Vitamin D + Diabetes

#1 von OnkelPaul , 02.04.2016 21:22

Hallo Community,

bin auf folgendes Video gestossen: https://www.youtube.com/watch?v=nwZlESlyGU8

Im ersten Teil wird gesagt, dass wenn man zu wenig Vitamin D hat, dass man Diabetes entwickelt, bzw. anders herum. Habe bei edubily kurz quer gecheckt, aber nix gefunden. Was meint ihr dazu? Und wie relevant ist es in unseren Breitengraden?



 
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RE: Vitamin D + Diabetes

#2 von ChristineH , 03.04.2016 11:24

Ich gestehe, ich habe mir das Video gar nicht angetan.

Aller Wahrscheinlichkeit nach geht es um Korrelation statt Kausalität. Das alte Problem. Gibt es im Video denn Verweise auf Studien?


 
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RE: Vitamin D + Diabetes

#3 von Eskel , 01.05.2016 13:49

Jau, zu Vitamin D und Diabetis gibt es sogar einige Studien.

In Finnland haben 10366 Kinder, die in den 60er Jahren durchschnittlich 2000 iE Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel bekommen haben, nach 31 Jahren Beobachtung ein um 78% geringeres Risiko an Diabetes Typ 1 zu erkranken.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11705562/

Gibt auch andere Studien, wo die Gabe von 2000 iE den Pre-Diabetis auf gehalten hat, sich zu einem richtigen auszuwachsen (Wobei "pre-diabetis" ne windige Kiste ist, im Grunde ein Nepp der Pharmaindustrie um mehr zu verkaufen) oder bei Diabetis-patienten zumindest den Blutzucker günstig runterreguliert hat.



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RE: Vitamin D + Diabetes

#4 von Mr. Xu , 03.06.2016 23:24

Holick hat zu 100% Recht bezüglich Vitamin D, auf den das Video referenziert. Nur zu dem Zeitpunkt, in welchem Holick Kuh-Milch als Kalziumspender empfiehlt, sollte jeder weghören.

LG Mr. Xu

PS Die 8000IE Vitamin D pro Tag sind zu 90% dafür verantwortlich, dass ich keine Infektion länger als einen Tag habe.


 
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RE: Vitamin D + Diabetes

#5 von alternativ , 24.08.2016 21:52

Zitat von Mr. Xu im Beitrag #4
PS Die 8000IE Vitamin D pro Tag sind zu 90% dafür verantwortlich, dass ich keine Infektion länger als einen Tag habe.


Respekt
da wirst wohl um 100ng/ml erreichen ?

ich verwende Vit.D auch sehr viel , allerdings mit 5000IE tägl. (über den Sommer nichts) und wenn eine Infektion sich anbahnt , dann kurzfristig extrem hoch dosiert (2-3 Tage)
bisher hatte keine Infektion eine Chance

ich habe einige Vit.D Bücher (Holick, Spitz, Worms, Wormer, v.Helden, J.Bowles) und halte sehr viel von Vit.D, allerdings sind wohl auch Ernährung und folgendes Übergewicht zusätzliche Faktoren zu Diabetes

mfG Manfred


 
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RE: Vitamin D + Diabetes

#6 von Mr. Xu , 25.08.2016 23:41

Zitat von alternativ im Beitrag #5
Respekt da wirst wohl um 100ng/ml erreichen ? ich verwende Vit.D auch sehr viel , allerdings mit 5000IE tägl. (über den Sommer nichts)s


