Der Präsident der World Heart Federation sagt: Fett schützt das Herz, Kohlenhydrate sind schädlich!

#1 von Markus , 08.03.2017 11:39

Stufe 1, Bildzeitungsstyle, aber mit wahrem Kern bei entsprechendem Setting (Otto-Normalesser, bevorzugt mit metab. Syndrom)

Zitat
Ein weiterer Wendepunkt in Ernährungsfragen wird vom Kardiologenkongress in Davon gemeldet. Dort hielt der Vorsitzende der World Heart Federation, Prof. Salim Yusuf, einen revolutionären Vortrag. Was die Deutsche Gesellschaft für Interne Medizin zaghaft andeutet (siehe Blogartikel), klingt auf internationalem Niveau schon deutlich radikaler:
"Wenn Kohlenhydrate 40 Prozent übersteigen, steigt auch das Risiko für Herzkreislaufkrankheiten deutlich an. Fett hingegen schützt das Herz".
"Im Gegensatz zur verbreiteten Meinung findet die gegenwärtige Empfehlung, gesättigtes Fett zu reduzieren, keine wissenschaftliche Grundlage". Siehe YouTube Video min. 20:20.
"Sie haben bestimmt schon von dem Buch `The Big Fat Surprise´von Nina Teicholz gehört. Sie hat die Welt der Ernährungswissenschaft erschüttert und sie hat recht". Youtube Video min. 20:33.
"Die Studien von Ancel Keys, die die Grundlage der Fettangst bilden, sind wissenschaftlicher Betrug".


https://www.echt-fett.at/2017/02/19/der-...schädlich/


»Jeder weiß, was gemeint ist, aber niemand darf es laut sagen. Erinnert mich sehr an die letzten Jahre der DDR."


 
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RE: Der Präsident der World Heart Federation sagt: Fett schützt das Herz, Kohlenhydrate sind schädlich!

#2 von Chris (edubily) , 08.03.2017 12:54

Im Original-Talk steht schon mal 50 und nicht 40 % Carbs.

Frage mich immer, wieso die Blue Zones jedes Mal vergessen werden. Die essen bis > 80 % KH und sind nachweislich die am längsten lebenden Populationen. Natürlich ist das sicher nicht die Idealvorstellung, aber diese ganze Fett-Szene betreibt schon gut Propaganda.


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RE: Der Präsident der World Heart Federation sagt: Fett schützt das Herz, Kohlenhydrate sind schädlich!

#3 von phil (edubily) , 08.03.2017 13:51

Juhu endlich wieder Schweinshaxen!


 
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RE: Der Präsident der World Heart Federation sagt: Fett schützt das Herz, Kohlenhydrate sind schädlich!

#4 von Bernd , 08.03.2017 15:54

Zitat von Chris (edubily) im Beitrag #2
Im Original-Talk steht schon mal 50 und nicht 40 % Carbs.

Frage mich immer, wieso die Blue Zones jedes Mal vergessen werden. Die essen bis > 80 % KH und sind nachweislich die am längsten lebenden Populationen. Natürlich ist das sicher nicht die Idealvorstellung, aber diese ganze Fett-Szene betreibt schon gut Propaganda.


Hallo Chris,

so sehe ich das auch! Welche KH meint er denn überhaupt? Das fettdurchtriefte Weizenbrötchen eines MD-Burgers oder den in den USA obligatorischen Maissirup, den die da praktisch überall drin haben? Oder die Orangensaft-und Müsliorgien, die die Amis schon morgens feiern? Die dicke, fette US-Pizza mit Extrakäse im daumendicken Rand? Oder meint er einfach Zucker und Fructose, die die da kiloweise reinspachteln?

Mich würde mal interessieren was die bevölkerungsreichsten Gebiete der Welt, Afrika und Asien, zu solchen Studien, "wissenschaftlichen" Aussagen etc. sagen. Indien, Südostasien, China, Japan, Hauptnahrungsmittel nach wie vor Reis! Gemüse, Fisch und Fleisch ist da Beilage! Selbst das Lieblings-Lifestyleprodukt der Anti-Aging and Fitness Forever-Freaks, das Sushi, besteht aus 2/3 Reis. Muß ich mir jetzt tatsächlich Sorgen um mein Herz wegen meiner heißgeliebten Haferflocken machen? usw usf.

