Quecksilber

#1 von Mike , 02.10.2014 17:42

Hallo Zusammen,

auch wenn wir uns hier richtigerweise hier viel mit „Frohwerten“ beschäftigen, habe ich auch mal meinen Quecksilber-Wert Ende 2012 im Blut bestimmen lassen:

4,6 ug/l (Referenz: < 2,0 ug/l) (Kosten: ca. 23 EUR / für Blut oder Urin)

Aussagen wie „Je höher der Spiegel im Blut, desto mehr Quecksilber scheidet der Körper aus. Dieses Verteilungsgleichgewicht verhindere, dass sich Quecksilber im Körper gesunder Menschen langfristig anreichere.“ kann ich nicht bestätigten. Meine Ausscheidung über Urin war sehr gering.

Als primäre Quelle habe ich bei mir damals Amalgam-Füllungen ausgemacht und die damit einhergehende fortlaufende Abgabe von kleinen Dosen Quecksilbers (u. a. durch Alter, Abrieb, Galvanische Mundströme).

Da Amalgam /Quecksilber äußerst giftig ist und mit diversen Symptomen und Krankheiten in Verbindung steht (und sich z. B. auch in messbaren Werten wie einer hohen oxidativen Belastung niederschlagen, oder Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion! sein kann), habe ich zur Verringerung meiner Belastung bzw. Beschränkung der Aufnahme meine Amalgam-Füllungen unter einer Reihe von Sicherheitsmaßnahmen (welche die meisten Zahnärzte nicht anbieten) entfernen lassen: Kofferdam, spezielle Absaugkanüle, Sauerstoffbeatmung, Spezialbohrer, niedrige Drehzahl, Aushebeln, nach dem Ausbohren Mund spülen mit Natriumthiosulfat // Aktivkohle-Drink.

Anschließend habe ich folgende weitere Methoden aufgegriffen:
• DMSA / Alpha-Liponsäure (Protokoll von Andy Cutler)
• DMPS (auf Rezept vom Hausarzt in deutscher Apotheke geholt): Mobilisationstest sowie Ausleitung über Urin kontrolliert…
• Steigerung des Selen-Spiegels (bindet Quecksilber und HG wird damit wohl biologisch wirkungslos)
• Steigerung des Glutathion-Spiegels
• …

Weitere mögliche Stichworte: Chlorella, Natrium-Bentonit, …

Mein aktueller Wert liegt nun (trotz signifikanter Ausweitung des Fisch/-öl-konsums) bei:
0,2 ug/l (Referenz: < 2,0 ug/l)

Hinweis zur Interpretation der Werte: Es soll keine Korrelation zwischen den Quecksilber-Mengen in Blut oder Urin und den Mengen im Körpergewebe bestehen. D. h. normale Blut- oder Urintests sind nur wenig aussagekräftig und wenn die Neuaufnahme von Quecksilber gestoppt wird, hat nach ein paar Monaten Quecksilber im Blut „normale“ Werte angenommen, da es sich in den Organen, Fettgewebe und Gehirn abgesetzt hat … (Penetrationstests weisen bzw. Autopsien (von Gehirn, Niere, Schilddrüse:) ) zeigen eine evtl. Quecksilberbelastung eher an)...

Gruß Mike


Mike  
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RE: Quecksilber

#2 von Markus , 07.10.2014 09:19

Hallo Mike,

mal eine generelle Anmerkung zu Quecksilber, Vergfitungen und meinemm bisherigen Verständis zu diesem Komplex:


Quecksilber wird dadurch giftig indem es eine viel höhee Bindungsaffiittät (5 bis 6 Größenordnungen!) als Selen an den selenhaltigen Enzymen besitzt. Dadurch fallen etwa Enzyme für die Schilddrüse (Deiodinase) und vor allem auch Glutathion (Glutathion-Reduktase, für das Recycling des wichigsten körpereigenen Antioxidanz. Und das G. ist auch die Cystein-Reserve des Körpers!) oder Thioredoxin Reductase (Mitochondrialer ROS-Streß) ziemlich flach, da diese mit Hg anstatt Se am Funktionsarm schlicht funktionsunfähig werden. Und somit der ROS-Streß und niedrige T3-Hormonspiegel sich voll und ganz entfalten können....das sollte man erstmal verstanden haben.

