Leaky Gut und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

#1 von wkt , 30.08.2016 12:11

Hallo,

ich habe Diagnose (Zonulin Test) Leaky Gut bekommen. Ich habe Lebensmittelunverträglichkeiten, welche sich in Gelenkentzündungen äußern. Als ich mal 2,5 Tage gefastet habe, war ich quasi symptomfrei.

Gluten habe ich als erstes gemieden und mache es so gut es geht immer noch, wobei ich sagen muss, dass ich glaube, es mittlerweile wieder (besser) zu vertragen. Also, das was die verbliebene Entzündung am Laufen hält scheint was anderes zu sein. Es könnten Milchprodukte sein, davon habe ich viel und reichlich gegessen, wenn auch Bio. Quark, Rohmilchkäse, Sahne etc. „Normale Milch“ auch in Bio gehört aber fast nie zum Speiseplan. Komplett milchfrei teste ich jetzt nochmal seit einer Woche und merke bisher keinerlei Effekt. Ich war letztes Jahr bei einem Heilpraktiker, der mir einen IGG Test angedreht hat und auch da sollte ich Milch und noch vieles andere meiden, bereits damals war mein Eindruck, dass es nicht an der Milch liegt. Vielleicht sind es Nachtschattengewächse, wobei ich glaube, dass ich Kartoffeln auch eher gut vertrage.

Was mir auch noch aufgefallen ist, ich habe manchmal kurz nach dem Essen bei manchen Speisen Husten, manchmal so stark, dass auch etwas Schleim aufstößt. Ich glaube, dass es sich dabei um eine Reaktion des Immunsystems handelt und es dann was ist, was ich eben besonders schlecht vertrage – ich kann es nicht genau eingrenzen aber von der Tendenz her vor allem bei scharfen Speisen und besonders stark bei Nahrungsmitteln mit viel Histamin. Letztes Jahr wurde bei einer Stuhldiagnostik, leicht erhöhte Histaminbildner festgestellt, parallel dazu dieses Jahr leicht erhöhtes Histamin im Blut gemessen. Daraufhin wurde die DAO bestimmt, die bei mir relativ hoch war, ein Abbau findet also statt. Allerdings scheint diese permanent laut Labor über das normale Maß hin zu arbeiten, was auf eine Art Allergie/Unverträglichkeit deutet. Allerdings wurde kein Histamin im Stuhl gefunden, also laut Labor keine „typische“ Unverträglichkeit.

In den Tests kam 3x raus, dass ich zu wenige Lacto und Bifido Stämme habe. Diese habe ich genommen, aber anscheinend entweder zu wenig oder nicht lange genug, jedenfalls beim aktuellen Test wieder zu wenig. Dabei waren auch die Bacteroides Stämme vermindert. Nun habe ich gelesen, dass es mit Colibiogen ein Schleimhauttherapeutikum gibt, welches dazu beiträgt, damit sich die Stämme überhaupt erst ansiedeln können. Damit habe ich nun angefangen. Parallel soll ja für die Schleimhaut/Leaky Gut Knochenbrühe sehr gut sein. Vor kurzem habe ich mal bei einem festlichen Anlass eine echte Tafelspitz Suppe gegessen, ansonsten aber eher wenig drauf geachtet, also noch Gluten, Zucker, Milch und dennoch ging es mir am nächsten Tag viel besser als erwartet. Ich habe dann begonnen selbst richtige Knochenbrühe zu kochen, muss allerdings sagen, dass ich hier wohl mit dem Histamin Probleme habe. Als ich die Suppe am nächsten Tag großzügig verwendete, habe ich übelsten Brainfog davon bekommen. Also ich würde es darauf zurückführen. Dennoch wollte ich nochmal einen neuen Versuch starten.