Ich finde, mit solchen Aussagen haut so ein Mann in dieselbe Kerbe wie die vegane Antifleischfraktion bei ihrer Bekehrungsmission, nur eben anders herum. Für mich ist so etwas weder seriös noch nachvollziehbar.

Gruß Bernd



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RE: Der Präsident der World Heart Federation sagt: Fett schützt das Herz, Kohlenhydrate sind schädlich!

#5 von Chris (edubily) , 08.03.2017 16:24

Ja, Bernd, irgendwie ist heute schon fast normal. Dieses extreme Denken. Das ist auch ein Grund, warum sein Talk ständig gesperrt wird. Das, über was er spricht, ist weitestgehend nicht mal spruchreif oder von irgendwem abgesegnet.

Es ist natürlich gefundenes Fressen, wenn ein "Vorsteher", am besten noch Wissenschaftler, in die Kerbe haut. Aber dieses ganze epidemiologische Gefasel ist unglaublich unnütz. Da kann man zehntausendmal bewiesen haben, dass Gemüse schon alleine wegen der Nitrate die Gefäße schützt. Die Epidemiologie schafft es dann immer wieder, die sinnentleertesten Behauptungen zu beweisen, die nicht selten von findigen Journalisten genutzt werden, um die Massen weiter zu verdummen.

Die Fett-Szene kann man auch nur noch belächeln. Das fängt schon mit dem falschen Zitieren an. Da wird aus 40 % eben 50 %.

50 % KH aus Weißmehl, gezuckerte Marmelade, Fanta und Süßigkeiten ist natürlich vergleichbar mit 50 % KH aus Bohnen, Haferflocken, (Süß-)Kartoffel, Maniok, Wurzelgemüsen, Vollkorngetreide etc. ("KH sind ja KH")

Verrückte Welt ^^

Mittlerweile denke ich ernsthaft darüber nach, ob das Gehirn mancher Menschen nicht ausreichend Energie produziert. Nur so kann ich mir erklären, dass die Leute sich genau zero anstrengen, komplexe Probleme komplex zu durchdenken statt immer und immer wieder die einfachsten Lösungen zu wählen.

Das beste Beispiel dafür ist ja die Kohlenhydrat-Blutzucker-Insulin-Hypothese. Das ist so selten dämlich. Viele Leute kommen gar nicht auf die Idee, dass KH-Zufuhr und Insulin-Ausschüttung gar kein proportionales oder lineares Verhältnis zeigen. Wie viel Schrott und Ideologie sich alleine darauf aufgebaut hat ...


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RE: Der Präsident der World Heart Federation sagt: Fett schützt das Herz, Kohlenhydrate sind schädlich!

#6 von saian , 08.03.2017 17:18

Zitat von Chris (edubily) im Beitrag #5

50 % KH aus Weißmehl, gezuckerte Marmelade, Fanta und Süßigkeiten ist natürlich vergleichbar mit 50 % KH aus Bohnen, Haferflocken, (Süß-)Kartoffel, Maniok, Wurzelgemüsen, Vollkorngetreide etc. ("KH sind ja KH")



Das erinnert mich an meinen Vater, als er damals die Anabole Diät machte, mit der schon sein Kumpel super Gewicht abnahm.
Täglich die 400g Packung Käseaufschnitt, 200g Salami und den Doppelpack Leberkäs.
Nach einer Woche waren dann ein paar Kilo Wasser weg.
Zur Belohnung für den großartigen Erfolg hab es Sonntag dann den Refeed mit ordentlich Weißbrot, Croissant, Marmelade und Butter.
Einmal pro Woche Insulin geht gerade noch so in Ordnung.


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RE: Der Präsident der World Heart Federation sagt: Fett schützt das Herz, Kohlenhydrate sind schädlich!