Ganz besonders wichtig ist daher bei Belastung nicht nur eine Ausleitung des Q. sondern auch gleichzeitig eine hohe Ergänzung mit Selen!

Und bei Fisch ist wnniger ein hoher Q.-Gehalt schädlich ,sondern ein zu niedriges Ratio von Selen/Quecksilber:
http://chriskresser.com/is-eating-fish-s...not-eating-fish


PS: Sehr interessant in diesem Zusammehnag ist ein Paper von Bruce N. Ames, der die Triage von Enzymen bei Selenmangel als einen Faktor des Alterns beschreibt:

http://www.fasebj.org/content/25/6/1793.short
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1693790/

PPS: der Traumwert bei Se dürfte bei knapp unter oder über 200 mcg/l liegen.


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RE: Quecksilber

#3 von Chris (edubily) , 07.10.2014 09:36

Zitat
PPS: der Traumwert bei Se dürfte bei knapp unter oder über 200 mcg/l liegen.



Ohje, sage das nicht so laut in der Öffentlichkeit :-)


 
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RE: Quecksilber

#4 von Markus , 07.10.2014 20:05

Ähhm., jetzt stehe ich auf dem Schlauch. Wie meinst du das?


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RE: Quecksilber

#5 von Harry ( Gast ) , 08.10.2014 10:45

Vermutlich wegen der üblichen Grenzwerte - laut meinem letzten Laborblatt sollen die Selenwerte zwischen 50 und 120 µg/l liegen, mit 200 wäre man weit darüber...


Harry

RE: Quecksilber

#6 von Markus , 08.10.2014 11:26

Ja und wie wird der Referenzwert bestimmt? Mittelwert, angenommene Standardverteilung mit 2 sigma. Also 95% aller Messwerte liegen im Referenzbreich, 2,5% drüber. Und 2.5% drunter.

Das sagt erstmal nichts darüber auus, ob dieser Bereich gut oder schlecht ist. Sondern eher nur, wie gut in diesem Falle die Deutschen auf ihrem eigenen Boden mit Selen versorgt sind. Dass letzeres schlecht ist weiss jeder, der sich mal damit beschäftigt hat. Und dass der Bedarf (vor allem bei Krebsschutz) deutlich höher liegt als unsere zentraleuropäischen Böden es hergeben ebenfalls.

Und dass die Japaner, Brasilianer oder Italiener mit doppelt so hohen Referenzwerten darüber nur lachen können ist ja auch kein Geheimis. Nur der deutsche Allgemeinmediziner lässt bei 200mcg/l seine Stirn in Sorgenfalten legen und murmelt was von "Selenvergiftung"...dabei versterben 25% seiner Patienten an Krebs; das ist dumm und muss nicht sein, das ist aber halt so.

Bei mir reichen 200mgc Selen am tag gerade mal für 140mcg/l im Serum, der durschnittliche Pommes&Pasta-Deutsche kommt laut NVS gerade mal auf 70mcg Selen....ich bin daher aktuell auf 300mcg hoch gegangen. Ach ja, jeweils mit viel Kokosmilch, Fisch und Paranüssen, den selenreichsten Nahrungsmitteln übeerhaupt.


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RE: Quecksilber

#7 von Chris (edubily) , 08.10.2014 11:36

Zitat von Markus im Beitrag #4
Ähhm., jetzt stehe ich auf dem Schlauch. Wie meinst du das?


Na weil die landläufige Meinung ist, dass es dich umbringt :-)

Und: Ich traue den 'selenreichen' Nahrungsmitteln schon lange nicht mehr.



