RE: HFT (nach Christian Zippel)

#16 von Chris (edubily) , 11.08.2016 13:02

Axel,

genialer Input, der sich zu 100 % mit dem deckt, was ich auch denke.

Ich glaube, viele Sportsmänner haben den Drang, das Maximale aus sich herauszuholen und - eventuell - auch mal ein "Großer" zu werden. Das dürfte eine der grundlegenden Motivationen überhaupt sein, oft auch, weil das Ego gerne mit spielt.

Wenn man selbst aber mal ziemlich weit oben war oder aufgrund anderer Ereignisse ein paar Kernelemente (die du z. T. hier genannt hast) realisiert, findet ein Umdenken statt.

Wir leben nun mal im Instagram-Zeitalter, wo wir im Grunde genommen immer nur die Peaks eines Lebens sehen. Profi-Sportler sind vielleicht enorm gut in dieser einen Disziplin, aber der Rest des Lebens leidet oft darunter. Nicht selten, weil Profi-Sportler mehr "Sinn" darin sehen, ihren Sport intensiv zu betreiben, als sich beispielsweise um ein "normales Leben" mit Frau, Kind, Alltag und Co. zu bemühen. Doch selbst wenn die Bemühungen da sind, ein "normales" Leben zu führen, so ist das oft gar nicht möglich, weil, wie du richtig sagst, das Leben eines Profis eben auf den Sport ausgerichtet ist, mit allem drumherum.

Ein Leben "in der ersten Reihe" (egal, in welchem Lebensbereich) sieht zwar gut aus, ist aber nicht konform mit normalen menschlichen Bedürfnissen - das fängt mit der Unzufriedenheit der (Ehe-)Frau an.

Im Grunde muss jeder (ehrgeizige) Sportler irgendwann einmal darüber nachdenken, ob er lieber ein "All-Rounder" sein will, jemand, der körperlich fit ist, aber insgesamt ein ausgeglichenes Leben führt, oder ein Sport-Extremiker, der alles dem Sport unterordnet.


Wir zeigen Möglichkeiten, nicht die Lösung.


 
Chris (edubily)
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RE: HFT (nach Christian Zippel)

#17 von sfast , 11.08.2016 18:31

Ich halte es wie Ido Portal: Upgrade your passion to obsession. (Aber auch in jedem Lebensbereich)


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RE: HFT (nach Christian Zippel)

#18 von Axel , 12.08.2016 12:17

Zitat von sfast im Beitrag #17
Ich halte es wie Ido Portal: Upgrade your passion to obsession. (Aber auch in jedem Lebensbereich)


Ja, das kenne ich nur zu gut! Und mache es gerne genauso, wenn auch nur phasenweise, bis ich mich einer anderen Leidenschaft zuwende. Es hat sich gezeigt, dass ich einige Hobbies und Themen durchaus schon 20 Jahre und länger verfolge, aber eben nie durchgehend, sondern mit durchaus längeren Pausen.

Chris,
danke für Deine Bestätigung!

Sofern ich den Thread kapern darf, werde ich gerne konkreter, was mich gerade umtreibt. Ist zwar oberflächlich etwas völlig anderes als HFT-Krafttraining, aber im Kern vielleicht gar nicht so weit weg: Ich grüble darüber, ob ich mir ein Leistungsmessgerät fürs Fahrrad kaufen soll.

Nachdem ich letzten Monat sehr spontan wieder ein MTB-Rennen mitgefahren bin, will ich wieder mehr davon. Das macht Spaß, auch wenn ich nicht die geringste Chance darauf habe, vorne mitzufahren. Ein Powermeter wäre jetzt das optimale Werkzeug, um ein geplantes, gesteuertes und hoffentlich sogar effizientes Training anzufangen. Außerdem ist es ein neues Technikspielzeug, und Männer spielen nun mal gerne. Radsportler anscheinend ganz besonders.

Meine Bauchschmerzen dabei sind: Verliere ich damit den Spaß am Radfahren? Ziehe ich ein Training überhaupt durch?

Das Anbauen eines Leistungsmessgeräts an mein Rad hätte für mich als Hobbysportler ganz klar etwas Obsessives. Ob ich aber mehr Spaß an einem MTB-Marathon hätte, wenn ich statt auf dem 600. auf dem 400. Platz lande?

