Wo kommt mein Brainfog her?

#1 von howtnted , 27.02.2017 21:28

Huhu ihr Lieben, ich bitte euch um Rat!

Mir geht es seit einem dreiviertel Jahr richtig mies und komme mit der Problemlösung aktuell nicht weiter. Ich scheine mich im Kreis zu drehen…. Damit ihr nicht mega viel lesen müsst, wenn ihr nicht wollt, aber dennoch eure Ideen und Gedanken dazu äußern könnt, habe ich mich entschieden eine kurze und eine lange Version zu schreiben.

Kurzversion:
Seit meiner 5 monatigen Ketogenen Diät fühle ich mich nach nahezu jeder Nahrungsaufnahme merkwürdig. Es scheint eine Art Brainfog zu sein. Ich kann mich nicht mehr richtig konzentrieren, mir fehlt absolut der Fokus und meine Beine fühlen sich total schlapp an. Nach 30 – 60 min scheint das ganze nachzulassen. Es tritt immer in Verbindung mit Essen auf.
Wodurch kann das entstanden sein und wie bekomme ich das wieder weg? Mein Arzt ist Ratlos und kauft mit mittlerweile nichts mehr ab :(

Langversion:
Seit nun 2014 habe ich ein generelles Interesse an Ernährung. Meinen Einstieg fand ich damals mit dem Buch Peak Time von Jürgen Reis, einem österreichischen Profikletterer. Mein damaliges Ziel war es stärker und leaner zu werden. Ich begann Sportklettern und Bouldern seriöser zu betreiben und meldete mich zusätzlich im Fitnessstudio an um Gegenspieler besser trainieren zu können. Ich bekam ein Verständnis für verschiedene Nahrungsmittel und ihrer Bedeutung und fand Gefallen darin verschiedene Diätformen zu testen und ihre Wirkung an meinem Körper zu beobachten. Dabei wechselten die Diäten mit verschiedenen Zielen (Gewichtsoptimierung/Zunahme/Muskelaufbau/Wohlbefinden) von Low(er) Carb über High Carb zu High Fruit. Dabei habe ich aber fast immer auf eine ausreichende Eiweißversorgung geachtet (min. 2g/kg)
Januar – Juni 2016 Ketogene Diät
Im Januar begann ich nach spannenden Podcasts mit Dr. Jacob Wilson und Dave MacLeod ein neues Diätexperiment. Der Ketogenen Diet. Dank vollem Eifer und großer Willenskraft gestaltete sich die Umgewöhnung weniger hart als oft beschrieben und ich habe mich ok gefühlt. Kognitive Leistungsfähigkeit war anfangs gut, aber ich habe deutliche Krafteinbußen im Bereich der Kraftausdauer gespürt. Maximales Klimmzuggewicht konnte ich zwar konstant halten, bei der Wiederholungszahl bin ich jedoch deutlich eingebrochen. Ich habe mich auch nicht mehr so spritzig gefühlt.
Meine Makros habe ich wie in nahezu jeden Diätphasen getracked und Ketosticks verwendet, um meinen Verbleib in der Ketose zu messen. Makroverteilung: 5% KH 20% EW 75% Fett
Meine Hauptnahrungsmittel waren: Butter, Kokosöl, Olivenöl, Fleisch, Käse, Nüsse, Gemüse, sehr viel Eisbergsalat und Spinat (mind. 1 Salatkopf pro Tag) Gesüßt habe ich sehr mit Natrium Cyclamat
Ungefähr im Mai habe ich immer häufiger schwäche Gefühle und eine Art Brainfog verspürt. Absolut vernebeltes Blickfeld. Konnte mich nicht richtig konzentrieren. Texte lesen/schreiben war unmöglich. Dieses Phänomen trat immer in Verbindung mit Essen auf, sodass ich die Ketogene Diät im Juni beendete und langsam vermehrt Kohlenhydrate und Eiweise hinzufügte.
Leider konnte die Nahrungsumstellung keine positiven Effekte bewirken. Die Konzentrationsprobleme und der Brainfog hielten an und es kam immer wieder Schwindelgefühle dazu.
Wie aus dem nichts (bis auf an dem Einweisungstag gab es keine Bauchschmerzen) lag ich Anfang Juli auf dem OP Tisch. Mein Blinddarm hat sich verabschiedet. Er befand sich wohl in einem sehr schlimmen Zustand kurz vorm platzen.
Während dem Krankenhaus Aufenthalt kann ich mich nicht mehr an den Brainfog erinnern. Ich schob es auf den entzündeten Blinddarm, welcher meinen Brainfog und die Konzentrationsprobleme auslösten. Leider kamen die Symptome aber recht schnell wieder. Auffällig war weiterhin das beschissene Gefühl im Anschluss an die Nahrungsaufnahme.
Zu diesem Zeitpunkt habe ich geglaubt auf jedes Lebensmittel allergisch zu reagieren. Und habe wild nach dem passenden Puzzlestein gesucht. Milchprodukte, Gluten, Histamin, Süßstoffe, Früchte, Eiweiße wurden weggelassen/ausgetauscht, jedoch ohne Sichtbaren Erfolg. Nahrungsergänzungsmittel wurden getestet und verworfen. Mg, Zink, VitD, Omega3, Jod, Cholin, Citrulin, L-Carnitin, Kreatin, Koffein, Schwefel verschiedene Eiweißpräparate.
Jetzt bin ich an einem Punkt an dem ich nicht mehr weiter weiß. Ich tracke aktuell keine Kalorien und versuche auf eine „ausgewogene Ernährung“ mit recht hohem Eiweißanteil zu achten. Apfelessig und 1. Rohe Karotte esse ich täglich, Leber ist mein wöchentlicher Begleiter und ich meide verarbeitete Lebensmittel und raf. Zucker. Meine Makroverteilung ist geschätzt. 45% Carbs 25% Fett 30% EW