 
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RE: Quecksilber

#8 von Markus , 08.10.2014 19:51

Wo wir gerade bei Selen sind, hier eine interessnte Beobachtung. Könnte einem eventuell sogar das Leben retten:



The role of selenium in reducing the risk of being infected by Ebola Hemorrhagic Fever virus in not immediately obvious. It took the brilliant research of Dr. Will Taylor to elucidate that the Ebola virus encodes selenium compounds for reproduction and that it steals the required selenium from its host. The transfer of this “theoretical” knowledge from Dr. Taylor’s laboratory to actual practice in the emergency clinic appears to have spearheaded by Dr. Jerry Brown of the ELWA2 Ebola Isolation Unit in Monrovia, Liberia.

The reason that this hemorrhagic virus in named Ebola is that it arises from a very selenium-deficient area around the Ebola River in West Africa. People living in this region are not well-nourished with the essential nutrient selenium. When the selenium-robbing Ebola virus infects someone, it lowers that person’s selenium levels to an unprecedented level resulting in hemorrhaging in most organs. This is not too unlike what happens in scurvy when the body is essentially depleted of vitamin C. Replenishing the patient with adequate selenium to prevent the hemorrhaging reduces the infection to that or a routine viral infection.

In review, here are the main facts:


· The Ebola region is selenium-depleted.
· Inhabitants are normally low in selenium to begin with.
· Ebola virus requires huge amounts of selenium to replicate. (Discovered by Dr. Will Taylor)
· The Ebola virus robs selenium from the infected person’s body stores of selenium.
· This results in the patient becoming unprecedentedly deficient in selenium to the point of multiple organ hemorrhaging which results in death.
· Restoring the patient’s selenium reserves can stop the deadly hemorrhaging.

http://www.drpasswater.com/nutrition_lib...mentofebola.htm


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RE: Quecksilber

#9 von Mike , 09.10.2014 08:09

Hallo Markus,

Danke für die Infos.
Hilft bei der besseren Einordnung/zum Verständnis...

Gruß Mike


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RE: Quecksilber

#10 von Chris (edubily) , 09.10.2014 10:29

Markus,

das ist wirklich SEHR interessant! Allerdings frage ich mich, ob man den Virus mit zusätzlichem Selen nicht unterstützt? Ähnlich wie bei Arginin und Herpes.


 
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RE: Quecksilber

#11 von Markus , 09.10.2014 11:37

Hallo,

es fragt sich wohl, welcher Effekt überwiegt: Der Virus wächst ja so oder so rasch indem er sich das Selen bindet. Und dieses fehlt dann für andere Prozesse im Körper. Wenn der Virusbedarf gesättigt ist bleibt auch was für den Körper übrig, damit wohl auch für das Immunsystem. Und letzeres hat dann eine Chance "aufzuräumen".

In der klinischen Praxis wird Selen jedenfalls verwendet:
http://www.frontpageafricaonline.com/ind...beria-donations


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RE: Quecksilber

#12 von Markus , 11.10.2014 21:01

Noch ein Nqchtrag zu dem Thema:

Review: micronutrient selenium deficiency influences evolution of some viral infectious diseases.
Harthill, M. Geochemistry and Health International, Inc., Frederick, MD 21705-3523, USA.
Biol Trace Elem Res. 2011 Dec;143(3):1325-36. doi: 10.1007/s12011-011-8977-1. Epub 2011 Feb 12.

Abstract
Recently emerged viral infectious diseases (VIDs) include HIV/AIDS, influenzas H5N1 and 2009 H1N1, SARS, and Ebola hemorrhagic fevers. Earlier research determined metabolic oxidative stress in hosts deficient in antioxidant selenium (Se) (<1 μMol Se/L of blood) induces both impaired human host immunocompetence and rapidly mutated benign variants of RNA viruses to virulence. These viral mutations are consistent, rather than stochastic, and long-lived. When Se-deficient virus-infected hosts were supplemented with dietary Se, viral mutation rates diminished and immunocompetence improved. Herein is described the role of micronutrient Se deficiency on the evolution of some contemporary RNA viruses and their subsequent VIDs. Distinguishing cellular and biomolecular evidence for several VIDs suggests that environmental conditions conducive to chronic dietary Se deprivation could be monitored for bioindicators of incipient viral virulence and subsequent pathogenesis.