Der Wert ist mir persönlich Wurst, ich hatte die Dosis ausgetestet. Ich habe 50000IE täglich 2,5 Monate genommen und Nierengries bekommen. Diese Dosis wäre vielleicht sogar normal gewesen, wenn ich einen homozygoten Totalausfall am Vitamin D Rezeptor hätte. Jetzt weiss ich durch 23andme, meiner ist heterozygot, das ist bereits sehr viel besser. Unter 30000IE täglich soll es gar keine Probleme bei einem Erwachsenem geben. 50000IE entsprechen cirka 30 min. Sonnenbad in der sommerlichen Mittagssonne für einen Weißen.
Die 4000IE täglich sind zuwenig, das hatte ich im ersten Jahr Supplementierung eingenommen und bin damit einmal über das Wochenende erkrankt, reichte zwar nicht für eine Krankschreibung, ist jedoch nicht optimal.
Nach folgender Arbeit http://www.mdpi.com/2072-6643/6/10/4472/htm der kanadischen Univerity of Alberta wurde in der Studie, auf welche die RDA von täglich 600IE basiert, ein Statistikfehler gemacht. Nicht 632IE, richtig sind 8895IE Vitamin D.
Der Vitamin D Papst gibt an, dass die Studien mit dem U Profil verfälscht sind, weil rechts in der Hochdosis Vitamin Gruppe sich jede Menge Krebspatienten wiederfinden, welche es zu spät nahmen und dann trotzdem zeitiger als der Durchschnitt verstarben. Das passt damit auch sehr gut zu den 8895IE.

LG Mr. Xu

PS Wenn du die Literatur gelesen hast, die du angibst und du im Sommer nix nimmst, dann hast du wohl einen Job im Freien, wie Gärtner, Vermesser oder Bauarbeiter? :-)
PPS Wie kann es sein, dass so ein Fehler nicht beim Review entdeckt wird und wieso wird nun nicht die RDA korrigiert? Und woher kommen nun die Werte für das UL (Tolerable Upper Intake Level) mit 4000IE, damit weniger als halb so hoch wie das Optimum? Vorsicht! Nicht weiter nachdenken, sonst wirst du ein Verschwörungstheoretiker..



 
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RE: Vitamin D + Diabetes

#7 von Tommy , 26.08.2016 07:46

Interessant. Hatte zeitweise einen Level von 80ng und damit ging es mir gefühlt besser als jetzt mit "nur" 50mg. Jetzt bekomme ich jede Erkältung ab. Ob das am Vit D Spiegel liegen kann? Wobei ich es mir kaum vorstellen kann, denn mit 50ng hab ich doch sicherlich immer noch mehr als 80% der deutschen 😳

Wie verhaltet ihr euch im Sommer mit der Vitamin D Einnahme? Ich habe bisher immer nur die 2.000IE aus den 2perday genommen. Und versucht jeden sonnigen Tag wenn möglich mit einem Sonnenbad auszunutzen. Ist das im Sommer ggf sogar noch zu wenig? Im Winter kommen zusätzlich 5.000IE dazu, also 7.000IE


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RE: Vitamin D + Diabetes

#8 von wmuees , 26.08.2016 09:34

Die RDA wurde inzwischen korrigiert auf 7000 iU/Tag.


 
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RE: Vitamin D + Diabetes

#9 von wmuees , 26.08.2016 09:40

Die wahre Gefahr bei Zufuhr von zuviel Vitamin D ist der ansteigende Bedarf an Vitamin K2. Und wenn man da defizitär ist, dann verkalkt der Körper eben - was soll er auch machen? Die Mengen an Vitamin K, die man braucht, um die GLA-Proteine voll zu carboxylieren, sind übrigens ziemlich hoch. Ich würde mal sagen, 1mg K2-MK7 pro Tag für einen Erwachsenen dürften gerade ausreichen... Es gibt eine Studie, wonach bei 350ug/Tag ca. 37% des Matrix-GLA-Proteins carboxyliert waren.


 
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RE: Vitamin D + Diabetes

#10 von ChristineH , 26.08.2016 10:10

Zitat von wmuees im Beitrag #8
Die RDA wurde inzwischen korrigiert auf 7000 iU/Tag.



Hättest Du mir einen Link dazu? Ich fand grade (nach kurzer Suche) nur https://ods.od.nih.gov/factsheets/Vitami...thProfessional/ (600 - 800 IE)

Danke für Deine fundierten Informationen zum Thema D/K2! Sehr hilfreich für mich.


