RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#16 von Bernd , 11.09.2016 20:03

Hallo,

dieses Thema und die auch hier entsprechenden Fragen beweist doch vor allem eines. Man (dazu gehören viele Profiteure aller Art, vom Konzern bis zum Blog-oder Buchschreiber) hat mittlerweile soviel Unsicherheit und auch Unwissenheit unter das Volk gebracht, daß mittlerweile tatsächlich im Extrem solche Fragen auftauchen, ob man denn auch Butter auf das Brötchen schmieren darf, wenn man denn überhaupt sich noch getraut, ein Brötchen auch nur anzufassen. Und den Menschen, in ihrem Allglauben an Weisheiten, Koryphäen und allgemeingültige einfache Rezepte, ist der gesunde Menschenverstand abhanden gekommen, was sie letztlich nur noch unsicherer und empfänglicher für selbsternannte Gurus, "neue" Ernährungskonzepte usw. macht. Bis hin zu wahren Ernährungsreligionskriegen in dieser völlig dekadenten und kaputten wesltlichen Überflußgesellschaft, die sich "Gedanken" über Dinge macht, von denen 2/3 der Welt nur ungläubig staunen dürfte, wenn sie es denn wüßte. Das alles ist nicht mehr nur absurd, sondern wirklich krank!

Gruß Bernd


Bernd  
Bernd
Beiträge: 691
Registriert am: 28.05.2014


RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#17 von sfast , 11.09.2016 21:04

Zitat von naklar! im Beitrag #3
"Schon niedrige Mengen Zucker (z. B. eine Banane) und ich kann einen großen Glukose-Load danach vergessen. Zucker schaltet das Insulin-Signaling im Muskel direkt ab."


@Chris: Kannst du mir die Studien dazu geben?


sfast  
sfast
Beiträge: 117
Registriert am: 08.01.2015


RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#18 von Chris (edubily) , 11.09.2016 21:08

Für das Erste natürlich nicht. ;-)

Für das Zweite: Jap. Ich suche es dir raus.


Wir zeigen Möglichkeiten, nicht die Lösung.


 
Chris (edubily)
Admin
Beiträge: 2.737
Registriert am: 27.05.2014


RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#19 von H_D , 12.09.2016 08:37

Zitat von Chris (edubily) im Beitrag #14

Ich experimentiere mittlerweile seit Jahren mit vielen Protokollen, Blutzuckermessungen, auch subjektiver Messung usw. - alles, was ich dazu sagen kann: ICH reagiere sensibel auf Zucker. Ich kriege dann natürlich nicht gleich metabolisches Syndrom oder Diabetes oder sonst was, aber wir sprechen ja von *guter* Insulinsensitivität, bzw Faktoren, die die maximale IS gewährleisten. Umgekehrt: Über Faktoren, die die IS negativ beeinflussen. Dabei muss man eben klar sagen, dass das I-Signaling keinem "An- und Ausschalter" unterliegt. Wie immer, eben ein Spektrum.

Ich persönlich merke, dass schon niedrige Dosen Zucker ausreichen, um negative Begleitungerscheinungen zu erleben, die vielleicht zunächst noch ganz subtil sind und ohne gravierenden Einfluss.

Daher: Zucker, in normalen Mengen (etwa aus normalem Obst) ist kein Gift, aber man muss eben wissen, wann und wie man es einsetzt ... Man muss vor allem auch immer die Kontexte beachten.



Könntest du vielleicht mal erläutern was du genau misst und was für dich die Begleiterscheinungen waren, die dich an deine Dosis herangeführt haben? Ich experimentiere auch gerne mit solchen Sachen und bin ein sehr ZDF (Zahlen-Daten-Fakten)lastiger Mensch (bevor hier wieder einer meckert es wäre zu kleinkariert).
Ich glaube im Stoffwechselguide schreibst du auch davon gezielt Zucker zuzuführen - wenn mich nicht alles täuscht war es Honig - oder?


