RE: Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#16 von Cleo , 13.03.2016 10:51

Zitat von Josie im Beitrag #12
@Cleo - Ist jetzt sicher off topic hier, aber ich wäre ziemlich interessiert, mal zu hören, wie es bei Dir mit der PHD läuft. Ich habe selber nur einige wenige Dinge übernommen und bislang noch niemanden getroffen, der das Konzept umsetzt. Wäre klasse, wenn Du mir ein bißchen was dazu erzählen würdest, auch wie es mit der Abnahme so klappt...Vieleicht war Gewichtsabnehme ja auch nicht die treibende Kraft bei Dir?


Ja, gerne und das OffTopic ist ja kein Problem, denn es ist ja Dein Thread hier. ;-)

Das könnte jetzt allerdings länger werden, aber vielleicht kannst Du ja irgendetwas für Dich rausziehen, was weiterhilft. :o) Und ich kenne außer mir auch niemanden im deutschsprachigen Raum, der die PHD umsetzt, leider...

- Ich bin 41, habe kein Hashi, aber eine verößerte SD mit Knoten und Zysten sowie die ganze Latte an UF-Symptomen, jedoch ohne Antikörper (und somit keine ärztliche Hilfe).
- Mein Fokus lag und liegt auf einer möglichst gesunden Ernährung und einem möglichst langsamen Gewichtsverlust, um Hautprobleme zu vermeiden.
- Gestartet bin ich 2013 mit einem Gewicht von 95 kg auf 1,68m Größe mit einer cleanen ketogenen Diät (LCHF, die vermeintlich gesunde Variante von Atkins).
- Unter LCHF habe ich ein Tiefstgewicht von 77 kg erreicht, allerdings mit starken Schwankungen, da ich in der kalten Jahreszeit immer Probleme mit Heißhungerattacken habe und trotz Ketose in den JoJo-Effekt gerutscht bin.
- Mitte 2015 habe ich dann die Ketose-Reißleine gezogen und bin ausgestiegen, weil ich mich nur noch gequält habe, sowohl was den Heißhunger betrifft, als auch Phänomene wie Zyklusstörungen, Nebel im Kopf, Konzentrationsstörungen, Sehstörungen, eine sehr stark verschlechterte Histaminproblematik, andauernde Durchfälle (sorry) u.ä., das Gewicht lag zu diese Zeitpunkt wieder bei 84 kg.
- Das Buch zur PHD hatte ich bereits 2014 gelesen, den ausschlaggebenden Anstoß, die ketogene Welt zu verlassen, kam jedoch durch Chris´ Artikel sowie durch die Recherchen von Sarah Ballantyne zum Thema Keto bzw. Mikrobiom/Darmgesundheit in Kombination mit der standhaften Weigerung der Community in der ich mich damals bewegte, sich mit diesen Argumenten überhaupt einmal inhaltlich auseinanderzusetzen (aka "Die heilige ketogene Diät" ist unfehlbar).
- Aus der PHD implementiert habe ich von Beginn an glaube ich alle Säulen, bis auf Bewegung, Licht, Schlaf + Stressreduktion (ich arbeite dran), Knochenbrühe (wg. Histamin), fermentierte Lebensmittel (dito Histamin).
- Aus der ketogenen Zeit beibehalten habe ich das IF mit zwei Mahlzeiten am Tag um 13 sowie gegen 19 Uhr - den BPC habe ich allerdings gestrichen und die Butter im Kaffe durch wenig Kokosmilch ersetzt.
- Berücksichtigt habe ich die empfohlenen Mengen von jeweils 500 g pro Tag an Safe Starches sowie Gemüse, Früchten und jedoch nur 2 anstatt 3 Eiern, sowie standardmäßig 2 X die Woche fetten Fisch, 125 g Leber sowie alle als essentiell eingestuften Supplemente in den empfohlenen Dosen und damit war ich vom ersten Tag der PHD an komplett frei von Heißhunger - weggelassen habe ich die optionalen Milchprodukte, Nüsse, Schoki, Alkohol, Süßungsmittel.
- Unter diesem Regime habe ich in den folgenden 6 Monaten mühelos 12 kg Gewicht verloren - seit 01/2016 ist die Heißhunger-Thematik wieder mal mein Problem, aber zumindest konnte ich diesesmal den JoJo vermeiden und schwanke nur um die momentanen 72 kg.
- Den Heißhunger im Zaum halten kann ich momentan nur, wenn ich die Früchte komplett weglasse und wie bereits gesagt Chrom + Tryptophan + L-Glutamin zusätzlich suppe.