#7 von Yeti , 09.03.2017 17:03

Zitat von Chris (edubily) im Beitrag #5
Mittlerweile denke ich ernsthaft darüber nach, ob das Gehirn mancher Menschen nicht ausreichend Energie produziert. Nur so kann ich mir erklären, dass die Leute sich genau zero anstrengen, komplexe Probleme komplex zu durchdenken statt immer und immer wieder die einfachsten Lösungen zu wählen.


Für mich sind die Leute der lebende Beweis, dass das Hirn auf Glukose angewiesen ist.

Zitat

Das beste Beispiel dafür ist ja die Kohlenhydrat-Blutzucker-Insulin-Hypothese. Das ist so selten dämlich. Viele Leute kommen gar nicht auf die Idee, dass KH-Zufuhr und Insulin-Ausschüttung gar kein proportionales oder lineares Verhältnis zeigen. Wie viel Schrott und Ideologie sich alleine darauf aufgebaut hat ...


Habe gerade neulich wieder mit jemandem diskutieren müssen, der mir erklärt hat, dass man nach dem Essen von Kohlenhydraten zwangsläufig Heißhungerattacken bekommt (wegen der Unterzuckerung, die auf jede Insulinausschüttung folgt, blablabla...) und dass Fett IMMER und AUF JEDEN FALL länger sättigt als Kohlenhydrate (ich bin da wohl eine Ausnahme, weil mich 360g gekochte Kartoffeln mehr und länger sättigen als 2 EL Olivenöl). Ich musste ihm 3mal den Link zu deinem Artikel zur Entstehung der Insulinresistenz bei Aesirsports schicken, bis er da mal reingeschaut hat. Er hat sich dann später sogar dafür bedankt, weil ihm dieser Zusammenhang mit dem gestörten Fettstoffwechsel noch nicht bekannt war. Dabei steht das im Ansatz sogar bei Wikipedia... https://de.wikipedia.org/wiki/Insulinresistenz#Ursachen

Ich weiß nicht, ob er den Zusammenhang gesehen hat, dass eine Unterzuckerung, die eine Zeit nach dem Essen von Kohlenhydraten auftritt, irgendwie auch damit zu tun haben könnte, dass bei IR gegenüber einem gesunden Zustand zu viel und zu lange Insulin im Blut ist. Man könnte sich ja wenigstens mal darüber wundern, dass der Konsum von "Zucker" (für ihn ist das alles Zucker) zu einer Unterzuckerung führen soll, denn das klingt ja auf den ersten Blick erst mal unlogisch. Aber mit logischen Argumenten kommt man meistens auch nicht weit, wenn man mal versucht, mit den Zeugen Jehovas zu diskutieren


 
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RE: Der Präsident der World Heart Federation sagt: Fett schützt das Herz, Kohlenhydrate sind schädlich!

#8 von Bernd , 20.03.2017 18:44

Hallo,

auch mal wieder schön zum Thema und diesem Präsidenten.

Die Debatte um den gesündesten Lebens- und Ernährungsstil bekommt neues Futter: Eine umfangreiche Studie im medizinischen Fachblatt "The Lancet" erklärt die bolivianischen Tsimane zur gesündesten je gefundenen Menschenpopulation, wenn es um Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen geht.

Die Tsimane essen auffällig fettarm. Nur 14 Prozent ihrer Energie gewinnen sie aus Fett. Transfette sind in ihrer Nahrung gar nicht zu finden.
Kohlenhydrate liefern 72 Prozent der Energie. In der "High-Carb"-Ernährung der Tsimane spielen Reis, Mais, Maniok, Kochbananen und Früchte eine wichtige Rolle.14 Prozent der Energie wird in Form von Eiweiß konsumiert - vor allem aus Fisch, seltener aus Fleisch. Alles frisch und lebensmitteltechnisch unbehandelt.


http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehr...-a-1139000.html

Gruß Bernd



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RE: Der Präsident der World Heart Federation sagt: Fett schützt das Herz, Kohlenhydrate sind schädlich!

#9 von Chris (edubily) , 20.03.2017 20:24

Artikel ist schon in den Startlöchern


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RE: Der Präsident der World Heart Federation sagt: Fett schützt das Herz, Kohlenhydrate sind schädlich!

