Schadstoffe in Bodenbelägen

#1 von southpaw , 15.06.2016 12:01

Hi,

da ich mich z. Z. in der Planung eines neues Eigenheims befinde, kam nun das Thema Bodenbeläge auf.

Vorgeschlagen wurde mir das sogenannte Domestic, das ich auch schon in Wohnungen von Bekannten begutachten durfte.

Oberflächliches Fazit: Schick, pflegeleicht, recht günstig, fußwarm.

Da ich eigentlich kein Plastik-Fan bin und auch versuche es im Alltag zu meiden, bin ich jedoch ein wenig skeptisch.

Hat jemand diesbezüglich Erfahrungswerte? Vllt auch generell zum Thema Neubau und Vermeidung von Schadstoffquellen im späteren Lebensraum?


 
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RE: Schadstoffe in Bodenbelägen

#2 von Zopiclon , 15.06.2016 14:07

Hey
Domestic ist PVC, PolyVinylChlorid. Das wird aus guten Gründen schon lange nicht mehr im öffentlichen Sektor verbaut. Hier ist nicht nur die Brandlast maßgeblich. Und außerdem viel zu teuer.
Die PolyUrethan Oberflächenvergütung ist sehr dünn und mechanisch darum nicht lange haltbar, aber Mechanische Zerastörung ist durch die Grantie nicht abgedeckt. Daraus entsteht in Zukunft ein Reinigungs und Pflegeproblem, womit selbst die meisten " Profis" nicht umgehen können - oder aber der Preis zur restaurierung nahe an einen neuen Bodenbelag heranreicht.

Als ähnlicher Bodenbelag gilt Linoleum, komplett Natur: Juterücken, Holz, Leim, Farbstoff und ebenfalls eine Oberflächenvergütung wie bei PVC. Etwas höherer Pflegeaufwand als PVC bei ähnlicher "Lebenszeit"

Mein TIP: Kautschukboden, weil ähnliche Optik wie bei erst genannten. Keine Oberflächenvergütung notwendig, da er sich selbst nachfettet. Somit ist auch der Reinigungsaufwand minimal.

Bei der Verlegung auf Schadstoffe im Kleber achten.


Holz oder Kork ist keine Alternative?
Oder ein mineralischer Fußbodenbelag ohne Fugen, Beton Ciré (Fußbodenheizung)? Aber auch hier ist eine Oberflächenvergütung nötig, Der angebliche Stand der Technik ist auch hier PU. Natürliche Öle sind aber möglich. Oder Hydrophobierungen oder oder oder
Als Optimum erachte ich im mineralischen Bereich den echten Terazzo, also Kalk - gut fürs Wohnklima und auch Fugenlos. auf keinen Fall diesem schnellabbindenden neuartigen möchtegern Terazzo auf Aspahlt Basis.



Gruss


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RE: Schadstoffe in Bodenbelägen

#3 von Wirbelwind , 15.06.2016 14:21

Hi Southpaw,

ich schließe mich weitgehend den Ausführungen von Zopi an. PVC und gesundes Wohnklima schließen sich aus.
In dem Zeug können flüchtige organische Kohlenwasserstoffe sein, z. B. Styrol oder Benzol. Die sind gesundheitsschädlich, weil sie das Immunsystem schädigen und diverse Krankheiten auslösen können.
Die Kleber sind auch oft genauso schlecht.

Ich selbst habe nach langem suchen bei mir Kork verlegen lassen. Ein Naturprodukt aus Korkeiche. Warm im Winter, angenehm auch barfuß und dämpft Trittschall. Auf umweltfreundlichem Kleber achten, ohne Lösungsmittel. Versiegelung diffusionsoffen auf Naturbasis.

Hier ein link, der die Alternativen als Tabelle anzeigt (runterscrollen):
http://www.baumarkt.de/nxs/304///baumark...undheitsrisiken

Good luck!


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RE: Schadstoffe in Bodenbelägen

#4 von southpaw , 16.06.2016 09:15

Wow, da steckt wie vermutet doch wohl einiges mehr dahinter. Danke euch beiden!

Generell bin ich für alles offen - Fliesen oder Parkett z. B.

Fußbodenheizung wird es in der gesamten Wohnung geben.


 
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RE: Schadstoffe in Bodenbelägen

#5 von southpaw , 23.06.2016 18:12

Je mehr ich lese, desto weniger kommt PVC/Domestic für mich in Frage - auch wenn Bauträger und Händler davon "schwärmen". Kommt halt auf die jeweiligen Prioritäten an. Weichmacher und Schwermetalle möchte ich jedenfalls nicht in meiner Umgebung haben.

Werde wenn es so weit ist mal nach Preisen/Varianten von Echtholz, Kork, Fliesen, Kautschuk, Linoleum oder Kalk fragen - natürlich in jedem Fall ohne PU-Versiegelung, Lösungsmittel und Co.

Gar nicht so einfach das Ganze. :x


 
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