auf deren Konsum verzichten, da wir Menschen nunmal Omnivoren sind und es dadurch BS ist sich irgend ein Lebensmittel komplett zu verbieten, wenn es nicht eindeutige Evidenz gibt, dass ein Verzicht darauf (fast) ausschließlich gut für uns ist.

Just my 2 Cents.

LG Jens


Das ist in diesem Topic nur eines von sehr vielen Fehlinformationen aber ich werde hier gar nicht erst versuchen irgendjemandem vom Gegenteil zu überzeugen.. nicht hier in einem Forum wo zu Leberkonsum geraten wird und generell tierische Produkte sehr in den Himmel gelobt werden.

Punkto Soja.. 98% des gesamten Soja weltweit geht in die Fiehzucht!! Nur 2% geht dann an die Menschen (vermehrt Veganer). Und wenn du dir Statistiken anschauen würdest, wüsstest du, dass ein Veganer immer einen kleineren Fußabdruck hinterlassen wird.. alleine wie viel Wasser für die Tiere bzw. 1 Kilo Fleisch fließt, da könnte der Veganer den ganzen Tag die Dusche laufen lassen und könnte da nicht gleichziehen.

Hier fühlt man sich anscheinend vom ersten Post angegriffen weil vegane Ernährung in keinster Weise überlegen sein soll aus sportlicher Sicht und das ist sie vll auch nicht ABER sie ist auch nicht unterlegen. Gibt mittlerweile genug Beispiele für vegan lebende Profisportler und womit sie was aufgebaut haben ist scheiss egal. Sobald sie jetzt eine gewisse Leistung vegan erbringen können ist das Beweis genug, dass es auch pflanzlich funktioniert.

Hier wird auch nie von den Studien gesprochen punkto Herzkrankheiten, Krebs, Diabetes.. wo IMMER die Veganer besser abschneiden. Und NUR die Veganer passen vom BMI.. der Rest ist übergewichtig!!

Und die Leute die irgendwann wieder Fleisch essen.. die haben halt nicht mehr ein starkes Warum.. da ist der ethische Aspekt vielleicht verloren gegangen.. ist wie bei ehemaligen Rauchern.. wie viele davon werden dann doch rückfällig.. (und hier sagt ja auch niemand, dass der Instinkt wohl wusste was richtig ist).. man merkt hier wird sich alles schön passend geredet weil man sich mit gewissen Dingen nicht auseinandersetzten möchte und das ist auch ok aber ich kann diese dummen FEHLINFORMATIONEN schon nicht mehr lesen.. manche Leute hier beweisen mit dem was sie schreiben, dass sie absolut GAR KEINE Ahnung haben und dann hier aber "Wissen" vermitteln wollen..

Damit ist jetzt nicht der Chef (chris) hier gemeint.. der hat zwar Ahnung (und das merkt man auch) aber auch da kommen teilweise Aussagen die nicht ganz stimmen bzw. nicht objektiv sind. Es gibt mittlerweile zu viele Studien/Ärzte/Sportler/Promis/normale Menschen die beweisen, dass vegan funktioniert (wenn man ganz wenig Know How mitbringt) und es dann immer schlecht zu reden und von den ganzen Stoffen die man angeblich alle braucht.. aber jedem das seine..

Ein letzter Satz dazu und den sollte sich hier wirklich jeder durchlesen und darüber reflektieren.. es wird ja immer behauptet, die Veganer wollen andere missionieren.. stellen ihre Ernährung als ach so überlegen dar usw.. aber hier sieht man.. es ist genau andersrum.. wie oft liest man hier von der so schlechten veganen Ernährung und wie toll überlegen die eigene Ernährung ist.. aber mit dem Finger auf andere zeigen..


#Es sind nicht die Dinge selbst, die uns bewegen, sondern die Ansichten, die wir von Ihnen haben.
#Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein.


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