H_D  
H_D
Beiträge: 1.334
Registriert am: 26.09.2014


RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#20 von naklar! , 12.09.2016 12:07

Ok, sehr spät, aber: Erstmal danke für die Antwort!

Was ich nicht kapiere:

Früher oder später hat man doch so oder so ein Gemisch aus Glukose und Fruktose intus - spätestens wenn die Stärke zersückelt ist und vorausgesetzt man hat zb. mit Honig gesüßt. Was ist dann?
Ich kann mich auch nicht erinnern, eine ähnliche Aussage im neuen Buch gelesen zu haben- es sei denn ich hätte mir das aus irgendeinem Kontext erschließen sollen.....

Gruß, Eric


" Ich will mehr Leben, Vater! "


 
naklar!
Beiträge: 1.642
Registriert am: 15.10.2014


RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#21 von Chris (edubily) , 12.09.2016 12:16

@H_D: Habe ziemlich viel ausprobiert. z. B. lag ich mal drei Monate im Krankenhaus bei gleichzeitiger Betreuung von Endokrinologen - die Zeit hat mir sehr viel gezeigt, hatte da etliche Blutwerte. Man kann auch mal mit dem Blutzuckermessgerät verschiedene Settings durchspielen. Wie reagiert mein Blutzucker? Z. B. wenn ich vorher Eiweiß gegessen habe und dann eine große Glukose-Mahlzeit zuführe. Wie reagiere ich bei 1, 2, 3 Bananen + 20 Minuten später eine große Stärke-Mahlzeit? Usw. Man muss halt gucken, dass man ähnliche Kontexte generiert. Aber das ist klar, sonst sind die Messungen ja nicht valide. Ein ganz einfacher Test ist auch, bei großer Glukose-Mahlzeit, das Trinkverhalten danach.

@naklar: Grundsätzlich geht es natürlich nicht um "Zucker", sondern um Fruktose, wobei es sicher zu etwas anderen Veränderungen kommt, wenn gleichzeitig auch noch Glukose im System anströmt ... Stärke besteht ja grundsätzlich nur aus Glukose. (Na ja - es ist doch schon klar, oder nicht? Aus dem Buch und vielen unserer Texte geht hervor, dass Fruktose bzw. Zucker den Glukose- bzw. Insulin-Stoffwechsel beeinträchtigt. Wenn ich jetzt beides zusammen kombiniere, also Glukose und Fruktose, dann ist das nicht optimal. Aber ich will hier auch kein Fass aufmachen, lediglich sensibilisieren. Deshalb sprach ich ja auch von MIR im Text bzgl. Zucker, nicht von der Allgemeinheit.)


Wir zeigen Möglichkeiten, nicht die Lösung.


 
Chris (edubily)
Admin
Beiträge: 2.737
Registriert am: 27.05.2014

zuletzt bearbeitet 12.09.2016 | Top

RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#22 von naklar! , 12.09.2016 12:31

Hey, ja - naklar!

Ich hatte die Aussagen im Buch aber eben eher als "langfristig kontraproduktiv " bezgl. der Insulinsensitivität interpretiert - Quasi als Form von Mißbrauch und höheren Mengen.
Daß dies aber auch auf einen sport treibenden, gesund ernährten und ab und an fastenden jungen man - wie dich - zutrifft, hätte ich nicht erwartet.

Ich hatte bisher an jedem Ladetag 60g Honig drin und war überzeugt, daß sich meine Leber freut, während die Muskeln sich an Stärke und Dextrose gütlich tun.
Vereinfacht gesagt :-)

Gruß, Eric


Ps. Wir reden hier von ca. 300 kal über Bedarf bei kaum Fett.

PPs. Unterkalorisch ( also an Fetttagen ) sollte Fruktose ja wohl kein Problem darstellen, oder?


" Ich will mehr Leben, Vater! "


 
naklar!
Beiträge: 1.642
Registriert am: 15.10.2014

zuletzt bearbeitet 12.09.2016 | Top

RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#23 von Chris (edubily) , 12.09.2016 12:36

Ja, ich verstehe deine Frage.