Kommen wir zu meinen derzeitigen Supps, die ich nehme:

Morgens nüchtern Colibiogen 5ml, Acerola Pulver Vitamin C + 30 Mg Zink (soll ja bei Leaky Gut helfen)
Mittags Vitamin B Komplex
Abends vor dem Essen Colibiogen 5ml, nach dem Abendessen 30g Kartoffelmehl (resistente Stärke) + 20-25g Glutamin in Wasser eingerührt und sofort trinken.
Vitamin D ab Herbst, Wert war seit Supplementation ok.
Eine Stunde vor dem Schlafen Magnesiumcitrat 400 Mg und Omni Biotic Stress Repair 2 Beutel, das sind 15 Mrd Kulturen:

Lactobacillus casei W56
Lactobacillus acidophilus W22
Lactobacillus paracasei W20
Lactobacillus salivarius W24
Lactococcus lactis W19
Lactobacillus plantarum W62
Bifidobacterium lactis W52
Bifidobacterium bifidum W23
Bifidobacterium lactis W51

Das Omni Biotic und Colibiogen nehme ich erst seit ca. 2 Wochen. Den Rest nun schon länger. Mir geht es auch minimal besser dadurch (die Reaktionen vor allem morgens waren schon viel schlimmer), aber wie gesagt, irgendeine Baustelle muss ich wohl noch finden. Meiner Beobachtung nach, dauert es auch gar nicht so lang nach einer Mahlzeit bis ich wieder eine Verschlechterung merke, meist schon so nach 1-3 Stunden.

Wäre Primal Defense Ultra, aufgrund der größeren Vielfalt v.a. auch an Histaminsenkenden Stämmen nicht besser bei mir? Das Labor letztes Jahr hat ja erhöhte Histaminbildner im Darm festgestellt. Mir kommt es irgendwie so vor, als ob das bei mir das Problem ist, v.a. dieser verschleimte Husten nach stark Histaminhaltigen Speisen. Das letzte Labor empfahl aufgrund von Leaky Gut das Omni Biotic Stress Repair. Außerdem noch „Colon Guard“, da ist Lecithin, Glutamin und Zink drin. Da ich aber Zink und Glutamin eh schon suppe, habe ich das bisher nicht genommen. Außerdem empfehlen die noch Activomin mit Huminsäuren, laut einem Apotheker scheint das was Ähnliches wie Colibiogen zu sein.

Ich habe derzeit meinen Speiseplan nochmal reduziert, aber ein positiver Effekt lässt sich eigentlich nicht feststellen:
Morgens Rührei mit Kokosöl und Zwiebeln und/oder Hirseflocken mit Kokosmilch ,Apfel und Zimt.
Mittags/Abends Kaisergemüse mit Rinderhack und Reis oder Süßkartoffeln, dazu etwas Kokosöl oder Olivenöl. Gewürzt mit Salz und etwas Bio mittelscharfem Senf.
Nüsse: Macadamia oder Walnüsse.
Obst Apfel, Banane, Himbeere
Süßen mit Honig

Hoffe der ein oder andere hat einen guten Rat.

VG



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RE: Leaky Gut und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

#2 von Highlander , 30.08.2016 15:14

Ich hoffe, ich kann dir ein bisschen helfen, lese viel im Bereich kPNI und Nahrung als Medizin im allgemeinen.

Zur Leaky Gut-Reparatur wird empfohlen, Zink und Glutamin zu supplementieren, das sind die Hauptfaktoren für den Verschluss der Barrieren.

Auf jeden Fall meiden: Milch, (Pseudo)Getreide, Kartoffeln (Nachtschattengewäche im allgemeinen), Reis und bitte auch den Senf, den du essen willst (wird in der Literatur explizit erwähnt), Süßstoffe, Zucker, verarbeitete Lebensmittel

Super ist Wurzelgemüse in jeglicher Form, Karotten, Zwiebeln usw., aber vor allem auch Rote Beete
Schau drauf, viel O3-reichen Fisch zu essen, v. a. Hering (das ist Nahrung als Medizin!)

Ansonsten das, was man als "Paleo" sieht, ohne das dogmatisch zu sehen. Hohe Kohlenhydratmengen sollen ebenfalls problematisch sein, allerdings als Sportler schwer zu vermeiden.

Wenn Du eine Buchempfehlung brauchst, schaff dir das Wirk+Koch-Buch von Leo Pruimboom et al. an. Bietet dir Rezepte und - ganz wichtig - "deep learning"-



Patti83 hat sich bedankt!
 
