Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#1 von Josie , 09.03.2016 17:59

Hallo zusammen,

ich habe eine Erkrankungskonstellation, die ich so bisher noch nirgendwo gefunden habe und ich habe noch nicht DEN Königsweg für mich gefunden. Eure Gedanken dazu würden micht sehr interessieren.

Ich habe einerseits Hashimoto und andererseits eine reaktive postprandiale Hypoglykämie. Mit anderen Worten: Ich unterzuckere immer nach KH-Genuss nach 3 Std so stark, daß der Zuckerwert unter 50 absinkt, mir übel wird und ich teilweise der Ohnmacht nah bin. Ganz besonders schlimm ist es nachts, ich wache dann immer zwischen 2 und 3 Uhr auf, bin schweissgebadet und mir ist kotzübel, es dauert ewig, bin ich wieder einschlafe. Ich wußte schon immer, daß da etwas mit mir nicht stimmt, ich hatte das schon als Teenie in leichter Form, dem Kind einen Namen gegeben hat schließlich vor einem Jahr der Endokrinologe mit einem 4stündigen Glukosetoleranztest. Er hält das für eine Vorstufe von Diabetes, das mag jetzt mal dahin stehen. Die Vorstufe dauert ja schon 25 Jahre, da sehe ich die unmittelbare Bedrohung nicht so....

Meine Vorgeschichte: Bis vor einigen Jahren hatte ich starke Depressionen und eine Angststörung, durch Psychopharmaka starkes Übergewicht, Hashimoto kam mit der Zeit hinzu. Nach Absetzen der Psycho-Medikamente habe ich begonnen, Low Carb/very Low Carb zu essen (unter 50 g KH) und Eiweiß und andere NEM zu supplementieren. Nach den Vorgaben von Julia Ross´ Buch "Was die Seele essen will", haben mir die NEM in psychischer Hinsicht sehr geholfen, ich bin seitdem nahezu beschwerdefrei. Als schöner Nebeneffekt waren Gelenkschmerzen, Allergien, Neurodermitis, Asthma etc auch gleich mit weg. Zudem sind durch Low Carb natürlich erst einmal die Kilos gepurzelt, 20 insgesamt. 10-15 müssten noch, aber die Sache begann schwieriger zu werden, als gedacht.

Die Schilddrüsenwerte waren unter low carb und Selen, Vitamin D Supplementierung etc immer sehr stabil. TSH schön niedrig, T3 und T4 zumindest mittelmäßig, keine Antikörper mehr seit langem, damit hatte ich mich einstweilen zufrieden gegeben. Ferritininfusionen bekam ich auch regelmäßig, die Müdigkeit war weitgehend weg, alles war soweit OK.
Nach einem guten Jahr fiel es mir immer schwerer very low carb zu essen, ich bin immer öfter eingebrochen und habe mich immer wieder zurückgezwungen, weil alle meine Zivilisationszipperlein zuverlässig wieder zurückkehrten und das Gewicht sich wieder leicht anhob. Da das ja auch keine Lösung sein konnte, habe ich nach einer anderen gesucht, zumindest nach einem Mittelweg.

Auf einer Convention habe ich Paul Jaminet (Autor von Perfect Health Diet) getroffen, seine Vorträge gehört, über einiges persönlich mit ihm gesprochen und mich intensiv mit seinem Buch befasst. Da habe ich das erste Mal so richtig die negativen Aspekte einer langfristigen Ketose beleuchtet bekommen, wie sie ja auch ab und an auf Edubily geschildert wurden. Da ich ja nun auf keinen Fall meine Schilddrüse und ihre T3 Bildung weiter behindern wollte und auch kein Magenkrebsrisiko eingehen wollte (Mucin Problematik) damit, habe ich nach Paul Jaminets Empfehlung gering süsses Obst in geringem Umfang in die Ernährung eingebunden und stärkehaltige KH in Form von Kartoffeln / Süßkartoffeln und Reis in 2-3 Mahlzeiten in der Woche integriert.

