Gesundheit in den USA

#1 von Axel , 22.03.2017 13:23

Die Tage bin ich über zwei Meldungen gestolpert, die zwar nur am Rande mit den hier besprochenen Bereichen zu tun haben, aber ich finde sie trotzdem interessant genug, um sie mal zu beleuchten:

http://www.zeit.de/2017/10/lebenserwartu...komplettansicht

"Heute geborene Amerikaner werden voraussichtlich knapp 79 Jahre alt. Die Lebenserwartung der US-Bürger, eine Messlatte für Fortschritt, sinkt. Warum?"

"Der Verlust klingt zwar gering. Peter Muennig ist dennoch besorgt. "Ein solcher Rückgang bei der Lebenserwartung ist abnormal und ein Alarmzeichen", sagt der Professor für Gesundheitspolitik an der Columbia University in New York. Neben dem Bruttoinlandsprodukt, das die Wirtschaftsleistung misst, gibt es keine Kennzahl, die so sehr als Messlatte für den Fortschritt eines Landes gilt wie die Lebenserwartung."



Aber keine Sorge, der Aufstand erstmal fällt aus. Das im Vergleich zu uns doppelt so hohe Budget für Gesundheitsausgaben pro Kopf wird nämlich klug angelegt:

https://www.washingtonpost.com/news/wonk...e-in-the-world/

"For example, Americans are prescribed about six times as many opioids per capita as are citizens of Portugal and France, even though those countries offer far easier access to health care. The largest disparity noted in the U.N. report concerns hydrocodone: Americans consume more than 99 percent of the world’s supply of this opioid.

One might think that Americans consume more opioids because as an aging population, they have objectively more aches and pains. But the U.S. population ranks only 42nd in the world in its proportion of people aged 65 or older. Countries with a much higher proportion of senior citizens than the United States, such as Australia and Italy, consume only a fraction of the prescription opioids of Americans."


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RE: Gesundheit in den USA

#2 von Stockinger , 22.03.2017 14:15

Zitat von Axel im Beitrag #1
One might think that Americans consume more opioids because as an aging population, they have objectively more aches and pains.


Nein, anders (als durch Drogen betäubt) ist die derzeitige Administration in den USA nicht zu ertragen.


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RE: Gesundheit in den USA

#3 von Markus , 22.03.2017 14:31

"Nein, anders (als durch Drogen betäubt) ist die derzeitige Administration in den USA nicht zu ertragen."

Die Zahlen sind vom Vorjahr.Wenn schon, dann wäre also die alte Regierung zu verantworten.

Auch wenn man immer öfters "Administration" 1:1 aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt mache es dies auch nicht wahrer. Tatsache ist, dass die amerikanische "Administration" auf Deutsch immer noch eine "Regierung" darstellt. Und diese ist, BTW, gewählt worden.

Ach ja, im Gegensatz übrigens zu einem deutschen Präsidenten, der vor einigen Wochen in einem Hinterzimmer "bestimmt" wurde...


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RE: Gesundheit in den USA

#4 von jfi , 22.03.2017 14:34

nicht nur das, diese Daten spiegeln auch schön wieder wie ALLES in den USA läuft..es gibt keinerlei Grautöne, nur Schwarz und Weiß.

Will heißen: Einerseits gibt es die Health Conscious-Bevölkerung, die nur bei WholeFoods einkauft, Sport treibt und meist Low Carb isst und auf der anderen Seite gibt es die, die eine See-Food-Diet mit maximaler Betonung auf Fastfood betreiben (und die sind DEUTLICH in der Überzahl) und so Fett sind dass man sich das never ever vorstellen kann wenn man noch nie dort war und nur euopäische "Dicke" kennt(Unsere Dicken gelten da drübern fast als Hungerhacken).

Mein Bruder wohnt und arbeitet in NYC und kann ein Lied davon singen.
Pro Block gibt es meistens mehrer Fastfood- oder Burgerläden die richtig leckeres aber auch in Fett getränktes Zeug anbieten, zu Spottpreisen und in Super Size-Portionen. Gesundes Essen muss man manchmal ein bisschen suchen und ist natürlich deutlich teurer...