http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21318622


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RE: Quecksilber

#13 von Gyges , 12.06.2015 09:00

Hallo zusammen,

ich finde den Zusammenhang zwischen Quecksilber und Selen sehr interessant.
Ich habe einige Lebensmittelunverträglichkeiten und SIBO und mache das Programm von Markus seit einigen Woche (Serrapeptase, Grapefruitkernextrakt, Caprylsäure, Oreganoöl, Probiotika, RS, usw.),
mit dem es mir auch schon besser geht.
In einer Blutwertemessung im letzten Jahr wurde bei mir Quecksilber 3,5 ug/l (Referenzwert: <2ug/l) gemessen.
Da ich 2 (kleinere) Amalgamfüllungen habe, stelle ich mir die Frage, ob ich diese entfernen lassen sollte. Was meint Ihr dazu?
Wenn ja, worauf muss ich dabei achten? Selen vorher massiv erhöhen?
Und: Alternativen sind ja z.B. Keramik-Composites. Ist das Aluminium darin ungefährlich?
Vielen Dank für Eure Antworten und beste Grüsse
Gyges


 
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RE: Quecksilber

#14 von Markus , 12.06.2015 09:26

Hallo,

Quecksilber hattest du wo und wie gemessen? Der Goldstandard wäre eine Messung nach DMPS-Provokation, einfach so im Blut ist eher Quatsch, Haarmessung ist so lala.

Amalgamentfernung: das ist ein zweischneidiges Schwert. Lange halten tun die Dinger wirklich, funktional gesehen. Eine neue Füllung kostet auch wieder Substanz. Eine Entfernung belastet kurzfristig, langfristig wird es aber für den Rest deiner Körpers ein Segen sein. Die Verwendung eines Kofferdams sowie einer Quecksilberdampf-Absaugung ist dabei das absolute Minimum. Ich würde mind. vier Zahnis fragen wie sie die Entfernung handhaben und deren Aussagen hiermit vergleichen:

http://www.sichere-amalgamentfernung.de/schutzmassnahmen/

Wenn du dich damit nicht gut fühlst oder niedergebüpgelt wirst "Das machen wir schon immer so, kein Problem", dann suche weiter! Zahnis gibt es wie Sand am Meer...

Zur Ausleitung von bestehendem Hg, das ist eine Wissenschaft für sich, google nach Dr. Klinghardt. Allgemein: Selen und Cystein (für Glutathion), Alphaliponsäure sowie Chlorella und Bärlauch und Korianderextrakt (für die Mobilisierung organischen Methyl-Queckssilbers aus den Geweben und die anschließende Ausscheidung) sollten zeitlich gut getimt eingeommen werden, das ist genau so wichtig wie deren Dosis, sonst verteilt du das Quecksilber nur, im schlimmsten Falle von den Geweben aus in Richtung Hirn.

Aluminium ist das kleinere Übel, das du mit Hilfe von Glutathiion viel einfacher unter Kontrolle halten kannst. Wenn für die Optik Gold anstatt Silber (Amalgam) dir gefällt, wären auch Gold-Inlays Mittel der Wahl. Egal was es werden wird, frage aber vorher deinen Arzt und lass es dir schriflich geben, welche Metalle und Hilfsmittel (Anätzen, Kleber...) er verwendet und welche Chemikalien alles enthalten sind. Mach dich vorher schlau! Wird deinem Arzt nicht gefallen und er wird sowas noch nicht gehört haben- aber es ist dein Körper, der damit klarkommen muss. Wenn du einer kinesiologischen Testung all dieser Materialen nicht abgeneigt bist (selber habe ich keine Meinung dazu), dann mache das vorher.


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RE: Quecksilber

#15 von Gyges , 13.06.2015 18:05

Hi Markus,

ich habe das im Medizinischen Versorgungszentrum für Laboratoriumsmedizin und Mikrobiologie in Würzburg messen lassen.
Das war eine einfache Blutmessung. Angabe: "Quecksilber i.B. 3.5 ug/l".

Dann werde ich das wohl mal nach DMPS-Provokation messen lassen und Zahnärzte konsultieren.

Vielen Dank für Deine Tipps!

Beste Grüsse
Gyges


 
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