Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#1 von ChristineH , 10.09.2016 23:22

Ich muss gestehen, der Artikel hat mich hochgradig verwirrt, ich habe die Hälfte nicht verstanden. Punkt 1 ging noch, danach war's vorbei. Chris, könntest Du da vielleicht noch ein bisschen "nacherklären"? Bitte.


 
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RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#2 von Chris (edubily) , 11.09.2016 10:26

Könntest du deine Frage(n) präzisieren?


Wir zeigen Möglichkeiten, nicht die Lösung.


 
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RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#3 von naklar! , 11.09.2016 11:12

Ich präzisiere mal meine Frage:

"Schon niedrige Mengen Zucker (z. B. eine Banane) und ich kann einen großen Glukose-Load danach vergessen. Zucker schaltet das Insulin-Signaling im Muskel direkt ab."

Da ich 3x pro Woche einen großen Glukose - Load betreibe ( 500g Kh, hauptsächlich aus Stärke, 20g Fett, 120g Protein ), erschüttert mich diese Aussage doch einigermaßen! Denn gerade an solchen Tagen genehmige ich mir schonmal eine Banane, oder einen Lolly während des Kochens.
Und erst dann folgt der Rest.

Habe ich diese Info bisher überlesen? Ist mir nämlich völlig neu!
Immerhin bin ich vom Training am Low Carb Vortag und fast 20h Essenspause doch hochgradig insulinsensitiv, oder?

Was heißt "Zucker" in diesem Fall überhaupt - Glukose, Fructose, oder explizit das Gemisch, also Sacharose?

Verwirrt:
Eric


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RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#4 von Chris (edubily) , 11.09.2016 11:19

Zucker bedeutet ... Zucker Also Saccharose.

Es kommt sicher auch auf die Banane an sich an. Wenn sie eher grün ist, enthält sie noch viel Stärke, später halt viel Zucker ...

Ich habe im Artikel ja geschrieben: Jeder muss die passenden Wege für sich selbst herausfinden. Meine Erfahrung ist: Wenn ich niedrige Dosen Zucker esse, z. B. wie im Stoffwechselbuch beschrieben, dann esse ich i. d. R. danach keine größere Glukose-Mahlzeit mehr. Wenn ich einen Kohlenhydrat-Refeed machen würde, und maximale Glukose-Toleranz anpeilen würde, dann würde ich eher keinen Zucker essen.

Aber wie gesagt: Hier hat sicher jeder seine eigene Toleranz und ich reagiere halt - auch gemessen - sehr gut auf Glukose und ziemlich schlecht auf Zucker.

Zitat
Immerhin bin ich vom Training am Low Carb Vortag und fast 20h Essenspause doch hochgradig insulinsensitiv, oder?



Korrekt. Solche Situationen verändern natürlich gravierend den Kontext! Ich rede ja nicht von "vorher hartes Training" oder "gerade 20 Stunden fasten", sondern von einem normalen Tagesablauf.

Aber eigentlich dürfte im Text nicht viel Neues stehen für diejenigen, die das Stoffwechselbuch gerade gelesen haben. Denn die negativen Folgen von ZU VIEL (gesättigtem) Fett/Zucker auf die Insulinsensitvität, haben ja ausführlich besprochen.


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RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#5 von ChristineH , 11.09.2016 11:30

Zitat von Chris (edubily) im Beitrag #2
Könntest du deine Frage(n) präzisieren?


Das sind so viele ...
Ich habe das Stoffwechselbuch nicht gelesen - habe keinen eBook-Reader und will auch keinen. Ich lese Bücher aus Papier.
Aber eigentlich hoffte ich, dass das Blog Artikel bringt, für die man nicht zuvor das Buch gelesen haben muss.

"Schon niedrige Mengen Zucker (z. B. eine Banane) und ich kann einen großen Glukose-Load danach vergessen."

Was ist ein Glukose-Load?

"Zucker schaltet das Insulin-Signaling im Muskel direkt ab."

Was bedeutet das? Was ist das Insulin-Signalling im Muskel?

"das Insulin-Signaling verabschiedet sich, zumindest zeitweise, was glücklicherweise durch eine kohlenhydratlastige Mahlzeit schnell rückgängig gemacht wird"

Wenn ich kohlenhydratlastig esse, ist die Banane vorher also nicht "schlimm"? Warum sollte der erste Zucker das IS abschalten, die Kohlenhydrate danach dies aber wieder rückgängig machen?

"Die Menschen in den Blue Zones"

Was sind Blue Zones?

Der Rest des Artikels:
Du sagst also, dass die Leute, die "normal-deutsch" essen (mit Blutzuckerachterbahn und ohne Fastenfähigkeit wegen schnellem Unterzucker) auf Fettstoffwechsel laufen? Ich dachte bislang, die verbrennen nur Glukose und können gar keine Ketonkörper für den Fettstoffwechsel bilden, weil sie ständig Zucker reinschieben.

