Knie Arthrose Op

#1 von Mothami , 02.02.2016 11:58

Hallo,

meine Mutter hat mich gerade angerufen und gesagt, dass ihr Arzt nun meint, dass er glaubt, dass er ihr mit Spritzen und Co. jetzt nicht mehr helfen kann sondern nur noch ein künstliches Kniegelenk infrage kommt. Sie hat starke Arthorse seit 15 Jahren, der Arzt meinte hinter der Kniescheibe.
Hat jemand von euch denn Erfahrung oder Tipps ob man das vlt doch vermeiden könnte? oder würdet ihr vlt sogar eine OP empfehlen?
Meine Mutter ist erst 55, hat 5-10kg Übergewicht. Sehr viel Arbeit und Stress und momentan sogar im Liegen schmerzen.
Deswegen hat sie sich auch nicht getraut Sport zu machen, was natürlich nicht gut ist und ich ihr auch oft sage.
Ich bin ja der Meinung das sie erst alles versuchen sollte bevor sie eine OP macht. Damit meine ich abnehmen, gesund essen, bewegen so gut wie möglich und Muskelaufbau so gut wie möglich (sie kann ja nicht in die Knie gehen) und wenn man das mal einen Zeitraum durchgezogen hat und man immer noch schmerzen hat dann operieren.
Was meint ihr denn? ich freu mich über jeden Tipp.

Liebe Grüße


 
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RE: Knie Arthrose Op

#2 von naklar! , 02.02.2016 12:14

Hey, bin mir nicht sicher - weil aus anderen Gründen nur überflogen - aber da war doch irgendwas mit Borax....check mal ier den Bor - Thread.

Gruß,


" Ich will mehr Leben, Vater! "


 
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RE: Knie Arthrose Op

#3 von Mothami , 02.02.2016 12:16

okay danke werde mal rein schauen!

Was vlt noch nützlich wäre zur Info ist, dass sie schon seit längerem immer wieder astaxanthin 12mg nimmt, auch Kurkuma hat sie schon genommen, genauso wie natürlich täglich omega 3. Momentan nimmt sie auch glycin, ich hab ihr mal gelatine noch bestellt und sie nimmt auch Doktors Best Glucosamin Chondroitin MSM Kapseln.



 
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RE: Knie Arthrose Op

#4 von sVensationell , 05.02.2016 00:45

Wäre in dem Fall nicht Kollagenhydrolisat zu empfehlen?


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RE: Knie Arthrose Op

#5 von Mothami , 05.02.2016 08:23

Kollagenhydrosilat ist glaub ich Gelatine oder?


 
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RE: Knie Arthrose Op

#6 von ChristineH , 05.02.2016 09:46

Zitat von Mothami im Beitrag #5
Kollagenhydrosilat ist glaub ich Gelatine oder?


Jein. Lies Dich mal hier kurz ein: http://romydolle.com/cms/gelatine-kollag...e-unterschiede/

Ich nehme gelegentlich (bspw. im Sommer, wenn ich keine Lust habe, Knochenbrühe zu kochen) von Abtei "Gelatine Pulver" - nur echt mit der Falschschreibung. Auf der Packung steht "Gelatine", ich halte es jedoch für Kollagenhydrolysat. Natürlich ist das nicht aus Biomaterial und schon gar nicht vom Weiderind oder so.

Ich werfe es mit in meine Smoothies.


 
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RE: Knie Arthrose Op

#7 von Axel , 05.02.2016 12:11

Zitat von Mothami im Beitrag #1


Deswegen hat sie sich auch nicht getraut Sport zu machen, was natürlich nicht gut ist und ich ihr auch oft sage.
Ich bin ja der Meinung das sie erst alles versuchen sollte bevor sie eine OP macht. Damit meine ich abnehmen, gesund essen, bewegen so gut wie möglich und Muskelaufbau so gut wie möglich (sie kann ja nicht in die Knie gehen) und wenn man das mal einen Zeitraum durchgezogen hat und man immer noch schmerzen hat dann operieren.
Was meint ihr denn? ich freu mich über jeden Tipp.



Was den Sport angeht, bin ich voll auf Deiner Seite. Und sogar noch wesentlich optimistischer als Du, was seine Wirksamkeit angeht. Es gibt etliche Fallbeispiele, wie Leute ihre Arthrose eben durch Sport (und nix oder nicht viel sonst) in den Griff bekommen haben und die Beschwerden komplett losgeworden sind:

http://startingstrength.com/resources/fo...-revisited.html

Ich komme langsam zu der Überzeugung, dass Sport bzw. Training ein universelles Heilmittel ist. Insbesondere Krafttraining.


Use it or lose it.


Ein aktuelles Beispiel, wie man eine Verletzung loswird, habe ich neulich auf SS gelesen, finds aber nicht wieder (die Seite ist furchtbar zu navigieren). Kurze Zusammenfassung: Muskelfaserriss im Oberschenkel (mit fiesem Foto der Schwellung und Verfärbung), Empfehlung der Ärzte war natürlich Schonung, der Trainer sagt "sofort wieder unters Eisen und Kniebeugen machen", natürlich mit wenig Gewicht, aber stetig steigern, täglich ran, durch den Schmerz durch. Ergebnis war volle Rehabilitation nach einigen Wochen, während sich normalerweise Narbengewebe bildet und man nach sowas mit weniger Bewegungsspielraum endet.

Unsere Körper sind Bewegungsmaschinen. Stillstand macht sie kaputt.


Hintergrund zum Thema Reha von einem Profi:
http://startingstrength.com/site/article...hysical_therapy



Ich verstehe natürlich auch Dein Problem sehr gut. Du empfiehlst mit Sport etwas, das dem Rat der Experten entgegenläuft. Zusätzlich ist es noch maximal unbequem, und sogar schmerzhaft. Schmerz, haben wir ja gelernt, ist unter allen Umständen zu vermeiden. Ich habe da keine Lösung für anzubieten. Mit meinen eigenen Eltern (beide über 70) handhabe ich das so, dass ich sie stoppe, sobald sie mit einer Krankheitsgeschichte anfangen wollen: "Du weißt, dass ich eine nebenwirkungsfreie Behandlung für Deine Beschwerden kenne. Du hast's in der Hand, krieg den Arsch hoch und beweg Dich, oder lass es bleiben, aber ich höre mir keine Klagen an. Wir reden drüber, was DU sinnvollerweise tun kannst, oder wir wechseln jetzt das Thema." Das ist mehr oder weniger ein Aufgeben, ja. Aber man kann niemanden zu seinem Glück zwingen.



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RE: Knie Arthrose Op

#8 von Mothami , 05.02.2016 14:55

Hi Christine,

danke für die Info. Das hab ich gemeint, es steht zwar Gelatine drauf dickt aber nicht an und ist eigentlich Kollagenhydrosilat was sie zuhause hat. Ich werd ihr jetzt noch mal sagen, dass sie das regelmäßig nehmen soll.



Hi Axel,

danke für deine Antwort, das hat mich nur noch ein mal mehr darin bestärkt, dass sie unbedingt mit Krafttraining und zügigem Spazieren oder Crosstrainer anfangen muss.

Würdest du denn sagen, dass sie trotz Schmerz weiter machen soll? oder ist das bei schlimmer Arthrose eher nicht empfehlenswert und wir schauen, was geht und wenn sie schmerzen hat soll sie einen Tag pausieren oder bis die Schmerzen weniger sind? Wenn Knochen auf Knochen reibt möchte man natürlich nicht mehr Kaputt machen als eh schon ist.

Ich denke beim Krafttraining muss sie erst mal locker anfangen, vlt isometrische Übungen machen bei den Beinen und viel mit Balance. Sie hat auch einen Crosstrainer zuhause und spazieren gehen kann sie auch. Was meint ihr? 3 mal die Woche kraft? 3 mal spazieren oder crosstrainer?


 
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RE: Knie Arthrose Op

#9 von edge , 05.02.2016 17:37

Hallo Mothami,

ich versuch dir mal ein paar brauchbare Gedanken zu geben.

Erst mal ein paar Fragen:

Es wurden ja vermutlich MRT Untersuchungen durchgefuehrt. Kannst du vielleicht vom letzten einfach mal Beurteilung/Befund posten? Nur damit man mal eine Vorstellung hat was ueberhaupt Sache ist.

Hat sie die Probleme nur an einem Knie?

