Aminosäurenanalyse im 24h/Urin

#1 von nick , 06.07.2016 07:43

Hallo,

ich habe vor einer Weile u.a. eine Aminosäurenanalyse machen lassen und bin mir nicht sicher, was ich vom Ergebnis halten soll. Folgende Werte waren außerhalb des Referenzbereichs:

..............................µmol/24h.....Referenzbereich µmol/24h
Threonin..................52...............80 - 450
Serin........................13...............130 - 710
Asparagin.................18...............65 - 450
Glutaminsäure.........119..............10 - 75
Glutamin...................89...............95 - 550
Valin.........................8................10 - 55
Methionin................<5...............10 - 60
Isoleucin..................<5...............5 - 70
Leucin......................5...............10 - 90
Tyrosin.....................28...............40 - 220
Phenylalanin..............24...............30 - 140
y-Aminobuttersäure...60...............0 - 10
Ornithin...................<5...............5 - 60
Lysin........................50...............75 - 710
Histidin....................258..............280 - 2100
Tryptophan...............13...............30 - 140
Carnosin...................40...............0 – 20

Die meisten anderen Ergebnisse bewegten sich auch eher am unteren Grenzwert.

Ein kleiner Auszug aus der dazugehörigen Auswertung (stellenweise etwas holprig, da nicht aus einem deutschen Labor):

„...Es besteht ein Magnesiummangel. Die Umsetzung von Ethanolamin (hoch-normal) in Phosphoethanolamin (niedrig-normal) findet ungenügend statt. Diese Umsetzung, die Phosphorylierung, ist magnesiumabhängig. Auch andere Phosphorylierungen finden in verringertem Maße statt, so die Umwandlung der Vitamine B1, B2 und B6 in die aktiven Komponenten. Auch der Mangel an der aktiven Form von Vitamin B6 (Pyridoxal-5- Phosphat) kommt anderweitig vor. Auch das niedrige Cystathionin deutet auf einen Magnesiummangel hin.“...

In ähnlicher Form begründet (auf gut zwei Seiten) sollen Mängel an Zink, Vit. B3, B6 (als P5P), Folsäure, Blutzuckerschwankungen und herabgesetzte Eiweißverdauung vorliegen.

Meine Fragen:
Wie aussagefähig sind Aminosäureanalysen überhaupt, bzw. gibt es diesbezüglich Unterschiede zwischen Blut- und Urinuntersuchungen?

Sind solche Interpretationen der Ergebnisse schlüssig? Als Laie kann ich das gar nicht beurteilen, dazu verstehe ich zu wenig von den biochemischen Zusammenhängen.

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RE: Aminosäurenanalyse im 24h/Urin

#2 von phil , 06.07.2016 09:52

Zur Messgenauigkeit der angewandten Methode und möglichen fehlerhaftne Ergebnissen kann ich nichts genaues sagen. Generell kommt sowas immer mal vor.

Wenn dein "Gesundheitsbild" sich mit den Ergebnissen deckt, würde ich davon ausgehen das sie zutreffend sind. Das sieht ja teilweise mau aus.

Magnesium wäre relativ einfach und sicher zu ergänzen. Da kann man nicht viel falsch machen. Warum zweifelst du die Ergebnisse an?


 
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RE: Aminosäurenanalyse im 24h/Urin

#3 von nick , 06.07.2016 20:58

Hallo phil,

wahrscheinlich gehe ich wegen negativer Erfahrungen mittlerweile aus Reflex erst mal auf Abwehrposition und will es dann genau wissen, bevor ich mich auf etwas Neues einlasse. In der Therapieempfehlung stand auch etwas von einem Präparat aus Nebennierenextrakt, das hört sich für mich ein wenig schräg an.

An meinem Gesundheitsbild würde ich gern einiges verbessern. Aber so schlecht, wie mir der Blick auf dieses Aminogramm erscheint, geht es mir nicht. Sprich: ich fahre mit dem Rad zur Arbeit, wirbel dort den ganzen Tag herum und fahre wieder heim. Danach ist der Tag eher gelaufen, was ich bisher aber an Stresspegel und Arbeitspensum festmache und nicht ungewöhnlich finde. Aber vielleicht pfeiffe ich auch auf dem letzten Loch und habe es noch nicht gemerkt? Dann würde ich natürlich lieber vorher eingreifen und etwas tun und nicht abwarten, bis nix mehr geht. Aber sinnvoll und für mich nachvollziehbar.

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RE: Aminosäurenanalyse im 24h/Urin

#4 von nick , 08.07.2016 11:02

Ich habe jetzt beim Hausarzt die Blutwerte erfragt, wurden in etwa im gleichen Zeitraum abgenommen. Hatte bisher nur die Aussage „alles in Ordnung“, aber die Referenzwerte des Labors sind natürlich andere als z.B. Strunz´sche Ziele.

Calcium......................2,33 mmol/l
Eisen.........................69 µg/dl
Ferritin......................42 µg/l
Magnesium.................0,84 mmol/l
Selen.........................88 µg/l
Zink...........................0,76 mg/l
Folsäure.....................15,4 mmol/l (= 6,791 µg/l)
Vitamin B6..................22,2 µg/l
VitaminB12..................387 pg/ml
25-OH-Vitamin D...........30 ng/ml

Dann stellt sich mir noch eine Frage zum Vitamin B6. In der Aminosäurenanalyse ist immer die Rede von der aktiven Form. („Es besteht ein ernsthafter Mangel an Pyridoxal-5'-Phosphat.“)

Welche Form wird denn üblicherweise für die Bestimmung von Vit. B6 herangezogen? Bedeutet das ggfs., dass der Blutwert von Vit. B6 normal sein könnte, obwohl (oder gerade weil?) der Körper mit P5P im Mangel ist?


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RE: Aminosäurenanalyse im 24h/Urin

#5 von Laborant , 08.07.2016 11:46

Ohne die auf dem Laborblatt angegebenen Referenzwerte wird eine Aussage schwierig..


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RE: Aminosäurenanalyse im 24h/Urin

#6 von nick , 11.07.2016 11:03

Hallo Laborant,

das lässt sich nachholen.

Calcium 2,33mmol/l (2,15-2,5mmol/l)
Eisen 69µg/dl (37-145µg/dl)
Ferritin 42µg/l (13-159µg/l)
Magnesium 0,84mmol/l (0,66-1,07mmol/l)
Selen 88µg/l (47-118µg/l)
Zink 0,76mg/l (0,6-1,2mg/l)
Folsäure 15,4mmol/l (10,4-424mmol/l)
Vitamin B6 22,2µg/l (7-30µg/l)
VitaminB12 387pg/ml (197-771pg/ml)
25-OH-Vitamin D 30ng/ml (20-40ng/ml)

Nach den Referrenzwerten des Labores hat der Hausarzt natürlich recht, alles ist im Normbereich. Was mich wieder zu der Frage führt, wie realistisch die Aussagen aus dem Befund der Aminosäurenanalyse sind. Auch in diesem Forum habe ich mittlerweile - zumindest was die Aminosäurewerte angeht - gelesen, dass die Ergebnisse nur ein sehr temporäres Abbild geben. Sprich, es macht schon einen Unterschied, ob man morgens gefrühstückt hat oder nüchtern zu Blutabnahme geht. Inwiefern das nun auch auf Urinanalysen zutrifft, weiß ich nicht.

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