Ray Peat - Omega3

#1 von MGhell , 29.05.2016 20:37

Chris,

wie ist Deine Sicht der Dinge bzgl. Ray Peats absolut ablehnender Haltung gegenüber PUFAS, insbesondere Omega3 (DHA, EPA)? Da wohl viele Edubily Leser Omega3 zu sich nehmen, wäre vielleicht ein Artikel über dieses Thema interessant......

Ich zitiere mal Mr. Peat:

In declaring EPA and DHA to be safe, the FDA neglected to evaluate their antithyroid, immunosuppressive, lipid peroxidative (Song et al., 2000), light sensitizing, and antimitochondrial effects, their depression of glucose oxidation (Delarue et al., 2003), and their contribution to metastatic cancer (Klieveri, et al., 2000), lipofuscinosis and liver damage, among other problems.

Nach Peat hätten EPA und DHA also in erster Linie negative Effekte wie: Immunsuppression, negativ Auswirkungen auf die Schilddrüse sowie Mitochondrien, Unterdrückung der Glukose Oxidation, Förderung von Metastasen, Leberschäden, etc.

So vermitteln z.B. die Seiten von Dr. Retzek, welche ich regelmässig lese, ein ganz anderes Bild:

http://www.homeopathy.at/omega-3/
http://www.homeopathy.at/studien-zu-omega-3/
http://www.homeopathy.at/fischoel-zur-krebs-therapie/
http://www.homeopathy.at/omega-3-bringt-...ebs-in-ordnung/

Omega3 nehme ich im Moment 2g täglich zusammen mit Vit E und Astaxanthin, da ich mir der Oxidationproblematik bewusst bin. Dennoch ist es das einzige Supplement, bei dem ich mir immer noch nicht ganz sicher bin ob ich mir etwas Gutes tue.



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RE: Ray Peat - Omega3

#2 von Chris (edubily) , 29.05.2016 20:54

Wie immer gilt, dass man solche Aussagen nicht durch drei Sätze bestätigen oder widerlegen kann. Dazu müsste man umfassend recherchieren und eine wissenschaftliche Abhandlung schreiben.

Generell bin ich bei Peat, wenn es um die Menge der PUFA geht. Ich bin auch ein Freund der PUFA-Ratio. Was bedeutet: Ist die n6-Zufuhr niedrig, muss auch die n3-Zufuhr nicht hoch sein. Dadurch kann man die Gesamt-PUFA-Zufuhr schön niedrig halten.

Meines Erachtens spielen auch die Quellen und der Kontext gewisse Rollen - gerade bzgl. letzterem: wie immer. Mit Quellen meine ich: Eine handvoll Nüsse sollte klar gehen, das Nutzen vieler Pflanzenöle (mit hohem n6-Anteil) eher nicht.

Zur Schilddrüse: Da gibt es durchaus Arbeiten, die das Gegenteil zeigen. Ich denke, es gibt da viel wichtigere Faktoren.
Zum Immunsystem: Fischöl wirkt m. E. modulierend. Es kann Immunreaktionen ausbremsen, aber es kann auf manche "Abteilungen" des Immunsystems auch stimulierend wirken.
Zur Lipidoxidation: Ja, stimmt. Aber insb. DHA können auch als Radikalfänger fungieren. Kann man z. B. am Rattenhirn testen, wenn man DHA gibt.
Zu Mitochondrien: Ja und nein. Nein, weil Signalwege angeschaltet werden können, die der mitochondrialen Atmung dienen, ja, weil ein hoher PUFA-Anteil die Mito-Membran "löchrig" macht und die Energiegewinnung somit ineffizienter.
Unterdrückung der Glukose-Oxidation: Ja und nein. Ja, weil reziprok dazu der Fettstoffwechsel bzw. die Fettsäureoxidation ansteigt (via Signalwege, oben erwähnt) und nein, weil Fischöl die Glukose-Toleranz z. B. via Membranfluidität verbessern kann.
Förderung von Metastasen: Gilt sicher für einige Tumore, für andere nicht.