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RE: Leaky Gut und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

#3 von Tommy , 30.08.2016 16:21

Thema Histamin: nur weil du genug DAO hast, heißt das leider noch lange nicht, dass Du keine HIT hast. Diese kann auch durch eine vermehrte Ausschüttung aus den Mastzellen entstehen. Hier ist der Abbau allerdings primär ein anderer und nicht über DAO. Merkst Du etwas nach dem Verzehr von zB großen Menschen Schokolade, gereifter Käse, Rotwein, Bananen etc? Typisch ist hier leider dass die typischen HIT Symptome bis zu 3-4 Tage zeitverzögert auftreten können daher manchmal schwierig den Auslöser zu finden. Wie verträgst Du FODMAP-reiche Lebensmittel? Ggf könnte auch hier ein/das Problem liegen.

Wobei brainfog und Histamin schon gut passen das kenne ich leider auch. Bei mir besonders krass beim Verzehr großer Mengen Zwiebeln wie zB beim Griechen.

Wie hoch ist dein Ballaststoffanteil in der Ernährung? Kennst Du Dein Stuhl PH. Ist der (zu) badisch haben es die guten Bakterien unheimlich schwer und die Tendenz geht Richtung Fäulnisflora. Ich arbeite grad auch noch an der Ansäuerung meines PH Wertes. Wobei die typischen Lebensmittel wie Sauerkraut, andere Fermente etc aufgrund der HIT bei mir nicht wirklich funktionieren. Probiere es daher jetzt dann mal mit Aofelessig


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RE: Leaky Gut und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

#4 von wkt , 30.08.2016 16:46

Der letzte Stuhl PH war 6,0, liegt womöglich am Kartoffelmehl. Ballaststoffanteil liegt denke ich nicht schlecht, bis vor kurzem täglich 20g Sesam und 20g geschrotete Leinsamen, dazu Obst und Gemüse/Nüsse.

Hatte vor einiger Zeit mal auswärts ein Gericht mit in Rotwein glasierten Zwiebeln, da musste ich stark husten inkl. Schleim, genau wie bei Salat mit viel Balsamico Essig. Glaube den Rohmilchkäse, vertrage ich auch nicht so gut.

Wie läuft das mit den Mastzellen und HIT? In meinem Befund stand, dass dieses Omni Biotic Stress Repair "stark entzündungshemmende und mastzellenstabilisierende Eigenschaften" hätte.

Auf FODMAPs habe ich bisher nicht geachtet.

Esse auch Sauerkraut, unpasteurisiertes meist am Tag so 250g, da merke ich zumindest nix von dem Husten.

Nimmst du Probiotika und welche?



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RE: Leaky Gut und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

#5 von Highlander , 30.08.2016 19:38

FODMAP-Problematiken sind immer symptomatisch, aber nicht kausal

Chris Eikelmeier hat hierzu mal ein Quickie-Video gemacht. Findet man auf der Facebook-Seite von Strength First.


 
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RE: Leaky Gut und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

#6 von H_D , 31.08.2016 17:58


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RE: Leaky Gut und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

#7 von apmulapmu , 01.09.2016 07:14

Hast du Erfahrungen mit einem der Selbsttest von Medivere ?


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RE: Leaky Gut und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

#8 von wkt , 01.09.2016 21:36

Von welchen Tests sprichst du da?

Kennt sich hier jemand mit der "Histaminbildner im Darm" Thematik aus?

Habe das Thema FODMAPs mal überflogen, glaube nicht, dass dies mein Problem ist.


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RE: Leaky Gut und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

#9 von ChristineH , 02.09.2016 00:28

wkt, die Histaminproblematik kommt durch den Leaky Gut. In dem Maße, wie der Darm heilt, wird sich das wieder zurückbilden.

Also heißt es: Alle Anstrengungen darauf legen, den Darm zu heilen und die guten Bakterien zu hegen und zu pflegen (die die schlechten in Schach halten) - nicht am "Symptom" HI rumdoktern.
Ich hab hier schon an diversen Stellen eine ganze Liste aufgezählt, was ich für empfehlenswert halte.
Verdauungsprobleme seit Monaten

Knochenbrühe trinkst Du schon, das ist gut. Wenn jetzt der Herbst kommt, kann man sie auch gut als Basis für Gemüsesuppe nehmen. Einfach alles, was an Gemüse da ist, bunt gemischt in den (Schnellkoch)topf rein, Knochenbrühe dazu, zu Möhren oder Kürbis gerne auch ein bisschen Kokosmilch, anschließend pürieren, salzen, Kräuter drauf. Hat man gleich drei oder vier Portionen, spart also auch Kochaufwand. Noch 'n paar Fleischbällchen reinwerfen und schon ist es eine vollwertige Mahlzeit.