Bisherige ärztliche Anlaufstellen
Hausarzt: Blutbild nicht auffällig, Blutdruck nicht auffällig, Blutzucker normal, aktuell Antipilzmittel gegen Nagelpilz (Meine Vermutung war Candida -> scheint negativ zu sein, hat sich nix getan)
HNO: nix gefunden
MRT Schädel. nix gefunden
Gastroenterologen: Fruktoseintolleranztest negativ


Ich bin Ratlos! Mein Arzt ist Ratlos!
Wer hat einen Rat?

Vielen Dank fürs Lesen!
LG, Hotte



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RE: Wo kommt mein Brainfog her?

#2 von Sven , 28.02.2017 08:34

Moin Hotte,

würde mal schwer auf eine Darm Dysbiose tippen. Zum Gegenchecken könntest Du einen Test von medivere.de machen. Der wird Dir aber nur sagen, was schon recht wahrsch. ist.
Mein Tipp wäre die Ernährung größtenteils (zeitweise) Richtung pflanzlich (Gemüse, Obst und bisserl Eiweiß/Fett) zu verschieben. Testweise könntest Du auch nur mal einen Tag NUR Obst/Gemüse essen (Suppen, Auflauf, Wok, Salat) und beobachten, ob deine Symptome dann gemildert oder weg sind? Zudem noch langsam steigernd Prebiotika in Form von Nahrungsmitteln einbauen.
(Gibt da bereits einige gute Threads im Forum Stichwort "Darmflora"). Ein (für Dich) zuviel an Eiweiß kann zum einen die Darmflora noch weiter irritieren und zum anderen den Blutzuckerspiegel durcheinander wirbeln (Resultat Brainfog + wobbelige Beine). Ähnliches kann Dir recht schnell passieren, bei einer falschen Wahl der NEMs. Daher auch mal lieber weglassen.

Das alles ist aber nur die halbe Miete - eine Dysbiose kommt nicht nur durch falsches Essen zustande, sondern auch durch...schlechten Schlaf, Sorgen, zuviel Action...


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RE: Wo kommt mein Brainfog her?