Du siehst: Hochgradig verwirrt.



 
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RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#6 von Chris (edubily) , 11.09.2016 12:02

Zitat
Aber eigentlich hoffte ich, dass das Blog Artikel bringt, für die man nicht zuvor das Buch gelesen haben muss.



Natürlich nicht nur. Genauso wenig wie man erwarten kann, dass man von 400 Artikeln die letzten 10 liest und dann alle versteht. Deshalb gibt's ja die Guides etc. Das neue Buch gibt es jetzt als Taschenbuch bei amazon und geht genau auf die von dir gestellten Fragen ein.

Glukose-Load = größere Mengen Stärke (Glukose)

Was das Insulin-Signaling ist beschreiben wir im Buch über viele Seiten ... Kurz: Alles um die Wirkung von Insulin bei Zielgeweben.

Zitat
Wenn ich kohlenhydratlastig esse, ist die Banane vorher also nicht "schlimm"? Warum sollte der erste Zucker das IS abschalten, die Kohlenhydrate danach dies aber wieder rückgängig machen?



Du hast das womöglich falsch verstanden. In diesem Satz spreche ich ja von einer fettreichen, kohlenhydratarmen Kost, die physiologische IR induziert, die man allerdings durch größere Mengen KH wieder rückgängig macht, schnell.

Zitat
Was sind Blue Zones?



Also ... eine kleine google-Anfrage darf ich voraussetzen, oder? :-) (ist auch nicht das erste Mal, dass wir darüber schreiben)

Zitat
Blue Zones is a concept used to identify a demographic and/or geographic area of the world where people live measurably longer lives.



Zitat
Du sagst also, dass die Leute, die "normal-deutsch" essen (mit Blutzuckerachterbahn und ohne Fastenfähigkeit wegen schnellem Unterzucker) auf Fettstoffwechsel laufen? Ich dachte bislang, die verbrennen nur Glukose und können gar keine Ketonkörper für den Fettstoffwechsel bilden, weil sie ständig Zucker reinschieben.



Das ist leider eine grundfalsche Annahme. Wie gesagt: Auch das haben wir aufgearbeitet im neuen Buch, wo u. a. die Mechanismen dahinter erklärt werden. Das grundlegende Paradox: Gerade dickere und fettleibige Menschen haben viel mehr Fettsäuren und Keton-Körper im Blut schwimmen als schlanke. Da Fettsäuren aber vorrangig oxidiert werden und die Glukose-Oxidation unterdrücken, zeigt sich gerade bei den Menschen eine hohe Abhängigkeit vom Fettstoffwechsel. Nur weil das Gehirn die Ketolyse-Fähigkeit (eventuell) verliert, heißt das nicht, dass der Körper nicht auf Fettstoffwechsel läuft. Das habe ich im Artikel ja auch versucht auszudrücken. Meiner Erfahrung nach aber sind gerade die etwas kräftigeren Menschen in der Lage, sehr schnell und gut mit dem Fasten zurechtzukommen - "schneller Unterzucker" ist also eher kein allgemeingültiges Phänomen, das generell zutrifft.


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RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#7 von EvPow , 11.09.2016 12:42

Chris, wann isst du persönlich Obst? Nur zu Fett-Mahlzeiten/-Tagen (falls du diese betreibst)?


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RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#8 von Chris (edubily) , 11.09.2016 14:02

Habe da keine strikten Regeln. Ich esse generell relativ wenig Obst - grundsätzlich ist es ja nicht so, dass Zucker das Insulin-Signaling *komplett* ausknipst, deshalb habe ich das im Text extra unterstrichen. Es soll nur deutlich werden, dass viele Faktoren den optimalen Umgang mit Gluksoe beeinflussen. Wer jetzt zB 2-3 Bananen isst, der ist danach jetzt nicht insulinresistent im Diabetiker-Stil, aber ob die Situation dann geeignet ist, um *große* Mengen Glukose (etwa wie beim Refeed) zu verzehren, das ist die Frage.


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RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#9 von ChristineH , 11.09.2016 14:51

Zitat von Chris (edubily) im Beitrag #6
Genauso wenig wie man erwarten kann, dass man von 400 Artikeln die letzten 10 liest und dann alle versteht. Deshalb gibt's ja die Guides etc. Das neue Buch gibt es jetzt als Taschenbuch bei amazon und geht genau auf die von dir gestellten Fragen ein.


