RE: Verdauungsprobleme seit Monaten

#31 von wmuees , 19.05.2016 10:46

Sich damit zufrieden geben, dass Heliobacter zurückgedrängt wird und keine Symptome mehr verursacht?
Wäre mir zu riskant - der Knabe steht im Verdacht, Magengeschwüre und Krebs zu verursachen.

Bei mir hat die Antibiotika-Kur geklappt. Und es war deutlich zu spüren, wie die Produktion von Magensäure zurück ging auf ein normales Maß.
Würde es deswegen wieder machen.


 
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RE: Verdauungsprobleme seit Monaten

#32 von arthich , 19.05.2016 15:18

Danke Christine für den Tipp. Ich hab mir das Autoimmunprotokoll durchgelesen und werde es jetzt durchziehen.

Aber laut dem Protokoll sind Kartoffeln und Reis nicht erlaubt. Aus welchen Quellen soll ich denn sonst meine Kohlenhydate bekommen? Ich kann ja nicht 5kg Gemüse am Tag essen. Und von Gemüse alleine mit Fisch, Fleisch und Leber werde ich nicht satt.

Und wie finde ich am Besten raus, ob ich ein bestimmtes Lebensmittel vertrage?
Ich bin diese Woche wiefolgt vorgegangen:
Hab morgens immer auf leeren Magen ein neues Gemüse ausprobiert, danach eine Portion Reis und das selbe Mittags nochmal. In der Regel hatte ich dann am nächsten Tag immer sehr weichen, manchmal wässrigen Stuhlgang. Heute morgen bin ich innerhalb einer Stunde 4 auf dem Klo gewesen. Und es gab leider immer dieselbe breiige, gelbligbraune Konsistenz.
Denkt ihr es wird bei dem Gemüse, welches bisher nur breiigem Stuhlgang ergibt, bald Besserung auftreten oder sollte ich diese Gemüsesorten vorerst weglassen? (Bisher probiert: Radieschen, Kohlrabi, Steckrübe, Karotten, Zucchini, Kiwi, Banane)
Oder soll ich weiter jeden Tag weitere neue Gemüsesorten und Obstsorten ausprobieren bis ich endlich normalen Stuhlgang habe ? Es bleiben nicht mehr viele Low-Fodmap Gemüse übrig...


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RE: Verdauungsprobleme seit Monaten

#33 von Markus , 19.05.2016 15:30

Zitat von arthich im Beitrag #32
Aber laut dem Protokoll sind Kartoffeln und Reis nicht erlaubt. Aus welchen Quellen soll ich denn sonst meine Kohlenhydate bekommen? Ich kann ja nicht 5kg Gemüse am Tag essen. Und von Gemüse alleine mit Fisch, Fleisch und Leber werde ich nicht satt.


Willkommen im Club der Fans der Süßkartoffel! Deren Stärkegehalt ist praktisch identisch mit dem der gemeinen Kartoffel

Ansonsten jegliche Art von Wurzelgemüse:

-Karotten
-Kohlrabi
-Steckrüben
-Yams
-Petersilienwurzeln
-Topinambur
-Knollensellerie
-Schwarzwurzeln
-Rote Beete
-Pastinaken

Pure Glucose ginge theoretisch auch.... .... widerspräche aber dem Sinne des Protokolles.

Ansonsten geht Fett ja immer ;)


"Probleme, die geleugnet werden, müssen auch nicht gelöst werden. Offiziell nennt man das dann "political corrrectness"...
(Hendryk M. Broder)


 
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RE: Verdauungsprobleme seit Monaten

#34 von arthich , 19.05.2016 16:51

Leider aind die guten Süßkartoffeln, aber auch 6 mal so teuer wie ihr weißer Bruder. Warum genau sollte man die Süßkartoffel aufgrund von Darmproblemen der Kartoffel vorziehen?

Welche Fettquellen kann man denn mit einem Reizdarm nutzen? Und bis zu welcher Fettmenge kann man pro Tag hochgehen ohne irgendwelche Risiken einzugehen?
Butter, Sahne, Eier und Nüsse sind ja im Autoimmunprotokoll nicht erlaubt. Kokosöl in hohen Mengen scheine ich auch nicht zu vertragen. Zudem kann ich mir maximal zwei bis drei Mal die Woche fetten Fisch bzw. einmal die Woche fettiges Weidefleiach/Biorinderhack leisten.