 
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RE: Vitamin D + Diabetes

#11 von Tommy , 26.08.2016 11:22

Hilfreicher Tip wuemess. Wo bzw wie messe ich denn ob ich genug K2 im Körper habe?

Und was passiert mit Menschen in südlichen Ländern die per se einen deutlich höheren Vitamin D Spiegel haben und kein zusätzliches K2 nehmen? Potentiell gefährdeter für Arterienverkalkung?


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RE: Vitamin D + Diabetes

#12 von ChristineH , 26.08.2016 12:39

Zitat von Tommy im Beitrag #11
was passiert mit Menschen in südlichen Ländern die per se einen deutlich höheren Vitamin D Spiegel haben und kein zusätzliches K2 nehmen? Potentiell gefährdeter für Arterienverkalkung?


Wer sagt, dass sie "per se einen deutlich höheren Vitamin D Spiegel" haben?
https://chriskresser.com/vitamin-d-more-is-not-better/ Hier wird auf einige Aspekte eingegangen.
Dort sind auch Bevölkerungsgruppen aus Afrika genannt, die haben aber unter 50 ng/ml.



 
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RE: Vitamin D + Diabetes

#13 von wmuees , 26.08.2016 12:58


 
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RE: Vitamin D + Diabetes

#14 von ChristineH , 26.08.2016 13:38

Zitat von wmuees im Beitrag #13
http://www.strunz.com/de/news/vitamin-d-die-blamage-des-jahrhunderts.html



Danke Dir. Ich hatte danach gesucht, dass die RDA tatsächlich erhöht worden wäre. Das wurde sie nicht.

Aber nun konnte ich http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4210929/ finden.
Das differenziert jetzt viel besser. Es geht darum, dass bei Aufnahme von 600 IE Vitamin D 10 bis 15 % der Personen keinen Level von 50 nmol/l (= 20 ng/ml) erreichen konnten. Nicht, dass jeder 8.895 IE bräuchte.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4690079/
"a RDA for vitamin D neither desirable nor feasible. We therefore propose recommendations be articulated in the form of an optimal intake that minimizes the risk for both low and high serum 25(OH)D concentrations. This contribution includes body weight specific recommendations"



 
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RE: Vitamin D + Diabetes

#15 von Markus , 26.08.2016 14:36

Naja, streng genommen ist Vitamin D ja kein Vitamin, denn der Körper kann es ja selber bilden.

Üblicherweise werden 90% über die Haut und Sonne gebildet, die anderen 10% kommen im Schnitt aus der Nahrung. Historisch gesehen war dies die Norm!

So gesehen wären bei einem angenommenen Bedarf (ohne Wertung, Empfehlung und Nachweis. Nur als Zahlenbeispiel zu sehen!) in Höhe von 8000 IE

8000 IE RDA = recommended daily allowance (Gesamtbedarf)
800 IE RDI = recommended daily intake (Einnahme- also ohne Einstrahlung)

zusammen mit der Sonneneinstrahlung (im evolutionären Mittel von 90%) käme man somit auf 8000 IE in Summe.


Die Verwirrung erklärt sich einfach dadurch dass in den letzen Jahrzehnten kaum noch jemand auf die 7200 IE durch die Sonne kommt- ob aus beruflichen oder gesundheitlichen Warnungen vor Ozon und Hautkrebs bzw. Sonnenschutz bedingt sei erstmal dahin gestellt. Fakt ist, die fehlen bei fast jedem- Straßenbauarbeiter, Landwirte und Bademeister aussen vor. Und man somit zu den üblichen 800 IE aus der Nahrung auch noch die sonst durch die Sonne gewonnen 7200 IE teils oder in toto ergänzen muss.

PS: ich halte meinen 25OHD übrigens auf 40 bis 50 ng/ml.


"Wer sich stets viel geschont hat, der kränkelt zuletzt an seiner vielen Schonung. Gelobt sei, was hart macht.“"
(Friedrich Nietzsche)


 
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Vitamin D - Wie viel brauche ich für welche Spiegel?

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