#3 von Sven , 28.02.2017 09:40

https://selfhacked.com/2013/06/15/the-cause-of-brain-fog/

Hier noch ein ganz gute Ausführung. Da Du vorher keinen Brainfog hattest, nehme ich mal an Du hast keine generellen Allergien oder ähnliches, sondern ist eine Resultat deiner Experimente. Das ist eine gute Nachricht, weil Du es somit auch wieder gerade biegen kannst. Daher auch meine Annahme es ist eine Mischung aus Dysbiose/Stress welche als Folgen haben Entzündung/Hypoglykämie/Insulin Resistenz/Toxine.


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RE: Wo kommt mein Brainfog her?

#4 von bio mind , 28.02.2017 11:32

Manche schreiben es auch dem Gluten zu ...
https://paleoleap.com/all-about-brain-fog


biologisches alter ist keine wachstumsgrenze - gut(gemeint)e ratschläge entbinden nicht von der eigenverantwortung!


 
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RE: Wo kommt mein Brainfog her?

#5 von howtnted , 28.02.2017 12:17

Wooow danke für deine Gedanken Sven! Auch den Link kannte ich noch nicht und bin am stöbern. Auch ich habe den Darm die ganze zeit im Fokus. Ich vermutete irgendwelche Bakterien oder Pilze,die sich durch die ketogene Diät und meinem exzessiven blattsalat Konsum ausbreiten konnten. Vielleicht ging es mir deshalb kurz nach der Blinddarmop so gut, weil ich Antibiotika bekam? Aus diesem Grund nutzte ich auch nistatin und jetzt ein heftigeres pilzmittel um Pilze ausschließen zu können. Aber diese Mittel haben am befinden nix bewirkt.
Was mich an der Darm-Geschichte stutzig macht ist, dass das Unwohlsein ziemlich im Anschluss an das Essen oder Trinken kommt. Also 5-10 min im Anschluss. gefühlt bremst fett diesen Vorgang etwas aus und es dauert länger. Nach dem Orangensaft war das Gefühl vorhin sofort da. Aber ist das Essen denn so schnell im Darm und wieso reagiert er dann so krass?
Auch wenn ich auch schon gluten im Visier hatte, kommt der Focus verlusst auch bei glutenfreier Ernährung. Jedoch verspüre ich häufig ein afterjucken stunden nach Getreide Produkten. Besonders bei Haferflocken ist mir das aufgefallen. Deswegen ebenfalls der pilzverdacht. Wie aber schon gesagt leider auch keine Besserung durch die pilzmedikamente.

Danke für eure mithilfe.
Lg hotte


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RE: Wo kommt mein Brainfog her?

#6 von Salamander , 28.02.2017 12:24

Ja genau stimme da Sven zu. Ich habe den Brainfog von Riboflavin bekommen. Diese Art von Fog hatte ich vorher auch noch nie. Auch Kopfschmerzen können immer als Teil von Entgiftungsprozessen einhergehen...


 
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RE: Wo kommt mein Brainfog her?

#7 von Sven , 28.02.2017 12:24

Was meinst Du mit "exzessiven blattsalat Konsum" ?
Das Salat ein Problem war/ist, kann ich mir schwer vorstellen.
Bevor Du aber Anti-Pilz Killer Protokolle an Dir ausprobierst (das wird sonst weiter verschlimmbessert), würde ich das wirklich vorher mal mittels Stuhltests testen lassen.
Evtl. reagierst Du auch deshalb weiterhin so schnell auf Nahrung, weil Du parallel ständig was reinpfeifst was die Heilung stört?
Was ist wenn Du mal 2-3 Tage fastest / resetest und dann langsam wieder auf pflanzlicher Basis (Ballaststoffe ect.) startest?


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RE: Wo kommt mein Brainfog her?

#8 von Sven , 28.02.2017 12:36

Aktivkohletabletten und Heilerde kommen mir noch bzgl. Brainfog (Darmprobleme) in den Sinn.
Damit kann man recht wenig verkehrt machen.


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RE: Wo kommt mein Brainfog her?