Wie gesagt: Es ist enorm schwer hier allgemeingültige Aussagen zu treffen. Nur es ist eben so, dass "Zucker-Loading" sehr schnell, sogar akut, wirken kann. Der Harnsäure-Anstieg ist akut. Die Triglycerid-Synthese (=> evtl. phys. IR wegen Fettsäuren) oder auch Fruktose-induzierte Phosphorylierung von Proteinen in Insulin-Zielgeweben, Veränderung der Leber-Biochemie (Abfall ATP-Werte und Co.) ... Das sind alles akute Effekte, die sich auf lange Sicht natürlich stärker auswirken, weil sich das natürlich addiert und sich immer Spiralen ergeben, die das Ganze dann verstärken können. Wie gesagt, ändert nichts an akuten Effekten. Bei Honig oder z. B. polyphenolreichen Beeren ist das ein bisschen anders, weil dort gewisse Sekundärstoffe der Pflanze mitkommen, die das Ganze einfach ausbremsen. Die Banane habe ich als Beispiel genommen, weil sie diesbezüglich halt ziemlich arm dran ist, quasi ein Zucker-Riegel in "Gesund" dargestellt.


Wir zeigen Möglichkeiten, nicht die Lösung.


 
Chris (edubily)
Admin
Beiträge: 2.737
Registriert am: 27.05.2014

zuletzt bearbeitet 12.09.2016 | Top

RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#24 von Stockinger , 12.09.2016 12:43

Dr. Robert Lustig hat es in Bezug auf Fructose und Obst auf den Punkt gebracht: " When God created the poison, he packed it wit the antidote".
Fructose aus ursprünglichen (!) ganzen Lebensmitteln / Früchten ist kein Problem, da hier in ausreichender Menge Ballaststoffe mit geliefert werden.
Hochgezüchtete (im Sinne von viel Süße / Fruchtzucker) Obstsorten sind da aber schon wieder kritisch zu sehen. Nicht umsonst haben z.B. in britischen Zoos Affen teilweise Bananen-Verbot, weil die Früchte mittlerweile so süß gezüchtet sind, dass die Affen Diabetes entwickeln.
Wenn man also eine Speise (nach)süßen möchte sollte man nach meinem Verständnis eher zu Traubenzucker (=Dextrose; = Glucose) greifen als zu Zucker (= Haushaltszucker; = Kristallzucker; = Saccharose) oder Fructose enthaltende Süßungsmitteln.

Wenn ich Dr. Lustig richtig verstanden habe, ist es der Fruktose-Anteil, der die Insulinsensitivität beeinträchtigt und darüber hinaus über eine Leptinresistenz auch das Sättigungsgefühl beeinträchtigt (-> Folge, es wird mehr gegessen). Glucose dagegen löst eine Insulinausschüttung aus und stimuliert somit (bei ausreichender Leptinsensitivität) ein Sättigungsgefühl.
Als Schlussfolgerung wäre es demnach sinnvoll (wenn man abnehmen möchte), vor dem Essen etwas Traubenzucker zu sich zu nehmen, um dann während des Essens schneller ein Sättigungsgefühl auszulösen. Oder mache ich da einen Denkfehler?

LG,
Thorsten


-----------------------------
Carpe Diem


Stockinger  
Stockinger
Beiträge: 322
Registriert am: 10.11.2015


RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#25 von Chris (edubily) , 12.09.2016 12:55

Zitat
Wenn man also eine Speise (nach)süßen möchte sollte man nach meinem Verständnis eher zu Traubenzucker (=Dextrose; = Glucose) greifen als zu Zucker (= Haushaltszucker; = Kristallzucker; = Saccharose) oder Fructose enthaltende Süßungsmitteln.



Das mache ich so. Verstehe eh nicht, warum Zucker nicht einfach gegen Glukose ausgetauscht wird - also in Getränken und Co.