#10 von Bernd , 21.03.2017 07:12

Zitat von Chris (edubily) im Beitrag #9
Artikel ist schon in den Startlöchern


Hallo Chris,

das klingt doch toll! Ich sehe schon Doc Strunz und vor allem seine blind ergebenen Jünger hyperventilieren!

Gruß Bernd



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RE: Der Präsident der World Heart Federation sagt: Fett schützt das Herz, Kohlenhydrate sind schädlich!

#11 von terrarianer , 23.03.2017 20:54

Eigentlich ist es doch wirklich nicht so dramatisch.
Ich bekomme immer mehr den Eindruck, dass sämtlich "Naturvölker", entweder High Carb oder Low Fat sich ernähren und kerngesund sind. Kann es nicht auch die verdammte Bewegung sein und das in der Natur, und das sie nicht so viele Gifte in sich aufnehmen?
Ich nehme auch an, dass sie keinen 9to5 Job haben und auch gut schlafen.

Finde es gut wenn grundsätzlich mal weniger Carbs propagiert wird und die "Angst" vor Fett etwas genommen wird. Das wäre für die "normale" Bevölkerung schon ein guter Schritt zu mehr Gesundheit, die sich permanent die verarbeiteten Lebensmittel in sich reinstopfen und denken mit etwas Joggen wäre alles gut.



 
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RE: Der Präsident der World Heart Federation sagt: Fett schützt das Herz, Kohlenhydrate sind schädlich!

#12 von Bernd , 24.03.2017 11:35

Hallo,

ich denke mittlerweile, das diese ganze Diskussion zum Thema "gesunder" Ernährung, Aussehen und Schönheit eine künstlich geschaffene Marketingkampagne einiger selbsternannter "Gesundheits-und Ernährungsapostel" und einer riesigen Werbe,-Kosmetik und Konsummaschinerie dahinter ist, die das Marktpotential erkannt hat und dabei die Ur-Ängste der Menschen, insbesondere vor Krankheit, Alter und Tod, schürt und ausnutzt. Nicht erst seit heute, denn schon viele Jahrhunderte früher gab es Schönheitswahn und entsprechende Scharlatanerie, zumindest in bestimmten gesellschaftlichen Kreisen. Immerhin hat schon Cleopatra in Eselsmilch gebadet und war wohl die Vorreiterin von Wellness, Spa & Co.

Heute ist natürlich alles perfekt organisiert und in einem bislang unvorstellbaren Ausmaß in der gesamten Gesellschaft und damit für Milliarden Konsumenten möglich. Gäbe es das o. g. Verhalten nicht, dann gäbe es weder den milliardenschweren NEM-Markt, keinen milliardenschweren Diäten-Markt, nicht den Bio-Wahn und viele, viele andere, rein kommerzielle Angebote ebenso nicht. Erst unsere Generation hat überhaupt die Möglichkeit, sich sozusagen fast den ganzen Tag Gedanken um das "richtige" Essen, welchen Sport und wohin im nächsten Wellnessurlaub zu machen und sich überhaupt vor allem mit sich selbst zu beschäftigen. Und sich dabei natürlich nach den strengen gesellschaftlichen Vorgaben und Idealen zu richten. Deutschland hat mit der DGE sogar eine Art "Ernährungswahrheitsministerium". Den Rest besorgen Versicherungen mit dem von ihnen erfundenen BMI und die Ärztelobby, die ebenfalls ordentlich Ängste schürt und sogar Hand in Hand mit der Pharmaindustrie Krankheiten neu erfindet oder eben Krankheitsstandards neu definiert, um den milliardenschweren Pharmamarkt ständig ordentlich am Leben zu halten und sich selbst und den Unternehmen und Aktionären die Taschen vollzumachen. Es lebe die Krankheit! Ein Leben ohne Krankheit oder zumindest die Angst davor wäre für viele Branchen tödlich!