LG Jens


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RE: Gesundheit in den USA

#5 von Bernd , 22.03.2017 16:53

Hallo,

die USA sind eben in allen Bereichen ein Land der Extreme. Auf der einen Seite viele der reichsten Menschen der Welt und extremer Luxus auf allen erdenklichen Gebieten, auf der anderen Seite bittere Armut, Obdachlosigkeit, ganze Städte und Landstriche auf dem Niveau der Dritten Welt und Millionen Menschen, die nur dank Lebensmittelmarken zu essen haben. Auf der einen Seite das modernste Gesundheitssystem und die am besten ausgebildeten Ärzte, Mediziner und Forscher etc. der Welt, mit einem schon grotesken Gesundheits,-Fitness-und Anti-Aging-Wahn der Upperclass und auf der anderen Seite ein Land mit Abermillionen krankhaft Fettleibigen und ungesund lebenden Menschen, die sich dieses Gesundheitssystem praktisch nicht leisten können. Man könnte hier endlos weitermachen.

Letztlich sind die USA der Hort des extremen Kapitalismus und der Anbetung des "Fetisch Geld", andererseits aber auch der extremen Selbstbestimmtheit, Freiheit und Eigenverantwortung des Menschen. Mit all den Vor-und Nachteilen, die das für den Einzelnen bedeuten mag. Es ist daher für uns oftmals unverständlich, aber aus Sicht der Menschen dort völlig selbstverständlich, das die USA-Bürger dennoch ihr Land und ihr System für das beste der Welt halten und stolz darauf sind. Und das durch alle Gesellschaftsschichten, wo man doch annehmen müßte, das die Ärmsten das anders sehen. Aber gerade dort ist das erstaunlicherweise besonders stark vertreten.

Aber das werden wir hier, die in der Masse immer auf "Vater Staat" schielen und wo mittlerweile Millionen von ihm völlig abhängig sind und vom Staat korrumpiert und alimentiert werden sowieso nie verstehen!

Gruß Bernd



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RE: Gesundheit in den USA

#6 von Salamander , 23.03.2017 09:13

Kopfkratz...welche Freiheit meinst du? Glg


 
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RE: Gesundheit in den USA

#7 von Markus , 23.03.2017 09:36

Die Freiheit, vom Staat und dessen Bevormundung noch relativ weitgehend verschont zu bleiben.:

Keine Meldepflicht, keine Ausweispflicht, bis vor kurzem und wohl demnächst wieder keine KV-Pflicht, keine Rentenpflicht, Meinungsfreiheit, die auch nicht durch "Ehre"/"Hetze"/"Hate speech" usw. eingeschränkt wird, die Freiheit Waffen zu erwerben, wissenschaftliche Freiheit, religiöse Freiheit, keine staatliche Schulpflicht, keine Öffentlich-Rechtliche Zwangsversorgung.

Europäer mögen den Kopf über so manches schütteln- aber US-Amerikaner sehen dies tendenziell anders- Tatsache! Unterhalte dich doch mal mit einigen...man sollte hier auch immer den geschichtlichen Kontext im Kopf haben. In Europa sucht man das Heil immer im Staat, in den USA sieht man eher das notwenidge Übel, vor dem aus Europa einst geflohen war und den man daher so klein und selbstkontrollierend wie möglich halten sollte. Wie gut gerade letzeres klappt sieht man auch in den vergangenen Wochen.


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RE: Gesundheit in den USA

#8 von Bernd , 23.03.2017 09:55

Zitat von Salamander im Beitrag #6
Kopfkratz...welche Freiheit meinst du? Glg

Hallo,

man kann ja über die USA denken was man will, aber wenn Dir dazu selbst nichts einfällt...? Glücklicherweise kann Markus da ja aushelfen.

Gruß Bernd


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RE: Gesundheit in den USA

#9 von Wirbelwind , 23.03.2017 10:03

Markus,
Da spricht ja ein wilder USA-Fan.
Selbst dort Jahre gelebt, eine gute Zeit gehabt.
Zweifelsohne haben die USA auch ihre Vorteile.

