Low-fiber diet may cause irreversible depletion of gut bacteria over generations

#1 von Markus , 08.02.2016 19:31

Eine Ernährung mit niedrigem Anteil an Ballaststoffen, wie sie im Westen und bei manchen Ketariern üblich geworden ist- führt zu einer Verarmung der Vielfalt der Darmflora. Das ist bekannt. Neu ist, dass diese Verarmung auch an die Kinder weitergegeben wird. Und zwar irreversibel! Epigenetische Änderungen können also wieder durch Lifestyleänderungen der Kinder reversibel gemacht werden, Biomänderungen aber nicht mehr- ein echter Treppenwitz! EInziger Ausweg: die Fekaltransplantation ("poop pill")- da werden wir in den nächsten Jahren noch sehr viel von hören, jede Wette...

Zitat

When mice with gut bacteria from a human were put on a low-fiber diet, the diversity of their intestinal inhabitants plummeted. Four generations on a low-fiber diet caused irreversible losses.

A study by Stanford University School of Medicine investigators raises concerns that the lower-fiber diets typical in industrialized societies may produce internal deficiencies that get passed along to future generations.

The study, conducted in mice, indicates that low-fiber diets not only deplete the complex microbial ecosystems residing in every mammalian gut, but can cause an irreversible loss of diversity within those ecosystems in as few as three or four generations.

Once an entire population has experienced the extinction of key bacterial species, simply “eating right” may no longer be enough to restore these lost species to the guts of individuals in that population, the study suggests. Those of us who live in advanced industrial societies may already be heading down that path.

The proliferation of nearly fiber-free, processed convenience foods since the mid-20th century has resulted in average per capita fiber consumption in industrialized societies of about 15 grams per day. That’s as little as one-tenth of the intake among the world’s dwindling hunter-gatherer and rural agrarian populations, whose living conditions and dietary intake presumably most closely resemble those of our common human ancestors, said Justin Sonnenburg, PhD, associate professor of microbiology and immunology and senior author of the study, published Jan. 13 in Nature.....

The real surprise came after mice had been bred and maintained on low-fiber diets for a few generations. In their experimental confines, these mice were exposed to microbes only through contact with their parents. Each successive generation’s gut-bacterial ecosystem declined in diversity. By generation four, the depletion had reached a point where nearly three-quarters of the bacterial species resident in their great-grandparents’ guts appeared absent in their own. Even after these mice were put back on a high-fiber diet, more than two-thirds of the bacterial species identified in the guts of their first-generation ancestors proved irretrievable, indicating extinction of those species by the fourth generation of fiber deprivation.

On the other hand, a somewhat more aggressive measure — fecal transplantation — did result in these lost species’ retrieval, the study found




http://med.stanford.edu/news/all-news/20...t-bacteria.html


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RE: Low-fiber diet may cause irreversible depletion of gut bacteria over generations

#2 von Gyges , 09.02.2016 09:23

Danke für Deinen Beitrag!
Wird das Biom nur von der Mutter weitergegeben oder auch über den Vater?


 
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RE: Low-fiber diet may cause irreversible depletion of gut bacteria over generations

#3 von Stockinger , 18.02.2016 09:07

Dann also doch ab und an bzw. doch lieber regelmäßig die Darmflora mit resistenter Stärke füttern; und natürlich auf eine ausreichend ballaststoffreiche Ernährung achten.

Was ist von den ganzen Präparaten zum aufpäppeln der Darmflora zu halten (Kapseln mit Bifidobacterium lactis, Lactobacillus acidophilus, Bifidobacterium longum, Lactobacillus paracasei subspecies paracase, etc.)

Anekdotisch sei noch angemerkt: Meine Tochter hat nach der Geburt 9 (!) Monate geschrien; jeden Tag, stundenlang. Das war weg, als sie in einem unbeobachteten Moment eine Hand Kompost gefuttert hat. Da haben der Verdauung wohl auch noch ein paar Bakterien gefehlt. Das war ein sehr einschneidendes Erlebnis und zeigte für uns die Wichtigkeit einer guten, intakten Darmflora auf.

LG,
Thorsten


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RE: Low-fiber diet may cause irreversible depletion of gut bacteria over generations

#4 von Cluhtu , 18.02.2016 09:37

Das mal ne coole n1 'Studie'! Danke Thorsten.

Jemand der Probleme mit Ballaststoffen, Fodmaps oder einem Reizdarm hat, hat meistens Peristaltikprobleme im Dünndarm, was die Aufnahme der Nährstoffe und Fodmaps verschlechtert, die dann in den Dickdarm gelangen und dadurch dann eine schlechte Bakterienbesiedelung im Dickdarm hervorrufen, was dann wiederum für viel weitere Fermentation sorgt.

Wer wenig Präbiotika über Lebensmittel isst, sollte unbedingt darauf achten, seine Bakterien mit Pulvern zu erhalten und zu füttern. Hier sei wieder B-Gos angemerkt.

Probiotika wirken übrigens hauptsächlich über immunmodulatorische Effekte, aber diese anzusiedeln klappt entweder garnicht oder eher schlecht als recht. Wer also dauerhaft Effekte haben will, muss diese Bakterienstämme auch dauerhaft einnehmen.