Nein, das ist klar, aber ich lese ja schon länger mit.
Ich befürchte, das Buch erst recht nicht zu verstehen. Es scheint für Profis geschrieben zu sein. Ich bin vermutlich einfach nicht die Zielgruppe ;-)

Zitat von Chris (edubily) im Beitrag #6
Nur weil das Gehirn die Ketolyse-Fähigkeit (eventuell) verliert, heißt das nicht, dass der Körper nicht auf Fettstoffwechsel läuft.


Das muss ich erst mal sacken lassen.

Danke Dir für die Erklärungen!


 
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RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#10 von Chris (edubily) , 11.09.2016 15:22

Zitat
Ich befürchte, das Buch erst recht nicht zu verstehen. Es scheint für Profis geschrieben zu sein. Ich bin vermutlich einfach nicht die Zielgruppe ;-)



Doch, ist keineswegs für Profis geschrieben.


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RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#11 von EvPow , 11.09.2016 15:23

Ich finde, der Artikel war einer der besten bisher und ist zudem vergleichsweise einfach verständlich - habe aber auch das Buch verschlungen :-)


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RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#12 von Yeti , 11.09.2016 17:42

Ich muss zugeben, dass ich auch über den von Eric zitierten Satz gestolpert bin, wo ja explizit nicht von ZU VIEL Zucker sondern von "schon niedrigen Mengen Zucker" die Rede ist. Den Mechanismus dahinter habe ich übrigens (trotz Soffwechsl-Guide) noch nicht begriffen. Ich werde mir die entsprechenden Seiten gerne noch ein paar Male zu Gemüte führen, aber über einen Hinweis würde ich mich dennoch freuen.



 
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RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#13 von meise , 11.09.2016 19:00

Ich denke das liegt daran, dass fructose im stoffwechsel wie fett behandelt wird (ampk) und somit glucose blockiert?
http://edubily.de/2015/08/warum-fructose...lich-sein-kann/


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RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#14 von Chris (edubily) , 11.09.2016 19:34

Ach herrje. Tut mir leid, wenn ich den einen oder anderen mit den Beiträgen verwirre :-)

Noch einmal, vielleicht ganz von vorne: Zucker (Saccharose; Fruktose + Glukose in Verbindung) induziert in sämtlichen Modellen potent Insulinresistenz. Die Frage "warum" das so ist, ist nicht vollständig geklärt. Da gibt es etliche Mechanismen, einer davon ist der, den wir im Stoffwechselbuch beschrieben haben => Harnsäure-Anstieg. Harnsäure klaut NO ... und weniger NO macht metabolische Entgleisung ...

Zucker scheint aber auch direkt auf den Muskel zu wirken, also nicht irgendwo, sondern vor Ort.

Ich experimentiere mittlerweile seit Jahren mit vielen Protokollen, Blutzuckermessungen, auch subjektiver Messung usw. - alles, was ich dazu sagen kann: ICH reagiere sensibel auf Zucker. Ich kriege dann natürlich nicht gleich metabolisches Syndrom oder Diabetes oder sonst was, aber wir sprechen ja von *guter* Insulinsensitivität, bzw Faktoren, die die maximale IS gewährleisten. Umgekehrt: Über Faktoren, die die IS negativ beeinflussen. Dabei muss man eben klar sagen, dass das I-Signaling keinem "An- und Ausschalter" unterliegt. Wie immer, eben ein Spektrum.

Ich persönlich merke, dass schon niedrige Dosen Zucker ausreichen, um negative Begleitungerscheinungen zu erleben, die vielleicht zunächst noch ganz subtil sind und ohne gravierenden Einfluss.

ABER: In einem anderen Kontext, z. B. während einer Diät, kann Zucker auch helfen, das hatten wir ja schon oft beschrieben.

Daher: Zucker, in normalen Mengen (etwa aus normalem Obst) ist kein Gift, aber man muss eben wissen, wann und wie man es einsetzt ... Man muss vor allem auch immer die Kontexte beachten.

Den Leuten qualmt schon der Kopf, ich weiß. Aber warum? Gemüse, Stärke, Eiweiß, gute Fette und fertig ... Hier und da mal ein Stück Obst ... Ich glaube die große Verwirrung kommt von den Extremen. Die Peat-Leute trinken Unmengen Osaft, andere braten ihr Steak in 250 g Butter und trinken danach noch ein halbes Glas Olivenöl, wieder andere leben nur von Samen und Blättern ... und so weiter. Natürlich machen wir eine Wissenschaft draus, aber meines Erachtens ist die Ernährung doch ganz simpel ... Gemüse, Stärke, Eiweiß, gute Fette, bissle Obst. Wo ist das Problem?

Gemüse, Stärke, Eiweiß, gute Fette ... ist das "Prinzip Sushi" ...


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RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#15 von Yeti , 11.09.2016 19:41

Danke!

Und nein, es ist kein Problem


 
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