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RE: Verdauungsprobleme seit Monaten

#35 von ChristineH , 19.05.2016 20:22

Arthur, ich empfehle Dir, das Buch zu kaufen. Alle Deine Fragen werden dort beantwortet, auch die zu den Kosten.

Wichtig ist: Mach Dir keinen Kopf darum, wie viele Kohlenhydrate, Proteine, Fette Du zu Dir nimmst (btw: Fett und Protein machen durchaus satt). Iss das, was sie empfiehlt (4 x pro Woche Innereien, Knochenbrühe, glycinreiches Essen (übrigens auch gut für die Synthese von Gallen- und Magensäure), 3 x pro Woche Fisch/Meeresfrüchte, zu jeder Mahlzeit Blattgemüse, außerdem weitere Gemüsegruppen (im Buch erläutert). Iss so viel davon, bis Du satt bist, zähle keine Kalorien. Kannst Du wieder machen, wenn Dein Darm geheilt ist.
Auch andere Bereiche werden im Buch angesprochen (Mahlzeitenfrequenz, Stressmanagement, zirkadianer Rhythmus, usw.).

Nicht nur das, was man weglassen soll, ist wichtig, sondern auch das, was man für die Heilung zuführen soll.


 
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RE: Verdauungsprobleme seit Monaten

#36 von arthich , 20.05.2016 07:21

Ok. Ich werde mir das Buch zulegen. Du meinst "The Paleo Approach", richtig?

Trotzdem möchte ich noch zusätzlich eine Darmflorauntersuchung bei medivere machen. Jetzt stellt sich mir die Frage, ob es sich lohnt nochmal 100€ mehrfür den Gesundheitscheck Darm auszugeben? Dieser beinhaltet zusätzlich zum normalen Florastatus noch Ergebnissse zu "Verdauungsrückständen im Stuhl (z.B. unverdautes Fett oder Eiweiß) und mögliche Ursachen einer Fehlverdauung (Pankreas-Elastase, Gallensäuren)".

Der normale Florastatus beinhaltet nur die mikrobiologische Untersuchung der Darmflora auf Pilze sowie nützliche und schädliche Bakterien. (quant. bakt. und myk. Stuhluntersuchung:aerobe und anaerobe Darmflora, Hefen,Schimmelpilze, pH-Wert; inkl. Nachweis vonCl. difficile).

Hier die Links zu den Tests:
http://www.medivere.de/shop/Mann/Darmges...lorastatus.html
http://www.medivere.de/shop/Mann/Darmges...check-Darm.html


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RE: Verdauungsprobleme seit Monaten

#37 von ChristineH , 20.05.2016 08:32

Zitat von arthich im Beitrag #36
Ok. Ich werde mir das Buch zulegen. Du meinst "The Paleo Approach", richtig?


Ich meine die deutsche Ausgabe "Die Paläo-Methode" von Sarah Ballantyne.


 
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RE: Verdauungsprobleme seit Monaten

#38 von Gelöschtes Mitglied , 20.05.2016 08:59

Zitat
Trotzdem möchte ich noch zusätzlich eine Darmflorauntersuchung bei medivere machen. Jetzt stellt sich mir die Frage, ob es sich lohnt nochmal 100€ mehrfür den Gesundheitscheck Darm auszugeben? Dieser beinhaltet zusätzlich zum normalen Florastatus noch Ergebnissse zu "Verdauungsrückständen im Stuhl (z.B. unverdautes Fett oder Eiweiß) und mögliche Ursachen einer Fehlverdauung (Pankreas-Elastase, Gallensäuren)".



Den Aufpreis kannst Dir sparen. Das mit der Fehlverdauung und den Rückständen weißt ja bereits und auch woher das kommt/kam.
Laut deinen Berichten und Symptomen 100% zu hoher PH Wert und Tendenz Fäulnisflora - da liegt der Hund begraben.
Deine Verdauung hatte ja mal gut funktioniert? Somit könntest Du ernsthafte Probleme ausschließen, die nicht durch Ernährung reversibel sind.

Würde Dir sogar empfehlen gar keinen Test zu machen - der sagt Dir nur was Du schon weißt - und dein Geld besser zu investieren -> Gemüse, Ballaststoffe und evtl. etwas Betain HCL / Pepsin... Auch einen Reset mit (Kurzzeit)Fasten und evtl. noch Heilerde können schon Wunder bewirken.
Hatte ziemlich ähnliche Probleme und habe es damit und mit etwas Geduld wieder in den Griff bekommen.