 
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RE: Low-fiber diet may cause irreversible depletion of gut bacteria over generations

#5 von Gelöschtes Mitglied , 18.02.2016 09:58

@Cluthu

etwas Offtopic jetzt.
Das das mit dem Ansiedeln per Probiotika nur kurzfristig von Dauer ist habe ich schon öfters gelesen und auch selbst gemerkt.
Allerdings widerspricht das ja auch dem: Einmal Kompost (= Naturelles Probiotika :-D ) essen und schon "floriert" die Darmflora?
Also eher dauerhaft Kompost futtern, denn "nur die Harten kommen aus dem Garten"?

LG


Einen Scheiß muss ich


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RE: Low-fiber diet may cause irreversible depletion of gut bacteria over generations

#6 von Cluhtu , 18.02.2016 10:15

Wir wissen halt leider nicht, was genau da gewirkt hat. Das kann ja alles mögliche sein. Präbiotika, Probiotika, 'pathogene Keime' (die auch sicherlich irgendwas Positives im Körper bewirken, sonst hätte der Körper die Darmbesiedelung anders geregelt) oder das Unterbewusstsein des Babys, weil es mal naschen durfte.

Ein neues Bakterium, dass nur kurz da ist, aber halt nen starken Prozess (Ausschüttung von Stoff X) anstößt, kann ja schon dafür sorgen, dass zig andere Bakterien anfangen mehr Stoffe wie Gaba zu produzieren.

Dass aber vergammelte Lebensmittel, Dreck bzw. Erde und teilweise auch Rinde von irgendwelchen Pflanzen gegessen wurde/n, ist auch klar. Es ist natürlich Dreck zu essen und nich den Dreck von heute.

Ich würde persönlich mehr lokale Lebensmittel, am besten selbstangebaut, essen. Die dann wenig waschen und nicht groß verarbeiten. Fermentieren ist natürlich das Optimum. Kompost mit Maden scheint mir garnicht so entfernt vom Optimum.


 
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RE: Low-fiber diet may cause irreversible depletion of gut bacteria over generations

#7 von Stockinger , 18.02.2016 10:58

Jetzt neu im Shop:
Stockingers neues, bewährtes (n1-Studie) Prä-/Pro-/Postbiotischer Heilkompost

Nur damit ich das nicht durcheinander würfele:
Probitotika: Lebensfähige Mikroorganismen für eine positive Entwicklung des Bioms. Die müssten sich doch genauso dauerhaft ansiedeln können, wie die Baterienarten bei der initialen Besiedelung des Darms, oder?

Präbiotika: "Futter" für die "guten" Darmbakterien. Z.B. Resistente Stärke / Ballaststoffe

Richtig so weit?

LG,
Thorsten


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RE: Low-fiber diet may cause irreversible depletion of gut bacteria over generations

#8 von Cleo , 18.02.2016 11:45

Zitat von Gyges im Beitrag #2
Wird das Biom nur von der Mutter weitergegeben oder auch über den Vater?


Ich hab zufällig gerade angefangen zu lesen Darmbakterien als Schlüssel zur Gesundheit: Neueste Erkenntnisse aus der Mikrobiom-Forschung und dort heißt es, dass auch der Vater Bakterien "beisteuert" (unter anderem übrigens). Inwieweit da die Verhältnismäßigkeit des Anteils zu bewerten ist, weiß ich nicht. (Falls ich dazu noch was lese, meld ich mich gern wieder. ;-) )



 
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RE: Low-fiber diet may cause irreversible depletion of gut bacteria over generations

#9 von Cluhtu , 18.02.2016 16:17

Noch als Anmerkung! Wer wenig Ballaststoffe isst, sollte unbedingt darauf achten keine künstlichen Süßer (am besten nie mehr) zu verwenden.

Maltodextrin macht zB einiges negative wie:
http://www.theguthealthprotocol.com/wp/m...ation-enhancer/
http://suppversity.blogspot.de/2015/04/n...n-mess.html?m=1


 
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RE: Low-fiber diet may cause irreversible depletion of gut bacteria over generations

#10 von Dennis , 18.02.2016 16:38

Welche süssungsmittel gehen denn? Ich habe das Gefühl das Xylit und erytrit meinem Darm auch nicht gut tun.....

Gruß
Dennis


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RE: Low-fiber diet may cause irreversible depletion of gut bacteria over generations

#11 von Markus , 18.02.2016 16:52

Glycin und Stevia auf alle Fälle.


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RE: Low-fiber diet may cause irreversible depletion of gut bacteria over generations

#12 von Dennis , 18.02.2016 16:58

Honig und kokosblütenzucker auch?


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RE: Low-fiber diet may cause irreversible depletion of gut bacteria over generations

#13 von Cluhtu , 18.02.2016 17:00

Jop, die gehen auch klar. Ist natürlich auch sehr individuell alles. Ich muss bei Honig zB schon sehr aufpassen.


 
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#14 von Dennis , 18.02.2016 17:04

Mein Gefühl ist, dass ich sogar Zucker und Glucose(Sirup) nicht Fruktose besser vertrage wie Xylit und erytrit....


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RE: Low-fiber diet may cause irreversible depletion of gut bacteria over generations

#15 von Cluhtu , 18.02.2016 17:11

Könnte an vielem liegen. Was hast du denn für Symptome? Schon mal Fruktose und Laktose weggelassen? Glucose ist es nämlich normalerweise nicht. Eher die Fodmaps.


 
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