Edit:

Ein Aufsatz, in dem ich so Einiges nachvollziehen kann:
http://startingstrength.com/article/time-to-train



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zuletzt bearbeitet 12.08.2016 | Top

RE: HFT (nach Christian Zippel)

#19 von Thomas , 13.08.2016 09:40

Zitat von Axel im Beitrag #18

Sofern ich den Thread kapern darf, werde ich gerne konkreter, was mich gerade umtreibt. Ist zwar oberflächlich etwas völlig anderes als HFT-Krafttraining, aber im Kern vielleicht gar nicht so weit weg: Ich grüble darüber, ob ich mir ein Leistungsmessgerät fürs Fahrrad kaufen soll.

Nachdem ich letzten Monat sehr spontan wieder ein MTB-Rennen mitgefahren bin, will ich wieder mehr davon. Das macht Spaß, auch wenn ich nicht die geringste Chance darauf habe, vorne mitzufahren. Ein Powermeter wäre jetzt das optimale Werkzeug, um ein geplantes, gesteuertes und hoffentlich sogar effizientes Training anzufangen. Außerdem ist es ein neues Technikspielzeug, und Männer spielen nun mal gerne. Radsportler anscheinend ganz besonders.

Meine Bauchschmerzen dabei sind: Verliere ich damit den Spaß am Radfahren? Ziehe ich ein Training überhaupt durch?




Hi Axel

ich kann dich bei deinem Vorhaben nur aufmuntern ein Leistungsmesser zu kaufen.
Ich selber habe bis vor 2 Jahren Triathlon gemacht und ermutigt durch einen Kollegen mir damals auch ein Wattmessgerät gekauf.
Das war für mich absolut lohnenswert weil das Training dadurch endlich mal "Struktur" bekommen hat. Ich bin dann nicht einfach nur durch die Gegend gegurkt, sondern habe verschiedene Trainingspläne damit abgearbeitet. Das hat mir dann wahnsinnig spass gemacht. Dadurch waren die Radausfahren auch kurzweiliger. Ich würde mir so ein Teil auf jeden Fall wieder kaufen. Verbunden mit der Richtigen Auswertesoftware ist es dann auch interessant zu sehen wie man sichr steigern kann ;)
Also, von mir ein klares "Daumen hoch"

Jetzt sollten wir aber den Thread nicht "Zweckentfremden"


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RE: HFT (nach Christian Zippel)

#20 von carpi_flexor_radialis , 13.08.2016 10:03

Guten Morgen,

danke für die vielen guten Ratschläge.
Manchmal fokussiere ich mich zu sehr auf die Details statt auf das Wesentliche. Es dreht sich dann alles nur noch darum, mein Tun so zu perfektionieren, dass ich auch Erfolge sehe. Das Training macht mir mit HFT wieder mehr Spass als vorher. Es ist es ja nicht so, dass ich mich schinde, ich ärgere mich nur wenn ich hinterher plötzlich feststelle, dass ich einiges hätte besser machen können oder mich selbst ausgebremst habe und ich es zu spät bemerke. Doch Wissen und zuviel Nachdenken können auch handlungsunfähig machen.
Ich muss zugeben, dass es in meinem Alltag auch viel nur noch um Training und Ernährung geht, auch wenn ich keine Profi-Sportlerin bin.

Zitat von Axel im Beitrag #15

- eine Chance auf einen Erfolg, durch den man weithin wahrgenommen wird, haben nur jene, die eine für ihren Sport passende genetische Ausstattung mitbringen; ganze Industrien beschäftigen sich damit, genau diese Kandidaten schon im Kindesalter zu finden
- meine persönliche Überzeugung ist, dass jeder professionelle Sportler, der den Wettkampferfolg braucht, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, in mehr oder weniger großem Umfang zu verbotenen oder mindestens zweifelhaften Mitteln und Substanzen greift, um diesen seinen Lebensunterhalt aufrecht zu erhalten
-Basierend darauf halte ich den üblichen, meist sogar reflexartigen Vergleich mit den Aushängeschildern unserer Lieblingssportarten für geradezu schädlich. Mir geht's genauso, natürlich schaue ich auch auf "meine Helden" in meiner Lieblingssportart. Aber wie sinnvoll oder zielführend ist es für mich, mich an ihnen zu messen?


danke für die ernüchternden Worte. Ich bin weder dazu bereit, bestimmte Substanzen zu nehmen noch hatte ich das Glück, sportliche Eltern oder eine vorteilhafte Ausstattung zu haben. Dann muss ich eben doppelt kämpfen um an meine Ziele zu kommen.
Wenn man sich an Vorbildern misst und dabei vielleicht etwas für den eigenen Weg zum Erfolg herausziehen kann, durchaus sinnvoll. Oder wenn es einem weiterbringt, aus ihren Fehlern mitlernen zu können. Aber ja, die sieht man ja nie. Wenn es einem aber immer wieder vor Augen führt, wie schlecht man selbst ist, sind Vergleiche so verletzend und hinderlich.