Einen Scheiß muss ich


zuletzt bearbeitet 20.05.2016 09:00 | Top

RE: Verdauungsprobleme seit Monaten

#39 von ChristineH , 20.05.2016 13:09

Zitat von arthich im Beitrag #32
Hab morgens immer auf leeren Magen ein neues Gemüse ausprobiert, danach eine Portion Reis und das selbe Mittags nochmal. In der Regel hatte ich dann am nächsten Tag immer sehr weichen, manchmal wässrigen Stuhlgang. Heute morgen bin ich innerhalb einer Stunde 4 auf dem Klo gewesen. Und es gab leider immer dieselbe breiige, gelbligbraune Konsistenz


Du hast wahrscheinlich größere Mengen und auch noch in rohem Zustand gegessen. Dein Darm kann momentan aber offensichtlich mit Gemüse nicht mehr umgehen.
Da bringt es nix, jeden Tag anderes Gemüse reinzuschaufeln, wenn die Nahrung fast unverdaut hinten wieder auskommt. Du kannst so die Nährstoffe gar nicht wirklich aufnehmen. Viel hilft viel ist hier die falsche Methode. Lass auch den Reis bitte weg.

Wenn es schon so weit gekommen ist, beginne erst mal mit einer GAPS-Einführungsdiät (http://www.gaps.me/preview/?page_id=28)
Also: Knochen kaufen, selbst Knochenbrühe (oder Fleischbrühe) kochen. Keine Bouillonwürfel oder ähnliches, Gekauftes hat nicht die heilenden Inhaltsstoffe. Du kannst sie im Slow Cooker, im Instant Pot, im Bräter im Backofen oder im Topf auf dem Herd herstellen. Über den Tag verteilt immer wieder etwas warme Fleischbrühe trinken.

Am besten ist es, wenn Du Dich überwinden kannst, das an den Knochen anhängende kollagene Gewebe und das Fett und Knochenmark auch zu essen. Das hilft Deinem Darm bei der Heilung. Du kannst das Glibberzeugs auch in eine Suppe pürieren. Etwas (!) Gemüse drin kochen, bis es ganz weich ist. Harte oder faserige Stellen wegschneiden, die kannst Du derzeit nicht verdauen.
Besorge Dir rohes (unpasteurisiertes) Sauerkraut oder setz eigene Fermente an (http://www.wilde-fermente.de). Anfangs nimmst Du vom - fertig fermentierten - Sauerkraut nur die Lake, fang mit einem Teelöffel an (10 Minuten vor der Mahlzeit, damit kannst Du dann die Magensäure auch unterstützen) und steigere Dich langsam! Wenn Du die Lake verträgst, kannst Du mit kleinen Mengen des Sauerkrauts weitermachen.

Grundlagen der Esshygiene (nur in Ruhe essen, langsam, gründlichst kauen und einspeicheln etc.) kann ich als bekannt voraussetzen?

Natasha Campbell-McBride schreibt im Buch "GAPS": In extremen Fällen heftigen wässrigen Durchfalls müssen Gemüse ausgeklammert werden. Geben Sie Ihrem Patienten stündlich warme Fleischbrühe mit probiotischen Nahrungsmitteln (bevorzugt Molke, Sauerrahm oder Joghurt; werden Milchprodukte noch nicht vertragen, ersatzweise Saft von fermentiertem Gemüse) zu trinken, lange gegartes, gelatinereiches Fleisch und Fisch zu essen (aus dem Sie zuvor die Brühe zubereitet haben). [...] Gemüse sollte erst eingeführt werden, wenn die Durchfälle deutlich nachlassen. Bei einer schweren Entzündung der Darmwand verträgt der Patient überhaupt keine faserige Kost.

Nimm als Gewürze zunächst nur Salz und frische Kräuter.

GAPS sieht in späteren Phasen Eier und fermentierte Milchprodukte vor, das würde ich aber noch nicht anraten. Wenn Du langsam wieder gegartes Gemüse essen kannst und der Durchfall weg ist, würde ich mit dem AIP weitermachen und erst anschließend testen, wie es mit Eiern und Milchprodukten aussieht.

L-Glutamin könnte auch noch für den geschädigten Darm hilfreich sein.

Ich mag beispielsweise gerne eine Fleischbällchensuppe mit Brühe, Salz, zu Bällchen geformtem Hackfleisch, 30 Minuten bei schwacher Hitze gegart, dann etwas Kürbis oder junge Zucchini klein gewürfelt und eine Karotte in Scheibchen 20 Min. weiter geköchelt. Dann kommt, wenn die Suppe etwas abgekühlt ist (sie darf nicht mehr heiß sein, weil sonst die nützlichen Bakterien aus dem Ferment absterben), 3 EL Sauerkraut mit hinein, ein bisschen Knoblauch dazu und frische Kräuter drauf.



 
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RE: Verdauungsprobleme seit Monaten

#40 von arthich , 20.05.2016 16:59

Welches Fleisch nehme ich am Besten für die Brühe? Ist es auch in Ordnung, wenn ich kein Bio-Fleisch nehme? Ich könnte maximal Lammfleisch vom Türkischen Metzger bei uns besorgen. Welche Teile vom Lamm eignen sich denn am Besten für eine Knochensuppe?


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RE: Verdauungsprobleme seit Monaten

#41 von terrarianer , 20.05.2016 18:56

Beim örtlichen Metzger mal nachfragen, die schmeißen die Knochen oft weg und sind dankbar für Abnehmer.


 
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RE: Verdauungsprobleme seit Monaten

#42 von ChristineH , 20.05.2016 19:02

Arthur, nimm das, was Dir schmeckt. Aber Lamm hört sich doch gut an, das ist in der Regel ja Weidehaltung. Nimm einfach gleich ein paar Kilo mit und gefriere Topf-Portionen ein. Dann ist der Einkaufsaufwand gering.

Ich persönlich meide Hühnerbrühe, weil ich nicht an artgerecht gehaltene Tiere rankomme und Geflügel halt doch ziemlich elend gehalten und ernährt wird. Nehme immer gemischte Knochen (Markknochen, Fleischknochen, etc). Wenn Du auch Knorpel bekommen kannst, umso besser, musst alles halt so lange simmern, bis die weich werden. Wenn Du Fleischbrühe machst, wählst Du Suppenfleisch https://de.wikipedia.org/wiki/Suppenfleisch


 
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RE: Verdauungsprobleme seit Monaten

#43 von arthich , 20.05.2016 20:29

So die Suppe köchelt. Habe jetzt 2kg Rindermarkknochen sowie 1,2kg Rinderbeinscheibe benutzt. Dazu kamen noch jeweils ein TL Meersalz und schwarzer Pfeffer, sonst nichts. Werde mich jetzt die nächsten 3-4 Tage ausschließlich von der Knochenbrühe, dem Fleisch und dem Knochenmark ernähren sowie zusätzlich 30g L-Glutamin(2x15g), 10g Glycin, 900mg Magnesiumcitrat (2x450mg) sowie 105mg Zink(3x30mg + 1x15mg). Oder sollte ich die Supplements erstmal auch weglassen? Wobei das Glutamin ja die tight junctions meines Darms wieder schliessen soll.

Die Gemüsebrühe, hergestellt aus der Fleischbrühe und den Ingwertee aus Stufe 1 der GAPS-Einführungsdiät möchte ich vorerst weglassen.

P.S.: Ich habe hier noch zusätzlich Creatinmonohydart, Taurin, Citrullinmalat sowie N Acetyl L Cysteine rumliegen. Derzeit macht es aber denke ich keinen Sinn etwas davon einzusetzen. Liege ich da richtig?



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RE: Verdauungsprobleme seit Monaten

#44 von ChristineH , 20.05.2016 20:39

Ich hab oben einen ungültigen Link angegeben, der richtige heißt http://wildefermente.de/


 
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RE: Verdauungsprobleme seit Monaten

#45 von arthich , 20.05.2016 20:45

Achja die Fermente hatte ich ganz vergessen. Ich starte mit 1 TL selbstgemachtem Sauerkrautsaft morgens auf leeren Magen. Das ganze für 5 Tage und danach 2 TL. Ist es ok auf leeren Magen?

Großes Danke für die ganzen Links Christine! Ich habe endlich Hoffnung geschöpft meinen Darm wieder in den Griff zu bekommen.


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