30 g Kartoffelmehl finde ich für einen Anfänger viel und auch etwas einseitig. Die Vielfalt ist wichtig, sagt zumindest ein ausgewiesener Experte zum Thema Darmgesundheit (Glenn Taylor von der Taymount Clinic).
Resistente Stärke (30)

Kannst Du feststellen, dass der Schleim nach Konsum von Milchprodukten auftritt? (Bei mir war das früher der Fall)
Evtl. ist es auch eine Reaktion, weil Du zu wenig Magensäure hast. Eine Ferndiagnose ist schwierig, ich denke, Du solltest das testen. Aber nicht nur an einer Mahlzeit, sondern mal konsequent 3 Wochen. Also bspw. 3 Wochen komplett ohne Milchprodukte. Und dann gucken, ob das Besserung bringt. Dann mal 4-6 Wochen mit HCl-Betain unterstützen und schauen, was sich tut. Wenn Du mal dieses und mal jenes nur kurz antestest, weißt Du nie, was jetzt wirklich die Ursache war.
Glutenfrei auf jeden Fall, ich empfehle: getreidefrei (bis auf gelegentlichen weißen Reis). Vergiss nicht, die Darmbakterien nicht nur über Fermente und Probiotikum zuzuführen, sondern auch zu füttern durch safe starches.

Bei mir hat sich meine chronische Bronchitis durch eine Paleo-Ernährung komplett verflüchtigt.



 
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RE: Leaky Gut und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

#10 von wkt , 02.09.2016 09:26

Vielen Dank für die sehr ausführliche Antwort ChristineH

Ich habe mit Kartoffelmehl bereits im Mai begonnen und wöchentlich aufdosiert, von 5g bis jetzt eben 30g. Ich denke mir bekommt es ganz gut, zumindest merke ich nichts negatives. Die Träume wurden eben wie oft beschrieben "klarer" bzw. ich kann mich wieder dran erinnern.

Ich habe vor 3 Tagen mal nur morgens 1 Apfel und sonst Süßkartoffel mit Olivenöl bzw. etwas Kerrygold gegessen, das ist mir sehr gut bekommen, da gingen die Schwellungen deutlich zurück. Gestern Abend gabs am Tag zuvor gekauftes und eingefrorenes Rinderhack mit Kaisergemüse und Reis, da kam wieder der Husten mit dem Schleim. Morgens 200ml Kokosmilch mit 60g Hirseflocken, Apfel, Rosinen und etwas Honig, das scheine ich gut zu vertragen. Mittags Huhn mit Salat, Gemüse, dazu die Süßkartoffel Wedges aus dem Ofen vom Vortag. War auch ok.

Milchfrei, bis auf die Butter bin ich jetzt aktuell ca. 2 Wochen. Das würde ich noch beibehalten und dann mal einen "Provokationstest" machen.

Momentan würde ich durch die aktuell sehr eingeschränkte Diät sagen, weißer Reis/Parboiled Reis, Hirseflocken sowie Süßkartoffel scheinen als Carbs ok zu sein. Geschälte und gekochte Kartoffeln würde ich als nächstes noch versuchen zu testen. Da bei mir der Bedarf relativ hoch ist, sind für mich eher zu wenige Carbs ein Problem, muss keine Angst haben leicht zuzunehmen.

Allgemein muss ich sagen, dass es mir seit dem "Süßkartoffel Tag" besser geht, also trotz des Hustens werden die Schwellungen langsam weniger, v.a. in der Früh. Vielleicht liegt das aber auch an dem Colibiogen + Omni Biotic was nach fast 3 Wochen langsam "greift".

Was fällt denn alles unter Safe Starches?

Das unpasteurisierte Sauerkraut kann ich langsam nicht mehr sehen und kriegs auch nicht mehr wirklich "pur" runter, daher möchte ich mit selbstgemachtem Wasserkefir beginnen, ist ja wirklich kein großer Aufwand. Allerdings frage ich mich, ob der viele Zucker, den man für die Kulturen benötigt nicht eher kontraproduktiv ist, weißt du das ?