Eigentlich hatte ich mir davon den Königsweg erhofft - eine Schilddrüse, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten gut arbeiten kann, möglichst keine Unterzuckerungen und endlich eine fortschreitende Gewichtsabnahme. Ich habe nämlich immer noch ca 80 Kilo bei 168 cm Größe und das ist mir noch zu viel.
Was habe ich bekommen? Eine SD, deren T3 immer noch bestenfalls im mittleren Bereich liegt, immer noch häufig Unterzuckerungen und ich quäle mich quasi rund um die Uhr mit meiner Süchtelei nach Süsskram. Ich bekomme den Jieper auf Süsses einfach nicht in den Griff, auch wenn ich nur 2 popelige Kartoffeln gegessen habe. Und ich brauche nach dieses 2 Kartoffeln quasi wieder 2-3 Tage fast ohne KH um mich wieder im Griff zu haben (und dann geht es mit der nächsten eingebauten Stärkemahlzeit wieder von vorn los).

Soweit im Groben mein Weg bislang. Ich habe offen gestanden keine Ahnung, wie ich nun weitermachen soll - ketogen leben und auf gute SD-Werte und die Gewichtsabnahme pfeifen? Ich möchte aber so gerne wieder joggen und dafür habe ich zu viel Gewicht. Im Moment mache ich nach meiner Schulterverletzung nur ein paar Minuten auf dem Crosstrainer und ein bißchen Pilates zur Kräftigung. Das wird wieder mehr mit der Zeit. Aber beim Joggen sehe ich aus, wie jemand, der jeden Moment ein Sauerstoffzelt braucht oder einen Schlaganfall bekommt, das geht gar nicht.
Alternativ: Nicht nur T4, sondern auch T3 supplemetieren, ketogen leben und schauen, ob die Abnahme so wieder läuft?
Oder trotzdem aus Überzeugung weiter stärkehaltige KH und Obst essen und mich weiter täglich martern? Da bräuchte ich zumindest einen langen Atem, das Gewicht bewegt sich da erstmal gar nicht.

Ich drehe mich also schön mit mir selber im Kreis. Und es gibt niemanden, den ich dazu befragen könnte, weil der Endokrinologe eine Riesen-Enttäuschung war, die Diabetologin danach ebenso. Außer "Essen Sie Vollkorn" ist da nichts zu holen. Und eins steht fest: Getreide ist keine Option.
Vielleicht hat ja hier noch jemand eine Idee oder selbst Erfahrungen mit dieser Kombination, eine neue Perspektive wäre eine echte Bereicherung. Ganz lieben Dank im voraus auf jeden Fall für jeden Kommentar.


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RE: Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#2 von ChristineH , 09.03.2016 19:14

Ich reihe mich mal ein. Hab zwar noch nie Schilddrüse etc. untersuchen lassen, aber wenn ich nicht total low carb lebe, nehme ich auch (trotz Übergewicht) zu. Bin ebenfalls davon überzeugt, dass dauerhafte Ketose nur was für sehr spezielle Erkrankungen (Epilepsie etc.) ist.

Warte und hoffe mit Dir ... :-)


 
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RE: Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#3 von Chris (edubily) , 09.03.2016 20:21

Ich bin gerade leider sehr kurz angebunden. Aber so beim Überfliegen denke ich: Ggf. stimmt etwas mit der Glukagon-Antwort nicht, dadurch rauscht der Blutzucker zu stark nach unten.


Wir zeigen Möglichkeiten, nicht die Lösung.


 
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RE: Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#4 von justizia , 09.03.2016 22:06

Ja, Glukagon - und was macht man damit Glukagon ordentlich produziert wird?


Nur Nullen haben keine Kanten


 
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RE: Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#5 von Josie , 10.03.2016 08:30

Der Endokrinologe hatte alles auf eine überschießende Insulinreaktion geschoben - was aber nichts heißen will, da er auch über die SD sehr seltsame Statements abgegeben hat und sich zudem ständig widersprochen hat...

Bei diesen Glucosetoleranztests bekommt man ja einen extrem süßen Saft zu trinken und dann wird alle halbe Std der Blutzucker gemessen. Nach einer halben Std war der Zucker moderat angestiegen, nach einer Std lag er schon wieder unter dem Nüchternwert. Dann hob er sich wieder ein bißchen an, sank langsam aber stetig bis zu Stunde 3, dann ging es steil bergab, nach 3.5 Std hat er sich dann wieder halbwegs gefangen und ging wieder auf die 80 zu.

Seltsam ist auch folgendes: Wenn ich ein paar Wochen streng very low carb gelebt habe, kann ich plötzlich auch einen Ausnahmetag oder zwei machen, an dem ich auch Kuchen und Schoki essen kann, ohne diese extreme Unterzuckerung zu bekommen. Reissen die Außnahmen ein, ist die extreme Reaktion wieder zurück, vor allem nachts.

Ich hatte das bislang immer so gedeutet, daß genau diese Glukagon Antwort in den Phasen des imitierten Fastens sehr gut funktioniert. Sie hält doch dann den Blutzucker hoch bzw stabil, oder verstehe ich da jetzt etwas komplett falsch?


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RE: Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#6 von ChristineH , 10.03.2016 10:37

Josie,

auf den Glucosetoleranztest würde ich nicht so viel geben. Für Low-Carbler ist der sehr verzerrt. Wichtiger wäre, dass Du selbst mal bspw. eine Woche Deinen Blutzucker misst und dabei aufschreibst, was Du gegessen hast. Hilft übrigens auch dabei, die nötigen Pausen zwischen den Mahlzeiten einzuhalten, weil man keine Lust hat, sich ständig vor, 1 h nach und 2 h nach der Mahlzeit zu pieksen ;-)

So hast Du viel besser die Möglichkeit, Deine persönlichen Werte rauszufinden, die zu Deiner normalen Ernährung passen. Und ggf. auch rauszufinden, was denn während der Phasen los ist, in denen Dich die Zuckersucht (ach, wie gut ich die kenne) packt.

Wie isst Du denn? Lässt Du Mahlzeiten aus? Beginnst Du morgens mit Protein? Wie oft am Tag isst Du? Wie sieht es mit den Ballaststoffen aus? Wie hältst Du es mit Koffein und anderen Nebennierenstimulanzien? Isst Du Milchprodukte? Wie sieht es aus mit nährstoffdichten Lebensmitteln (Knochenbrühe, Innereien, fetter Kaltwasserfisch, grünes Blattgemüse, ...)? Wirst Du nach dem Essen müde?

Möglicherweise könnte Dir das Buch "Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto anders behandeln" von Datis Kharrazian weitere Erkenntnisse bringen.


 
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RE: Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#7 von Josie , 10.03.2016 14:40

Danke Dir erst einmal, Christine!

Nochmal kurz zu dem Glucosetoleranztest: vorher habe ich 2/3 Wochen ganz "normal" und KH-lastig gegessen, damit das Ergebis aussagekräftig ist.

Meine Ernährung, wie sie jetzt modifiziert aussieht:

Ich trinke morgens 2 Tassen Kaffee (7/8 Uhr), in die ich jeweils einen halben bis ganzen TL Kokosöl hinein püriere. Das ist ein Relikt aus meiner Testphase mit dem Bulletproof Coffee und Intermittierendem Fasten damals, als das hip wurde. Den Bulletproof Coffee fand ich mit dem ganzen Fett aber ziemlich eklig und auch nicht besonders zielführend. Dieses Überbleibsel ist schlicht eine Kombi aus "finde ich lecker" und "Kokosöl ist eine gute Sache", zumindest in der geringen Menge. So richtig essen mag ich morgens meist noch nichts.
Spät vormittags gegen 11 trinke ich meist einen grünen Smoothie mit Ananas, Apfel, Himbeeren, Babyspinat, Grünkohl, Kohlrabiblättern oder Mangold, recht grünlastig, ca 1/2 Liter. Um 13/14 Uhr etwa esse ich dann noch eine kleine Salat- oder Fischmahlzeit. Selten, alle paar Wochen mal, backe ich ein Brot, das weitgehend aus gemahlenen Mandeln, Eiern etc besteht, davon esse ich dann auch mal 1-2 Scheiben am Tag mit entsprechendem Belag, meist Schinken oder Käse.

Abends essen wir dann in der Regel warm, Fleisch, Fisch, Gemüse, Salat, Eier, etwas in der Richtung. Ich koche häufiger indische Gerichte mit entsprechenden Gewürzen, Gerichte im Römertopf und Eintöpfe. 2-3x die Woche habe ich dazu eine kleine Portion Kartoffeln/Süßkartoffeln/Reis als Beilage. Nach dem Essen ist es ca 19.30 Uhr und ab da esse ich nichts mehr.

Ich gehe mittlerweile sehr regelmäßig spätestens um 22 Uhr zu Bett, weil mir diese regelmäßigen Zeiten sehr gut tun und ich dann auch problemloser morgens aufstehen kann. Meist stehe ich dann gegen 6 Uhr wieder auf, am Wochenende gegen 7/8.

Was das Essen angeht, sehe ich schon sehr deutlich, daß es mit dem Obst vormittags noch einigermaßen geht, mir aber gerade Kartoffeln und Co abends Probleme bereiten. Klar könnte ich sie auch weglassen, aber ich wollte ja damit den Stoffwechsel ankurbeln, eben metabolisch flexibel sein, wie es immer so schön heißt. Ich versuche auch immer mal ein bißchen damit zu spielen, mal zwischendurch einen Tag rein gar keine KH außer aus Gemüse zu mir zu nehmen, dafür an anderen Tagen deutlich mehr.
Abends ist es bei mir besonders schlimm, ich gehe mittlerweile allein schon dehalb so früh ins Bett, weil gerade nach einer Kartoffelbeilage der Jieper nach 21 Uhr so stark wird, daß ich dafür alle Willenskraft brauche. Verschieben kann ich die Mahlzeiten schlecht, da ich keine Option habe tagsüber warm zu essen und der Rest der Familie auch nicht.

Was die Milchprodukte angeht, nehme ich vor allem Sahne, Quark und Käse zu mir. Milch mochte ich noch nie, Joghurt auch nicht.
Wenn ich merke, daß meine psychischen Probleme zurückkommen, die natürlich immer noch unter der Oberfläche lauern, trinke ich immer 1-2 Wochen lang regelmäßig Eiweißshakes aus ungesüsster Mandelmilch, einem Schuss normaler Milch & Pulver zusätzlich zu den Mahlzeiten und supplementiere früh morgens nüchtern L-Tryptophan und später ein Kombipräparat aus Phenylalanin und Tyrosin, wenn es wieder besser geht, pausiere ich wieder für eine Weile. Ich achte aber immer darauf, daß ich in diesen Phasen allerhöchstens auf 2g Eiweiß auf ein kg Körpergewicht komme, um aus der Richtung keine unerwünschte Gewichtszunahme dazu zu gewinnen


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RE: Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#8 von Cleo , 11.03.2016 10:13

Hallo Josie,

ich finde meine eigene Situation in weiten Teilen Deiner Vorstellung wieder, bis auf den Hashi und eine offiziell diagnostizierte Hypoglykämie - und ich esse seit 06/2015 gemäß der PHD der Jaminets.

Sehr erstaunlich finde ich, dass das Obst am Morgen bei Dir keine Reaktion auslöst im Vergleich zu den Kartoffeln am Abend. Ich esse am Tag 250 g Reis + 250 g Kartoffeln, beides erkaltet wegen der RS, und habe 3-4 Monate gebraucht, bis ich das vertragen habe. Ein einziger zusätzlicher Apfel am Abend haut mich seit einiger Zeit Socken, bis zum Wintereinbruch habe ich das ganz gut vertragen.
Hilfsmittel diesbezüglich bis zu diesem Punkt sind 10 g Kartoffelstärke zusätzlich + 200mg Chrom + 2-3 g L-Glutamin über den Tag verteilt + etwas Tryptophan.

Milchprodukte meide ich aus anderen Gründen (Neurodermitis), habe aber die Erfahrung gemacht, dass sie Heißhunger bei mir auslösen (und sie sollten gemäß PHD ja eher selten gegessen werden).
Ebenso kenne ich das Phänomen, dass der Abend die Zeit ist, wo der Heißhunger am größten ist (keine Ahnung, warum), auch wenn ich die Blutzuckerachterbahn evtl. durch etwas am Nachmittag ausgelöst habe.

Zitat
Was habe ich bekommen? Eine SD, deren T3 immer noch bestenfalls im mittleren Bereich liegt, immer noch häufig Unterzuckerungen und ich quäle mich quasi rund um die Uhr mit meiner Süchtelei nach Süsskram.


Du isst im Schnitt immer noch ziemlich Low-Carb, oder? Hast Du mal versucht, dauerhaft auf 120-150 g KH pro Tag zu kommen?
Und: Soweit ich weiß ist unterkalorische Ernährung an sich ein möglicher Grund für niedriges T3, unabhängig von den Carbs.



 
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RE: Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#9 von Josie , 11.03.2016 11:04

Hallo Cleo, danke für Dein Feedback.

Ich denke, daß das Obst unproblematischer ist, weil ich keine 2-3 Std abwarte danach, sondern nach 1-2 Std meist eine eiweißreiche Mahlzeit hinterher schiebe, die ja dann auch Glukagon animieren müsste.

Nur so als Beispiel: Gestern hatte ich bestimmt an die 150 g KH aus Ananas, einer Orange und Süßkartoffel (Süßkartoffelauflauf mit Rinderhack). Es wurde erst 19.30 Uhr zu Abend gegessen, weil ich vorher noch Termine hatte. Nachts war es wieder ganz fies, bin nach 4 Uhr vollkommen unterzuckert aufgewacht mit Übelkeit und Schwitzen. Habe das dann ausgesessen und noch ein langes Nickerchen gemacht, zum Glück kann ich das, weil ich Home Office arbeite heute.

Bin dann vorhin aufgestanden und habe mich das erste Mal gewogen. Nach 10 Tagen jetzt, die ich das so praktiziere (Süßkartoffeln, Kartoffeln, Reis 3x), habe ich mal locker 2,1 Kilo mehr auf der Waage. Sicher gibt es hormonelle Schwankungen etc., aber über 2 Kilo fand ich doch arg

Auf Deine Frage hin: Ja, ziemlich Low Carb, an niedrigen Tagen ca 80 und 2-3 mal die Woche dann ca 150 g KH. Ich habe aber einen gesunden Hunger, es ist also beileibe nicht so, daß ich an einem richtigen Low Carb Tag sehr stark unterkalorisch bleibe, eher moderat und an einigen Tagen gar nicht.


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RE: Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#10 von Cleo , 11.03.2016 12:09

Zitat von Josie im Beitrag #9
Ich denke, daß das Obst unproblematischer ist, weil ich keine 2-3 Std abwarte danach, sondern nach 1-2 Std meist eine eiweißreiche Mahlzeit hinterher schiebe, die ja dann auch Glukagon animieren müsste.

Ah, das klingt plausibel - mein Apfel war bei mir die letzte Mahlzeit des Tages, ohne dass Eiweiss das so hätte auffangen können.