#9 von Salamander , 28.02.2017 12:55

Habe mal mit Bentonit und Zeolit experimentiert. Bentonit macht ne schöne Haut. Fuer Männer aber eigentlich gar nicht interessant. Das Zeolith hat richtig Kräfte frei gemacht. Unglaubliche sogar! Habe es dann aber vor dem Hintergrund großem Respekts vor dem "Tool" dies wieder beiseite gelegt, weil es mir zu dem damaligen Zeitpunkt etwas mulmig wurde. Und wenn Angst mitspielt dann Finger weg:)


 
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RE: Wo kommt mein Brainfog her?

#10 von MariKa , 28.02.2017 14:24

Ich fand Zeolith auch unheimlich hilfreich!!
hatte lange das gleiche Problem, nur dass es bei mir gar nicht mehr essensabhängig war, sondern nur durch verschiedene Lebensmittel noch verstärkt wurde (Hülsenfrüchte etc.).
Ob das eine Daueridee ist? Wahrscheinlich eher nicht. Aber vllt was, um gleichzeitig den Darm zu sanieren?
Wahrscheinlich wirst Du nicht rausfinden, was letztlich die Ursache war.


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RE: Wo kommt mein Brainfog her?

#11 von howtnted , 28.02.2017 15:54

Na das Schwierige für mich ist gerade, dass es Nahrungsmittelunabhängig zu sein scheint. Aus diesem Grund fällt es mir schwer Lectine als Ursache zu sehen. Ich habe gefastet (Löst mittlerweile bei mir Stress aus), habe mich 1 Woche nur von Reis ernährt und viele Nahrungsmittel nacheinander ausgelassen. Alles ohne Veränderung. Insgesamt ist zwar die Stärke des Fokusverlustes (Seit Beginn während der Ketogenen Diät) zurückgegangen, aber immer noch deutlich spürbar.
Zeolith habe ich mir gerade angeschaut. Klingt sehr spannend! Aber was könnte denn dann der Auslöser sein (welches Zeolith dann binden würde), wenn man kein bestimmtes Lebensmittel dafür verantwortlich machen kann?

Danke für eure Hilfe!!



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RE: Wo kommt mein Brainfog her?

#12 von Sven , 28.02.2017 16:08

Toxine entstehen (fast) immer beim Essen. Ein Bindungsmittel reinigt und bindet "übrig" gebliebenes (gärendes, wovon sich die Bad-Baks ernähren) im Darm. Verdauung sonst ok?
Ansonsten fallen mir noch Now Super Enzymes ein, damit die Nahrzng besser verarbeitet werden kann.


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RE: Wo kommt mein Brainfog her?

#13 von Sven , 01.03.2017 14:53

Gerade fallen mir noch Bitterstoffe als Verdauungshelfer ein.
Im Forum wurden man die "Heidelberger 7 Kräuter" empfohlen, die habe ich schon länger im Einsatz und für sehr gut befunden.


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RE: Wo kommt mein Brainfog her?

#14 von Salamander , 01.03.2017 17:44

Hatte ich auch mal im Einsatz von irgendeiner anderen Marke.War gut für die Leber - aber so richtig gerockt hat es nicht:) glg


 
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RE: Wo kommt mein Brainfog her?

#15 von howtnted , 02.03.2017 07:38

Ihr schreibt beide, dass die toxine im Körper entstehen. Meint ihr es wäre auch naheliegend, dass eine Schwermetall Erhöhung vorliegt. Ich muss gleich zum Lebenswerte bestimmen Blutabnahme lassen. Vielleicht darf ich weitere Werte ermitteln lassen.
Mir fällt Mineralien und Schwermetalle im vollblut ein.
Was wäre noch hilfreich?
Chris hatte im Handbuch ne Liste von wichtigen Werten. Dieses habe ich aber aktuell verliehen. Könnt ihr mir weiter helfen? Gibt es so eine Liste auch auf Edubily? Mit dem Handy war die Suche nicht erfolgreich.

Danke euch!


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