Nehmen wir einfach mal die sog. Naturvölker. Das sind zum einen keine Asketen und entsprechen in keinster weise körperlich den heute in der westlichen Welt geltenden "Schönheit-und Gesundheitsidealen", die bei uns auch noch völlig irrsinnig und falsch miteinander verbunden werden. Dünn, Ripped usw. wird bei uns mit Gesundheit gleichgesetzt. Das ist zwar das ewigselbe Schema der jeweiligen Idealisierung der jeweiligen Epoche, nicht vergessen, noch vor wenigen Jahrhunderten galten z. B. Fettleibigkeit und Körperfülle nicht nur als schön, erstrebenswert sondern waren Inbegriff für Kraft, Vitalität und Gesundheit! Wurde bei Frauen die Rubensfigur und bei Männern die Körpermasse eines August des Starken angebetet! Dabei weiß man heute eigentlich besser, das Menschen mit leichtem Übergewicht die größte Überlebensrate im Krankheitsfall oder nach schweren Operationen usw. haben. Nicht die Dürren und nicht die krankhaft Fettleibigen, sondern die Mitte, das Gleichgewicht.

Das hat alles schon so seinen Sinn, entspricht aber eben nicht der künstlich geschaffenen Schönheitsideale. Und so sehen diese Naturvölker auch aus. Nicht wie die schon von den Römern und Griechen idealisierten Körper in Marmor gemeißelt, ohne Makel, Fehl und Tadel. Nicht ripped und voller praller Muskeln, aber eben auch nicht wie die "Biggest Looser". Wir sind in der westl. Welt Sklaven eines gigantischen kommerziellen Apparates geworden, der den Menschen vorschreibt, wie sie auszusehen haben, was sie zu wiegen haben, wo ihre "Problemzonen" sind usw., damit diese denken, nur dann bin ich auch gesund. Man hat es geschafft, diese Verknüpfung herzustellen und den Menschen praktisch einzupflanzen und die Menschen glauben diesem System blind. Ok, nicht alle, aber die Masse, sonst gäbe es nicht die Abermillionen Produkte von LÒreal & Co., würden sich die Leute nicht um die Umwelt sorgen und trotzdem kilometerweit mit dem dicken SUV zum BIO-Markt fahren, weil sie nach jahrelanger Werbung meinen, dort gibt es tatsächlich "glückliche" Hühner und Kühe, die sich freuen oder zumindest nicht traurig sind, wenn sie dann geschlachtet und an einen tierfreundlichen und umweltbewußten Verbraucher geraten, der meint, dieses "glückliche" Stück Fleisch auf dem Teller macht ihn nun auch glücklich und gesund. Man muß sich das Ganze und die Absurdität des menschlichen Handelns, wenn es um solche Themen geht, mal in Ruhe vorstellen! Und wohlgemerkt, ich schließe mich da überhaupt nicht aus, bin kein Veganer und der letzte Abschnitt soll in keinster weise ein Ernährungsartbashing sein. Das soll auch kein moralischer Zeigefinger sein, sondern nur meine rein pers. Meinung zur Schizophrenie unseres Denken und Handeln in dieser Sache.

Es ist an sich ja auch völlig schizophren, diese Naturvölker werden von uns angehimmelt und um ihre Gesundheit beneidet und bestaunt, aber nach unseren geltenden Richtlinien für angeblich DIE gesunde Ernährung, wären diese Völker völlig unter-und fehlernährt, inklusive aller propagierten Mangelerscheinungen einer ausgewogenen Ernährung, wie es immer so schön heißt. Da ist nichts mit 5x am Tag Obst und Gemüse, viel reines Wasser, grünen Tee oder ordentlich Smoothies trinken, schön MIlch und Quark nicht vergessen und 2 Gläschen Rotwein und dunkle Schokolade nicht vergessen. Im Gegenteil, die ernähren sich eigentlich sehr einseitig, zumindest was die Vielfalt betrifft. Die haben eben keinen prallen Supermarkt mit allen nur erdenklichen Nahrungsmitteln aus allen Teilen der Welt vor der Nase. Im Gegenteil, die haben sogar phasenweise gar nichts zu essen, müssen sowieso schaun, was überhaupt zu bekommen ist, in der Umgebung wo sie sich angesiedelt haben. Die meisten bauen noch nicht mal etwas an oder halten sich Schlachtvieh, die sind nach wie vor Jäger und Sammler. Und trotzdem sind die gesünder als die Masse der Menschen in der westl. Welt. Und dann angeblich ja auch noch wesentlich glücklicher! Woran das alles wohl liegt?