Wie sieht es mit dem Glutamin aus? Wie viel kann ich da täglich noch über längeren Zeitraum "unbedenklich" nehmen? Habe irgendwo gelesen, dass man mit zu hohen Mengen wegen dem Ammoniak aufpassen muss.


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RE: Leaky Gut und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

#11 von ChristineH , 02.09.2016 10:51

Zitat von wkt im Beitrag #10
Ich habe mit Kartoffelmehl bereits im Mai begonnen und wöchentlich aufdosiert, von 5g bis jetzt eben 30g. Ich denke mir bekommt es ganz gut, zumindest merke ich nichts negatives.


Okay, langsam gesteigert ist was anderes. Dennoch denke ich, es ist gut, Ballaststoffe aus möglichst unterschiedlichen Quellen zu Dir zu nehmen. Nicht nur wegen der Ballaststoffe an sich (es gibt ja verschiedene Arten), sondern auch wegen der vielen, vielen, oft auch noch gar nicht mal erforschten, Inhaltsstoffe, die unterschiedliche Gemüse sonst noch so haben und die Du brauchst. Hol Dir Ballaststoffe aus Gemüse!

Zitat von wkt im Beitrag #10
Ich habe vor 3 Tagen mal nur morgens 1 Apfel und sonst Süßkartoffel mit Olivenöl bzw. etwas Kerrygold gegessen, das ist mir sehr gut bekommen, da gingen die Schwellungen deutlich zurück. Gestern Abend gabs am Tag zuvor gekauftes und eingefrorenes Rinderhack mit Kaisergemüse und Reis, da kam wieder der Husten mit dem Schleim. Morgens 200ml Kokosmilch mit 60g Hirseflocken, Apfel, Rosinen und etwas Honig, das scheine ich gut zu vertragen. Mittags Huhn mit Salat, Gemüse, dazu die Süßkartoffel Wedges aus dem Ofen vom Vortag. War auch ok.

Milchfrei, bis auf die Butter bin ich jetzt aktuell ca. 2 Wochen. Das würde ich noch beibehalten und dann mal einen "Provokationstest" machen.


Am besten ist es, man führt ein Nahrungs- und Symptomtagebuch, um den Übeltätern auf die Schliche zu kommen. Die Histaminsymptome kommen ja ziemlich schnell. Das mit der längeren Weglass-Zeit war bezüglich der Wirkung auf die Darmheilung gemeint.

Zitat von wkt im Beitrag #10
Was fällt denn alles unter Safe Starches?


Guck mal hier: http://perfecthealthdiet.com/wp/wp-conte...late-german.png
Was auf den amerikanischen Blogs irgendwie nie vorkommt sind Esskastanien, die mag ich sehr gerne. Jetzt ist Kürbissaison, schwelge darin :-)

Zitat von wkt im Beitrag #10
Das unpasteurisierte Sauerkraut kann ich langsam nicht mehr sehen und kriegs auch nicht mehr wirklich "pur" runter, daher möchte ich mit selbstgemachtem Wasserkefir beginnen, ist ja wirklich kein großer Aufwand. Allerdings frage ich mich, ob der viele Zucker, den man für die Kulturen benötigt nicht eher kontraproduktiv ist, weißt du das ?


250 g Sauerkraut jeden Tag sind ja auch viel. Ich möchte Dich ermutigen, nicht von wenigen Sachen gleich große Mengen einzuwerfen, sondern die Vielfalt und Abwechslung zu leben und zu essen, trotz gewisser Einschränkungen in der Auswahl durch die HI.