Grundsätzlich aber darf man nicht vergessen (auch eine Sache, die ich an mir gemessen habe), dass es ein großer Unterschied ist, ob ich meine Kohlenhydrate trinke oder nicht. Es scheint so zu sein, dass der Darm z. B. auf Spannung reagiert (die sich natürlich deutlich unterscheidet, also KH-Wasser vs. KH-Brei), die Insulin-Ausschüttung danach via GLP-1-Produktion potenziert.

Das sind alles Faktoren, die man oft vergisst, wenn man zu stark einzelne Phänomene fokussiert.

Am Ende bleibt: Iss Nahrung. Sei kein Vogel (= ernähre dich nicht nur von Samen und Co.), sei kein Affe (= nicht nur von Blättern und Co. leben), sei kein Tiger (= nicht nur von Fleisch ernähren), sei einfach Mensch :-) Und *iss* gefälligst *Essen*.


Wir zeigen Möglichkeiten, nicht die Lösung.


 
Chris (edubily)
Admin
Beiträge: 2.737
Registriert am: 27.05.2014


RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#26 von carpi_flexor_radialis , 12.09.2016 13:01

Zitat
"Schon niedrige Mengen Zucker (z. B. eine Banane) und ich kann einen großen Glukose-Load danach vergessen. Zucker schaltet das Insulin-Signaling im Muskel direkt ab."



Kehrt sich das, je mehr Zeit zwischen den zuckerreichen Mahlzeiten liegen, wieder ins Gegenteil um, oder mache ich da einen Denkfehler?

http://edubily.de/2014/12/der-second-meal-effect-im-sport/

Zitat

..."Die Gruppen “Gefastetes Training” weisen einen erwartungsgemäßen Blutzucker-Anstieg auf.
 Für die “Faulen” zahlte sich das Frühstück aus – der „Second Meal“-Effekt ließ sie besser mit dem Regenerations-Drink umgehen.
"


 
carpi_flexor_radialis
Beiträge: 218
Registriert am: 14.09.2014


RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#27 von Chris (edubily) , 12.09.2016 13:05

Der Second-Meal-Effekt beschreibt ja was anderes. Der beschreibt ja, dass Nahrungsmittel, die eine Insulin-Ausschüttung provozieren, dazu führen, dass in die Insulinsensitivität (bzw. Glukose-Toleranz) in der nächsten Mahlzeit besser wird. Aber: Alles, was die IS peripher (z. B. im Muskel) beeinträchtigt, wird den Effekt natürlich negieren.


Wir zeigen Möglichkeiten, nicht die Lösung.


 
Chris (edubily)
Admin
Beiträge: 2.737
Registriert am: 27.05.2014

zuletzt bearbeitet 12.09.2016 | Top

RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#28 von EvPow , 12.09.2016 13:17

Chris, wie viel Glukose verwendest du im Austausch für Fruktose (weil letzteres süßer ist?)?

Kann man mit Glukose auch backen, oder haut das nicht hin wegen anderer Konsistenz?



EvPow  
EvPow
Beiträge: 360
Registriert am: 23.04.2015

zuletzt bearbeitet 12.09.2016 | Top

RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#29 von hisairness , 12.09.2016 17:59

Welche stärkehaltigen Quellen präferiert ihr denn eigentlich?
Ich meine, die gängigen Quellen sind ja Kartoffeln, Süßkartoffel und Reis, dann gehen mir aber schon die Ideen aus, maximal noch Karotten...


hisairness  
hisairness
Beiträge: 89
Registriert am: 18.12.2014


RE: Insulinsensitivität: 5 unbequeme Wahrheiten

#30 von H_D , 12.09.2016 21:42

Generell sind zu dem thema die PDFs von Tim sehr zu empfehlen:

http://www.team-andro.com/phpBB3/taimes-...dy-t280496.html


H_D  
H_D
Beiträge: 1.334
Registriert am: 26.09.2014


   

Citrullin
Jetzt ganz einfach Blutarmut erkennen...

disconnected Foren-Chat Mitglieder Online 2
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen