Zyklen braucht es

#1 von H_D , 11.03.2016 10:15

Was mir wieder zu Denken gegeben hat waren einige Aussagen im aktuellen Artikel:

Zitat

Der Körper liebt allerdings das Mäßige, er liebt die Zyklen. Nichts schadet in der Regel mehr als der chronische Aspekt einer Intervention. In diesem Punkt war Ori Hofmekler, der Erfinder der „Warrior diet“, ein absoluter Vorreiter. Für ihn war es essentiell, der ganzen Ernährungsgeschichte einen Rhythmus zu verpassen – weg von der Dauer-Ketose, aber auch weg von der Kohlenhydrat-Mast.

Tatsächlich zeigt sich, dass wir auch auf Zell- und Metabolismus-Ebene davon profitieren: Wir werden metabolisch flexibel. Zum einen trainieren wir den Körper darauf, sowohl Fett, als auch Kohlenhydrate optimal zu nutzen. Zum anderen sorgt diese Fluktuation dafür, dass wir „runde Zyklen“ entstehen lassen. Wieso „rund“? Weil wir sehr schön studieren können, dass der Körper sowohl Anabolismus, als auch Katabolismus braucht, um eine optimale Anpassung zu gewährleisten.



Ähnliches stand ja auch im letzten Vitamin-D-Artikel: permanent hohe Spiegel sind wohl nicht das Optimum.

Geht für mich jetzt fast schon wieder in die (verpöhnte) Paleo-Richtung:
Früher gab es im Winter eben keine/kaum Carbs, dafür mehr Fett und Eiweiß - Kälte sowieso.
Im Sommer dagegen wohl wenig(er) Fett und dafür mehr Carbs - sowie mehr Sonne (VitD).

Bei "ME Improved" wurde z.B auch einmal angesprochen, dass sich eine ketogene Diät bei häufigem Kältekontakt nicht negativ auf die Schilddrüsenwerte auswirkt.

Ich persönlich empfinde im Winter jetzt auch nicht die große Lust auf z.B. Obst. Wobei das auch daran liegt, dass es oftmals über zig tausend Kilometer angeliefert wurde.

Was mich aber jetzt interessieren würde:
Reichen die paar Minuten, die wir mittlerweile der Kälte ausgesetzt sind, um effektive Reize zu setzen?
Oder setzt einer von euch bewusst bestimmte Zyklen ein bei VitD oder den Carbs?

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RE: Zyklen braucht es

#2 von Dennis , 11.03.2016 14:57

Also ich werde nie wieder auf Carbs verzichten. Habe dazu einen Beitrag aufgemacht. Ich kann dir Dr. Kochs sehr empfehlen.

Gruss

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RE: Zyklen braucht es

#3 von phil , 11.03.2016 15:27

Ich hab das eigentlich vom Bauchgefühl schon immer so gehandhabt. Konnte mir nie vorstellen das ein starres Ernährungskonzept DER Weg ist, weil es halt meistens berechtigte Kritik gab. Ausserdem habe ich mich "ketogen" noch nie wirklich wohl gefühlt. Allerdings habe ich aber auch meist Kcal-Defizite gehabt wenn meine Ernährung denn gerade mal Richtung "keto" war.

Ich finde das es sehr vernünftig klingt den Körper regelmäßig etwas in die eine oder andere Richtung zu trainieren, so das man flexibel bleibt.

Zitat
Reichen die paar Minuten, die wir mittlerweile der Kälte ausgesetzt sind, um effektive Reize zu setzen?


Wahrscheinlich habe ich sowieso keine Antwort auf die Frage, aber was meinst du mit "die paar Minuten"?
Wenn du von Eisbädern Richtung 0°C sprichst, glaube ich das diese ähnlich wie auch beim Sport, durch ihre Intensität größeren Reizen entsprechen. Das merkt man ja auch wenn man danach eine ganze Weile kühl ist und indem man sich steigert bzw. sich steigern kann.
Inwiefern da jetzt die Schilddrüse unter Dauerketose verschont bleibt, kann ich nicht einschätzen. Dafür ist mir das Thema auch noch viel zu fremd.

Vitamin D kann, sobald mein Hinterstübchen das richtig abgespeichert hat, im Krankheitsfall wohl vermehrt gebraucht werden. Ich könnte mir vorstellen das dann akut eine höhere Gabe evtl. Sinn macht. Das ist aber auch Halbwissen.
Ein Kumpel von mir nimmt auch nur 1x pro Woche sein Vitamin D. Ich glaube 35.000 IE. Oder waren es alle 10 Tage 50.000 IE? Bin mir gerade unsicher :D
Geht ja im Prinzip auch schon etwas in die Richtung. Hat ihm sein Arzt so empfohlen. Bei höheren Dosen sagt man ja auch das man dann auf Vitamin K achten soll, wobei ich denke das das wenn man es täglich nimmt, genauso wichtig ist.

 
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RE: Zyklen braucht es

#4 von southpaw , 11.03.2016 17:59

Bei dem Punkt "Hohe Vitamin D Dosen nur zyklisch" - sprich nur zur Sommerzeit - stört mich immer die Tatsache, dass es durchaus sonnige Länder gibt, in denen die Bewohner natürlicherweise das ganze Jahr über ordentlich mit Vitamin D versorgt sind.

Sind die deswegen "ungesünder"? Glaube ich eher nicht.

Aber generell zum Thema Zyklen:
Ich handhabe es fast bei allen Dingen/Supplementen so, dass ich mal mehr, mal weniger und mal nichts nehme. Von der "Nährstoff-Grundversorgung" mal abgesehen.

Beim Training mache ich es ebenfalls so.

Einige Dinge kann und sollte man im Zweifel sicherlich "messen" und akribisch befolgen, aber Vieles bekommt besser, wenn man es intuitiv regelt.

 
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RE: Zyklen braucht es

#5 von Chris (edubily) , 11.03.2016 18:08

Zitat
Bei dem Punkt "Hohe Vitamin D Dosen nur zyklisch" - sprich nur zur Sommerzeit - stört mich immer die Tatsache, dass es durchaus sonnige Länder gibt, in denen die Bewohner natürlicherweise das ganze Jahr über ordentlich mit Vitamin D versorgt sind.



Kommt halt darauf an, was der genetische Taktgeber ist.

Was ist genetisch verankert und was epigenetisch? Gibt es hier überhaupt Grenzen?

In anderen Worten: Das, was für Afrikaner gilt, muss nicht für Europäer gelten. Umgekehrt muss man sich natürlich fragen, ob "unsere Gene" das verlangen, was eben bei der Geburt von Homo sapiens gegeben war. So argumentieren ja auch nicht wenige Wissenschaftler.

Es ist enorm schwer evolutiv zu argumentieren.

Ich würde schauen, was dem Organismus bekommt. In anderen Worten: Man braucht nicht Homo sapiens vor 50.000 Jahren zu studieren, um zu wissen, wie man trainiert, denn hierfür liefert die Sportwissenschaft sehr gute und zielführende Modelle. Ähnliches gilt für Ernährung, auch wenn das um einiges komplexer ist.


Wir zeigen Möglichkeiten, nicht die Lösung.

 
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RE: Zyklen braucht es

#6 von Eskel , 13.03.2016 13:50

Ich bin was Vit D angeht auch eher Southpaw's Meinung.

wenn man der Frage nachgeht, was unsere Gene verlangen, ist die Antowrt schon recht deutlich: Vitamin D. Deshalb sind wir Kaukasier auch mutiert und unsere Haut hellte sich auf, je weiter nördlich sich unsere Vorfahren niedergelassen haben. Der Körper lechzt nach jedem bischen Vitamin D, das er hier oben kriegen kann, und hat dafür die Haut fast transparent gemacht. Ich sehe jedenfalls keinen anderen Grund, warum der Hautton der "einheimischen" Bevölkerung mit dem Breitengrad korrellieren sollte.

Dunkelhäutige Naturvölker in Äquatornähe haben, wenn ich mich richtig erinnere, zwischen 35 und 50 ng/ml - mehr als das doppelte als der Deutsche im Winter. So liegt die Vermutung nahe, dass auch unsere Mutation das Problem am Ende nicht vollständig löst. Dass ist auch schlüssig, wenn man bedenkt, dass Vitamin D in unserem Körper eine Halbwertszeit von ein paar Wochen hat und wir uns auf einem Breitengrad bewegen, wo wir ca. 6 Monate gar kein Vit D durch die Sonne herstellen können - was am Äquator nunmal nie der Fall war.

Ich bin dem Zyklus-gedanken an sich in vielerlei Hinsicht sehr aufgeschlossen, aber auch dieser Grundsatz gilt wahrscheinlich nicht absolut.
Es ist vllt nicht gut, wenn man rund ums Jahr 80 ng/ml hält, aber Vit D ist in Deutschland Mangelware. Mängel sollte man nicht so stehen lassen.

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RE: Zyklen braucht es

#7 von Chris (edubily) , 13.03.2016 13:54

Ja, aber wenn man den Inuit-Stoffwechsel studiert, sieht man, dass die keine Mangel-Symptome zeigen (Calcium, PTH, Calcitriol etc.), trotz niedrigerem Vitamin-D-Wert.

Das ist ja das Spannende. Populationen können auf unterschiedliche Umweltbedingungen ganz unterschiedlich reagieren.


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RE: Zyklen braucht es

#8 von Eskel , 13.03.2016 16:00

Bei den Inuit zeigt sich sogar ein recht heftiges und eindeutiges Vitamin D Mangelsymptom, nämlich die Rachitis:

http://www.nunatsiaqonline.ca/stories/ar...inuit_children/
http://www.cmaj.ca/content/177/2/161.ful...b3-6123ec7256a5

Und wenn sich Rachitis entwickelt, muss schon einiges im Argen sein. Man kann das Vorliegen eines Mangels aber auch nicht allein anhand des calciums oder der Knochengesundheit festmachen. Calcitriol ist auch bei Weißen mit niedrigem Vit D Spiegel normal oder oft sogar erhöht - außer man hat fast gar keinen Speicher-Vit D mehr.

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RE: Zyklen braucht es

#9 von Chris (edubily) , 13.03.2016 17:39

Das widerspricht, wie ich meine, nicht dem Gesagten.

Hier wird von Kindern gesprochen, von denen wir nicht mal wissen, wie sie (bzw. deren Eltern) leben.

Ich spreche ganz klar nicht von Mangel-Situationen, sondern von Vitamin-D-Bedarf und den entsprechenden Grenzen.

Und die könnten bei verschiedenen Populationen anders/unterschiedlich sein.

(Das heißt: Niemand muss mit Vitamin-D-Mangel durch die Gegend schleichen, aber auf der anderen Seite sollte man sich vielleicht fragen, ob "sommerliche" Werter [falls man sie denn erreicht!], ganzjährig erreicht werden müssen.)


Wir zeigen Möglichkeiten, nicht die Lösung.

 
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zuletzt bearbeitet 13.03.2016 | Top

   

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