Der Zucker wird von den Bakterien umgewandelt (fermentiert), da ist zum Schluss nur noch sehr wenig drin. Ich weiß nicht, welche Rezepte Du Dir anschaust, aber man braucht auch keine großen Mengen. Lies Dich am besten bei Isa ein (www.wildefermente.de oder besser noch ihre Fermentiergruppe auf Facebook, da hat es wohl sehr, sehr viel Tipps, auch zum Wasserkefir)
Fermentieren

Bei den Fermenten ist es ganz unterschiedlich, was man (zunächst) verträgt. Eine Freundin, die gaaaanz übel dran ist, hatte zunächst Bedenken, weil man ja immer von Fermenten abrät bei HI. Aber sie stellte fest, dass sie selbst eingelegten Blumenkohl und Karotten vertrug und freute sich sehr über die Erweiterung ihres eingeschränkten Speiseplans. Man muss also einfach testen. Und da Du Sauerkraut verträgst, kannst Du ja wirklich ohne Bedenken losprobieren.

Zitat von wkt im Beitrag #10
Wie sieht es mit dem Glutamin aus? Wie viel kann ich da täglich noch über längeren Zeitraum "unbedenklich" nehmen? Habe irgendwo gelesen, dass man mit zu hohen Mengen wegen dem Ammoniak aufpassen muss.


10 bis 40 g pro kg Körpergewicht am Tag sagt Sarah Ballantyne.



 
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RE: Leaky Gut und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

#12 von wkt , 02.09.2016 11:22

Ballaststoffe:

Bisher habe ich morgens zu den Hirseflocken noch Mandeln/Walnüsse, 20g geschrotete Leinsamen, 20g Sesamsamen und 20g Kokosflocken gegessen. Glaube jedoch, dass der Sesam mir nicht bekommt, der kommt meist "unverdaut wieder raus".

Danke für den Link. Hirse kommt darin wie auch in den üblichen Paleo Listen nicht vor, meinst du es ist wirklich wichtig wenn ich demnächst ein 4 Wöchiges AIP starte auch davon Abstand zu nehmen? Bin was Frühstück angeht, etwas ratlos...

Wasserkefir:

Ich habe ein Rezept, welches auf 2,5 L Wasser ca. 6 EL Zucker vorsieht - ist das ok? Kokosblütenzucker geht nicht oder? Würde sonst zumindest den braunen Rohrohrzucker nehmen.

Glutamin:

10 bis 40 g pro kg Körpergewicht am Tag sagt Sarah Ballantyne.

Sicher, dass diese Formel stimmt? Ich habe glaube ich gelesen, dass am Tag 40g Glutamin über längere Zeit schon zu viel seien.


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RE: Leaky Gut und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

#13 von ChristineH , 02.09.2016 12:13

Zitat von wkt im Beitrag #12

Danke für den Link. Hirse kommt darin wie auch in den üblichen Paleo Listen nicht vor, meinst du es ist wirklich wichtig wenn ich demnächst ein 4 Wöchiges AIP starte auch davon Abstand zu nehmen? Bin was Frühstück angeht, etwas ratlos...


Wenn Du das AIP machst, ist Hirse auf jeden Fall raus, Nüsse auch, Samen auch, Kartoffeln (Nachtschattengewächse) und Kartoffelmehl auch.
Ideen für AIP-Rezepte gibt es hier bei Eileens wöchentlichen Roundtables: http://www.phoenixhelix.com/

Zum Frühstück gibt es dasselbe wie auch zu Mittag oder zu Abend. Wie wäre es mit einem Zwiebelomelett? 1 Gemüsezwiebel dünn hobeln, in Kokosöl 15 Minuten andünsten, dann 4 mit Salz und reichlich Petersilie verquirlte Eier drübergießen und den Pfannendeckel aufsetzen, stocken lassen. Schon ist's Frühstück bereitet. Oder kalte Reste vom Vorabend. Geht noch schneller ;-)

Zitat von wkt im Beitrag #12
Wasserkefir:

Ich habe selbst noch nie Wasserkefir gemacht (nur Milchkefir), bist Du auf Facebook? Schau mal rein: https://www.facebook.com/isaswildefermente

Zitat von wkt im Beitrag #12
Glutamin:

10 bis 40 g pro kg Körpergewicht am Tag sagt Sarah Ballantyne.

Sicher, dass diese Formel stimmt? Ich habe glaube ich gelesen, dass am Tag 40g Glutamin über längere Zeit schon zu viel seien.



Puha, danke, dass Du nachgefragt hast. Weia, das hätte schiefgehen können ...
10 bis 40 g pro Tag überhaupt, 0,3 bis 0,5 g pro kg Körpergewicht.


 
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RE: Leaky Gut und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

#14 von wkt , 02.09.2016 13:13

Verstehe, dann wirds schwierig.
Dachte Eier sind auch nicht AIP konform? Ei zum Frühstück wäre ja wunderbar...

Bei FB bin ich nicht.

Zu den Fermenten:

Wenn ich im Drogeriemarkt das Kombucha von "Carpe Diem" kaufe, lohnt sich das oder ist da alles tot pasteurisiert? Gleiche Frage für die verschiedenen "milchsauer vergorenen" Säfte, Sauerkraut, Rote Beete, Karotte.

Habe bei einem Anbieter von Sauerkrautsaft aus dem Biomarkt angerufen. Die Frau hat mir gesagt, dass zwar pasteurisiert wird, aber die Bakterien noch enthalten seien. Vielmehr wäre dadurch "lediglich der Gehalt an Vitaminen etc. etwas erniedrigt".

Mein AIP Plan bislang sieht lediglich folgendes vor:

Rinderhack, TK Kaisergemüse, Zwiebel/Lauch, Gurken, Zuccini, Radieschen, Süßkartoffel, Olivenöl, Kokosöl, Kokosmilch und Obst. Sehr eintönig, aber ok, ein bisschen mehr Variation wäre schön.

Ich kann eigentlich nur Abends kochen/vorkochen, wegen Arbeit. In der Früh muss es relativ schnell gehen, Standmixer und Pürierstab wäre vorhanden. Brauche daher ein paar Rezepte, welche ohne viel Aufwand umsetzbar sind.

EDIT

Habe folgendes gefunden auf der Herstellerseite:

Enthält Carpe Diem Kombucha Laktobazillen und was bewirken diese?
Ja, in Carpe Diem Kombucha sind Laktobazillen enthalten. Um eine gleich bleibende Qualität zu garantieren, werden diese aber durch die Wärmebehandlung deaktiviert.

Warum ist Carpe Diem Kombucha wärmebehandelt?
Im Gegensatz zu zuhause hergestellten Kombuchas wird Carpe Diem Kombucha sanft erwärmt. Damit werden ein gleich bleibender Geschmack, eine stabile Qualität und ein Alkoholgehalt von max. 0,5 Vol. % sichergestellt, da es in der Flasche zu keiner Gärung mehr kommen kann.
Die wertvollen organischen Säuren und Enzyme bleiben aber erhalten.

Wenn die Laktobazillen deaktiviert werden, lohnt sich der Genuß nicht mehr wirklich zu therapeutischen Zwecken oder? Welche Säuren und Enzyme sollen das sein?



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RE: Leaky Gut und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

#15 von ChristineH , 02.09.2016 14:21

Zitat von wkt im Beitrag #14
Dachte Eier sind auch nicht AIP konform? Ei zum Frühstück wäre ja wunderbar...


Ähm, ja, Du hast recht. Auf der Seite von Phoenix Helix findest Du gar nix, was für Dich umsetzbar ist?
Ansonsten: Fang doch erst mal mit "normalem" Paleo an. Muss ja nicht gleich AIP sein.

Zitat von wkt im Beitrag #14
Wenn ich im Drogeriemarkt das Kombucha von "Carpe Diem" kaufe, lohnt sich das oder ist da alles tot pasteurisiert? Gleiche Frage für die verschiedenen "milchsauer vergorenen" Säfte, Sauerkraut, Rote Beete, Karotte.


Ich denke, selbstgemacht ist empfehlenswert. Da weißt Du genau, was drin ist und auch, dass die Bakterien noch leben. Es ist wirklich nicht schwierig. Hol Dir hier mal Infos: http://www.wildefermente.de/gurken/ und dann füll einfach das erste Glas mit Gurken oder Blumenkohlröschen oder so.

Zitat von wkt im Beitrag #14
Wenn die Laktobazillen deaktiviert werden, lohnt sich der Genuß nicht mehr wirklich zu therapeutischen Zwecken oder? Welche Säuren und Enzyme sollen das sein?


Es werden Milchsäure und Enzyme gebildet, die sind auch positiv, aber die Milchsäurebakterien sind halt tot. Die würden ja sonst im Glas/in der Flasche weiterarbeiten.



 
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