Das ist der Stand heute und soweit komme ich also damit sehr gut klar. Anders formuliert esse ich keinerlei süß schmeckende Mahlzeiten (was mir zur Zeit tatsächlich leichter fällt, als die "Gefahr" zu handeln) und ich nehme ab, wenn ich meine Mahlzeiten im Voraus plane bzw. tracke.
Anfang Februar habe ich mit einem Eigengewicht-Körpertraining begonnen und habe da noch etwas Probleme, die Kaloriensituation neu einzuordnen.
Aus der PHD als nächstes implementieren werde ich zuerst die fermentierten Lebensmittel und dann die Knochenbrühe. Erfreulicherweise hat sich meine Darmflora unter der PHD soweit erholt, dass ich wieder eine deutlich bessere Histamintoleranz entwickelt habe und sich meine Verdauung fast normalisiert hat, Zyklus ist auch wieder besser, Nebel im Kopf ist weg.
Ich würde gerne noch 7-10 kg Gewicht verlieren und es dann halten.

Vermutlich hab ich das eine oder andere vergessen. Mein Fokus bei all dem liegt darauf, ein Optimum an Versorgung und Effekten aus der Nahrung zu ziehen und nur das zu suppen, was nicht anders geht und die NEM immer wieder neu auf den Prüfstand zu stellen, was ihre Notwendigkeit betrifft - wobei ich damit niemanden hier kritisieren möchte, der anders handelt.
(Das Thema Psyche habe ich bei all dem auch mal aussen vorgelassen, im Gegensatz zur Dir hilft mir Julia Ross hier nicht wirklich weiter, war aber ja auch nicht das von Dir angesprochene Thema).



 
Cleo
Beiträge: 332
Registriert am: 02.04.2015

zuletzt bearbeitet 13.03.2016 | Top

RE: Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#17 von Josie , 13.03.2016 16:54

Es ist bei mir schon eine Weile her, daß ich Julia Ross gelesen habe. Ich bin mir aber recht sicher, daß es da ein Stück weit auch um die Bekämpfung von Heißhunger geht. Ich muss da mal nachschauen in den nächsten Tagen. Es gibt ja auch ein weiteres Buch von Julia Ross, da geht es nur ums Abnehmen, vielleicht ist es auch daraus. Mal schauen.

In dem Buch von Dr. Kharrazian, das die Christine mir empfohlen hatte, geht es in einem Abschnitt auch um Supplements, die den Blutzucker stabilisieren, da sind auch noch einige andere dabei. Bin jetzt gerade nicht zu Hause, aber die könnte ich auch nochmal hier hinein kopieren. Chrom ist da auch dabei, aber auch noch andere, die nicht so naheliegend sind.

Davon ab: Paul Jaminet ist ein der nettesten und höflichsten Typen, die mir in den letzten Jahren begegnet sind. Und er beantwort jede einzelne Mail und jeden Kommentar selbst. Seinen Blog kennst Du doch bestimmt? Wende Dich doch einfach an ihn, wenn Du konkrete Fragen hast. Ich habe das bisher nicht gemacht, weil ich einfach finde, das gehört sich nicht, wenn ich sein Konzept ansonsten nicht umsetze. Aber für Dich könnte das doch eine gute Sache sein, Cleo.


Josie  
Josie
Beiträge: 10
Registriert am: 08.03.2016


RE: Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#18 von Cleo , 14.03.2016 08:50

Das andere Buch von J. Ross ist die Diet Cure.

Ich schätze Paul Jaminet ebenfalls sehr, klar kenne ich den Blog, Fragen habe ich soweit keine. ;-)


 
Cleo
Beiträge: 332
Registriert am: 02.04.2015


RE: Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#19 von Josie , 14.03.2016 21:09

Ich meinte damit, daß Du ja auch noch ziemlich zu tun hast mit der Heißhunger-Problematik und auch noch nicht am Ziel angekommen bist, gewichtstechnisch. Ich habe bei mir immer das Gefühl, ich bekomme eine Frage beantwortet und 2 neue Fragen poppen auf

Die Heißhungerproblematik ist bei mir im Moment ganz schlimm. Ich hab gestern und heute versucht, dem Ratschlag von Dr. Kharrazian zu folgen und sofort nach dem Aufstehen etwas kleines Eiweißreiches gegessen, um dann fortlaufend mit kleinen Eiweißmahlzeiten darauf aufzubauen und noch stabiler zu werden.
Normalerweise esse ich ja morgens gar nichts und trinke nur die beiden Kokosöl-Kaffees mit wenig Fett und dann esse ich erst ab mittags was. Nach den frühen Eiweißmahlzeiten bin ich gestern und heute fast durch die Decke gegangen vor lauter Heißhunger. Ich bin praktisch den halben Tag herumgetigert, habe Chrom und L-Tryptophan eingeworfen, Zimt in meinen ersten Kaffee gegeben, an Vanille gerochen und habe einfach alles gemacht, was mir eingefallen ist. Ich bin ja mal gespannt, ob das mit den Tagen besser wird, vor allem, weil es gar keinen Sinn ergibt. Mir wurde auch ganz kalt und habe komplett die Konzentration verloren.
Ich brauche wirklich ein Blutzuckermessgerät. Und ich wünschte mir wirklich einen Arzt, der mir das alles erklärt.
Habe heute mal wieder versucht, einen anderen Endokrinologen aufzutun, 3 angerufen, überall Aufnahmestopp


Josie  
Josie
Beiträge: 10
Registriert am: 08.03.2016


RE: Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#20 von ChristineH , 14.03.2016 21:21

Zitat von Josie im Beitrag #19
Nach den frühen Eiweißmahlzeiten bin ich gestern und heute fast durch die Decke gegangen vor lauter Heißhunger. Ich bin praktisch den halben Tag herumgetigert, habe Chrom und L-Tryptophan eingeworfen, Zimt in meinen ersten Kaffee gegeben, an Vanille gerochen und habe einfach alles gemacht, was mir eingefallen ist.


Ahauaha. Das klingt übel. Also wenn ich morgens Protein esse (ich dünste eine Gemüsezwiebel ca. 20 Minuten und gebe dann vier Eier darüber und lasse das langsam stocken, manchmal kommt noch ein bisschen Spinat dazu), bin ich stundenlang pappsatt. Du könntest es mit etwas versuchen, was in Asien ein völlig übliches Frühstück ist: Knochenbrühe mit ein paar Reis-Glasnudeln und vielleicht etwas Gemüseeinlage, evtl. auch ein paar Fleischklößchen oder Fleischreste vom Vortag. Drücke Dir die Daumen!

Zitat von Josie im Beitrag #19
Ich brauche wirklich ein Blutzuckermessgerät.


Ich hab mir ein ganz günstiges aus dem Supermarkt gekauft, die Teststreifen sind wirklich das Teuerste an der Sache. Habe nach Chris Kresser http://chriskresser.com/how-to-prevent-d...disease-for-16/ mal einige Zeit getestet. Ging damals aber auch nur, weil ich zu der Zeit viel Home Office gearbeitet habe und die Mahlzeiten passend kochen konnte und auch Zeit zum Pieksen hatte. Braucht schon Disziplin. Aber wie ich in einem früheren Beitrag schon schrieb, hielte ich es für Dich für wichtig. Der Glukosetoleranztest war nur eine Momentaufnahme und zeigt nicht Deinen normalen Alltag. Das kannst Du mit dem Pieksen rausfinden. Man muss auch ein bisschen eigene Erfahrungen machen, Du merkst recht bald, ob das Messgerät richtig misst oder der Wert nicht stimmen kann. Dann nochmal neu messen. Ist auch nicht supergenau, aber es soll ja dazu dienen, Muster zu erkennen.



 
ChristineH
Beiträge: 825
Registriert am: 31.01.2016

zuletzt bearbeitet 14.03.2016 | Top

RE: Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#21 von Cleo , 15.03.2016 08:16

Zitat von Josie im Beitrag #19
Ich meinte damit, daß Du ja auch noch ziemlich zu tun hast mit der Heißhunger-Problematik und auch noch nicht am Ziel angekommen bist, gewichtstechnisch.

Ach so. ;-) Nein, alles gut: Sobald ich alles weglasse, was süß schmeckt, reizt mich Süßes absolut nicht und ich kann ganz easy darauf verzichten - sobald ich aber etwas "zu viel" davon konsumiere, habe ich bereits ab nachmittags Gelüste.
Und mit dem Gewicht mache ich mir überhaupt keinen Stress; die paar Kilos werden schon noch verschwinden.

Zitat
Die Heißhungerproblematik ist bei mir im Moment ganz schlimm. Ich hab gestern und heute versucht, dem Ratschlag von Dr. Kharrazian zu folgen und sofort nach dem Aufstehen etwas kleines Eiweißreiches gegessen, um dann fortlaufend mit kleinen Eiweißmahlzeiten darauf aufzubauen und noch stabiler zu werden.


Schade, dass das nicht klappt. Mein Vorschlag an Dich wäre sonst nämlich gewesen, einen Großteil KH aus Reis oder Kartoffeln mittags zu essen und mit Eiweiß abzufangen und dann Abends eher LowCarb zu essen. Und das ganze erstmal eine zeitlang isokalorisch, bis Dein Körper sich daran gewöhnt hat.


 
Cleo
Beiträge: 332
Registriert am: 02.04.2015


RE: Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#22 von wmuees , 15.03.2016 11:49

Josie,

ich verstehe wirklich nicht, wieso Du da jetzt mit Eiweiß rumhantierst. Das kann doch nichts werden! Eiweiß verursacht genau wie Kohlehydrate einen Insulinausstoß. Du kannst jetzt nur Sachen essen, die langsam verstoffwechselt werden und wenig Insulin produzieren. Alles andere ist "begging for trouble".

Warum gehst Du nicht dem Hinweis von Chris nach und lässt Deinen Glukagon-Ausstoß von einem Endokrinologen untersuchen?


 
wmuees
Beiträge: 747
Registriert am: 17.08.2014


RE: Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#23 von wmuees , 15.03.2016 18:40

Solange Du noch keine ärztliche Hilfe für Dein Problem mit dem Blutzucker hast, würde ich bei auftretender Unterzuckerung eine kleine Menge Glukose (Traubenzucker) zu mir nehmen, um den Blutzucker zu normalisieren. Das ist wahrscheinlich die gesündeste Methode.


 
wmuees
Beiträge: 747
Registriert am: 17.08.2014


RE: Leben mit 2 Grunderkrankungen - zwischen den Stühlen

#24 von phL , 16.03.2016 15:46

Hey Josie,

wenn ich so lese, was du schreibst, kommen m.M.n. eigentlich nur 3 Möglichkeiten in Betracht.
Offensichtlich hat dein Körper Probleme damit, den Blutzucker stabil zu halten. Die Verzögerung der Unterzuckerung nach der Mahlzeit spricht dafür, dass der Insulinspiegel zu diesem Zeitpunkt naturgemäß wieder abfällt, da die Glucose in die Zellen geschleust wurde.
Jetzt könnte es zum Einen sein, dass deine Bauchspeicheldrüse zu viel Insulin produziert, weshalb dein Körper es nicht schafft, mittels Glucagon entgegen zu wirken.
Das könnte man messen lassen.
Dann, wie Chris schon sagte, könnte es sein, dass die Synthese von Glucagon schlicht nicht ausreicht, um das abfallende Insulin quasi auszugleichen.
Du könntest mal deine Nebennierenfunktion überprüfen lassen (z.B. bei ganzimmun) um zu schauen, ob diese vielleicht erniedrigt / erschöpft ist.
Die NNRinde ist nämlich verantwortlich für die Ausschüttung von Cortisol, welches auch im Leberkreislauf dafür verantwortlich ist, dass Glucagon ausgeschüttet wird.
Vielleicht ist das für dich ein neuer Ansatz, der dich weiter bringt!

Hier noch ein Artikel: http://www.dr-neidert.de/component/content/article/?id=274

Gutes Gelingen weiterhin!

Phil



phL  
phL
Beiträge: 373
Registriert am: 02.01.2015

zuletzt bearbeitet 16.03.2016 | Top

   

Zunahme durch EBV-Viren
Fersensporn

disconnected Foren-Chat Mitglieder Online 15
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen