Metformin vs. mTOR?

#1 von lazy , 19.04.2016 08:49

Wenn ich einen metforminpflichtigen Diabetiker habe und Metformin AMPK aktiviert (wie lange??), dann würde dies doch mit dem Krafttraining, mit dem ich letztlich durch mechanische Stimuli mTOR aktivieren möchte, konterkarieren und die Ergebnisse einschränken, sehe ich das richtig?
Konsequenz wäre ja dann, das Krafttraining und die Metformin-Aufnahme zu timen und aufeinander abzustimmen, um die Trainingseffizienz hochzuhalten. Könnten solche Überlegungen im Trainingsalltag von und mit Diabetikern relevant sein?

Hat diesbezüglich jmd bereits Erfahrungen gemacht oder was gehört oder möchte einfach nur mitteilen, ob die Überlegungen richtig oder aus welchen Gründen sie falsch sind? :)
Danke und viele Grüße


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RE: Metformin vs. mTOR?

#2 von Chris (edubily) , 19.04.2016 17:14

Hi Lazy,

hier immer vorsichtig sein, es ist nämlich nicht ganz so einfach.

Als Beispiel: Leucin gilt ja als klassischer mTOR-Activator. Kombiniert man Leucin allerdings mit Metformin oder Resveratrol, wirkt Leucin synergistisch mit ebendiesen Substanzen hinsichtlich der metabolischen Gesundheit via AMPK. (Einfach ausgedrückt: Hier negiert ein mTOR-Aktivator keineswegs die Wirkung der anderen Substanzen.)

Es gibt verschiedene AMPK- und mTOR-"Isoformen", die zwar alle irgendwo ähnlich wirken, aber zu unterschiedlichen Umwelteinflüssen.

Auch hier ein einfaches Beispiel: mTOR wird aktiviert während des Krafttrainings und bleibt 24-48 Stunden (sehr) aktiv. Für normale metabolische Zwecke allerdings, muss es der Zelle trotzdem gelingen, AMPK zu aktivieren, ohne, dass dabei der Muskelaufbau zu stark gebremst wird. Auch hier gibt es Wissenschaft, was - für den klassischen Leser - aber vermutlich überfordernd ist.

Und dann kommt es auch auf den Kontext an, wie in dieser Arbeit sehr schön nachzulesen: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3082017/

Zu guter Letzt weiß man (ich :-) ) nicht, wie stark Metformin bremsend auf mTOR wirkt.


Wir zeigen Möglichkeiten, nicht die Lösung.


 
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RE: Metformin vs. mTOR?

#3 von lazy , 24.04.2016 17:08

Vielen Dank für die Antwort!
Der gute Kontext, wie immer :) Aber mein Ansatz scheint ja schon in die richtige Richtung zu gehen, wenn man die Studien sieht, die nen möglichen Nutzen von Metformin auch in der Krebstherapie diskutieren...

Im Hinblick auf den Kontext müsste Metformin ja theoretisch eigentlich auch sekundär dann mTOR wieder aktivieren, indem es die Insulinsensitivität erhöht und IGF und Insulin wieder wirksam(er) macht?


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RE: Metformin vs. mTOR?

#4 von Chris (edubily) , 24.04.2016 20:30

Zitat
Im Hinblick auf den Kontext müsste Metformin ja theoretisch eigentlich auch sekundär dann mTOR wieder aktivieren, indem es die Insulinsensitivität erhöht und IGF und Insulin wieder wirksam(er) macht?



Korrekt.


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