Ist das Knie permanent oder regelmaessig vor allem nach Bewegung angeschwollen? Hat sie vor allem wenn sie mal laenger auf den Beinen sein musste bzw. mehr gemacht hat hinterher mehr Schmerzen? Schwillt es dann an? Fuehlt es sich warm an?

Eins ist klar. Es gibt reichlich Studien in denen MRT Untersuchungen an Menschen ohne Schmerzen und auch an Athleten gemacht wurden. Hier wurden Schaeden in Schultern/Knien usw. gefunden ohne dass die Patienten irgendwelche Beschwerden haben. Da spielen also auch noch andere Sachen mit.

Ich hatte vor knapp 10 Jahren eine diagnostische Arthro am Knie. Der Chefarzt damals erzaehlte auch dass er grad auch bei Sportlern oft ueble Sachen sieht. Einer Handballspielerin z.b. hat er ein Kreuzband repariert. Unter der Kniescheibe war statt eines Gleitlagers nur "ein Haufen Scherben". Dass jemand damit ueberhaupt stehen und gehen kann waere verwunderlich. Trotzdem hat die gute Dame ein paar Wochen nach der OP ihre Sportlaufbahn ohne Probleme wieder aufgenommen.

Deine Mutter hat nun schon 15 Jahre Schmerzen. Allein das ist ein Problem. Genau wie man mental Muskelfasern aktivieren/trainieren kann kann man auch Schmerz trainieren/erlernen. Man hoert halt leider oft in den Schmerz und macht sich Gedanken darueber.
Oft ist der Schmerzausloeser garnicht mehr da. Nur noch der Schmerz ist da. Das ist nach so langer Zeit vermutlich zumindest _auch_ ein Problem.

Wenn du sagst dass sie nicht in die Knie gehen kann wird sie allein dadurch dass sie es eben nicht tut massive Muskelverkuerzungen haben. Quadrizeps/Hueftbeuger/Hamstrings/Gluteus und weitere. Da diese Muskulatur verkuerzt und schwach ist gibt es meist eine grosse Zahl Triggerpoints. Faszien/Bindegewebe reagiert dann auch oft.

Teste mal ob sie am Bindegewebe reagiert. Einfach wie zur Hautfaltenfettmessung am Oberschenkel/Knie/Unterschenkel mit Daumen/Zeigefinger eben mit ein bischen Druck Falten bilden. Mich wuerde nicht wundern wenn es groessere Bereiche gibt an denen dies deutlich unangenehmer ist. Also fast schon ein brennender Schmerz ist.

Dieses Bindegewebe kann man mit Blackroll/TheStick, Massage und Co bearbeiten. Wenn man da mal richtig ran geht kann das auch gut einige Tage richtig richtig Weh tun. Dran bleiben bis es Ruhe gibt.

Triggerpoints. Knoetchen die sich in der verkuerzten/geschwaechten Muskulatur ergeben. Buch 'The Trigger Point Therapy Workbook / Arbeitsbuch Triggerpunkt-Therapie' von Davies. Alle Muskelgruppen Po/Unterschenkel/Oberschenkel durchgehen. Alle Knoten loesen bis Ruhe ist.

Es gibt auch Therapeuten die sich auf Faszien/Triggerpoints spezialisiert haben. Waere auch ne Idee.

Das ist IMHO erste Hausaufgabe zu schauen dass das Thema relativ "clear" ist.

Dann Mobility. Nach 15 Jahren wird hier viel im Eimer sein.

Die Kniescheibe entlasten. Stichworte: Suprapatellar Pouch / Couch Stretch:

https://www.youtube.com/watch?v=OuJ8NrMJj10

Couch Stretch muss irgendwann gehen. Erst auf der Couch dann an der Wand/Tuer. Das sind einfach Basics. Yoga Downward Dog fuer die Rueckseitige Beinmuskulatur.

Generell sollte Kraft und Mobility im Fokus sein. Beides geht miteinander einher.

Crosstrainer halte ich nicht fuer sinnvoll. Das ist ne wirklich unnatuerliche Bewegung. Weiss nicht. Kann ne persoenliche Befindlichkeit sein. ;)

Wichtig faende ich:

saubere Kniebeugen
einbeiniges Kreuzheben
evtl Lunges

Erst ohne Gewicht. Spaeter mit Kettlebell, Hantelscheibe vor der Brust oder Langhantel z.B.
Mit wenigen Wiederholungen anfangen. Langsam steigern. Jedesmal zunaechst ein Paar Tage Pause. Bloss nichts uebertreiben aber schon zielstrebig rangehen. Trainingstagebuch fuehren. Fortschritt motiviert!

Regelmaessig Spazieren / Radfahren hoert sich gut an. Yoga in einer richtigen Yogaschule mit faehigen Lehrern ist auch eine gute Idee. Es gibt teils auch Kurse fuer Menschen mit Einschraenkungen.

Das waere ein Paar Gedanken die ich abgehakt wollen wuesste bevor ich so eine OP angehen wuerde.

Wenn du noch Infos/Links brauchst gib Bescheid.


jens


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RE: Knie Arthrose Op

#10 von arsella , 06.02.2016 15:56

Hallo Mothami,
bin jetzt fast im Alter deiner Mutter und "hatte" die gleichen Probleme. Selbe Diagnose, mehrfach gesichert, der Leidensweg um Jahre länger. Opiat auf dem Nachtschrank, an Sport war nicht zu denken, normales Gehen eine Qual. Heute treib ich u.a. aktiv Kampfsport, Schmerzmittel kenne ich nicht mehr und das Gelenk ist noch mein eigenes.

Mein "Wundermittel" = einzig und allein die richtige Bewegung

Die Ausführungen und Anregungen von Edge sind super!
Aus eigener Erfahrung mein Senf dazu: Kraftaufbau ist wichtig, trotzdem würde ich jetzt darauf komplett verzichten und zwar solange bis die Entzündung weg ist. Das kann durchaus ein Jahr oder länger dauern. Bei mir war es so, dass alleine der passive Reiz durch ein EMS zu viel für das Gelenk war.
Was sie tun kann/ sollte: Hackenschuhe entsorgen und beim Sitzen drauf achten, dass die Füße nicht unter dem Stuhl verschwinden (die Beugung erhöht den Anpressdruck auf die Kniescheibe) wie negativ sich langes sitzen auswirkt ist unglaublich, ich merke es heute noch.
Der Knorpel wird über die Gelenkschmiere versorgt deshalb ist Bewegung oberstes Gebot, vom Crosstrainer rate ich ab. Fahrrad – nur in der Ebene und im leichten Gang, kein Ergometer, notfalls mit dem Radeln noch warten. Einfach Spazieren gehen aber bitte nicht Bergab, sich daheim mal auf den Esstisch setzen und die Beine hin und her schaukeln.
Sport/Gewicht normalisieren, wäre gut Gymnastik etc. (wenn sie vielleicht mit dem Gedanken spielt ins Fitnessstudio zugehen ok aber für die Beine bitte vorerst nur Abduktoren/Adduktoren und dies am Gerät trainieren)

Obiges + Aufgabe des Bürojobs war mein Beginn in ein schmerzfreies und endlich wieder aktives Leben vor 12 Jahren.
Heute weiß ich sehr viel mehr: ich würde mir keine Spritzen mehr ins Gelenk setzen lassen.
Faszientraining und Dehnung sind oberstes Gebot, Kraft ja aber auf den Körper hören und nicht in den Schmerz hinein. Vor einem Jahr hab ich auch mit NEM hier vor allem Omega 3 und Gelatine begonnen.
Was die besagte OP anbelangt – sorry nicht mit mir.


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RE: Knie Arthrose Op

#11 von Mothami , 07.02.2016 12:33

Hallo Jens,

vielen Dank für deine Mühen!

also sie hat Probleme an beiden Knien, die eine Seite ist aber schlechter soviel ich weiß. Betreff dem Befund ich hab deine Nachricht mal meiner Mama gemailt und sie wird mir da noch auf deine Fragen antworten.

Sie geht jetzt schon zur Massage, dort soll sie sich jetzt auch mal genau die Triggerpoints anschauen lassen. Eine Blackroll hat mein Papa auch daheim, vlt kann sie auch damit arbeiten. Sie ist ziemlich gelenkig, also sie kommt mit den Handflächen auf den Boden, ich kann mir aber gut vorstellen das der Quadrizeps vorne verkürzt ist. Sie kann das knie aber auch noch recht gut anwinkeln, trotzdem muss daran sicher weiter gearbeitet werden.

Deine Ideen werde ich alle mal mit ihr durchgehen, wenn ich nächste Woche bei ihr zu Besuch bin.

Auch Trainingsübungen werde ich dann genau mit ihr durchgehen, vlt wäre ja aber auch 2 mal die Woche Krankengymnastik was für sie? da hat sie dann einen Trainer der sie kontrolliert.



Hallo Aresella,

auch dir vielen lieben Dank für die Antwort!

Es bestärkt mich schon sehr zu hören, dass Bewegung wirklich sehr wichtig ist und wir damit vielleicht doch noch einiges wieder hinbekommen können.

Sehr interessant sind natürlich deine Tipps auch, vor allem weil du einen ähnlichen Leidensweg hattest.
Betreff der Entzündung, sie hat jetzt schon wieder weniger schmerzen und geht auch schon gerne spazieren. Wie es dem Knie nach dem spazieren geht werde ich sie dann mal fragen. Wichtig ist es denke ich nichts zu übertreiben und langsam anzufangen oder?
und bei Entzündung langsam zu machen, wie du schon sagtest.

Meine Mutter sitzt leider auch viel am Schreibtisch, steht aber zwischendrin auch immer wieder auf, vielleicht müsste man da aber noch eine Routine rein bekommen, wodurch sie weniger am Schreibtisch sitzt und sich mehr bewegt oder? Weil den ganzen Tag stehen und laufen stelle ich mir natürlich auch anstrengend für die Knie vor.

Was mich auch wundert, ist das ihr beide vom Crosstrainer abratet. Sie hat einen Crosstrainer von Lifefitness zuhause der recht auf einer Ebene läuft und ihr damals auch empfohlen wurde, weil eben keine Stöße und weniger angewinkelt als beim Fahrrad fahren. Ich dachte immer das Fahrrad weniger optimal ist, da das Knie ja doch ganz schön angewinkelt werden muss.

Was genau meinst du als Faszientraining? ich werde mal googeln.
Bei Dehnung hab ich etwas das Problem wie sie die Oberschenkel Vorderseite dehnen soll, denn so stark wie bei der Standardübung die ich kenne wo man die Ferse hinten anzieht kann sie ihr Knie nicht anwinkeln.


 
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RE: Knie Arthrose Op

#12 von Axel , 15.02.2016 14:16

Zitat von Mothami im Beitrag #8

Hi Axel,

danke für deine Antwort, das hat mich nur noch ein mal mehr darin bestärkt, dass sie unbedingt mit Krafttraining und zügigem Spazieren oder Crosstrainer anfangen muss.

Würdest du denn sagen, dass sie trotz Schmerz weiter machen soll? oder ist das bei schlimmer Arthrose eher nicht empfehlenswert und wir schauen, was geht und wenn sie schmerzen hat soll sie einen Tag pausieren oder bis die Schmerzen weniger sind? Wenn Knochen auf Knochen reibt möchte man natürlich nicht mehr Kaputt machen als eh schon ist.

Ich denke beim Krafttraining muss sie erst mal locker anfangen, vlt isometrische Übungen machen bei den Beinen und viel mit Balance. Sie hat auch einen Crosstrainer zuhause und spazieren gehen kann sie auch. Was meint ihr? 3 mal die Woche kraft? 3 mal spazieren oder crosstrainer?




War 'ne Weile unterwegs...

Ich bin weder Arzt noch Trainer, deswegen bin ich lieber vorsichtig mit Ratschlägen, wo es in den Schmerzbereich geht. Dazu kreist mein persönliches Interesse auch zu sehr um den gesunden Menschen als Ausgangspunkt (da bin ich egoistisch...).


Meine grundsätzlichen Gedanken zum Thema sind: Das eine tun und das andere nicht lassen! Bewegung ist gut, mehr Kraft aber auch. Mit Spazierengehen und Radfahren baut man keine Kraft auf. Kraft ist aber wichtig, um Gelenke zu stabilisieren. Ich habe Aussagen gelesen, die sich verdichten lassen auf "Altsein = keine Kraft haben". Meint: Das, was wir mit den Auswirkungen des Alters verbinden, ist tatsächlich eher eine Auswirkung von Kraftlosigkeit, was sich natürlich wieder durch unseren Lebensstil erklären lässt. Ich folge dieser Ansicht.


Sascha hat die ganze Sache mit seinem Komfortzone-Artikel schön zusammengefasst, finde ich. Die Herausforderung ist, in gewissen Grenzen auf den Schmerz als Warnung zu hören, aber trotzdem weit genug aus der Komfortzone herauszugehen, dass der Körper einen Adaptionsreiz bekommt. Diese Balance ist, jedenfalls für mich, gar nicht so einfach. Das braucht Erfahrung. Aber ich hatte schon wie oft Momente, wo ich durch einen gewissen Schmerz durch bin und es mir danach besser ging.
Jahrelang hatte ich standardmäßig jedes Frühjahr, sobald ich die Rennradsaison angefangen habe, Schmerzen im linken Knie beim Pedalieren, sobald ich etwas Druck gegeben habe. Und damals schon gewitzelt: Nach dem ersten richtigen Berg, den ich mal knackig hochdrücke, ist der Schmerz weg. War auch jedes Mal so! Bis zum nächsten Frühjahr dann. (Inzwischen ist das übrigens vergessen, erst der Post hier bringt die Erinnerung wieder hoch. Seit ich Kniebeugen mit Gewicht mache, meldet sich das Knie überhaupt nicht mehr.)

Die Herausforderung beim Krafttraining, wenn Ihr einen Anfang schafft, wird werden, dass sie dranbleibt. Das ist auch meine Herausforderung, und einzig meine Ziele und der bisherige Fortschritt bringen mich immer wieder unters Eisen. Spaß machts, ganz ehrlich, keinen. Das gute Gefühl kommt nach dem Training.

Isometrisch? Halte ich persönlich nix davon, aber ich bin kein Experte. Von meiner Laienwarte aus würde ich behauten: Wenn ich Kniebeugen machen will, dann fange ich damit an und taste mich ran, so gut es geht. Da es eine sehr komplexe Übung ist (s.u.), empfehle ich hier noch mal das Buch "Starting Strength" von Mark Rippetoe. Gibt's jetzt auch auf Deutsch. Selbst wenn sie einen Trainer finden sollte, der was drauf hat - ich bin inzwischen ein großer Freund davon, selbst Bescheid zu wissen und alles, was der Trainer empfiehlt, zu hinterfragen. Macht mich zu einem äußerst unangenehmen Kunden, ich weiß, aber hier gehts ja auch um meinen eigenen A****.



Zum Crosstrainer bin ich geneigt, in die gleiche Kerbe zu hauen wie die anderen vor mir. Aus mehreren Gründen - einmal, wer setzt sich zu Hause auf so ein Gerät und hat Spaß dabei? Diese Dinger enden alle ziemlich schnell als Staubfänger. Inklusive meinem eigenen Rollentrainer fürs Rad. Lieber fahr ich bei -5° im Schnee, als mein Rad da drin einzuspannen. Spaßfrei, solche Dinger. Da ist man auch nicht motiviert, die Länge der Tour nach und nach auszudehnen. Ganz anders, wenn man ins Frühjahr hinein anfängt, seine Umgebung mit dem Rad zu entdecken!

Dann: So ein Crosstrainer erzeugt keine natürliche Bewegung. OK, ein Fahrrad auch nicht, aber es ist nicht ganz so unnatürlich. Stöße? Finde ich nicht wild. Zieht breite Reifen auf und füllt die mit wenig Luft, 2 bar vielleicht. Das reicht als Federung auf der Straße.

Was die Winkel angeht: Ich würde gerade darauf achten, den vollen Bewegungsumfang anzusprechen! Gerade beim Krafttraining ist das ein Dauerthema: Paradebeispiel Kniebeugen - das Programm, dem ich folge, verlangt tiefe Kniebeugen, bis das Hüftgelenk unterhalb des Kniegelenks ist (allerdings auch nicht zu tief, sowas gibts auch, das ist dann wiederum schlecht für den unteren Rücken; ist ne komplexe Übung).
Wer so tief runter geht, kann vergleichsweise wenig Gewicht bewegen. In der Szene wird deswegen gerne gelacht über die Fitnesscenterochsen, die sich 200+ kg auf die Schultern packen und damit dann einen minimalen Knicks andeuten - um das dann "Kniebeuge" zu nennen. Dass man sich damit mehr schadet als nutzt, leuchtet denen weniger ein, denn sie haben ja gelernt: "tiefe Kniebeugen machen die Knie kaputt." Aber'sch'heb 200 kg, boah ey!
So gesehen ist die Übung über den vollen Bewegungsumfang gerade für Untrainierte eher eine Versicherung, sich gerade nicht zu überlasten.


