Schilddrüsen-Druckgefühl durch Selen und Kaliumiodat?

#1 von Eskel , 16.02.2016 10:48

Hallo an alle,

ich mach nen extra thread auf, weil das ganze noch nicht weg ist und es mich langsam beunruhigt.

Zusammenfassung: Ich hab angefangen Selenhefe (150 mcrg von Zein pharma) zu nehmen, weil ich diesen Herbst/Winter ziemlich krankheitsanfällig war. Das habe ich im Grunde täglich genommen, außer an Tag 3 & 4, an denen ich je 2 genommen habe, um schneller aufzufüllen.
An Tag 6 fiel mir auf, dass ich ziemlich schwere Beine hatte. Ich erinnerte mich daran, gelesen zu haben, dass das meist etwas mit der Schilddrüse und einem Zuwenig an ihren Hormonen zu tun hat. Da Selen auch die Schilddrüse beeinflußt, dachte ich mir, vllt brauch ich zum höheren Selenspiegel auch etwas mehr jod, damit die Produktion richtig läuft.
Also wollte ich mir testweise ne Extrafure jod gönnen, um zu schauen, ob sich was tut. Rein in den Rossmann und ein Präperat mit
150 mcrg Jod als Kaliumiodat (was unter anderem auch in Speisesalz zugesetzt wird) und 55 mcrg Natriumselenit geholt (nur jod gabs nicht). Um die Darreichungsform des Jods habe ich mir keine Gedanken gemacht.

Einige Minuten nachdem ich eine Pille à 150 mcrg iodat eingenommen hatte, bekam ich ein eher häßliches Gefühl in meinem Hals. Es war vielleicht wie ein sanftes Brennen und Drücken. Kurz unterhalb und beidseitig vom Kehlkopf. Es dauerte ca. 45 Minuten an, danach vershwand es wieder.
Nach weiteren 20 Minuten war das mit den schweren Beinen allerdings auch Geschichte. Die Iodat tabletten nehme ich aber nie wieder.

In den Tagen danach hatte ich rechtsseitig immer wieder einen leichten "Druck" bzw. ein Ziehen im Hals. Das Gefühl war tatsächlich einem Muskelkater sehr ähnlich.
Jetzt könnte man meinen, dass das dann in jedem Fall von der Schilddrüse kommt (was wohl auch richtig ist), aber ich hab den Gedanken tagelang verworfen, denn: Ich hab seit einigen Jahren einen chronischen Schiefhals nach rechts. Die Halsmuskeln auf der rechten Seite sind aus irgendeinem Grund so hart dauerverkrampft, dass es den ganzen Hals etwas in die richtung zieht.
Das ist ein Problem für dass ich u.A. ne Lösung suche und daher habe ich den Druck/das Ziehen auf der rechten Seite des Halses etwas hoffnungsfroh so interpretiert, dass ich sich da vllt endlich was tut und das graduelle Lösen der ewig verkramften Muskeln sowas wie Muskelkater hinterlässt.

Mittlerweile fürchte ich: Die Schilddrüse plustert sich auf und ich merke dass nur rechtsseitig, weil die rechte Schilddrüse aufgrund der gekrampften Halsmuskeln weniger Platz hat als die linke Seite der Schlddrüse (wobei die Linke in ihrem latz ja auch eingeschränkt sein müsste?!).
Am samstag habe ich bemerkt, dass ich unterhalb des Kehlkopfes sehr druckempfindlich war. Da war ich mir sicher, dass es die Schilddrüse war und habe auch das Selen nach nunmehr gut 2 Wochen endgültig abgesetzt. 2 tage später war ich schon gar nicht mehr druckempfindlich unter dem Kehlkopf.
Akute Besserung des Druckes habe ich zwischendurch mit einem 75 mcrg Jodid Präperat erreichen können, der ihn fast ganz zum verschwinden brachte.
Den ganzen gestrigen Tag hatte ich praktisch keine Probleme, habe dann auch keine Jodid Pille genommen. Heute morgen wache ich dann aber recht früh auf und habe das Druckgefühl im Hals. Allerdings habe ich gestern abend auch seit längerem ne 20mg Zink Tablette genommen, weil ich an einem bestimmten Gefühlerkannt zu haben meine, dass ich wieder zuwenig Z hab. Zink ist ja irgendwie auch Kofaktor für die SD.

Sorry für den langen Text.
Meine Schilddrüse war bis dato völlig normal, neuere Werte habe ich nicht.
An NEMs nehm ich nur 5k Vit D und nen niedrigen B-Komplex. Die letzten 7 tage 10k Vit A Retinylpalmitat, was ich aber jetzt auch weglasse. Magnesium vertrag ich ja nicht gut.

Ich hätte 2 Fragen, an die Leute, die sich hier schon viel mit der SD beschäftigt haben:
1. Was würdet ihr machen?
2. Hat irgendwer schonmal was drüber gelesen, wie sich Kaliumiodat von -iodid unterscheidet? Ich finde keine substanzielle Quelle. Aber dafür Heilpraktiker, die behaupten, dass gerade Kaliumiodat für eine Menge SD-Probleme in Deutschland verantwortlich zeichnet, weil es sie irgendwie inhibiert.

Ich wollt mir heute nochmal reine 100mcrg Iodid tabletten kaufen und schauen wie es mit 1 (oder 2?) pro Tag läuft. falls es nicht besser wird, gehe ich nächste Woche oder vllt schon Freitag zum Endokrinologen.


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zuletzt bearbeitet 16.02.2016 | Top

RE: Schilddrüsen-Druckgefühl durch Selen und Kaliumiodat?

#2 von Eskel , 16.02.2016 11:42

Nun hab ich doch noch was zu iodat gefunden und so schön klingt das erstmal nicht:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25381633

First, whereas I− acts almost directly (it requires only one step of oxidation to I2), IO3− requires to be first reduced to I− and the reduction of IO3− requires the time and energy, and possibly, it is associated with unfavorable oxidative reactions and damaging effects. This difference between I− and IO3− constitutes the base for further following explanations.

[...]

When discussing the possible direct effects of iodine compounds, it should be mentioned that KIO3 belongs to halogenate salts, which are known for their potentially toxic effects [5]. In our earlier studies, one of the halogenate salts, namely potassium bromate (KBrO3), being classified as a carcinogen, was shown in vitro (5 mM) and in vivo to exert damaging effect to membrane lipids in porcine thyroid [29]. Similarly, KIO3 increased lipid peroxidation in porcine thyroid homogenates when used in concentrations of 2.5–200 mM [13]. At the same time, KI (in concentrations ≤25 mM) did not reveal any toxic effects to membrane lipids and even it was protective in the broad concentration range [13]. Fortunately, iodate is characterized by the lowest redox potential among three halogenate salts, i.e., iodate, bromate, and chlorate; thus, it seems to be least toxic.

Dann aber wieder:
Summarizing, under conditions without additional prooxidative abuse, both iodine compounds, i.e., KI and KIO3, seem to be absolutely safe in terms of their potential oxidative damage to thyroid DNA.

Wenn ich das richtig verstehe, schädigt weder Kaliumiodid (KI) noch Kaliimiodat (KLO3) die Schilddrüsen DNA. Aber Kaliumiodat schädigt in anderer Hinsicht schon?!

Natürlich sind meine 150mcrg + Speisesalz mit den dortigen Mengen nicht zu vergleichen, aber meine Reaktion auf iodat war deutlich... und mit iodine tabletten hatte ich die nicht (allerdings habendie auch nur 75mcrg und ich hab max 2 übern Tag verteilt genommen).

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