Abschließend denke ich, das der bekannte Spruch "Wenn der Mensch keine Probleme hat, dann schafft er sich welche" auf die westl. Zivilisation vollkommen zutrifft und auch gnadenlos forciert und kommerziell ausgenutzt wird. Das allerdings nicht zum Guten und auch nicht zur Gesundheit der Menschen in unserer westl. modernen Welt. Aber das ist den Aktionären und Gewinnlern ja auch völlig egal. Und zigtausende Menschen freuen sich schon den ganzen Tag über im Büro auf die leckere Tiefkühlpizza von Dr. Oetcker & Co. am Abend.

Gruß Bernd



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RE: Der Präsident der World Heart Federation sagt: Fett schützt das Herz, Kohlenhydrate sind schädlich!

#13 von Markus , 24.03.2017 12:11

Zitat
Nehmen wir einfach mal die sog. Naturvölker. Das sind zum einen keine Asketen und entsprechen in keinster weise körperlich den heute in der westlichen Welt geltenden "Schönheit-und Gesundheitsidealen", die bei uns auch noch völlig irrsinnig und falsch miteinander verbunden werden. Dünn, Ripped usw. wird bei uns mit Gesundheit gleichgesetzt.



Schauen mer mal:
Mangyan (Mindoro/Philipinnen)

Kurangara (Kimberley/Australien)


US-Amerikaner (Kansas/USA)


Das möge jeder für sich beantworten!

Zitat

Das ist zwar das ewigselbe Schema der jeweiligen Idealisierung der jeweiligen Epoche, nicht vergessen, noch vor wenigen Jahrhunderten galten z. B. Fettleibigkeit und Körperfülle nicht nur als schön, erstrebenswert sondern waren Inbegriff für Kraft, Vitalität und Gesundheit! Wurde bei Frauen die Rubensfigur und bei Männern die Körpermasse eines August des Starken angebetet!



Tja, das sind die sog. Zivilisierten, die Zwangskollektivierten, deren Bevölkerungsdichte explodierte. Hier wurde immer das, was begehrenswert und knapp war, angebetet. Also ausreichend und jederzeit Nahrung- das waren die Pfeffersäcke, Häuptlinge und deren Damen...

Zitat

Dabei weiß man heute eigentlich besser, das Menschen mit leichtem Übergewicht die größte Überlebensrate im Krankheitsfall oder nach schweren Operationen usw. haben. Nicht die Dürren und nicht die krankhaft Fettleibigen, sondern die Mitte, das Gleichgewicht.



Du hast die Studien falsch verstanden bzw nur so interpretiert wie du es gerne hättest. Wenn du bei diesen epidemiologischen Studien sowohl die Raucher als auch die Krebskranken entfernt hättest schaute die Welt schon wieder ganz anders aus- denn dies sind beides Gruppen, die mit niedrigerem Gewicht aber dafür mit extrem gesteigerter Mortalität "gesegnet" sind. Wenn es einen Faktor gibt, der dich im Krankheitsfall überleben lässt so ist es deine Magermasse, ein niedriger basaler Entzündungsindex und ein kompetentes Immunsystem- all das ist durch Muskelmasse, nicht aber durch Fettmasse, erhöht.

http://pophealthmetrics.biomedcentral.co.../1478-7954-12-6


„Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten."(Karl Kraus)


 
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RE: Der Präsident der World Heart Federation sagt: Fett schützt das Herz, Kohlenhydrate sind schädlich!

#14 von Bernd , 24.03.2017 12:22

Hallo Markus,

natürlich gibt es auch bei den Naturvölkern muskulöse Menschen, vor allem die Jüngeren, wobei ich die von Dir geposteten ersten nicht als wirklich muskulös, sondern als sportlich-schlank beschreiben würde. Aber wie auch immer, ich hatte in meinem Beitrag eher diese hier vor Augen.