Man muss immer ein bisschen aufpassen, wie stark man einzelne Punkte gewichtet, wie "stark" sie im Gesamtkontext zu sehen sind und, ganz wichtig, wie der eigene Kontext dazu ist.

Allgemein glaube ich, dass DHA sehr viele positive Eigenschaften hat. Wie alles andere auch, gibt es - gerade bei höheren Dosierungen - eben auch Nachteile. Grundsätzlich würde ich dieses Thema so handhaben, wie alle anderen Themen, die mit Mikronährstoffen zu tun haben, auch: Gerade so viel zuführen, dass alle Prozesse optimal laufen, bei Bedarf (z. B. Therapie) auch gerne mehr, wenn es für das jeweilige "Problem" in Frage kommt.

Ich persönlich handhabe das so: Entweder DHA in Reinform (500 mg bis 2 g) oder 2-3 x pro Woche Hering. Bin aber im Allgemeinen auch nicht so Fischöl- oder PUFA-fokussiert.


Wir zeigen Möglichkeiten, nicht die Lösung.


 
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RE: Ray Peat - Omega3

#3 von MGhell , 13.08.2017 08:32

Ja, ja...das Omega3 Dauerthema :-)

Ich denke, dass - wie Chris im heutigen Artikel schreibt - neben Vit E insbesondere auch Astaxanthin zur Vermeidung von Lipidperoxidation sehr wichtig ist. Siehe:

Lipidperoxidation



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RE: Ray Peat - Omega3

#4 von kurtextrem , 13.08.2017 09:06

Was wäre, wenn man Omega 3 mit Vit E mit Omega 3 ohne kombiniert?
Also paar Kapseln von Hersteller A, paar von B um auf eine gewisse Summe zu kommen (gleichzeitig).


 
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RE: Ray Peat - Omega3

#5 von Chris (edubily) , 13.08.2017 18:03

Kommt drauf an, ob der Vitamin-E-Gehalt der Kapseln A so gewählt ist, dass es nur für diese Menge schützend wirkt oder ob noch mehr Spielraum da ist. Oft eher Ersteres der Fall.


Chris Michalk


 
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RE: Ray Peat - Omega3

#6 von kempi , 14.08.2017 13:19

Zitat von MGhell im Beitrag #3
Ja, ja...das Omega3 Dauerthema :-)

Ich denke, dass - wie Chris im heutigen Artikel schreibt - neben Vit E insbesondere auch Astaxanthin zur Vermeidung von Lipidperoxidation sehr wichtig ist. Siehe:

Lipidperoxidation


Du meinst wohl Selen?! ;-)

"Selen und Vitamin E können sich in ihrer Wirkung substituieren [10]. Ist die Versorgung mit Vitamin E gut, kann es bei einem Mangel an Selen im Cytosol entstehende Sauerstoffradikale abfangen und die Membran vor oxidativen Schäden bewahren [17]. Umgekehrt ist die selenhaltige Glutathionperoxidase bei ausreichender Selenzufuhr in der Lage, einen Mangel an Vitamin E zu kompensieren, indem sie ebenfalls die Peroxide im Cytoplasma beseitigt und dadurch die Membranen vor Lipidperoxidation schützt"


 
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RE: Ray Peat - Omega3

#7 von a_time , 23.08.2017 14:42

Hi,

ich komme nach 2-3 Kapseln Omega3 auch in das erwähnte "MIttagstief", von dem Chris in dem Artikel gesprochen hat. Normalerweise nehme ich zum Mittagessen folgende Dinge ein:

2-3 Kapsel Omega3
manchmal 25mg Zink
1 Kap. Multivitamin
1. Tab. Chrompicolinat
5000 IE Vit-D

Mittags gegen 12 Uhr ist meine erste Mahlzeit. Nach der Einnahme werde ich richtig müde und unkonzentriert. Desweiteren habe ich gemerkt, dass, wenn ich nur eine Multivitaminkapsel einnehme, Kopfschmerzen bekomme. Bei reinem Vitamin-C werden die Kopfschmerzen noch stärker.

Soll ich Omega3 und Multivitamin vor dem Schlafengehen mit Magnesium und Zink nehmen, da ich ja dann sowieso ins Bett gehe?

Danke!


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