Allerdings auch gravierende Nachteile:
30,000 Tote durch Schusswaffen bzw. eine wildgewordene Schusswaffen-Lobby jährlich.
http://derstandard.at/1293370442701/Hint...ch-Schusswaffen

Millionen haben keine Krankenversicherung oder fallen jetzt wieder heraus.
Infrastruktur liegt darnieder, wie in einem 3. Welt Land.
Rassismus intakt: 40% der amerikanischen Gefängnissinsassen sind schwarz obwohl nur ca. 14% der Bevölkerung.
Schere zwischen arm und reich ist grotesk, da sind unsere Verhältnisse hier noch Gold dagegen.
Hetze/Hate speech ist in Amerika noch viel ausgeprägter und widerlicher als bei uns, besonders in den un-sozialen Medien, dort gibt es auch rechtsradikale Sender, die das absondern und bei uns verboten wären.
Die USA haben die meisten Gefängnisinsassen bezogen auf die Bevölkerung im Vergleich mit anderen Industrieländern.
Und...und...und...

Da wäre etwas Ausgewogenheit bzw. Kritikfähigkeit hinsichtlich der "glühend positiven" Beurteilung der USA sicher angebracht.


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RE: Gesundheit in den USA

#10 von Markus , 23.03.2017 10:34

Meine Replik war keinesfalls wertend, sondern ganz einfach feststellend gemeint.

Wenn du in deinem Tonfall mit US-Amerikanern sprichst so wird dir gerne Kulturimperialismus vorgeworfen- vom wegen, einzig die Europäer hätten ein Recht darauf, den einzig selig machenden Weg zu haben. Dass dies US-Amerikaner anders sehen ist leicht ersichtlich- sonst wären deren Großeltern ja nicht über den großen Teich übergesetzt...

"Infrastruktur liegt darnieder, wie in einem 3. Welt Land. "
Wenn ich mir bei uns im Ruhrpott die Industriebrachen oder auch die Autobahnen so anschaue, landesweit die Klärwerke und Brücken aus den 50ern und 60ern...viele Strommasten, Schulen, die seit 30 Jahren noch nicht mal mehr strichen wurden, Universitätshörsaale, die bestenfalls über brüchige Diaprojektoren verfügen und die in Gebäuden stehen, die teilweise einsturzgefährdet sind...

"Rassismus intakt: 40% der amerikanischen Gefängnissinsassen sind schwarz obwohl nur ca. 14% der Bevölkerung. "
Naja, zäumen wir doch das Pferd mal vom richtigen Ende her auf: wenn auf 14% der Bevölkerung 40% der schweren Straftaten entfallen...zwingt der vorherrschende Rassismus diesen Teil der Bevölkerung dazu, zu rauben, fälschen, betrügen, zu morden?

"Millionen haben keine Krankenversicherung oder fallen jetzt wieder heraus. "
Millionen haben momentan eine Krankenversicherung , für die sie Schulden aufnehmen müssen da viel zu teuer. Und ineffektiv, weil dann soviel Selbstbeteiligungen dabei sind dass man es sich eh nicht leisten kann zum Arzt zu gehen. Das KV-System ist dort einfach nur FUBAR- etwa wie bei uns die gesetzliche Rentenversicherung U.a. deswegen ist die NEM-Industrie ja so groß, weil oft effektiv und relativ günstig. Die Freiheit bei NEM ist übrigens in den USA eine ganz andere als in unseren hiesigen bevcormundenden Nanny-Staaten, hier sieht man das Phänomen besonders gut


Meine Meinung: ich finde es gut, dass mit den USA ein Antidot zu dem hier vorherschenden Kulturnihilismus und der Zwangskollektivierung existiert. Hätte ich die Wahl, würde ich die USA- oder meinetwegen als "Mittelding" auch Kanada - bevorzugen. Eine "pefekte" Gesellschaft existiert sowieso nicht- höchstens als Utopie einiger Sozialisten und Staatskollektivisten, die sie als Möhre vor die Masse halten um sie in die von ihr gewünschte Richtung zu lenken, nur ganz gewiss nicht, um dort auch anzukommen.

Soweit meine ganz persönliche Meinung. Und damit EOD für mich.


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RE: Gesundheit in den USA

#11 von wmuees , 23.03.2017 11:46


 
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RE: Gesundheit in den USA

#12 von naklar! , 23.03.2017 12:37

"Rassismus intakt: 40% der amerikanischen Gefängnissinsassen sind schwarz obwohl nur ca. 14% der Bevölkerung. "
Naja, zäumen wir doch das Pferd mal vom richtigen Ende her auf: wenn auf 14% der Bevölkerung 40% der schweren Straftaten entfallen...zwingt der vorherrschende Rassismus diesen Teil der Bevölkerung dazu, zu rauben, fälschen, betrügen, zu morden?



Die Aus - und Nachwirkungen des Rassismus zwingen diesen Teil zwar nicht, erhöhen aber die Wahrscheinlichkeit, daß ein Teil dieses Teiles raubt, fälscht, betrügt oder mordet, jedoch ungemein.


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RE: Gesundheit in den USA

#13 von kölnernorden , 23.03.2017 14:01

Und den Rassismus erkennt man daran, wenn man die Zahlen als Resultat des Justizsystems betrachtet und sich anschaut, wie dieses Resultat zustande kommt (konkrete Ungleichbehandlung, strukturelle Benachteiligung bestimmter Bevlkerungsschichten etc. im Abstrakten).


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RE: Gesundheit in den USA

#14 von Wirbelwind , 23.03.2017 14:54

"Ich finde es gut, dass mit den USA ein Antidot zu dem hier vorherschenden Kulturnihilismus und der Zwangskollektivierung existiert. "

Diese nichtssagenden Rundumschläge bzw. schon sehr "eigenen" Bewertungen sind halt deine. Das darf man in einer Demokratie wie der unseren. Erwarte aber nicht, dass das als "generelle Wahrheit" anerkannt wird. Man kann auch - mit gleicher Berechtigung - genau das Gegenteil behaupten.

So, als ich das letzte Mal nachgeguckt habe, war dies ein Forum, das sich mit Biochemie, Gesundheit und Nahrungsergänzung beschäftigt, nicht mit politischen Fragen, dafür gibt's genug andere Foren. Daher verabschiede ich mich jetzt aus diesem Thread.


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RE: Gesundheit in den USA

#15 von Zopiclon , 23.03.2017 18:19

Zitat

Die Aus - und Nachwirkungen des Rassismus zwingen diesen Teil zwar nicht, erhöhen aber die Wahrscheinlichkeit, daß ein Teil dieses Teiles raubt, fälscht, betrügt oder mordet, jedoch ungemein.


Das verstehe ich nicht, warum soll man sich versündigen, nur weil eine andere Bevölkerungsgruppe sich auch versündigt?


Zitat

Pro Block gibt es meistens mehrer Fastfood- oder Burgerläden


Gibt es hier im Ruhrgebiet auch: Currywurst, Pizza, Döner, Asiate - natürlich nicht im Block, aber im Wohngebiet, also in fußläufiger Nachbarschaft.


Zitat

Und den Rassismus erkennt man daran, wenn man die Zahlen als Resultat des Justizsystems betrachtet und sich anschaut, wie dieses Resultat zustande kommt (konkrete Ungleichbehandlung, strukturelle Benachteiligung bestimmter Bevlkerungsschichten etc. im Abstrakten).


Schonmal in einem deutschem Knast gewesen? Ich war mal in einem kurze Zeit tätig, bei Gewaltverbrechern. Die meisten hatten deutsch nicht als Muttersprache.





Ganz allgemein kann ich nicht verstehen, was an mehr Freiheiten zu haben schlecht sein soll?
In Deutschlank sinkt unsere Freiheit von Jahr zu Jahr, jetzt in Zeiten des "Krieges" sogar rasant schnell: Ich finde das schlecht, wenn meine Freiheit sinkt - deswegen gönne ich allen anderen ihre Freiheit und bin neidisch.
Wir sollten Vorsichtig sein mit der Beurteilung oder der Bewertung von uns fremden Dingen, denn sein eigenes Habitat verklärt einem schnell den Blick.
Wo Licht ist gibt es auch Schatten - überall, deswegen erstmal an die eigene Nase packen und dann über andere Urteilen.

Gruss



Gruss


"You need great passion, because everything you do with great pleasure, you do well." -Juan Manuel Fangio


 
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