Es gibt mit Sicherheit auch genetische Unterschiede und damit auch der Konstitution zwischen den Naturvölkern in Afrika, Südamerika und Australien. Von Grönland ganz zu schweigen!

Und auch die Fotos von Dir entsprechen nicht dem, was ich mit dem heutigen Schönheitsideal der Fitnessbranche und auch der Werbeindustrie mit ripped und schlank meinte. Ansonsten gilt natürlich wie immer, Ausnahmen bestätigen die Regel.

Was den letzten Abschnitt betrifft meinte ich es in Bezug auf den BMI, nicht ausschließlich auf Fettmasse bezogen. Das hätte ich dazu schreiben sollen, Danke für Deine Anmerkung!

Gruß Bernd



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RE: Der Präsident der World Heart Federation sagt: Fett schützt das Herz, Kohlenhydrate sind schädlich!

#15 von Vlad , 13.05.2017 21:21

Zitat von terrarianer im Beitrag #11
Eigentlich ist es doch wirklich nicht so dramatisch.
Ich bekomme immer mehr den Eindruck, dass sämtlich "Naturvölker", entweder High Carb oder Low Fat sich ernähren und kerngesund sind. Kann es nicht auch die verdammte Bewegung sein und das in der Natur, und das sie nicht so viele Gifte in sich aufnehmen?
Ich nehme auch an, dass sie keinen 9to5 Job haben und auch gut schlafen.


Das hängt davon ab, wo die "Naturvölker" wohnen. Schaut man sich zum Beispiel, die ganzen sibirischen Völker an, also die nomadisch lebenden Rentier-Züchter. Da ist nicht viel mit High-Carb, weil bis zu 9 Monate im Jahr Schnee und Frost. Ähnlich verhält es sich mit anderen nomadischen Völkern in Gebiergsregionen.

Udo Pollmer hat neulich etwas dazu geschrieben:

Nicht für jeden etwas: Low-Carb-Diät – Welcher Stoffwechseltyp sind Sie?

Er unterscheidet hier grob zwischen "Jäger und Sammler", "Hirtenvölker" und "Ackerbauer".

Was ich mich als Laie frage ist, ob es überhaupt sinnvoll ist die Ernährung von Menschen aus Okinawa, Sibirien oder aus Tropen auf uns zu übertragen. Wäre es nicht sinnvoller zu schauen, was unsere Vorfahren – also Mittel- und Westeuropäische Bauern – vor so 100-250 Jahren gegessen haben? Ich erinnere mich da an eine Doku auf Arte, wo gesagt wurde, dass Präferenzen für bestimmte Lebensmittel u.a. davon abhängen was unsere Urgroßeltern bzw. deren Eltern gegessen haben. Deswegen essen (laut der Doku) auch noch heute viele Menschen in Europa gerne Schweinefleisch, weil es in früheren Zeiten auch für ärmere Menschen erschwinglich war:

siehe Geimendehirte ("Schweinehirte").

Hier ein Zeitungsartikel zum Thema Ernährung der Engländer in der ersten Hälfte des 19 Jahrhunderts, bevor Zucker zur Massenware wurde: viel Gemüse, wenig Brot da teuer, saisonales Obst, Fisch und "Fleisch" (scraps, chops and even joints).

https://health.spectator.co.uk/forget-pa...never-heard-of/


Zitat von terrarianer im Beitrag #11
Finde es gut wenn grundsätzlich mal weniger Carbs propagiert wird und die "Angst" vor Fett etwas genommen wird. Das wäre für die "normale" Bevölkerung schon ein guter Schritt zu mehr Gesundheit, die sich permanent die verarbeiteten Lebensmittel in sich reinstopfen und denken mit etwas Joggen wäre alles gut.


Pendel schlägt zurück, ich erinnere mich noch an die frühen 90er, wo es im Gesundheitsunterricht noch hieß max. 1-2 Eier die Woche und immer Margarine statt Butter.


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