Zitat
Nachts war es wieder ganz fies, bin nach 4 Uhr vollkommen unterzuckert aufgewacht mit Übelkeit und Schwitzen.


Dieses Phänomen kenne ich aus meiner Jugend. Das war auch der Grund, warum ich nie richtig Kochen gelernt habe, einfach weil ich nach X Stunden Nahrungskarenz schlagartig so zitterig war, dass ich fast ausgetickt bin, wenn ich dann nicht schnell was auf die Gabel bekam. Bis vor kurzem habe ich das übrigens für normal gehalten, also als die einzig normale Erscheinungsform von Hunger; ich kannte ja nichts anderes.

Zitat
Nur so als Beispiel: Gestern hatte ich bestimmt an die 150 g KH (...)

Bin dann vorhin aufgestanden und habe mich das erste Mal gewogen. Nach 10 Tagen jetzt, die ich das so praktiziere (Süßkartoffeln, Kartoffeln, Reis 3x), habe ich mal locker 2,1 Kilo mehr auf der Waage. Sicher gibt es hormonelle Schwankungen etc., aber über 2 Kilo fand ich doch arg


Ich würde sagen, dass dies Wasser ist. Das schwemmt man ja auch zuerst aus, wenn man LowCarb beginnt und man bindet es wieder ein, wenn die KH gesteigert werden und man seine Glykogenspeicher wieder füllt.

Zitat
Auf Deine Frage hin: Ja, ziemlich Low Carb, an niedrigen Tagen ca 80 und 2-3 mal die Woche dann ca 150 g KH. Ich habe aber einen gesunden Hunger, es ist also beileibe nicht so, daß ich an einem richtigen Low Carb Tag sehr stark unterkalorisch bleibe, eher moderat und an einigen Tagen gar nicht.


Ich bin alles andere als eine SD-Spezialistin, vielleicht hat jemand anderer noch einen Tipp für Dich in Bezug auf die T3-Thematik (oder Du schaust mal im Blog).
Ich finde es auf jeden Fall von Vorteil, dass Du nicht ketogen ißt und das Du in Zyklen wenig/viel Kalorien zuführst.

Für den Moment fällt mir erstmal nicht mehr ein; zu den Gesundheitsaspekten kann ich eh nichts beitragen, aber ich weiß wie ätzend Heißhunger ist. *knuddel*



 
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RE: Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#11 von ChristineH , 11.03.2016 14:50

Josie, ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, was zutrifft, Insulinresistenz oder Hypoglykämie oder womöglich beides.

Datis Kharrazian beschreibt einige Maßnahmen, wie man sich ernähren und welche NEM man nehmen sollte, wenn Blutzucker und Schilddrüse eine ungünstige Kombination eingehen.

Versuche doch einige Tage, morgens (ich hab da auch keinen Appetit, aber man muss sich dann eben zwingen) mit hochwertigem Protein und kohlenhydratarm anzufangen, alle zwei bis drei Stunden etwas Eiweißhaltiges zu essen (Nüsse, Samen, gekochtes Ei, Käse, Fleisch, Eiweiß-Shake mit wenig Kohlenhydraten als Zwischenmahlzeit). Stärkehaltige Nahrungsmittel nur in Kombi mit Ballaststoffen, Fett oder Protein. Abends keine Süßigkeiten und keine zuckerhaltigen Sachen, damit der Blutzucker während der Nacht nicht abstürzt. Kein Kaffee oder andere Nebennierenstimulanzieren.

Kharrazian begründet das im Buch auch sehr nachvollziehbar.

Ich kann sooo gut nachfühlen, ich kämpfe auch erst ab nachmittags, dann aber enorm heftig :-(


 
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RE: Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#12 von Josie , 12.03.2016 12:51

@Cleo - Ist jetzt sicher off topic hier, aber ich wäre ziemlich interessiert, mal zu hören, wie es bei Dir mit der PHD läuft. Ich habe selber nur einige wenige Dinge übernommen und bislang noch niemanden getroffen, der das Konzept umsetzt. Wäre klasse, wenn Du mir ein bißchen was dazu erzählen würdest, auch wie es mit der Abnahme so klappt...Vieleicht war Gewichtsabnehme ja auch nicht die treibende Kraft bei Dir?

@Christine - Danke für den sehr hilfreichen Buchtipp. Das Buch ist mir schon hier und da mal im Internet begegnet. Ich habe es mir aber nie bestellt, weil ich immer das Gefühl hatte, ich möchte mich eigentlich nicht noch mehr mit Hashimoto beschäftigen. Es gibt ja so viele Leute, bei denen hat man das Gefühl, die schieben jeden Fußpilz auf Hashimoto. Deshalb bin ich solchen Foren in den letzten Jahren dann auch eher aus dem Weg gegangen, das ist mir da alles too much. Und so lange die Werte bei mir stabil und ohne TPO waren, habe ich das dann halt ausgeblendet.
Ich habe jetzt schon ein oder zwei Kapitel gelesen und bin baff - genau so ist es bei mir. Das Wachwerden zwischen 3 und 4 Uhr, oft mit Angstgefühlen, Schwitzen, Übelkeit, oft auch Morgenübelkeit, so daß man nichts essen mag...
Ein bißchen schade finde ich, daß der Autor so detailliert darauf eingeht, welche Stoffe gegen Hypoglykämie und Insulinresistenz zusätzlich helfen könnten (Chrom, Inositol etc), aber dann direkt darauf hinweist, daß man da die Hilfe eines kompetenten Arztes benötigt. Tja, nach dem suche ich schon ewig und ich bin schon froh, daß ich jetzt einen habe, der alle SD Werte machen lässt und auf Wunsch Extrawerte, von sowas hat der doch keine Ahnung . Da werde ich noch viel lesen, suchen und schlicht ausprobieren müssen, fürchte ich. Hast Du davon schon etwas umgesetzt, vor allem diesen Teil mit den Nährstoffen?


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RE: Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#13 von ChristineH , 12.03.2016 13:54

Zitat von Josie im Beitrag #12
Ich habe jetzt schon ein oder zwei Kapitel gelesen und bin baff - genau so ist es bei mir.


Du hast es schon gekauft und angelesen? Whow. Ja, ich hatte beim (wieder) Lesen auch den Eindruck, dass es Deine Situation gut beschreibt.

Zitat von Josie im Beitrag #12
Ein bißchen schade finde ich, daß der Autor so detailliert darauf eingeht, welche Stoffe gegen Hypoglykämie und Insulinresistenz zusätzlich helfen könnten (Chrom, Inositol etc), aber dann direkt darauf hinweist, daß man da die Hilfe eines kompetenten Arztes benötigt. Tja, nach dem suche ich schon ewig


Ja, so ging es mir beim Lesen auch. Wahrscheinlich eine Folge des amerikanischen Schadenersatzrechts oder so.
Und dann noch die ganzen NEM, die man hier gar nicht so leicht bekommt.

Ich selbst bin ja bislang völlig ohne Arzt unterwegs - einerseits, weil ich alles selbst bezahlen muss (don't ask) und bis zu meinem Dritt-Job seit Dezember kein Geld dafür hatte, andererseits eben auch deshalb, weil mir das Geld für einen ahnungslosen Arzt zu schade war und ein in diesem Bereich kompetenter Arzt/Heilpraktiker, den ich gerne zahlen würde, leider nicht zu finden ist.

Zitat von Josie im Beitrag #12
Hast Du davon schon etwas umgesetzt, vor allem diesen Teil mit den Nährstoffen?


Noch nicht. Ich habe jetzt endlich ein Labor in der Nähe gefunden, sobald ich von dort ein Preisangebot für die von mir geplanten Blutwerte habe und das nicht mörderteuer ist, lege ich los. Ich muss erst mal meine Schilddrüsenwerte rausfinden und vor allem, ob ich Antikörper habe, bevor ich irgendwelche Schilddrüsenprotokolle oder aber Kharrazian-Empfehlungen beginne.


 
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RE: Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#14 von Josie , 12.03.2016 14:34

Ich habe es als eBook gekauft, wenn ich etwas haben möchte, muss es auch fix gehen

Einen richtigen Arzt habe ich auch nicht. Eher nur jemanden, der die Blutabnahme begleitet und notiert, was ich gemacht haben möchte. Und der dann nachher das L-Thyroxin Rezept ausstellt.
Beim Endokrinologen hatte ich erst ein richtig gutes Gefühl, das war ein prima Gespräch. Aber als dann x Wochen später der Brief kam, indem nichts mehr stand davon, was wir besprochen hatten, war ich dann da leider auch mal wieder geplättet. Aus "sie haben eindeutig Hashimoto, das sieht man genau an der Struktur der SD" wurde dann auf einmal "unklarer Status der SD, vielleicht auch eine vererbbare Anomalie, die phänotypisch gesunde Tochter sollte bald ebenfalls untersucht werden". Noch während ich die über meinem Kopf hatte, kam dann der nächste Brief und man wollte mich direkt in eine Studie aufnehmen. Habe mich selten so vereimert gefühlt. Da ist man mal hautnah dran, wie Studien so zurechtgewurschtelt werden. Sie wollten schon meine einmalige und vollkommen widersprüchliche Audienz in ihre Ergebnisse direkt mit einbeziehen. Habe abgelehnt.

Du wohnst nicht zufällig in Bayern? Habe da eine Ärztin entdeckt, die nach Dr. Kharrazian arbeitet, eine Dr. Katja Ovenhausen. Und einen Manfred van Treek in 68... Viernheim, das ist bei Mannheim. Der macht sogar Tests auf reverses T3 aus dem Serum, das habe ich noch nie gesehen bei einem Arzt.
Beides ein bißchen weit weg für mich.

Die Labore sind ja vermutlich alle ähnlich teuer. Ich habe so ein Preisverzeichnis von meinem Internisten mitgenommen. Da sind soweit alle IGEL Leistungen in der Richtung verzeichnet, es fehlte leider nur der Aminosäurenbereich. Das scheint sehr unüblich zu sein, ein Aminogramm dort machen zu lassen.
Aber zumindest Deine SD Werte solltest Du ja wirklich wissen. Ist bei Dir denn früher mal Hashi diagnostiert worden und ist das erst einmal nur eine Vermutung? Hast Du ansonsten eine Gewichtsproblematik oder geht es "nur" um das allgemeine Besserfühlen, wenn ich fragen darf?


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RE: Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#15 von ChristineH , 12.03.2016 15:31

Zitat von Josie im Beitrag #14
Du wohnst nicht zufällig in Bayern? Habe da eine Ärztin entdeckt


Nein, leider nicht. Großraum Stuttgart.

Zitat von Josie im Beitrag #14
Ist bei Dir denn früher mal Hashi diagnostiert worden und ist das erst einmal nur eine Vermutung? Hast Du ansonsten eine Gewichtsproblematik oder geht es "nur" um das allgemeine Besserfühlen, wenn ich fragen darf?


Nein, ich habe noch nie meine Schilddrüse untersuchen lassen.
Wohlfühlen tu ich mich, aber nachdem ich anfangs mit Paleo gut abgenommen hatte (aber immer noch übergewichtig war), kam das sehr plötzlich zum Stillstand und mittlerweile nehme ich zu, egal, welches Ernährungskonzept ich fahre (Sport mache ich allerdings immer noch keinen ...). Ich "muss" über meinen Hunger hinaus essen, bin extrem anfällig für Zucker/Schokolade, habe kalte Hände, usw. Wir werden sehen, was die Werte sagen.


 
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