Zitat von Chris (edubily) im Beitrag #16

Ich glaube, viele Sportsmänner haben den Drang, das Maximale aus sich herauszuholen und - eventuell - auch mal ein "Großer" zu werden. Das dürfte eine der grundlegenden Motivationen überhaupt sein, oft auch, weil das Ego gerne mit spielt.

Wenn man selbst aber mal ziemlich weit oben war oder aufgrund anderer Ereignisse ein paar Kernelemente (die du z. T. hier genannt hast) realisiert, findet ein Umdenken statt.

Wir leben nun mal im Instagram-Zeitalter, wo wir im Grunde genommen immer nur die Peaks eines Lebens sehen. Profi-Sportler sind vielleicht enorm gut in dieser einen Disziplin, aber der Rest des Lebens leidet oft darunter. Nicht selten, weil Profi-Sportler mehr "Sinn" darin sehen, ihren Sport intensiv zu betreiben, als sich beispielsweise um ein "normales Leben" mit Frau, Kind, Alltag und Co. zu bemühen. Doch selbst wenn die Bemühungen da sind, ein "normales" Leben zu führen, so ist das oft gar nicht möglich, weil, wie du richtig sagst, das Leben eines Profis eben auf den Sport ausgerichtet ist, mit allem drumherum.

Ein Leben "in der ersten Reihe" (egal, in welchem Lebensbereich) sieht zwar gut aus, ist aber nicht konform mit normalen menschlichen Bedürfnissen - das fängt mit der Unzufriedenheit der (Ehe-)Frau an.

Im Grunde muss jeder (ehrgeizige) Sportler irgendwann einmal darüber nachdenken, ob er lieber ein "All-Rounder" sein will, jemand, der körperlich fit ist, aber insgesamt ein ausgeglichenes Leben führt, oder ein Sport-Extremiker, der alles dem Sport unterordnet.


Wahre Worte, dem kann ich nichts mehr hinzufügen. Ich versuchte schon öfters, Training und Ernährung spielerischer anzugehen, doch verfalle wieder in alte Muster und verkrampfe mich, statt loszulassen und mich zu freuen. Der Entscheidung, ob 'All-Rounder' oder 'Extremiker', bin ich bis jetzt aus dem Weg gegangen. Ich glaube auch, dass hier die Grenzen verschwommen sind und die Schere für jeden anders ausschaut, je nach dem wo man sich selbst gerade befindet. Ich bin für den moderaten Mittelweg. Ich will am Training wachsen, besser werden und schauen, wie weit ich gehen kann (das Ego )! Dass ich Freunde, Familie und zu viel Freizeit verliere, werde ich nicht zulassen, dafür sind sie mir zu wichtig.


 
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RE: HFT (nach Christian Zippel)

#21 von ginandjuice , 13.08.2016 10:55

Gibt es wissenschaftliche Daten zu einem HFT-Training im vergleich einem nieder-frequenten Training in Abhängigkeit des Gesamtvolumens? Denn es gibt ja auch Studien, die 1 GK-mit 3 GK Einheiten vergleichen und zu dem Schluss kommen, dass sie beide ähnlich effektiv sind, wenn das Gesamtvolumen das selbe ist.


" Machs einfach, aber machs einfach!"


 
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RE: HFT (nach Christian Zippel)

#22 von carpi_flexor_radialis , 15.08.2016 09:04

Zitat von ginandjuice im Beitrag #21
Gibt es wissenschaftliche Daten zu einem HFT-Training im vergleich einem nieder-frequenten Training in Abhängigkeit des Gesamtvolumens? Denn es gibt ja auch Studien, die 1 GK-mit 3 GK Einheiten vergleichen und zu dem Schluss kommen, dass sie beide ähnlich effektiv sind, wenn das Gesamtvolumen das selbe ist.


Bis jetzt bin ich noch nicht fündig geworden (google) und das Buch ist gerade ausgeliehen.
Ich bitte Dich um etwas Geduld, bis ich es zurückbekomme. :-)


 
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