Im Büro habe ich mir übrigens meinen eigenen Stehtisch gebaut, indem ich einfach ein Brett auf Baumarkt-Tischbeinen auf meinen Schreibtisch gestellt habe (kleine Firma, die schafft keine neuen Büromöbel an wegen so eines Spleens; die Baumarktbeine haben sie aber bezahlt :-D). Zum Telefonieren setze ich mich, am Computer steh ich. Das bewährt sich für mich seit bald zwei Jahren.



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RE: Knie Arthrose Op

#13 von Markus , 15.02.2016 14:24

Hallo Axel,

Tisch (Ikea Lack 14,99), Konsolen-Brett (5 Euro) angeschraubt. Unbezahlbar. Für alles andere gibt es Visa und anderes Gedöns...




»Nicht weil es unerreichbar ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es unerreichbar«
(Lucius Annaeus Seneca d. J.)


 
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RE: Knie Arthrose Op

#14 von arsella , 20.02.2016 16:36

Hallo Mothami,

Zitat
Was mich auch wundert, ist das ihr beide vom Crosstrainer abratet. Sie hat einen Crosstrainer von Lifefitness zuhause der recht auf einer Ebene läuft und ihr damals auch empfohlen wurde, weil eben keine Stöße und weniger angewinkelt als beim Fahrrad fahren. Ich dachte immer das Fahrrad weniger optimal ist, da das Knie ja doch ganz schön angewinkelt werden muss


Es gibt solch schweineteuren Elipsentrainer, welcher vom Prinzip her eine Langlaufbewegung simuliert - den könnte man nutzen ( boah wer tut dies freiwillig? da geh ich lieber in die Natur)
Selbst empfinde ich einen Crosstrainer ähnlich wie Bergablaufen - das kann ich mal machen, aber es ist für´s Gelenk irgendwie belastend.
Was spricht für´s Rad? Es ist die runde und für den Anfang eine Bewegung mit nur sehr wenig Kraftaufwand. Wie Axel schon ausführte, es geht auch um den vollen Bewegungsumfang.
Diesen wieder zu erlangen entlastet auch die Kniescheibe.

Da ich selbst auch mal aus dem Leistungssport kam, mir die Komfortzone relativ egal war und ist , ich eine gute muskuläre Basis als wichtig betrachte - rate ich trotzdem aus eigener Erfahrung, vom Kraftaufbau ab bis das Gelenk völlig frei von der Entzündung ist. "mit ner Entzündung im Gelenk, kannst du keine Muskulatur aufbauen" (Aussage meines Sportarztes, hinzu kam "vom anatomischen keine Chance für Muskelaufbau im Bein)
Nach drei Knie Op´s war irgendwann von Muskulatur keine Spur mehr, die Beugung bei etwa 100 Grad und das Gelenk ständig schmerzhaft geschwollen - so vegetierte ich fast 20 Jahre dahin, von einem Kniespezi zum nächsten und immer schön "Kraftaufbau" für ne Knie TEP natürlich noch zu jung (heute sag ich zum Glück). Irgendwann kam ich dann weil ich nur seine Meinung zu einer OP wollte zu obigen Sportmediziner - der erklärte mir weshalb ich keine Chance habe je Kraft aufzubauen. Also warum sollte ich mich weiter quälen? Es dauerte über ein Jahr bis ich wirklich schmerzfrei war und dann kam so langsam immer mehr mein alter Bewegungsdrang durch. Ich begann wieder zu radeln, kaufte mir Inliner etc.,
irgendwann einige Jahre später ging ich zum Judo, Knien ging noch nicht aber kämpfen machte Spaß - ich verließ wieder meine "Komfortzone" war bereit mir dafür notfalls zur Nacht auch mal ne Pille einzuwerfen.
Last but not least - sogar der Sportarzt hat sich getäuscht, ich kann heute in den Seiza , mache bis auf Springen alles mit und ja die Beine haben ordentlich an Kraft zugelegt, aber immer schön langsam

Obiges ist meine "Qualifikation", ich möchte damit Mut machen neue Wege zu beschreiten.


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